Jakob Albert Jacobs
Jakob Albert Michael Jacobs (* 19. Mai 1812 in Antwerpen; † 9. Dezember 1879 ebenda) war ein belgischer Landschafts-, Marine- und Tiermaler.
Leben
Jacobs war ein Sohn des Buchdruckers Josephus Michaël Jacobs und Marie-Thérèse oder Maria Theresia (geborene van Beethoven) und war mütterlicherseits mit Ludwig van Beethoven verwandt.<ref>Auguste Voisin: Naufrage a la vue du port. In: Annales de l’école flamande moderne. Veuve L. De Busscher-Braeckman, Gand 1836, S. 29–30 (books.google.de).</ref><ref>Alexander Wheelock Tayer: Ludwig van Beethovenʼs Leben. Band 1. Ferdinand Schneider, Berlin 1866, Erstes Kapitel – Die Familie Beethoven, S. 95 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>
Er war anfangs für die Buchdruckerei bestimmt, doch bald gelang es ihm, von seinen Eltern die Erlaubnis zu erhalten, Maler zu werden. Er studierte die Malerei an der Kunsthochschule in Antwerpen bei Mathieu Ignace van Brée, Gustave Wappers und Ferdinand von Braekeleer.<ref>Henri Hymans: Braekeleer, Ferdinand de. In: Ulrich Thieme, Felix Becker (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 4: Bida–Brevoort. Wilhelm Engelmann, Leipzig 1910, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive).</ref> Er erhielt Zugang zu der Galerie von F. Van der Schrieck in Löwen, wo er dessen Gemäldesammlung studieren konnte und bildete sich hauptsächlich durch Studien der älteren Meister, wie Ludolf Bakhuizen, Claude Gellée und Willem van de Velde und Claude Joseph Vernet. Im Jahr 1833 debütierte er im Antwerpener Salon mit drei Werken, die allgemeinen Beifall fanden.
Er unternahm mehrere Studienreisen entlang der Küsten von Belgien, Frankreich und Holland und begab sich im Herbst 1838 für vier Monate nach Konstantinopel. Hier entstanden zahlreiche Bildnisse. Anschließend reiste er weiter durch Ägypten, Zypern, Griechenland, Kleinasien, Italien, England (Landon 1845), Deutschland (1847), Österreich und Russland, wo er sich insbesondere in Sankt Petersburg aufhielt. Auf einer zweiten Studienreise besuchte er England, Frankreich und Skandinavien (1855/56) und erneut Russland. Im Jahr 1843 wurde er als Lehrer für Landschafts-, Marine- und Tiermalerei an der Akademie in Antwerpen angestellt.
Bei seinem Aufenthalt in Landon nahm er 1845 an einer Ausstellung der Royal Academy of Arts aus. Die Deutschlandreise unternahm er gemeinsam mit seinem ehemaligen Lehrer Gustave Wappers.<ref>Jacobs, Jakob (Jacobus Albertus Michael). In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 18: Hubatsch–Ingouf. E. A. Seemann, Leipzig 1925, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive).</ref>
Zu seinen Schülern gehörten: François Lamorinière, Isidore Meyers (1836–1917) und Théodore Verstraete (1850–1907).
Familie
Am 12. April 1842 heiratete er Fräulein Johanna Maria Witteveen (–nach 1879).<ref></ref> Mit ihr hatte er vier Kinder.
- ein Kind († 1843)
- Josephus Michaël Jacobus (19. April 1844–7. Mai 1879)<ref>Josephus Michael Jacobs Sterben am 9. Mai 1879 in Antwerpen, Antwerpen, Belgium / Antwerpen, Provinz Antwerpen (Belgien) openarchieven.nl (niederländisch).</ref>
- zwei Töchter, davon war eine, Jeanne Jacobs, ⚭ mit E. J. M. De Meyer
Die Trauerfeier anlässlich seines Todes fand am 13. Dezember 1879 in der St.-Antonius-Kirche statt. Beigesetzt wurde er auf dem Friedhof der Gemeinde Merxem.<ref>Jacob Jacobs. In: De Vlaamsche School. 25. Jahrgang, 1879, S. 188–189 (niederländisch, dbnl.org).</ref>
Auszeichnungen (Auswahl)
- 1836: Medaille der Brüssler Kunstausstellung
- 1845: Goldene Medaille der Brüssler Kunstausstellung
- 1849: Ritter des Belgischen Leopoldsordens für das Bildnis vom Wrack der „Floridian“
- 1864: Offizier des Leopoldsordens<ref>Vorlage:AllgKünstLex-MüllerSinger</ref>
- 1875: Ordentliches Mitglied der königlich belgischen Akademie als Nachfolger von Gustave Wappers
- in Antwerpen wurde die „Jacobsstraat“ nach ihm benannt
Werke (Auswahl)
Mit Schiffen belebte Marinen und über Felsen wild dahinbrausende Wasserfälle gelangen ihm besonders.
