Zwerglein
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| Zwerglein | ||||||||||||
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| Datei:Zwerglein(Radiola linoides).jpg
Zwerglein (Radiola linoides) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Radiola linoides | ||||||||||||
| Roth |
Der Zwerglein (Radiola linoides), auch Zwergflachs genannt, ist eine winzige Blütenpflanze aus der Familie der Leingewächse. Der Name ist keine Verkleinerungsform, sondern verweist auf die enge Verwandtschaft mit dem Lein (Linum).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Zwerglein wird nur 1 bis 10 Zentimeter groß.<ref name="Hegi1965" /> Seine dünnen und kahlen Stängel sind aufrecht oder aufsteigend, stielrund und gabelästig.<ref name="Hegi1965" /> Die nur 3 bis 5 mm langen, eiförmig bis lanzettlichen, sitzenden Blätter sind gegenständig und ganzrandig.<ref name="Hegi1965" />
Generative Merkmale
Der Zwerglein blüht zwischen Juli und August. Die vierzähligen Blüten stehen in Knäueln (Dichasien) am Ende der Äste. Die 4 Kelchblätter sind am Grund verwachsen, dreieckig bis verkehrt eiförmig und an der Spitze zwei- bis dreizähnig.<ref name="Hegi1965" /> Die weiß gefärbten Kronblätter sind spatelförmig, genagelt, so lang wie die Frucht und werden etwa 1 bis 1,5 Millimeter lang.<ref name="Hegi1965" /> Die 4 Griffel haben kopfige Narben. Die Frucht ist eine Kapsel. Die Samen sind unregelmäßig eiförmig, etwa 0,3 Millimeter lang, hellbraun, glatt und glänzend.<ref name="Hegi1965" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Bestäuber sind winzige Fliegen; es findet aber auch Selbstbestäubung statt.<ref name="Hegi1965" />
Vorkommen
Die Verbreitung von Radiola linoides reicht über Europa bis Westasien und in montane Regionen Afrikas. Die Art kommt aber auch in Makaronesien und im Libanon vor.<ref name="GRIN" /> In Deutschland gibt es sie nur selten. Durch Eutrophierung der Böden, intensive Landwirtschaft, Beseitigung von kleinflächigen Feuchtstellen und Küstenschutz und daher ausbleibende Küstendynamik gehen die Bestände zunehmend zurück. Sie wird auf der Roten Liste der gefährdeten Gefäßpflanzen Deutschlands als stark gefährdet eingestuft. In Mecklenburg-Vorpommern ist sie vom Aussterben bedroht. In der Schweiz ist sie ausgestorben.<ref name="InfoFlora" />
Der Zwerglein besiedelt vorwiegend kurzlebige Schlammboden-Pionierfluren und ist in feuchten, zeitweilig überfluteten Ackermulden, an Ufern periodisch trockenfallender Gewässer und an zeitweilig gestörten, feuchten Ruderalstellen zu finden. Die Pflanze gilt in Mitteleuropa als Kennart der Assoziation Ranunculo-Radioletum linoidis und hat auch ein Hauptvorkommen in der Assoziation Cicendietum filiformis. Er ist also eine Charakterart des Verbands Nanocyperion.<ref name="Oberdorfer2001" /> Er steigt auf der Iberischen Halbinsel bis 2500 Meter Meereshöhe auf.<ref name="Hegi1965" />
Taxonomie
Der Zwerglein wurde 1753 von Carl von Linné als Linum Radiola in Species Plantarum, Tomus 1, S. 281 erstbeschrieben. Die Art wurde von 1788 Albrecht Wilhelm Roth in Tentamen Florae Germanicae Band 1, S. 71 als Radiola linoides in die Gattung Radiola gestellt.<ref name="IPNI"/>
Literatur
- Franz Fukarek, Heinz Henker: Flora von Mecklenburg-Vorpommern. Farn- und Blütenpflanzen. Weissdorn, Jena 2006, ISBN 3-936055-07-6.
Einzelnachweise
<references> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 632. </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="InfoFlora"> Radiola linoides Roth In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Hegi1965"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage. unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 1. Verlag Carl Hanser, München 1965, S. 2–3. </ref> <ref name="IPNI"> The International Plant Names Index. (ipni.org) </ref> </references>