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Hydatellaceae

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Hydatellaceae
Datei:Botanische Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie (1904) (20402793025).jpg

Trithuria australis, Illustration

Systematik
Reich: Pflanzen (Plantae)
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Ordnung: Seerosenartige (Nymphaeales)
Familie: Hydatellaceae
Wissenschaftlicher Name
Hydatellaceae
U.Hamann
Datei:Trithuria submersa in fruit.jpg
Trithuria submersa in Tasmanien, fruchtend
Datei:Trithuria inconspicua iNat2.jpg
Trithuria inconspicua

Die Hydatellaceae ist Pflanzenfamilie in der Ordnung der Seerosenartigen (Nymphaeales) innerhalb der Bedecktsamer und enthält seit 2008 nur noch eine Gattung. Die Familie Hydatellaceae umfasst nur dreizehn Arten, die ihre Areale in Australien, Tasmanien, Neuseeland und Indien haben.<ref name = "POWO">Trithuria Hook.f. (o. D.). Plants of the World Online. Abgerufen am 26. Juli 2023, von https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:6727-1</ref>

Beschreibung

Die Arten der Hydatellaceae sind einjährige krautige Pflanzen, mit sehr kurzen Stängeln, die Wuchshöhen von nur 2 bis 5 cm erreichen. Sie leben im Süßwasser untergetaucht oder wenigstens teilweise untergetaucht im Gewässergrund mit Wurzeln verankert. Die wechselständig, spiralig an der Pflanzenbasis konzentriert angeordneten Laubblätter sind einfach, ungestielt, einnervig, fadenförmig (also ohne erkennbare Spreite), ganzrandig und 5 bis 40 mm lang.<ref> Leslie Watson, 2008: Hydatellaceae in der Flora of Western Australia. </ref>

Sie sind getrenntgeschlechtig zweihäusig (diözisch) oder einhäusig (monözisch). In meist kopfigen Blütenständen sind einige Blüten zusammengefasst. Die funktional eingeschlechtigen Blüten sind winzig und einzählig. Blütenhüllblätter fehlen. Die männlichen Blüten enthalten nur ein fertiles Staubblatt. Die weiblichen Blüten enthalten meist nur ein oberständiges Fruchtblatt, einen Griffel und eine Narbe. Die Bestäubung erfolgt autogam (Autogamie = Selbstbestäubung) oder über das Wasser (Hydrophilie).

Es werden Kapselfrüchte gebildet bei Trithuria oder Balgfrüchte oder Achänen bei der früheren Hydatella. Die winzigen Samen enthalten Stärke.

Systematik

Die Familie Hydatellaceae wurde von Ulrich Hamann (am Lehrstuhl für Spezielle Botanik, Ruhr-Universität Bochum) 1975 in New Zealand Journal of Botany, Volume 14: S. 195 aufgestellt. Die Familie Hydatellaceae wurde früher in die Ordnung der Poales gestellt. Molekulargenetische Untersuchungen und eine neue Interpretation der Morphologie stellen klar, dass die Familie in die Ordnung der Nymphaeales gehört und an der Basis des Stammbaumes der Bedecktsamer steht.<ref> Jeffery M.Saarela, Hardeep S. Rai, James A. Doyle, Peter K. Endress, Sarah Mathews, Adam D. Marchant, Barbara G. Briggs & Sean W. Graham: Hydatellaceae identified as a new branch near the base of the angiosperm phylogenetic tree., in Nature, 446, 2007, S. 312–315. </ref>

Heute gehören wohl alle Arten in die Gattung Trithuria.<ref> Dmitry D. Sokoloff, Margarita V. Remizowa, Terry D. Macfarlane & Paula J. Rudall: Classification of the early-divergent angiosperm family Hydatellaceae: one genus instead of two, four new species and sexual dimorphism in dioecious taxa. in Taxon, 57, 2008, S. 179–200.</ref>

Es gibt nur noch eine Gattung mit etwa 14 Arten in der Familie der Hydatellaceae:

