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Netzschleimpilze

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Netzschleimpilze
Datei:Aplanonet3.jpg

Aplanochytrium mit typischem Schleimfasernetz

Systematik
Klassifikation: Lebewesen
Domäne: Eukaryoten (Eukaryota)
ohne Rang: Diaphoretickes
ohne Rang: Sar
ohne Rang: Stramenopile (Stramenopiles)
ohne Rang: Netzschleimpilze
Wissenschaftlicher Name
Labyrinthulomycetes
Dick, 2001

Die Netzschleimpilze oder Schleimnetze (Labyrinthulomycetes) bilden ein Taxon innerhalb der Stramenopilen und sind somit näher mit Braunalgen, Goldalgen (im weiteren Sinne, das heißt: Goldbraune Algen, Kieselalgen und Gelbgrüne Algen), Eipilzen<ref name="Adl:RevisedClassificationEukaryotes_2012" /> und Hyphochytriales (einzige Ordnung der Hyphochytriomycota)<ref>Dubey Manish Kumar, Upadhyay R.S.: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Band 2, Nr. 6, 2013, ISSN 2278-3202, S. 31–34, hier: 31 (englisch; PDF-Datei, 2,51 MiB, Zusammenfassung, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />erste Seite bei scribd.com (Memento des Vorlage:IconExternal vom 22. März 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/de.scribd.com, aufgerufen und empfangen am 22. März 2017).</ref> verwandt als mit den Schleimpilzen oder den Echten Pilzen.<ref name="Adl:RevisedClassificationEukaryotes_2012" /> Sie leben vorwiegend im Meer, einige Arten sind allerdings auch im Süßwasser oder terrestrisch zu finden. Die bekanntesten Arten parasitieren an verschiedenen Meerespflanzen, etwa am Seegras, dem Meersalat oder auch dem Riesentang (Macrocystis pyrifera).

Aufbau

Die Netzschleimpilze sind einzellige, ei- bis spindelförmige Organismen mit jeweils einem Zellkern, die durch Schleimfasern miteinander verbunden sind und große Zellansammlungen bilden. Die Schleimfasern sind hohl und haben eine verstärkte Außenwand, die Einzelzellen leben innerhalb dieser Fasern und bewegen sich in ihnen fort. Die Gesamtheit der Fasern bildet ein Netz, das als Netz- oder Filoplasmodium bezeichnet wird. Die aus Polysacchariden bestehenden Fasern werden von den Einzelzellen mithilfe spezieller Organellen, den nach außen gerichteten Sagenogenen oder Bothrosomen, sezerniert.

Lebensweise

Über die Lebensweise der Netzschleimpilze ist nur sehr wenig bekannt. Einige Arten parasitieren auf Meerespflanzen, wobei etwa Labyrinthula macrocystis und Labyrinthula zosterae<ref>https://apsjournals.apsnet.org/doi/10.1094/PDIS-12-20-2751-PDN</ref> als Erreger der Seegraskrankheit an den nordatlantischen Küsten gefürchtet ist. Weitere Wirtspflanzen sind etwa der Meersalat oder auch verschiedene Braunalgen. Viele weitere Arten leben als Saprobionten im Wasser und am Detritus, einige Arten lösen dabei auch Fischernetze auf. Im Süßwasser befallen Labyrinthula-Arten ebenfalls Wasserpflanzen und sorgen dabei häufig für eine Entkrautung der Gewässer.

Fortpflanzung

Netzschleimpilze vermehren sich ungeschlechtlich durch Zellteilung oder Zoosporenbildung, eine geschlechtliche Vermehrung wurde nur bei Labyrinthula beschrieben. Bei der ungeschlechtlichen Vermehrung kommt es zu einer Längsteilung und somit Verdopplung der Einzeller, die dann an die Peripherie des Netzes wandern und dieses weiter vergrößern.

Gelegentlich kommt es zur Sporenbildung, initiiert durch eine Aggregation mehrerer Zellen an einer Stelle des Netzes. Diese Zellen verändern ihre Form, indem sie runder werden und sich zugleich mit dünnen Zellhüllen umgeben, während die Gesamtgruppe durch eine weitere Hülle eingeschlossen wird. In diesem Sorus kommt es zu mehreren Zellteilungen und die dadurch entstehenden Zoosporen verlassen anschließend die Umhüllung.

Die Zoosporen sind durch zwei Flagellen begeißelt und besitzen bei den Arten der Gattung Labyrinthula am Geißelapparat einen orangeroten Augenfleck, der zur Lichtwahrnehmung dient. Frei schwimmend suchen diese Zoosporen nach neuen Wirten oder geeigneten Substraten, in die sie eindringen. Danach erfolgt die Produktion des Schleimnetzes und die erneute Vermehrung.

