Musculus tarsalis
Als Musculus tarsalis bezeichnet man eine Schicht aus glatter Muskulatur, welche in das Lidgerüst der Augenlider eingelagert ist. Ein Musculus tarsalis kommt sowohl im Ober- (Musculus tarsalis superior) als auch Unterlid (Musculus tarsalis inferior) vor. Der Musculus tarsalis superior des Oberlids entspringt an der Sehne des Musculus levator palpebrae superioris.<ref name="Graumann">Walther Graumann, Dieter Sasse: CompactLehrbuch Anatomie. Band 4. Schattauer Verlag, 2005, ISBN 978-3-7945-2064-0, S. 73.</ref>
Die Innervation erfolgt durch Fasern des Sympathikus im Halsbereich, welche die Arteria carotis interna begleiten. Der Musculus tarsalis rafft das Ober- und Unterlid vertikal zusammen und führt so zu einer Erweiterung der Lidspalte.<ref name="Graumann" />
Bei einer Schädigung sympathischer Nervenfasern im Halsbereich kann im Rahmen eines Horner-Syndroms die Funktions des Musculus tarsalis beeinträchtigt sein. Das Oberlid hängt dann herab (Ptosis).<ref>Gerhard Aumüller et al. (Hrsg.): Duale Reihe Anatomie. 5. Auflage. Thieme, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-13-243502-5, S. 216.</ref>
Literatur
- Crowell Beard: Müllerʼs Superior Tarsal Muscle: Anatomy, Physiology, and Clinical Significance. In: Annals of Plastic Surgery. Band 14, Nr. 4, 1985, S. 324–333, doi:10.1097/00000637-198504000-00005, PMID 3994278.
Einzelnachweise
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