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Leuchtturm Campen

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Leuchtturm Campen
Datei:Leuchtturm Campen-msu-2021-7053-.jpg
Der Leuchtturm von Campen nach der Renovierung 2021
Der Leuchtturm von Campen nach der Renovierung 2021
Ort: Krummhörn-Campen
Lage: Mündung der Unterems in die Nordsee
Geographische Lage: 53° 24′ 20,6″ N, 7° 0′ 56,1″ OKoordinaten: 53° 24′ 20,6″ N, 7° 0′ 56,1″ O
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Feuerträgerhöhe: 65.3
Feuerhöhe: 61.2
Kennung: Blz. 5 s, Blz. (4) 15 s
Bauzeit: 1889
Betriebszeit: 1891
Internationale Ordnungsnummer: B 0983

p4

Der Leuchtturm Campen ist der höchste Leuchtturm in Deutschland und gehört zu den höchsten Leuchttürmen der Welt. Er steht in der Gemeinde Krummhörn, nordwestlich von Emden, an der Mündung der Ems in die Nordsee. Der Leuchtturm Campen dient als Tagesmarke und nachts als Leitfeuer zur Fahrt durch das Randzelgat in der Westerems vor Borkum. Der Leuchtturm wurde 1889 errichtet und 1890 fertiggestellt. Offiziell ging er am 1. Oktober 1891 in Betrieb.

Baubeschreibung

Datei:Landschaftsschutzgebiet Krummhörn-msu-7098-.jpg
Der Leuchtturm von der Landseite

Der Campener Leuchtturm ist mit 65,3 Metern der höchste Leuchtturm Deutschlands. Der freistehende Stahlfachwerkturm mit dreieckigem Querschnitt und einem Treppenrohr in der Mitte trägt die Laternenkammer mit grünem Dach und zwei Galerien. Insgesamt ist er um die 300 Tonnen schwer.<ref name=":2">Leuchtturm Campen. Abgerufen am 29. Oktober 2020.</ref>

Das Leuchtfeuer gehört mit einer Lichtstärke von 4,5 Millionen Candela zu den stärksten Leuchtfeuern in Deutschland. Es hat eine Reichweite von ca. 55 Kilometern. Bemerkenswert ist, dass es sich um ein Präzisionssektorenfeuer mit einem Öffnungswinkel von nur 0,3 Grad handelt.<ref name=":2" />

Geschichte

Der Leuchtturm wurde ab 1883 im Rahmen des deutsch-niederländischen Projektes Beleuchtung der Unter-Ems als eines von fünf Leitfeuern geplant. Die Gesamtkosten teilten sich Preußen und die Niederlande.

Die anderen Leuchttürme innerhalb des länderübergreifenden Projektes waren:<ref>Prinzip „Beleuchtung der Unter-Ems“, abgerufen am 24. Juni 2011</ref>

Die Wasserbauinspektion Emden schrieb das Vorhaben als bisher größten Leuchtturmbau im Jahr 1888 aus. Ein Jahr später begannen die Bauarbeiten, die 1890 abgeschlossen wurden.<ref>Probebetrieb und Inbetriebnahme, abgerufen am 24. Juni 2011</ref> Die Bauweise galt damals als modern, inzwischen wird die Ausführung als Stahlfachwerkturm aber aufgrund der aufwändigen Sanierung als schwierig bewertet.<ref name=":0">NDR: Deutschlands höchster Leuchtturm wird saniert. Abgerufen am 29. Oktober 2020.</ref> Zur Zeit der Fertigstellung waren in dem dreigeschossigen Laternenhaus ein Vorratsraum, ein Wohnraum und darüber der Laternenraum untergebracht.<ref name=":2" />

Nach dem sogenannten Elektrischen Leuchtturm auf Borkum war der Campener der zweite elektrisch betriebene Leuchtturm Deutschlands.<ref name=":1" /> Zu dieser Zeit war Campen noch an kein elektrisches Stromnetz angeschlossen. Zunächst waren es Dampfmaschinen, die den notwendigen Strom erzeugten, später ein Dieselaggregat. Im Maschinenhaus des Turmes befindet sich dieser älteste noch funktionsfähige Dieselmotor in Deutschland. Er wurde 1906 von MAN gebaut und hat eine Leistung von 20 PS.<ref name=":2" />

Am 1. Oktober 1891 konnten alle fünf Leuchttürme gemeinsam in Dienst gestellt werden. Jedes der fünf Leitfeuer war für einen festgelegten Abschnitt auf dem Schiffsfahrweg zwischen der Nordsee und Emden zuständig. Der Leuchtturm Campen trägt ein Leitfeuer und ist Tagesmarke.

Datei:Wrapped Lighthouse Campen-msu-2020-0076-.jpg
Der eingerüstete Leuchtturm während der Sanierungsarbeiten 2020
Datei:Krummhörn - Campen Lighthouse - 20220827212341.jpg
Der Leuchtturm nachts

Seit dem Jahr 2020 lässt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee (WSA) den Leuchtturm sanieren.<ref>Leuchtturm in Campen wird saniert - Hinte & Krummhörn - Emder Zeitung. Abgerufen am 29. Oktober 2020.</ref> Für 600 000 Euro soll der Turm eine neue Beschichtung in den Signalfarben rot und weiß erhalten. Für die umfassenden Arbeiten ließ das WSA das Bauwerk komplett einrüsten und mit einem Netz und einer Plane verpacken.<ref name=":0" /> Sandflug und Sonneneinstrahlung haben dem Leuchtturm seit seiner letzten Sanierung im Jahre 1992 zugesetzt. Weitere Korrosionsschäden entstanden durch Regen.<ref name=":0" /> Gemäß der ursprünglichen Planung sollten die Arbeiten im Oktober 2020 abgeschlossen werden. Durch Bauverzögerung verschob das WSA den Termin auf Dezember 2020.<ref>Campener Leuchtturm wird frühestens im Dezember fertig - Hinte & Krummhörn - Emder Zeitung. Abgerufen am 29. Oktober 2020.</ref>

Touristik

Der Leuchtturm Campen kann von Mitte März bis Anfang November<ref name="eifelturm" /> besichtigt werden, am Tag des offenen Denkmals auch das Maschinenhaus, in dem dann meistens der Dieselmotor im Betrieb vorgeführt wird. Wer die 308 Stufen bis zur unteren Galerie des Turmes aufsteigt, kann an klaren Tagen einen Rundblick von Borkum und über die Krummhörn hinweg bis nach Emden genießen. Ein Info-Pavillon neben dem Turm gibt Auskunft über den "ostfriesischen Eiffelturm". Auf den Außenflächen zeigt der „Seezeichengarten“ eine Vielzahl von Tonnen, Baken und Bojen.<ref name="greetsiel" />

Philatelistisches

Mit dem Erstausgabetag 6. Juni 2019 gab die Deutsche Post AG in der Serie Leuchttürme ein Postwertzeichen im Nennwert von 70 Eurocent heraus. Der Entwurf stammt von den Grafikern Susanne Wustmann und Dieter Ziegenfeuter.<ref name=":1">Vorstellung der Sonderbriefmarke „Leuchtturm Campen“ aus der Serie „Leuchttürme“</ref>

Siehe auch

Weblinks

Commons: Leuchtturm Campen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="eifelturm"> Carina Schröder: Campener Leuchtturm – Der ostfriesische Eiffelturm. In: dein-ostfriesland.de. 5. Juli 2023, abgerufen am 8. Dezember 2025. </ref> <ref name="greetsiel"> Campener Leuchtturm. In: greetsiel.de. Abgerufen am 8. Dezember 2025. </ref>

</references>

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