Systematik

Nach der überarbeiteten Klassifikation der Eukaryoten, die im Jahr 2012 von Sina M. Adl und anderen veröffentlicht wurde, bilden die Netzschleimpilze ein Taxon innerhalb der Diaphoretickes, darin der super-group Sar und werden dort wiederum den Stramenopilen zugerechnet.<ref>Sina M. Adl, Alastair G. B. Simpson, Christopher E. Lane, Julius Lukeš, David Bass, Samuel S. Bowser, Matthew W. Brown, Fabien Burki, Micah Dunthorn, Vladimir Hampl, Aaron Heiss, Mona Hoppenrath, Enrique Lara, Line le Gall, Denis H. Lynn, Hilary McManus, Edward A. D. Mitchell, Sharon E. Mozley-Stanridge, Laura W. Parfrey, Jan Pawlowski, Sonja Rueckert, Laura Shadwick, Conrad L. Schoch, Alexey Smirnov, Frederick W. Spiegel: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Band 59, Nr. 5, 28. September 2012, doi:10.1111/j.1550-7408.2012.00644.x, ISSN 1550-7408, ISSN 1066-5234, S. 429–493 (englisch; PDF-Datei, 828,83 KiB, in der {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), aufgerufen und empfangen am 21. März 2017). Die Zuordnung der Netzschleimpilze zu den Stramenopilen war auch schon in der vorherigen Klassifikation der Eukaryoten von Sina M. Adl und anderen aus dem Jahr 2005 enthalten, jedoch wurden Letztere darin noch der, in der Klassifikation daus dem Jahr 2012 nicht mehr enthaltenen, Gruppe der Chromalveolata zugerechnet (siehe: Sina M. Adl, Alastair G. B. Simpson, Mark A. Farmer, Robert A. Andersen, O. Roger Anderson, John R. Barta, Samual S. Bowser, Guy Brugerolle, Robert A. Fensome, Suzanne Fredericq, Timothy Y. James, Sergei Karpov, Paul Kugrens, John Krug, Christopher E. Lane, Louise A. Lewis, Jean Lodge, Denis H. Lynn, David G. Mann, Richard M. McCourt, Leonel Mendoza, Øjvind Moestrup, Sharon E. Mozley-Standridge, Thomas A. Nerad, Carol A. Shearer, Alexey V. Smirnov, Frederick W. Spiegel, Max F. J. R. Taylor: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Band 52, Nr. 5, 19. Oktober 2005, doi:10.1111/j.1550-7408.2005.00053.x, ISSN 1550-7408, ISSN 1066-5234, S. 399–451 (englisch; Volltext)).</ref> Wie einige andere Taxa innerhalb dieser Gruppe, etwa die Eipilze (Peronosporomycetes), besitzen sie keine Chloroplasten und ernähren sich heterotroph.

Innerhalb der Netzschleimpilze werden zwei Familien unterschieden, wobei die Labyrinthulaceae nur die Arten der Gattung Labyrinthula beinhalten. Diese zeichnen sich unter anderem durch einen Augenfleck am Geißelapparat sowie fakultative sexuelle Vermehrung aus. Die Thraustochytriacae beinhalten mehrere Gattungen ohne Augenfleck der Zoosporen:

Literatur

  • Martin Schmiedeknecht: Abteilung Netzschleimpilze, Labyrinthulomycota in: Urania Pflanzenreich. Viren, Bakterien, Algen, Pilze. Urania-Verlag, Berlin 2000; Seite 378; ISBN 3-332-01167-7
  • Sina M. Adl, Alastair G. B. Simpson, Christopher E. Lane, Julius Lukeš, David Bass, Samuel S. Bowser, Matthew W. Brown, Fabien Burki, Micah Dunthorn, Vladimir Hampl, Aaron Heiss, Mona Hoppenrath, Enrique Lara, Line le Gall, Denis H. Lynn, Hilary McManus, Edward A. D. Mitchell, Sharon E. Mozley-Stanridge, Laura W. Parfrey, Jan Pawlowski, Sonja Rueckert, Laura Shadwick, Conrad L. Schoch, Alexey Smirnov, Frederick W. Spiegel: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Band 59, Nr. 5, 28. September 2012, doi:10.1111/j.1550-7408.2012.00644.x, ISSN 1550-7408, ISSN 1066-5234, S. 429–493 (englisch; PDF-Datei, 828,83 KiB, in der {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Weblinks

Commons: Labyrinthulomycetes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Belege

<references> <ref name="Adl:RevisedClassificationEukaryotes_2012">Sina M. Adl, Alastair G. B. Simpson, Christopher E. Lane, Julius Lukeš, David Bass, Samuel S. Bowser, Matthew W. Brown, Fabien Burki, Micah Dunthorn, Vladimir Hampl, Aaron Heiss, Mona Hoppenrath, Enrique Lara, Line le Gall, Denis H. Lynn, Hilary McManus, Edward A. D. Mitchell, Sharon E. Mozley-Stanridge, Laura W. Parfrey, Jan Pawlowski, Sonja Rueckert, Laura Shadwick, Conrad L. Schoch, Alexey Smirnov, Frederick W. Spiegel: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Band 59, Nr. 5, 28. September 2012, doi:10.1111/j.1550-7408.2012.00644.x, ISSN 1550-7408, ISSN 1066-5234, S. 429–493 (englisch; PDF-Datei, 828,83 KiB, in der {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), aufgerufen und empfangen am 21. März 2017).</ref> </references>