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Schirgiswalde

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Schirgiswalde
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2735)&title=Schirgiswalde 51° 5′ N, 14° 26′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2735) 51° 4′ 38″ N, 14° 25′ 51″ O
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Höhe: 269 m
Fläche: 8,45 km²<ref name="Gindex">Gemarkung Schirgiswalde, Stadt Schirgiswalde-Kirschau. In: GEOindex. Abgerufen im Februar 2026.</ref>
Einwohner: 2735 (9. Mai 2011)<ref name="Z2011">Kleinräumiges Gemeindeblatt, Stadt Schirgiswalde-Kirschau. In: Zensus 2011. Statistisches Landesamt Sachsen, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im Februar 2026.</ref>
Bevölkerungsdichte: 324 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 02681
Vorwahlen: 03592, 035936
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Schirgiswalde (obersorbisch <phonos file="Šěrachow.ogg">Šěrachow</phonos>/?, umgangssprachlich Schirge) ist ein Ortsteil der Stadt Schirgiswalde-Kirschau im sächsischen Landkreis Bautzen und gleichzeitig der Name der Ortschaft Schirgiswalde. Die Ortschaft befindet sich im Lausitzer Bergland an der Spree und besteht aus den Ortsteilen Schirgiswalde selbst und Neuschirgiswalde.

Geographie

Schirgiswalde liegt etwa 12 km südlich der Großen Kreisstadt Bautzen und 5 km nördlich der tschechischen Grenze im Südosten des Landkreises. Zahlreiche Berge umsäumen die Stadt. Der markanteste Berg sind die Kälbersteine.

Geschichte

Datei:Schirgiswalde - Hauptstraße 06 ies.jpg
Laubengänge am Markt

Im Jahr 1376 wurde das Dorf Schirgiswalde als Scherigiswalde erstmals urkundlich erwähnt.<ref>Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, Band II, S. 353.</ref> Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort weitgehend zerstört und entvölkert. Als 1635 der Kaiser die Oberlausitz mit der Niederlausitz auf den Kurfürsten von Sachsen übertrug, verblieb Schirgiswalde als Exklave bei Böhmen, ebenso wie Günthersdorf, heute Godzieszów. Schirgiswalde wurde dann im Rahmen der böhmischen Gegenreformation mit Katholiken besiedelt, die aus anderen Gebieten Deutschlands vertrieben worden waren. Um den Wiederaufbau und den wirtschaftlichen Aufschwung zu fördern, erreichte der damalige Grundherr 1665 die Erhebung von Schirgiswalde zur Stadt. Am 19. Januar 1681 verkaufte Franz Eusebios Graf von Pötting die Herrschaft Rumburg (Böhmen) samt Schirgiswalde an Anton Florian von Liechtenstein. Dieser verkaufte Schirgiswalde am 2. Oktober 1703 an das Bautzener Domstift, welches dann bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Grund- und Gerichtsherrschaft über Schirgiswalde innehatte.

Die Insellage der böhmischen Stadt inmitten sächsischen Gebietes blieb bis 1809 bestehen. In den folgenden 36 Jahren war die staatliche Zugehörigkeit der Stadt ungeklärt, weil langwierige diplomatische Verhandlungen zwischen Österreich und Sachsen über einen Gebietsaustausch nicht gleich zum Ziel führten. Schon Ende des 18. Jahrhunderts wurden von Österreich wie auch von Sachsen Grenzbereinigungen angestrebt.

Infolge des für Österreich ungünstigen Kriegsverlaufes gegen Napoleon im Jahre 1809 hatte das mit Frankreich verbündete Sachsen Ende des Jahres 1810 Schirgiswalde militärisch besetzt. Seit dieser Zeit übte Österreich praktisch keine Hoheitsrechte im Städtchen mehr aus, betrachtete es aber nach wie vor als zur böhmischen Krone gehörig, da die Einwohner noch an ihren Untertaneneid gebunden waren. Eine formelle Übergabe an Sachsen wurde aber durch den erneuten Kriegsausbruch 1813 (Sachsen an der Seite Frankreichs gegen Österreich und dessen Verbündete) verhindert. Erst 1845 wurde die Übergabe Schirgiswaldes abschließend vertraglich geregelt und vollzogen. In der Zwischenzeit gab es in der Stadt keine wirkliche Staatsgewalt, was sich Räuber, Schmuggler und politische Flüchtlinge zunutze machten.

Zum 1. Januar 2011 wurde die Stadt Schirgiswalde mit den Gemeinden Kirschau und Crostau zur Stadt Schirgiswalde-Kirschau verbunden.