- 1833: Ein durch eine Bombe zerstörtes Haus
- 1833: Innenansicht der Zitadelle von Antwerpen nach der Beschießung
- 1833: Landung der Fischer an einem niederländischen Strand
- 1836: Strandansicht von Scheveningen (angekauft durch den belgischen Staat)
- 1841: Die Ruhe der Falkenjäger
- 1846: Aussicht vom Cap Colonna in Griechenland (Museum Weimar)
- 1848: Griechische See (zunächst 1861 Sammlung Wagner Berlin von dort an die Nationalgalerie Berlin)
- 1848: Rastende Araber in der Wüste (angekauft von König Leopold I.)
- 1849: Der Schiffbruch des Auswandererschiffs „Floridian“ an der Küste von Essex 28. Februar 1848 (Neue Pinakothek München,<ref>Jacobs, Jacobus Albert Michael. In: Katalog der Gemäldesammlung der Königl. Neuen Pinakothek in München. Druck von A. Bruckmann, München 1901, S. 64 (Textarchiv – Internet Archive).</ref> angekauft von König Ludwig I.)
- 1851: Ansicht eines Teils des Seehafens bei Konstantinopel im vollen Sonnenlichte (Neue Pinakothek München)
- 1852: Sonnenaufgang im Archipel (Neue Pinakothek München)
- 1852: Das Goldene Horn von Konstantinopel (mehrfach ausgeführt, Sammlung della Faille de Leverghem und Royal Collection im Osborne House<ref>The Golden Horn, Constantinople 1853 rct.uk</ref>)
- Dorf Bulak am Nil (von Königin Victoria von England angekauft)
- 1854: Hafen von Kairo (Royal Collection im Osborne House<ref>Cairo rct.uk</ref>)
- Ansicht des Serails in Konstantinopel (ursprünglich als Geschenk an den Sultan Abdülmecid I. angefertigt, von Baron Charles O’Sullivan de Grass erworben)
- 1855: Der Sarpfall des Glommen in Norwegen (Musée Moderne in Brüssel)
- 1857: Ruinen des Tempels von Karnak und Sognefjord in Norwegen (Vom Herzog von Brabant Leopold II. erworben)
Literatur
- Jacob Jacobs. In: De Vlaamsche School. 25. Jahrgang, 1879, S. 188–189 (niederländisch, dbnl.org).
- Jacobs, 3) Jakob Albert Michael, belg. Maler. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 9, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 117.
- Jacobs, Jacobus Albert Michael. In: Friedrich von Boetticher (Hrsg.): Malerwerke des 19. Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Band 1/2, Bogen 31–61: Heideck–Mayer, Louis.. Fr. v. Boetticher’s Verlag, Dresden 1895, S. Vorlage:VonBis (Volltext [Wikisource]).
- Vorlage:AllgKünstLex-MüllerSinger
- Jacobs, Jakob (Jacobus Albertus Michael). In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 18: Hubatsch–Ingouf. E. A. Seemann, Leipzig 1925, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive).
- Eugène Warmenbol: L’Égypte vue par Florent Mols et Jacob Jacobs (1838–1839) : l’orientalisme en Belgique. Racine, Brüssel 2012, ISBN 978-2-87386-809-3 (französisch).
Weblinks
- Jacob Jacobs (belgisch, 1812–1879) artnet.de
- Sterben am 12. Dezember 1879 in Antwerpen, Antwerpen, Belgium / Antwerpen, Provinz Antwerpen (Belgien) openarchieven.nl (niederländisch)
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jacobs, Jakob Albert |
| ALTERNATIVNAMEN | Jacobs, Jacobus Albertus Michael; Jacobs, Jakob Albert Michael; Jacobs, Jacobus Albert Michael; Jacobs, Jacques Albert Michel |
| KURZBESCHREIBUNG | belgischer Landschaftsmaler |
| GEBURTSDATUM | 19. Mai 1812 |
| GEBURTSORT | Antwerpen |
| STERBEDATUM | 9. Dezember 1879 |
| STERBEORT | Antwerpen |
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- Person (Antwerpen)
- Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien
- Träger des Leopoldsordens (Ritter)
- Träger des Leopoldsordens (Offizier)
- Geboren 1812
- Gestorben 1879
- Mann