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Innocence Project

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Datei:Actual innocence book from ...innocence project (48591893406).jpg
Jim Dwyer, Peter Neufeld und Barry Scheck (von links), Autoren des Buchs "Actual Innocence" über das Innocence Project

Das Innocence Project ist eine US-amerikanische Non-Profit-Organisation, die sich um die Aufklärung von Justizirrtümern bemüht.

Arbeitsweise

Das Projekt wurde 1992 von Barry Scheck, Rechtsprofessor an der Benjamin N. Cardozo School of Law der Yeshiva University in New York City und einem der Verteidiger im Prozess gegen O. J. Simpson, sowie Peter Neufeld im Jahr 1992 ins Leben gerufen.<ref>https://www.innocenceproject.org/about/</ref> Es beschäftigt derzeit fünf Anwälte und etwa 20 Jurastudenten, die pro bono für aufgrund von Indizien Verurteilte arbeiten, die ihre Unschuld beteuern und eine Wiederaufnahme ihres Verfahrens anstreben. Dazu werden in der Regel nachträgliche DNA-Analysen an Beweismitteln in Auftrag gegeben. Solche Verfahren standen oft zum Zeitpunkt der Verurteilung noch nicht zur Verfügung, in anderen Fällen konnten sich die Angeklagten keine aufwändigen Ermittlungen leisten oder wurden unzureichend anwaltlich vertreten.

Über 6000 Fälle werden derzeit (2011) evaluiert, pro Jahr gibt es etwa 3000 neue Anfragen. Seit Bestehen des Projekts wurde die Unschuld von über 350 Personen (Status quo 13. November 2019: 367 Personen), davon 21 zur Todesstrafe Verurteilten, bewiesen.<ref>Exonerate. Abgerufen am 13. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Durchschnittlich verbrachten diese Personen 14 Jahre in Haft, bevor sie rehabilitiert wurden. In ca. 70 % dieser Fälle kam es zu falschen Identifizierungen durch Augenzeugen, in über 15 % waren Falschaussagen von Informanten eine Ursache für das Fehlurteil. In fast 25 % der Fälle legten die Angeklagten im Verlauf des Verfahrens falsche Geständnisse ab, weil sie von den Ermittlungsbehörden unter Druck gesetzt wurden oder sich dadurch ein milderes Urteil erhofften.

Das Projekt setzt sich auch für angemessene Haftentschädigungen für zu Unrecht Inhaftierte ein und fordert von den Bundesstaaten die Schaffung gesetzlicher Grundlagen für einen Rechtsanspruch auf Durchführung von DNA-Tests sowie die Einsetzung von Kommissionen zur Untersuchung der Ursachen von Justizirrtümern. Mit anderen Organisationen gleicher Zielsetzung ist es im Innocence Network vernetzt.

In Deutschland wurde im Jahr 2020 in Anlehnung an das amerikanische Innocence Project das Projekt Fehlurteil und Wiederaufnahme gegründet.

Beispiele

Literatur

  • Jim Dwyer, Peter Neufeld und Barry Scheck: Actual innocence. Five days to execution, and other dispatches from the wrongly convicted. Doubleday, New York 2000. ISBN 0-385-49341-X
  • Taryn Simon, Peter Neufeld und Barry Scheck: The innocents. Umbrage, New York 2003. ISBN 1-884167-18-7

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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