Schirgiswalde war bis 2017 staatlich anerkannter Erholungsort.<ref>Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit über die Änderung der Liste der Sächsischen Kur- und Erholungsorte gemäß § 3 Abs. 5 Sächsisches Kurortegesetz (SächsKurG) vom 25. Oktober 2006 (SächsABl. S. 1012) auf: revosax.sachsen.de</ref><ref>2017 kein Erholungsort mehr, siehe Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr über die Änderung der Liste der Kur- und Erholungsorte im Freistaat Sachsen gemäß § 3 Absatz 5 des Sächsischen Kurortegesetzes vom 14. November 2017 (SächsABl. S. 1576) auf: revosax.sachsen.de</ref>

Partnerschaften

Schirgiswalde unterhält eine Partnerschaft mit der nordrhein-westfälischen Stadt Sundern (Sauerland).

Verwaltung

Als Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung hat Schirgiswalde gemäß seiner Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.

Schirgiswalde gliedert sich neben dem Hauptort in die Ortsteile Neuschirgiswalde (116 Einwohner) und Petersbach.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • StadtmuseumCarl Swoboda“ an der Hauptstraße vor dem Stadtpark gelegen. Es beherbergt Schauwerkstätten alter ortsansässiger Handwerke wie Weberei und Schmiede sowie archäologische Fundstücke und historische Dokumente zur Stadtgeschichte. Besonders sehenswert ist die Krippenstube mit mehreren großen Weihnachtskrippen.
  • Barockkirche St. Mariä Himmelfahrt. Im Jahr 1741 geweiht. Ausstattung mit alten Heiligenfiguren, Eule-Orgel. Von 1866 bis 1868 wurden im neugotischen Stil die Kirchtürme errichtet.
  • Evangelische Michaeliskirche, 1896 erbaut.
  • Herrenhaus des Domstiftes Bautzen, ehemalige bischöfliche Sommerresidenz. Mit Anmeldung beim Pfarrer kann man auch die „Tapetenzimmer“ besichtigen.
  • Ortstypische Laubengänge am Markt
  • Zahlreiche erhaltene Umgebindehäuser.
  • Der Schirgiswalder Stadtrundweg wurde 2024 eingeweiht und führt Besucher an verschiedene Orte der Stadt und erzählt die Geschichte der einzelnen Punkte.<ref>Doreen Düring: Offizielle Einweihung des historischen Wanderweges. „Auf den Spuren der Stadtgeschichte Schirgiswalde“. In: Amtliches Mitteilungsblatt der Stadt Schirgiswalde - Kirschau. Jahrgang 14, Nr. 5. Schirgiswalde - Kirschau 5. April 2024, S. 9 (stadt-schirgiswalde-kirschau.de [PDF; abgerufen am 12. April 2024]).</ref>

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Schirgiswalder Nikolausmarkt
  • Hexenfeuer
  • Äppelfest (Apfelfest mit Krönung der Apfelkönigin)
  • Faschingsumzug
  • „Tag der offenen Tür“ der Freiwilligen Feuerwehr Schirgiswalde
  • Brückenfest (mit Nachtbaden in der Spree)

Bildung

Schirgiswalde verfügt über eine Grundschule. Außerdem ist eine „Freie Christliche Oberschule“ im Ort ansässig.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 2002 – Wolfgang Rösler, von 1990 bis 2001 Bürgermeister von Schirgiswalde, hat die Erneuerung der Stadt nach der Wende maßgeblich gestaltet.
  • 2003 – Hermann Scheipers, (1913–2016), katholischer Geistlicher und KZ-Überlebender, war von 1960 bis 1983 Pfarrer der Schirgiswalder Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt.
  • 2009 – Friedhelm Wolf war bis 2009 Bürgermeister der Partnerstadt Sundern (Sauerland). Er hat die Städtepartnerschaft und die Entwicklung von Schirgiswalde nach 1990 aktiv unterstützt.
  • Alexander Paul (1938–2024), katholischer Geistlicher, war von 1983 bis 2011 Pfarrer der Schirgiswalder Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt.<ref>Heinrich Timmerevers: Pfarrer i. R. Alexander Paul (85) verstorben. In: bistum-dresden-meissen.de. Bistum Dresden-Meißen, 9. Februar 2024, abgerufen am 15. Februar 2024.</ref>
  • Hagen Neumann, Karateweltmeister
  • 2015 – Bertram Wenke<ref>sz-online: Umzugsminister wird Ehrenbürger. In: SZ-Online. (sz-online.de [abgerufen am 3. Februar 2018]).</ref> (* 8. März 1966, Spitzname: Maier), engagiert sich seit vielen Jahren für den Schirgiswalder Faschingsumzug

Verkehr

Der Haltepunkt Schirgiswalde-Kirschau liegt an der Bahnstrecke Oberoderwitz–Wilthen und wird von Regionalbahnen der Linie DresdenZittau im 2-Stunden-Takt bedient.

Literatur

Weblinks

Commons: Schirgiswalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Bederwitz | Callenberg | Carlsberg | Crostau | Halbendorf (mit Suppo) | Kirschau | Kleinpostwitz | Neuschirgiswalde | Rodewitz/Spree | Schirgiswalde (mit Petersbach) | Sonnenberg | Wurbis Vorlage:Klappleiste/Ende

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