  • Trithuria <templatestyles src="Person/styles.css" />Hook. f. (Syn.: Juncella <templatestyles src="Person/styles.css" />F.Mueller ex Hieronymus, Hydatella <templatestyles src="Person/styles.css" />Diels)<ref> J. Gathe, Leslie Watson, 2008: Trithuria in der Flora of Western Australia.</ref><ref name="APNI"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Trithuria-Arten und Synonyme bei Australian Plant Name Index = APNI (Memento des Vorlage:IconExternal vom 8. September 2023 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.anbg.gov.au</ref>: Von den etwa 14 Arten kommen acht in Australien und je eine in Neuseeland sowie in Indien vor:
    • Trithuria austinensis <templatestyles src="Person/styles.css" />D.D.Sokoloff, Remizowa, T.D.Macfarl. & Rudall: Sie kommt nur in Western Australia vor.<ref name="APNI" />
    • Trithuria australis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Diels) D.D.Sokoloff, Remizowa, T.D.Macfarl. & Rudall (Syn.: Hydatella australis <templatestyles src="Person/styles.css" />Diels, Hydatella sessilis <templatestyles src="Person/styles.css" />T.D.Macfarl., Hydatella leptogyne <templatestyles src="Person/styles.css" />Diels): Sie kommt nur in Western Australia vor.<ref name="APNI" />
    • Trithuria bibracteata <templatestyles src="Person/styles.css" />D.A.Cooke: Sie kommt nur in Western Australia vor.<ref name="APNI" />
    • Trithuria brevistyla <templatestyles src="Person/styles.css" />(K.A.Ford) de Lange & Mosyakin (Syn.: Trithuria inconspicua subsp. brevistyla <templatestyles src="Person/styles.css" />K.A.Ford): Sie kommt auf der Südinsel Neuseelands vor.<ref name="WCSP" />
    • Trithuria cookeana <templatestyles src="Person/styles.css" />D.D.Sokoloff, Remizowa, T.D.Macfarl. & Rudall: Sie kommt nur in Northern Territory vor.<ref name="APNI" />
    • Trithuria cowieana <templatestyles src="Person/styles.css" />D.D.Sokoloff, Remizowa, T.D.Macfarl. & Rudall: Sie kommt in Australien in Northern Territory vor.<ref name="WCSP" />
    • Trithuria filamentosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Rodway (Syn.: Hydatella filamentosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Rodway) W.M.Curtis): Sie kommt nur in Tasmanien vor.<ref name="APNI" />
    • Trithuria fitzgeraldii <templatestyles src="Person/styles.css" />D.D.Sokoloff, I.Marques, T.D.Macfarl., Rudall & S.W.Graham: Die 2019 erstbeschriebene Art kommt in Western Australia vor.<ref name="WCSP" />
    • Trithuria inconspicua <templatestyles src="Person/styles.css" />Cheeseman (Syn.: Hydatella inconspicua <templatestyles src="Person/styles.css" />(Cheesm.) Cheesm.): Diese gefährdete Art kommt in Neuseeland vor.
    • Trithuria konkanensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Yadav: Die Heimat ist Indien.
    • Trithuria lanterna <templatestyles src="Person/styles.css" />D.A.Cooke: Sie ist in den australischen Bundesstaaten Western Australia, Northern Territory sowie Queensland verbreitet.<ref name="APNI" />
    • Trithuria occidentalis <templatestyles src="Person/styles.css" />Benth. (Syn.: Hydatella dioica <templatestyles src="Person/styles.css" />D.A.Cooke): Sie kommt nur in Western Australia vor.<ref name="APNI" />
    • Trithuria polybracteata <templatestyles src="Person/styles.css" />D.A.Cooke ex D.D.Sokoloff, Remizowa, T.D.Macfarl. & Rudall: Sie kommt in Western Australia vor.<ref name="WCSP" />
    • Trithuria submersa <templatestyles src="Person/styles.css" />Hook. ex Moq. (Syn.: Juncella occidentalis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Benth.) F.Muell. ex Hieron.): Sie ist in den australischen Bundesstaaten Western Australia, South Australia, New South Wales, Victoria sowie in Tasmanien verbreitet.<ref name="APNI" />

Die Arten der Familie waren früher in der Familie Centrolepidaceae eingeordnet.

Etymologie

Der Name der einzigen Gattung Trithuria setzt sich aus zwei Teilen zusammen: den griechischen Wörtern treis für "drei" und thyris für "Fenster". Er bezieht sich auf die Dehiszenz der Frucht.<ref name = "Seeds of South Australia">Department for Environment and Water. (o. D.). Trithuria submersa (Hydatellaceae) | Seeds of South Australia - Species information. Abgerufen am 26. Juli 2023, von https://spapps.environment.sa.gov.au/SeedsOfSA/speciesinformation.html?rid=4619</ref>

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> </references>

Literatur

  • Ulrich Hamann: Hydatellaceae — a new family of Monocotyledoneae. In: New Zealand Journal of Botany, Volume 14, Issue 2, 1976, S. 193–196. doi:10.1080/0028825X.1976.10428894.

Weblinks

Commons: Hydatellaceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien