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Talgmuskatnussbaum

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Talgmuskatnussbaum
Datei:Virola sebifera.jpg

Talgmuskatnussbaum (Virola sebifera)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Magnoliids
Ordnung: Magnolienartige (Magnoliales)
Familie: Muskatnussgewächse (Myristicaceae)
Gattung: Virola
Art: Talgmuskatnussbaum
Wissenschaftlicher Name
Virola sebifera
Aubl.

Der Talgmuskatnussbaum (Virola sebifera <templatestyles src="Person/styles.css" />Aubl., Syn.: Myristica sebifera <templatestyles src="Person/styles.css" />(Aubl.) Sw., Myrica ocuba),<ref name="syn">Myristica sebifera bei Henriette's Herbal Homepage.</ref> volkstümlich als Ucuúba-do-Cerrado<ref name="Ucu"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Laboratório de Análise e Planejamento Ambiental UFSCar, Brasil (Memento vom 8. Februar 2012 im Internet Archive).</ref> (englisch: red ucuuba)<ref name="syn" /> bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Muskatnussgewächse (Myristicaceae), die in Zentralamerika sowie in Südamerika<ref name="Wiesenauer">Markus Wiesenauer, Suzann Kirschner-Brouns: Homöopathie - Das große Handbuch. Gräfe & Unzer Verlag, 2007, ISBN 978-3-8338-0034-4.</ref> verbreitet ist. Laut einer wissenschaftlichen Studie könnte die globale Erwärmung, wenn sie weiter so rasch fortschreitet, die Existenz des Talgmuskatnussbaumes in seinem Hauptverbreitungsgebiet dem brasilianischen Amazonas-Regenwald bedrohen.<ref name="bbc">Climate risk ‘to million species’ BBC News, 7. Januar 2004.</ref>

Beschreibung

Der Talgmuskatnussbaum ist ein halbimmergrüner, schlanker Urwaldbaum, der Wuchshöhen von bis zu 30 Metern oder mehr erreicht. Der Stammdurchmesser kann bis über 1 Meter betragen. Es können Brettwurzeln ausgebildet werden. Die Borke ist leicht rifflig und bräunlich. Der Baum führt ein rötliches, kinoähnliches Exsudat (Latex).

Die wechselständigen und kurz gestielten Laubblätter sind ungeteilt und ganzrandig und werden bis etwa 16–32 Zentimeter lang. Sie sind eilanzettlich bis länglich oder elliptisch bis verkehrt-eiförmig und die Spitze ist spitz bis zugespitzt. Die Blätter sind unterseits etwas filzig behaart. Die Nervatur ist gefiedert und unterseits erhaben. Nebenblätter fehlen.

Die Pflanzen sind meistens zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Es werden meistens achsel- oder ast- bzw. überachsel- oder seitenständige, rostbraune und samtige, gestielte rispige Blütenstände gebildet, die Blüten können aber auch einzeln oder in kleinen traubigen Gruppen erscheinen. Die kleinen, gelben bis rostbraunen, eingeschlechtlichen und duftenden, kurz gestielten Blüten sind mit einfacher, 3–5-teiliger, außen behaarter Blütenhülle. Die 3–6 Staubblätter sind röhrig verwachsen. Der einkammerige Fruchtknoten ist oberständig mit kurzem Griffel und zweilappiger Narbe.

Die rundlichen und anfänglich orangen, samtigen, später verkahlenden und grünen, einsamigen Stein- oder Kapselfrüchte sind etwa 2,5–4 Zentimeter groß. Die ellipsoiden und etwa 1,2–2,3 Zentimeter langen Samen sind dunkelbraun mit einem roten Arillus. Die Verbreitung der Samen erfolgt zum Teil zoochor. Einen großen Anteil an der Verbreitung haben Goldkehltukane.<ref>Lester L. Short, Jennifer F. M. Horne: Toucans, Barbets and Honeyguides – Ramphastidae, Capitonidae and Indicatoridae. Oxford University Press, Oxford 2001, ISBN 0-19-854666-1, S. 431.</ref>

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Talgmuskatnussbaums umfasst Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Ecuador, Bolivien, Peru, das mittlere bis nördliche Brasilien, Venezuela, Guayana, Suriname und Französisch-Guayana.<ref name="GRIN" />

