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Mario Sixtus

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Mario Sixtus (2018)

Mario Sixtus (* 6. März 1965 in Ratingen) ist ein deutscher Publizist, Drehbuchautor, Filmemacher und Journalist. Als Journalist schrieb er unter anderem für Die Zeit, Focus, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Handelsblatt und c’t. Von 2008 bis 2016 moderierte er 155 Folgen des TV-Magazins Elektrischer Reporter auf ZDFinfo. Er produzierte mehrere Dokumentar- und Spielfilme, darunter Operation Naked (2016) und Hyperland (2021). Sixtus’ Arbeitsschwerpunkte sind Netzkultur und Netzpolitik.

Leben und Wirken

Nachdem er das Theodor-Heuss-Gymnasium in Ratingen vor dem Abitur verlassen hatte, spielte Sixtus ab Anfang der 1980er Jahre als Bassist in New-Wave- und Punk-Bands (Chim Chim Cheree, Panic in Slumberland).<ref>Daniel: Die musikalische Vergangenheit der “Webelite”. In: kotzendes-einhorn.de. 14. September 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Oktober 2021; abgerufen am 4. Februar 2025.</ref> In den 1990er Jahren produzierte Sixtus unter dem Pseudonym Zadoc mehrere Singles und Alben mit dem Darkwave/EBM-Projekt Tilt!.<ref>Tilt! bei Discogs</ref> Ab Mitte der 1990er Jahre arbeitete Sixtus als freiberuflicher Programmierer und Web-Designer.<ref>Robert Bongen: Der Rosinenpicker. (PDF; 107 kB) In: sixtus.net. 2009, abgerufen am 26. August 2019.</ref> Als Journalist schrieb er für das Magazin De:Bug sowie für Zeitungen und Online-Medien, unter anderem in der Zeit,<ref>it-technik: Gemeinsam auf die Spitze treiben. In: Zeit Online. Abgerufen am 27. Februar 2016.</ref> im Focus, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, im Handelsblatt, bei brand eins, Neon sowie in den Fachzeitschriften c’t und MIT Technology Review. Sixtus lebt in Berlin-Prenzlauer Berg<ref name=":0">Sebastian Leber: Blogger Mario Sixtus: Zwischen Vergangenheit und Zukunft an der Kastanienallee. In: tagesspiegel.de. 17. Dezember 2019, abgerufen am 4. Februar 2025.</ref> und Hongkong.<ref name="uebersixtus">Über Sixtus auf sixtus.net.</ref> Schwerpunkte seiner Arbeit sind aktuelle Entwicklungen in Internet, Netzkultur und Netzpolitik.

Sixtus ist Mitgründer der European Web Video Academy und war 2011 und 2012 Jury-Vorsitzender des Deutschen Webvideopreises. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des der SPD nahestehenden netzpolitischen Vereins D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt,<ref>Die SPD bekommt netzpolitische Nachhilfe auf zeit.de, 3. Dezember 2011.</ref><ref>Gründungsmitglieder. In: d-64.org. D64, 2. Mai 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Mai 2012; abgerufen am 4. Februar 2025 (Archivierte Version der Seite).</ref> verließ ihn jedoch nach einigen Monaten wieder. Sixtus ist im Berliner Verein Cyborgs e.V – Gesellschaft zur Förderung und kritischen Begleitung der Verschmelzung von Mensch und Technik sowie im Journalistenverband Freischreiber.

