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Steinigungsvers

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 15. Mai 2025 um 18:55 Uhr durch imported>Schilderwaldmeister (Berichte über die Existenz des Steinigungsverses).
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Der Steinigungsvers (arabisch آية الرجم {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) soll ursprünglich Bestandteil von Sure 33 des Korans gewesen sein und sieht die Steinigung verheirateter Ehebrecher vor. Der Steinigungsvers sollte möglicherweise ursprünglich Teil des Korans werden, da die im Vers vorgesehene und praktizierte Strafe im islamischen Recht als Sunna beibehalten wurde. In dem offiziellen Korantext, dessen Zusammenstellung auf den dritten Kalifen ʿUthmān ibn ʿAffān (644–656) zurückgeführt wird, kommt dieser Vers nicht vor.

Wortlaut und Übersetzung

Der Steinigungsvers lautet im arabischen Original:

«الشَّيْخُ وَالشَّيْخَةُ إِذَا زَنَيَا فَارْجُمُوهُمَا الْبَتَّةَ نَكَالًا مِنَ اللهِ وَاللهُ عَزِيزٌ حَكِيمٌ»

„aš-šaiḫu wa-š-šaiḫatu iḏā zanayā fa-rǧumūhumā l-battata nakālan mina Llāhi wa-Llāhu ʿazīzun ḥakīmun“

Die Übersetzung lautet: „Wenn ein bejahrter Mann und eine bejahrte Frau Unzucht treiben, so steinigt sie auf jeden Fall als Strafe Gottes. Und Gott ist gütig und weise.“<ref>Zitiert nach: Friedrich Schwally: Über den Ursprung des Qorans. In: Theodor Nöldeke (Hrsg.): Geschichte des Qorans. Teil I. Dieterich, Leipzig 1909, S. 248.</ref>

Berichte über die Existenz des Steinigungsverses

Von der Existenz des Steinigungsverses wird in mehreren Überlieferungen berichtet.<ref>Ausführliche Belegstellen in Friedrich Schwally: Über den Ursprung des Qorans. In: Theodor Nöldeke (Hrsg.): Geschichte des Qorans. Teil I. Dieterich, Leipzig 1909, S. 248, Fußnote 1.</ref> Ibn Ishāq erklärt in seiner Biographie des Propheten Mohammed, ʿUmar ibn al-Chattāb habe erwähnt, Steinigung sei im Buch Gottes die Strafe für verheiratete Männer und Frauen, die Unzucht (i. e. Ehebruch) betrieben. Dabei müsse der Beweis erbracht sein oder eine Schwangerschaft oder ein Geständnis vorliegen.<ref>Alfred Guillaume: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Oxford University Press, London 1955, S. 684.</ref>

Im Musnad von Ahmad ibn Hanbal finden sich zwei Überlieferungen, wonach der kufische Koran-Gelehrte Zirr ibn Hubaisch (st. 702) berichtete, dass ihm Mohammeds Schreiber Ubaiy ibn Kaʿb erzählt habe, Sure 33 habe ursprünglich nicht nur 73 Verse umfasst, sondern sei so umfangreich gewesen wie Sure 2. In dieser ursprünglichen Form habe die Sure auch den Steinigungsvers enthalten.<ref>Vgl. Aḥmad ibn Ḥanbal: Musnad. Ed. Šuʿaib al-Arnāʾūṭ u. a. Muʾassasat ar-Risāla, Beirut, 1999. Bd. XXXV, S. 133f. Nr. 21206–21207. Digitalisat</ref>

Der Sahih Muslim, die Hadith-Sammlung von Muslim ibn al-Haddschādsch, führt den Vers auf Umar zurück. Dieser habe gesagt, der Vers sei ursprünglich Bestandteil des Korans gewesen. Er habe gesehen, wie Mohammed steinigen ließ, und sie hätten nach ihm gesteinigt.<ref>Friedrich Schwally: Über den Ursprung des Qorans. In: Theodor Nöldeke (Hrsg.): Geschichte des Qorans. Teil I. Dieterich, Leipzig 1909, S. 250.</ref> Beweis oder Schwangerschaft oder Geständnis mussten demnach vorliegen, um die Strafe vollstrecken zu dürfen.<ref>Diese Überlieferung lässt sich hier in der Originalsprache lesen: Sahih Muslim Nr. 3201</ref>

Ferner existiert eine Überlieferung, die auf A'ischa zurückgeht, der zufolge der Steinigungsvers einer jener Verse gewesen sei, der nach dem Tod des Propheten verloren gegangen sei. Eine Ziege sei in das Zimmer gekommen und habe die Blätter, auf denen der Vers geschrieben stand, aufgefressen. Dieser Vers habe die Steinigung als Strafe für Unzucht vorgeschrieben.<ref>Alfred Guillaume: Islam. Penguin Books, Harmondsworth 1954, S. 191.</ref><ref>Auch bei Ahmad ibn Hanbal: Musnad. Band 6. al-Maktab al-Islāmī, Beirut 1969, S. 269.</ref>

Auch as-Suyuti berichtet über die Kontroverse zu dem Steinigungsvers. Er erklärt, Zaid b. Thabit habe sich geweigert, den Vers in die kanonische Fassung aufzunehmen, da nur Umar ihn bezeuge, und nennt drei verschiedene Varianten dieses Verses.<ref>Abū al-Qāsim ibn ʻAlī Akbar Khūʼī: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Oxford University Press, New York 1998, ISBN 0-19-511675-5, S. 139.</ref>

Beurteilung in der westlichen Wissenschaft

In der westlichen Wissenschaft wird bezweifelt, dass der Steinigungsvers ursprünglich Teil des Korans war. Vermutet wird, dass er die Praxis der Steinigung nachträglich legitimieren sollte.<ref>F. Buhl: s.v. AL-Kur'AN. In: A. J. Wensinck, J. H. Kramers (Hrsg.): Handwörterbuch des Islam. E. J. Brill, Leiden 1976.</ref> Theodor Nöldeke vertrat die Auffassung, dieser Vers könne „weder ein Teil von Sure 33 gewesen sein – des abweichenden Reims wegen – noch des Qorans überhaupt, da jene grausame kriminalrechtliche Bestimmung [...] erst nach dem Tod Mohammeds eingeführt sein kann“.<ref>Friedrich Schwally: Über den Ursprung des Qorans. In: Theodor Nöldeke (Hrsg.): Geschichte des Qorans. Teil II, 2. Auflage, Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1919, S. 45</ref>

Literatur

  • Joseph Schacht: s.v. Zinā'. In: A. J. Wensinck, J. H. Kramers (Hrsg.): Handwörterbuch des Islam. Brill, Leiden 1941, S. 826–827.
  • Friedrich Schwally: Über den Ursprung des Qorans. In: Theodor Nöldeke (Hrsg.): Geschichte des Qorans. 2. Auflage. Teil I. Dieterich, Leipzig 1909.
  • Alfred Guillaume: Islam. Penguin Books, Harmondsworth 1954.

Weblinks

Wikisource: The Verse of Stoning in the Bible and the Qur'an – Quellen und Volltexte (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value))

Einzelnachweise

<references />