Wichtige Inhaltsstoffe und Verwendung

Die Rinde des Talgmuskatnussbaumes enthält reichlich Gerbstoffe<ref name="Wiesenauer" /> aber auch die Halluzinogene<ref name="Kelich">Virola sebifera bei Catbull.</ref> Dimethyltryptamin (Kurzform: DMT) sowie 5-Methoxy-DMT und wird von den Einheimischen zur Behandlung von Hautkrankheiten verwendet. Die reifen Samen weisen einen hohen Gehalt an Fettsäureglyceriden (besonders Laurodimyristin und Trimyristin) auf.<ref name="area">Karl Hiller, Matthias F. Melzig, Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen. 2 Bände, Genehmigte Sonderausgabe für den Area Verlag, 2006, ISBN 3-89996-682-1.</ref>

Verwendung

In der Industrie

Das aus den Samen von Virola sebifera und auch von Virola surinamensis gewonnene Virolafett oder Ocubawachs, Ucuuba-Butter ist gelblich, wird schnell ranzig und riecht frisch nach Muskatbutter.<ref name="meyer">Talg, vegetabilischer. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 15, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 499.</ref> Es wird zur Herstellung von Fetten, Kerzen und Seifen industriell verwendet. Dieses Virolafett besitzt ähnliche Eigenschaften wie Kakaobutter<ref name="area" /> oder auch Sheabutter.

In der Homöopathie

Das Homöopathikum Myristica sebifera, (Kürzel: Myris) wird aus dem frischen, roten Saft der verletzten Baumrinde des Talgmuskatnussbaumes gewonnen und hat auch die Bezeichnungen „homöopathisches Messer“ oder „homöopathisches Skalpell“ erhalten. Es wird besonders bei Beschwerden eingesetzt, wo Eiter aus einer Hautentzündung abfließen soll. Dazu gehören z. B. Abszesse, Phlegmone, Nagelumlauf, Furunkel, Analfistel, Parotis, bakteriell-eitrige Mandelentzündung usw. Aus Sicht der Homöopathie ist Myristica sebifera zu wenig und nicht ausreichend geprüft. Die homöopathischen Arzneimittellehren weisen nur wenige Geist- und Gemütssymptome (Mittel eher für apathische, gleichgültige, nicht wehrhafte Menschen) auf.<ref name="Wiesenauer" /><ref name="xxx">Mohinder Singh Jus: Praktische Materia Medica. Arzneimittellehre von A–Z. Homöosana, 2004, ISBN 3-906407-05-5.</ref><ref name="dhu">Homöopathisches Repertorium, Deutsche Homöopathie Union (DHU)</ref><ref name="Schroyens">Frederik Schroyens: 1001 kleine Arzneimittel. EOS-Verlag, 1995, ISBN 3-929271-03-6.</ref>

Es existieren keine Studien, welche die Wirksamkeit homöopathischer Myristica sebifera Präparate bestätigen. Eine physiologische Wirkung wäre zudem biochemisch unplausibel.<ref>Edzard Ernst: The truth about homeopathy. (PDF-Datei; 55 kB) In: British Journal of Clinical Pharmacology. 65(2), 2008, 163–4, Epub 2007 Sep 13. PMID 17875194.</ref>

Besonderheit

Die Innenrinde wird von venezolanischen Indianern (Schamanen) zur Heilung von Fieberzuständen geraucht oder auch gekocht zur Vertreibung böser Geister eingesetzt.<ref name="Rätsch">Christian Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. 8. Auflage, AT Verlag, 2007, ISBN 978-3-03800-352-6.</ref>

Literatur

  • Thomas B. Croat: Flora of Barro Colorado Island. Stanford University Press, 1978, ISBN 0-8047-0950-5, S. 403 ff.
  • Christian Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. 8. Auflage, AT Verlag, 2007, ISBN 978-3-03800-352-6.
  • Karl Hiller, Matthias F. Melzig: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen. 2 Bände, Genehmigte Sonderausgabe für den AREA Verlag, 2006, ISBN 3-89996-682-1.
  • Markus Wiesenauer, Suzann Kirschner-Brouns: Homöopathie – Das große Handbuch. Gräfe & Unzer Verlag, 2007, ISBN 978-3-8338-0034-4.

Weblinks

Commons: Talgmuskatnussbaum (Virola sebifera) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>