Zum Inhalt springen

Stefano Boeri

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 9. Februar 2026 um 21:35 Uhr durch imported>Dankedaniel (Ökoprojekte in China: EN formatiert).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Stefano Boeri.jpg
Stefano Boeri (2014)

Stefano Boeri (* 25. November 1956 in Mailand<ref name="domus" />) ist ein italienischer Architekt, Architekturprofessor und Autor. Mit dem Bau von begrünten Hochhäusern ist er international bekannt geworden.

Biografie

Boeri ist der Sohn der italienischen Architektin und Möbeldesignerin Cini Boeri und des Neurologen Renato Boeri. Er studierte Architektur am Polytechnikum Mailand und absolvierte das Studium 1980. Am Istituto Universitario di Architettura di Venezia (IUAV) wurde er 1989 promoviert.<ref name="Bio_Boeri"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stefano Boeri. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 10. Februar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stefanoboeriarchitetti.net In: stefanoboeriarchitetti.net, aufgerufen am 14. Mai 2017.</ref> 2000 gründete Boeri das Forscher-Netzwerk Multiplicity zur multidisziplinären Untersuchung der urbanen Siedlungsstruktur.<ref name="Bio_Boeri" /> Die Gruppe produzierte das auf der Documenta11 gezeigte Werk Solid Sea, das Boeri in der globalisierungskritischen Kunstwelt den Ruf eines politischen Künstlers verschaffte.<ref>Anna Schneider: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die maritime Wende. Die Abkehr von territorialen Perspektiven als Chance für die Globalisierung. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 29. November 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.springerin.at In: springer|in. Hefte für Gegenwartskunst, 2010, Nr. 1, Globalismus.</ref> Dieser Ruf hinderte Boeri nicht, für den von Silvio Berlusconi geplanten G8-Gipfel auf La Maddalena als Architekt tätig zu werden.<ref>Die Rückkehr der Wabenfassade. Kongresszentrum auf italienischer Insel. In: BauNetz, 1. Juli 2009.</ref> Im Januar 2004 folgte er Deyan Sudjic als Chefredakteur des italienischen Architekturmagazins domus und veränderte während seiner Leitung bis 2007 den Charakter des Magazins wesentlich.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stefano Boeri. (Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive). In: Economia e Società, (italienisch).</ref>

Boeri lebt und arbeitet heute in Mailand. Neben seiner Tätigkeit als Architekt verfasst er Artikel für die Wirtschaftstageszeitung Il Sole 24 Ore. Boeri ist Gründer des bekannten Architekturbüros Stefano Boeri Architetti und lehrt als Professor an den Universitäten in Mailand (Polytechnikum Mailand), Genua und Venedig.<ref> Manuela Hötzl: Utopia als individuelle Dimension. Im Gespräch mit Stefano Boeri. In: redaktionsbüro / Architektur & Bauforum, Nr. 22, 2004.</ref>

Bosco Verticale

Datei:Bosco Verticale, Milano.jpg
Die beiden begrünten Hochhäuser Bosco Verticale in Mailand

Die Bauarbeiten zu dem Projekt Bosco Verticale (deutsch: „vertikaler Wald“) wurden im November 2014 abgeschlossen. Der Name bezeichnet zwei begrünte Hochhäuser in Mailand. An den äußeren Seiten der beiden 87 m (19 Stockwerke) und 119 m (27 Stockwerke) hohen Wohngebäude wurden Tausende von Sträuchern, Hecken und Bäumen gepflanzt, die insgesamt der Fläche eines Hektars entsprechen.<ref>Melanie Mühl: Grüner Schallschutz. In Mailand wächst der Wald jetzt himmelwärts. In: FAZ, 8. Mai 2013, Seite 27, (PDF; 475 kB).</ref><ref>Niklas Maak: „Bosco Verticale“ in Mailand. Wir bauen unsere Wälder selber. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 16. November 2014, Seite 43.</ref> 2014 wurde der Bosco Verticale mit dem Internationalen Hochhauspreis prämiert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />»Bosco Verticale« in Mailand gewinnt den Internationalen Hochhaus Preis 2014. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 6. November 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.international-highrise-award.com In: Internationaler Hochhauspreis, 19. November 2014.</ref><ref>dpa/lhe: Wald auf dem Balkon. Internationaler Hochhauspreis geht nach Mailand. In: Die Welt, 19. November 2014.</ref> Boeri folgt damit Tendenzen im ökologischen Bauen, wie sie beispielsweise auch im Hochhausbau „One Central Park“ in Sydney von Jean Nouvel in Zusammenarbeit mit Patrick Blanc verwirklicht sind. Dabei ließ er sich von Italo Calvinos Roman Il Barone rampante (1957) (dt. Der Baron auf den Bäumen) inspirieren.<ref> Sabine Pollmeier und Joachim Haupt: Faszination Wolkenkratzer –– Mailand: Bosco Verticale. In: arte / ARD, 20. November 2016, 11:30 Uhr, 25 Min.</ref><ref name="domus">Stefano Boeri. In: domus, 24. Februar 2016.</ref>

