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Quecksilber(II)-nitrat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Strukturformel von Quecksilber(II)-nitrat
Allgemeines
Name Quecksilber(II)-nitrat
Andere Namen

Quecksilberpernitrat

Summenformel
  • Hg(NO3)2
  • Hg(NO3)2·H2O (Monohydrat)
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff<ref name="merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
ECHA-InfoCard 100.030.126
PubChem 16683796
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse
  • 324,60 g·mol−1 (wasserfrei)
  • 342,62 g·mol−1 (Monohydrat)
Aggregatzustand

fest<ref name="merck" />

Dichte
  • 4,3 g·cm−3 (wasserfrei)<ref name="CRC89">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 89. Auflage. (Internet-Version: 2009), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Properties of the Elements and Inorganic Compounds, S. 4-76.</ref>
  • 4,3 g·cm−3 (Monohydrat)<ref name="CRC89" />
Schmelzpunkt

79 °C (wasserfrei)<ref name="CRC89" />

Siedepunkt

Zersetzung<ref name="merck" />

Löslichkeit

Hydrolyse in Wasser<ref name="merck" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.785">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300+310+330​‐​373​‐​410
P: 262​‐​264​‐​273​‐​280​‐​302+352+310​‐​304+340+310<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Quecksilber(II)-nitrat ist das Salz des zweiwertigen Quecksilbers der Salpetersäure und hat die chemische Summenformel Hg(NO3)2. Es gehört zur Stoffklasse der Nitrate.

Herstellung

Lösungen von Quecksilber(II)-nitrat lassen sich durch Reaktion von elementarem Quecksilber mit heißer, konzentrierter Salpetersäure herstellen. Damit es nicht zur Ausfällung von Hydrolyseprodukten kommt, muss die Lösung sauer gehalten werden. Beim Eindampfen entstehen Kristalle des Octahydrats Hg(NO3)2·8 H2O.<ref name="Egon Wiberg">Egon Wiberg: Anorganische Chemie. Walter de Gruyter, 1952, ISBN 978-3-11-143954-9, S. 464 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

<math>\mathrm{3 \ Hg + 8 \ HNO_3 \longrightarrow 3 \ Hg(NO_3)_2 + 2 \ NO + 4 \ H_2O}</math>

Es kann auch durch Reaktion von Quecksilber(I)-nitrat mit Salpetersäure gewonnen werden.<ref name="Hans Bode, Hans Ludwig">Hans Bode, Hans Ludwig: Chemisches Praktikum für Mediziner. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-01495-0, S. 70 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

<math>\mathrm{Hg_2(NO_3)_2 + 4 \ HNO_3 \longrightarrow 2 \ Hg(NO_3)_2 + 2 \ NO_2 + 2 \ H_2O}</math>

Eigenschaften

Quecksilber(II)-nitrat bildet weiße Kristalle mit einem Schmelzpunkt von 79 °C. Im Handel ist es zumeist als Monohydrat erhältlich.<ref name="merck" /> Daneben existieren auch ein Octahydrat und ein Hemihydrat.<ref name="L. F. Kozin, S. C Hansen">L. F. Kozin, S. C Hansen: Mercury Handbook Chemistry, Applications and Environmental Impact. Royal Society of Chemistry, 2013, ISBN 978-1-84973-409-7, S. 115 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Mit neutralen Chloritlösungen reagiert es zu Quecksilber(II)-chlorit.<ref name="W. Fresenius">W. Fresenius: Elemente der Siebenten Gruppe Fluor · Chlor · Brom · Jod · Mangan · Technetium · Rhenium. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-30593-5, S. 28 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Verwendung

Quecksilber(II)-nitrat wurde früher in der Herstellung von Filzhüten und zur Behandlung von Fellen verwendet. Über die aus Waschvorgängen anfallenden Fabrikationsabwässer gelangte es dabei oft in die Umwelt. Aufgrund seiner hohen Giftigkeit und Umweltschädlichkeit wird es heute nicht mehr für diese Zwecke verwendet.<ref name="Maria Csuros, Csaba Csuros">Maria Csuros, Csaba Csuros: Environmental Sampling and Analysis for Metals. CRC Press, 2002, ISBN 978-1-4200-3234-5, S. 55 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref name="Kristi Lew">Kristi Lew: Mercury. The Rosen Publishing Group, 2008, ISBN 978-1-4042-1780-5, S. 5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Es wurde früher ebenfalls als Insektizid gegen Phylloxera verwendet.<ref name="EPA" />

Heute wird es für Oxymercuration, Amidomercuration und ähnliche Reaktionen zur Herstellung anderer Quecksilberverbindungen eingesetzt.<ref name="EPA">EPA: Report to Congress - Potential Export of Mercury Compounds from the United States for Conversion to Elemental Mercury, abgerufen am 25. Juli 2015.</ref><ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Sicherheitshinweise

Als wasserlösliches Quecksilbersalz wird Quecksilber(II)-nitrat beim Verschlucken schnell resorbiert und ist daher als sehr giftig eingestuft. Selbst bei geringem Kontakt, Einatmen des Staubes oder Hautberührung wird sofort medizinische Hilfe benötigt. Im Körper zeigt es kumulative Eigenschaften.

Quecksilbernitrat ist sehr schädlich für das biologische Gleichgewicht in Gewässern. Daher darf es nicht in die Umwelt gelangen.

Wie viele anorganische Nitrate ist auch Quecksilbernitrat ein Oxidationsmittel. Es kann daher in Kontakt mit brennbaren, organischen Stoffen, zum Beispiel Kohlenwasserstoffen, Alkohol, aber auch mit Reduktionsmitteln heftig oder gar explosiv reagieren.<ref name="Richard J. Lewis, Sr.">Richard J. Lewis, Sr.: Hazardous Chemicals Desk Reference. John Wiley & Sons, 2008, ISBN 0-470-33445-2, S. 879 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Einzelnachweise

<references />