Fernsehen

Von November 2008 bis Juli 2016 moderierte Mario Sixtus insgesamt 155 Folgen des TV-Magazins Elektrischer Reporter auf ZDFinfo, das sich mit Themen rund um den digitalen Wandel der Gesellschaft beschäftigte. Dieses Magazin ging aus einer Webvideo-Reihe hervor, die Sixtus zwischen September 2006 und September 2008 für die Verlagsgruppe Handelsblatt produzierte. Für die Reihe erhielt Sixtus 2007 den Grimme Online Award, den LeadAward in Silber sowie den Podcast Award für den inhaltlich besten kommerziellen Podcast. Von Februar 2009 bis August 2010 war Mario Sixtus gemeinsam mit Sascha Lobo in der Glosse Sixtus vs. Lobo in der Computersendung neues auf 3sat zu sehen.<ref name=":2">Alexander Becker: “Lobo, Sie Presswurst mit Reinigungsfrisur”. In: meedia.de. Meedia, 23. August 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Oktober 2019; abgerufen am 4. Februar 2025.</ref> Im Februar 2016 wurde im ZDF Sixtus’ Mockumentary Operation Naked über gesellschaftliche Auswirkungen von Datenbrillen mit Gesichtserkennungs-Funktion ausgestrahlt.<ref>Operation Naked auf YouTube</ref> ZDF-Moderatoren wie Dunja Hayali, Jan Böhmermann und Markus Lanz sprechen in den Studios ihrer Sendungen mit Schauspielern über die Effekte einer Datenbrille.<ref>Jens Müller: Collage fiktiver Medienberichte: Die Brille des Grauens. In: Die Tageszeitung: taz. 22. Februar 2016, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 31. Dezember 2019]).</ref><ref>Jens Schröder: “Operation Naked”: Mario Sixtus’ Film-Debüt mit der ersten Garde der ZDF-Moderatoren. In: meedia.de. Meedia, 15. Februar 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Juni 2021; abgerufen am 4. Februar 2025.</ref> Arte strahlte im Februar 2016 Sixtus’ Dokumentarfilm Ich weiß, wer Du bist<ref>Ich weiß, wer Du bist! – Dokumentarfilm, Arte / ZDF. (Video) Auf dem Weg zur allsehenden Gesellschaft. In: ichweißwerdubist.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. August 2019; abgerufen am 4. Februar 2025.</ref> über Smartglasses und Gesichtserkennung aus und ZDFinfo im Dezember 2016 Game of Drones<ref>Game of Dronesauf zdf.de.</ref> über die zivilen Einsatzmöglichkeiten (teil-)autonomer Quadrocopter. Im Juli 2017 zeigte ZDFinfo seinen Dokumentarfilm Im Netz der Lügen,<ref>Mario Sixtus für ZDFinfo "im Netz der Lügen": ZDF Presseportal. Abgerufen am 19. November 2019.</ref> der sich mit Falschmeldungen und Hetze im Internet beschäftigt. 2018 schrieb Sixtus das Drehbuch für den Kriminalfilm Ins Gesicht geschrieben der ZDF-Filmreihe Wilsberg über eine fiktive Smartphone-App, die mit Hilfe automatischer Gesichtserkennung Informationen über Personen findet.<ref>Willkommen in Bielefeld. In: fr.de. 1. November 2019, abgerufen am 31. Dezember 2019.</ref> Im November 2021 zeigte das ZDF den Spielfilm Hyperland von Sixtus, der sich mit dem Thema Sozialkredit-System beschäftigt. Er wurde im Rahmen der Sendereihe Das kleine Fernsehspiel ausgestrahlt.<ref>Wenke Husmann: Gut fürs Karma. In: zeit.de. 22. November 2021, abgerufen am 22. November 2021.</ref> Hyperland hatte im Oktober 2021 Premiere auf den 55. Internationalen Hofer Filmtagen und wurde 2022 für den 58. Grimmepreis in der Kategorie „Fiktion“ nominiert.

Blogs und soziale Medien

Sixtus betreibt ein eigenes Blog. 2010 initiierte Sixtus das Blogprojekt WirHabenKeineAngst.de bei Tumblr, mit dem sich Internetnutzer gegen Angst vor Terrorismus und damit verbundene verschärfte Sicherheitspolitik wenden können.<ref>Andreas Grieß: Aktion von Mario Sixtus: Keine Angst vor dem Terrorismus. In: die tageszeitung. 22. November 2011, abgerufen am 2. Juni 2018.</ref><ref>Wir haben keine Angst! – Macht. In: sueddeutsche.de. jetzt.sueddeutsche.de, abgerufen am 27. Februar 2016.</ref><ref>"Wir haben keine Angst" – Internetnutzer gegen Terrorpanik. In: gulli.com. gulli.com Der IT- und Tech-Kanal, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Januar 2013; abgerufen am 4. Februar 2025.</ref><ref>Sixtus startet Netz-Aktion gegen Terrorangst. In: meedia.de. Meedia, 22. November 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. November 2018; abgerufen am 4. Februar 2025.</ref><ref>Innere Sicherheit – Netzgemeinde nimmt die Terrorwarnung aufs Korn. In: focus.de. Focus Online, abgerufen am 4. Februar 2025.</ref> 2010 wandte sich Sixtus in mehreren Artikeln gegen die Einführung eines so genannten Leistungsschutzrechts für Presseverleger.

Sixtus war von 2007 bis 2023 auf Twitter aktiv.<ref name=":1">Elsa Koester: Linker Exodus aus Elon Musks X: Bluesky ist wie Twitter ohne AfD. In: Der Freitag. ISSN 0945-2095 (freitag.de [abgerufen am 20. November 2023]).</ref> Dort erregte er insbesondere mit Kritik am Springer-Konzern sowie an der Bundeswehr mediale Aufmerksamkeit. 2019 rief er als Reaktion auf verschiedene Tweets des Welt-Bloggers Don Alphonso dazu auf, Mitarbeiter des Springer-Verlags sozial auszugrenzen.<ref>Twitter.</ref><ref>Stefan Winterbauer: In Twitter-Gewittern – ein aktueller Wetter-Bericht von der Shitstormfront. In: meedia.de. Meedia, 8. November 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. November 2022; abgerufen am 4. Februar 2025.</ref> Dafür wurde er in der FAZ und in der Welt kritisiert.<ref>Frank Lübberding: TV-Kritik: „Maybrit Illner“: Regulierung der Meinungsfreiheit. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 15. November 2019]).</ref><ref>Peter Praschl: Streit um Don Alphonso: Die Quittung. 22. November 2019 (welt.de [abgerufen am 23. November 2019]).</ref>

Buch

Im Oktober 2019 veröffentlichte Sixtus das Sachbuch Warum an die Zukunft denken?, in dem er sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Frage beschäftigt, warum Menschen Schwierigkeiten beim Umgang mit der Zukunft haben.<ref>Zwischen Vergangenheit und Zukunft an der Kastanienallee. Abgerufen am 31. Dezember 2019.</ref>

Schriften

  • Barbaren an der Tastatur. (In: Was für Zeiten. Wiederkehr der Barbaren), Steirische Verlagsgesellschaft, Wien/Graz 2004, ISBN 978-3-900323-75-2.
  • Von Blogs, pferdelosen Wagen und Damenunterwäsche. (In: Jahrbuch für Journalisten 2006), Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2006, ISBN 978-3-9807428-7-0.
  • Fernsehen, sei umschlungen! Wie deutsche TV-Sender den Weg ins Internet beschreiten. (In: Jahrbuch Fernsehen 2008), Institut für Medien- und Kommunikationspolitik, Marl/Berlin 2008, ISBN 978-3-9807428-7-0.
  • 90. (In: Tausend Tode schreiben), Frohmann-Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-9807428-7-0.
  • Warum an die Zukunft denken? Dudenverlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-411-75634-6.
  • Klassismus. (In: Vielfalt), Dudenverlag, Berlin 2023, ISBN 978-3-411-75601-8.
  • mit Katja Diehl: Picknick auf der Autobahn – Wie wir in Zukunft unterwegs sein werden, S. Fischer, Frankfurt am Main 2025, ISBN 978-3-10-397670-0.

Filmografie

  • 2008–2016: Elektrischer Reporter, TV-Magazin, 155 Folgen, leitender Autor und Moderator, ZDFinfo
  • 2009–2010: Sixtus vs. Lobo, TV-Glosse, 47 Folgen, Co-Autor und Darsteller, 3sat<ref name=":2" />
  • 2010–2012: Uebermorgen.TV, Animationsreihe, 30 Folgen, Drehbuch und Regie, ZDFkultur<ref>Uebermorgen TV – alle Folgen auf Youtube. In: youtube.com. Abgerufen am 16. Februar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • 2016: Operation Naked, Spielfilm/Mockumentary, Drehbuch und Regie, ZDF
  • 2016: Ich weiß, wer du bist, Dokumentarfilm, Drehbuch und Regie, Arte
  • 2016: Game of Drones, Dokumentarfilm, Drehbuch und Regie, ZDFinfo
  • 2017: Im Netz der Lügen, Dokumentarfilm, Drehbuch und Regie, ZDFinfo
  • 2019: WilsbergIns Gesicht geschrieben, Spielfilm, Drehbuch, ZDF
  • 2021: WilsbergAus heiterem Himmel, Spielfilm, Drehbuch, ZDF
  • 2021: Hyperland, Spielfilm, Drehbuch und Regie, ZDF
  • 2022: Jenseits der Spree, Serie, Episode: „Wertstoff“, Drehbuch, ZDF
  • 2023: Jenseits der Spree, Serie, Episode: „Melanie“, Drehbuch, ZDF
  • 2024: Pumpen, Serie, Episode: „Cringe“, Drehbuch, ZDFneo
  • 2024: KI: Maschinenträume im Film, Dokumentarfilm, Drehbuch und Regie, Arte
  • 2025: China vs. Hollywood – Traumfabrik unter Kontrolle, Dokumentarfilm, Drehbuch und Regie, Arte<ref>China vs. Hollywood – Traumfabrik unter Kontrolle. In: crew-united.com. Crew United, Lutz und Zenglein GbR, abgerufen am 4. Februar 2025.</ref>
  • 2025: KI: Der Tod des Internet, Dokumentarfilm, Drehbuch und Regie, Arte<ref>KI: Der Tod des Internet. In: crew-united.com. Crew United, Lutz und Zenglein GbR, abgerufen am 22. August 2025.</ref>

Auszeichnungen und Nominierungen

Literatur

  • Robert Bongen über Mario Sixtus: Der Rosinenpicker. In: Stephan Weichert/Christian Zabel (Hrsg.): Die Alpha-Journalisten 2.0. Deutschlands neue Wortführer im Porträt, Halem Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3-938258-92-7, S. 232–241.

Weblinks

Commons: Mario Sixtus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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