Ökoprojekte in China

In der Volksrepublik China hat sein Architekturbüro mehrere Aufträge erhalten. Für die chinesische Stadt Shijiazhuang wurde Boeri mit der Aufgabe betraut, einen neuen Stadtteil namens Waldstadt (Forest City) mit bepflanzten Wohnhäusern zu planen. Auf einer Fläche von 2,25 km² sollen 100.000 Menschen ab 2020 leben. Neben der Einsparung von landwirtschaftlichen Flächen erhofft man sich auch einen Beitrag zur Verbesserung der Luft und zur Verringerung der Energiekosten.<ref>Leonhard Landes: Mit dieser radikalen Idee sagt China der Luftverschmutzung den Kampf an. In: Huffington Post, 23. Februar 2017.</ref> Im Wanfeng-Tal bei Guizhou führt er einen kegelförmigen Hotelbau aus.<ref>Guizhou – Mountain Forest Hotel. In: stefanoboeriarchitetti.net, (englisch), aufgerufen am 14. Mai 2017.</ref> Aktuelle Bauarbeiten sind gegenwärtig die Begrünung des Shanghai Pudong International Airport<ref>Pudong Airport Sky Jungle. In: stefanoboeriarchitetti.net, (englisch), aufgerufen am 14. Mai 2017.</ref> und zweier Hochhäuser in der Großstadt Nanjing.<ref>Nanjing Vertical Forest. In: stefanoboeriarchitetti.net, (englisch), aufgerufen am 14. Mai 2017.</ref> Unter Leitung von Boeri wird in der chinesischen Stadt Liuzhou seit dem Jahre 2017 ein neues Wohnviertel für 30.000 Bewohner erbaut, in dem alle Gebäude mit Pflanzen bedeckt sind. Auf einer Fläche von 40 Hektar werden 40.000 Bäume und rund eine Million Pflanzen von mehr als 100 Arten gepflanzt, die jährlich 10.000 Tonnen Kohlendioxid absorbieren und 57 Tonnen Ruß und Feinstaub aus der Luft filtern sollen. 2020 werden die Bewohner einziehen. Eine ganze Straßenzeile entlang des Liujiang-Flusses soll mit begrünten Häusern bebaut werden.<ref>Liuzhou Masterplan. In: stefanoboeriarchitetti.net, (englisch), aufgerufen am 14. Mai 2017.</ref><ref>Bilder der Woche | Architektur: Chinas Wald-Stadt soll entstehen. Spektrum der Wissenschaft, 28. Juni 2017, abgerufen am 9. Februar 2026.</ref>

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Schriften (Auswahl)

  • A vertical forest. Corraini Edizioni, Mantova, 2015.
  • Fare di più con meno. Il Saggiatore, Mailand 2012.
  • Biomilano. Glossary of Ideas for a Metropolis based around Bio-Diversity. Corraini, Mantova, 2011.
  • Anticittà. Laterza, Bari, 2011.
  • Effetto Maddalena. Maddalena Effect. Rizzoli, Mailand, 2010.
  • Cronache dell’abitare. Mondadori, Mailand, 2007.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein