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Odious Debts

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Odious debts (englisch: verabscheuungswürdige Schulden, auch Diktatorenschulden) ist ein von Alexander Nahum Sack, russischer Minister und nach der Russischen Revolution Professor des Rechts in Paris, in den 1920er Jahren entwickelter völkerrechtlicher Begriff, der aber in seiner Gesamtheit bisher nicht in geltendes Völkerrecht eingegangen ist.

Nach der Theorie der odious debts gelten Staatsschulden als verabscheuungswürdig und illegitim und müssen daher nicht zurückgezahlt werden, wenn:

  1. diese ohne Zustimmung der Bevölkerung zustande gekommen sind, aufgrund des Fehlens einer durch demokratische Wahlen legitimierten Regierung,
  2. die Gelder zur Unterdrückung des Landes genutzt wurden und die damit bezahlten Leistungen den Menschen geschadet haben, und
  3. die Kreditgeber von beidem Kenntnis hatten oder bei zumutbarer Nachforschung hätten haben können.

Es gibt keine klar definierten Kriterien, ab wann Schulden odious debts sind. Die Rückzahlungsverpflichtungen der Schulden stehen im Widerspruch zu den Interessen der Nachfolgeregierung. Da die durch Kredite aufgenommenen Gelder in Eliten flossen, zur Unterdrückung der Bevölkerung dienten, oder eine andere Verwendung fanden, die nicht im Interesse der Bevölkerung war, soll nach der Doktrin der odious debts die Verpflichtung der Folgeregierung nicht zugemutet werden. Damit sollen zugleich potentielle Kreditgeber davon abgehalten werden, entsprechende Regime zu unterstützen.

Präzedenzfälle

Literatur

  • Christoph G. Paulus: Stellen 'Odious Debts' eine Rechtsfigur dar? In: Zeitschrift für Wirtschafts- und Bankrecht. 2005, S. 53–60.
  • Christoph G. Paulus: Can Debts Be Odious and, thus, Be Void? In: International Corporate Rescue. Band 3, Nr. 5, 2006, S. 299. (sudacka-mreza.hr)
  • Stephania Bonilla: Odious Debt: Law-and-Economics Perspectives. (= Ökonomische Analyse des Rechts). Gabler Verlag, 2011, ISBN 978-3-8349-2993-8, doi:10.1007/978-3-8349-6763-3.
  • Friedrich Benjamin Schneider: Odious Debts. Status quo und Regelungsmodell unter besonderer Berücksichtigung internationaler Menschenrechte. Duncker & Humblot, Berlin 2015, ISBN 978-3-428-14552-2.

Nachweise

<references />