Leonberger
| Leonberger | ||
|---|---|---|
| FCI-Standard Nr. 145 | ||
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| Ursprung: | ||
| Widerristhöhe: |
Rüde: 72–80 cm | |
| Gewicht: |
nicht im Standard festgelegt | |
| Liste der Haushunde | ||
Der Leonberger ist eine von der FCI anerkannte deutsche Hunderasse (FCI-Gruppe 2, Sektion 2.2, Standard Nr. 145).
Herkunft und Geschichtliches
Der heutige Leonberger entstand in Leonberg durch die Kreuzung von Bernhardiner, Neufundländer und Pyrenäenberghund. Ende der 1830er, Anfang der 1840er Jahre kreuzte Heinrich Essig, Stadtrat in Leonberg, eine schwarzweiße Neufundländerhündin (als bevorzugtes Motiv des Malers Edwin Landseer seit 1960 als eigene Rasse unter dem Namen Landseer bekannt) mit einem langhaarigen Bernhardinerrüden. Später wurden weitere Bernhardiner sowie ein Pyrenäenberghund für die Zucht verwendet.<ref>Hans Räber: Enzyklopädie der Rassehunde. Ursprung, Geschichte, Zuchtziele, Eignung und Verwendung. Band 1: Bauern-, Hirten und Treibhunde, Schäferhunde, doggenartige Hunde, pinscherartige Hunde, spitzartige Hunde, Nordische Hunde, Schensihunde, Zwerghunde, Pudel, Dalmatiner. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1993, ISBN 3-440-06555-3, S. 196: Der Leonberger. Die ersten Leonberger.</ref>
Die beiden Weltkriege hätten fast das Ende dieser Rasse bedeutet. Ein paar Liebhaber der Rasse konnten sie jedoch erhalten. Inzwischen gibt es weltweit verschiedene Leonberger-Vereine, die sich der Zucht annehmen.
In der Kynologie gibt es Hinweise, dass im Jahr 1625 die Fürstenfamilie von Metternich eine Zucht von Hunden besaß, die dem Leonberger ähnelten; so soll dieser Typ schon lange in dem Gebiet Rätische Alpen und in Schwaben heimisch gewesen sein.
Beschreibung
Der Leonberger ist aufgrund seiner Ahnen ein sehr großer Hund und kann eine Schulterhöhe von 80 cm erreichen. Im FCI-Standard ist kein Gewicht angegeben, der Durchschnitt liegt aber um die 50 kg. Das Haar ist mittelweich bis derb, reichlich lang, anliegend, an Hals und Brust bildet es eine Mähne, löwengelb, rot, rotbraun, auch noch sandfarben (fahlgelb, cremefarbig) und alle Kombinationen zwischen ihnen, jeweils mit schwarzer Maske; schwarze Haarspitzen sind zulässig. Die Ohren sind hoch und nicht weit hinten angesetzt, hängend, mittelgroß, anliegend, fleischig. Laut einer kursierenden Legende ist die Löwenähnlichkeit entsprechend dem Zuchtziel gewählt worden, weil das Wappentier von Leonberg ein Löwe ist. Essig wolle einen „lebenden Repräsentanten“ für seine Stadt schaffen, deshalb selektierte er auf eine löwengelbe bis rotbraune Fellfarbe und eine dunkle Maske. Besonders bei den Rüden bildet das lange Haar an Hals und Brust eine ausgeprägte Mähne, was den löwenartigen Eindruck verstärkt. Da Essig auch ein geschickter Geschäftsmann war, schenkte er seine „Löwenhunde“ prominenten Persönlichkeiten wie Kaiserin Elisabeth (Sisi) von Österreich, Napoleon III. oder Richard Wagner, was die Rasse weltweit als Statussymbol bekannt machte.<ref>Albert Kull: Die Gebrauchs- und Luxushunde. hrsgg. 1895. (Kull verfasste den ersten offiziellen Rassestandard und dokumentierte die morphologische Ähnlichkeit zum Löwen.)</ref><ref>Stadtarchiv Leonberg: Unterlagen zur Person Heinrich Essig und dessen kommerzieller Hundezucht (Bestand: Biografische Akten Essig).</ref><ref>FCI (Fédération Cynologique Internationale): Rassestandard Nr. 145 (Leonberger), der das "löwenähnliche" Erscheinungsbild im Standard-Abschnitt "Erscheinungsbild" bis heute offiziell festschreibt.</ref>
Wesen
Der Rassestandard fordert wesensfeste Leonberger mit Selbstsicherheit und souveräner Gelassenheit, mittlerem Temperament, Unterordnungsbereitschaft, guter Lern- und Merkfähigkeit und Lärmunempfindlichkeit. Ein in dieser Weise dem Standard entsprechender Leonberger ist ein ausgesprochen kinderfreundlicher und kontaktfreudiger Hund, der als Familien- und Begleithund überallhin mitgenommen werden kann.<ref>Rassestandard Nr. 145 der FCI: Leonberger (PDF)</ref>
Weblinks
- Rassestandard Nr. 145 der FCI: Leonberger (PDF)
- Deutscher Club für Leonberger Hunde
- Österreichischer Club für Leonberger Hunde
- Schweizerischer Leonberger Club
- edogs Magazin: Leonberger
Einzelnachweise
<references />