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Acarapiose

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Datei:Tracheal mite - Acarapis woodi.jpg
Mikroskopaufnahme, die Milben sind etwa 0,15 mm groß<ref name="blvpdf">blv.admin.ch</ref>
Datei:Acarapis-woodi male dors 27975-Tracheal-Mite USDA.jpg
Mikroskopaufnahme eines Männchens, Dorsalansicht

Acarapiose (auch Tracheenmilben-Krankheit) ist eine durch Milben verursachte Erkrankung der erwachsenen Bienen, insbesondere der Honigbienen Apis mellifera. Ursprünglicher Wirt ist vermutlich die Östliche Honigbiene Apis cerana.<ref name="BLV-CH">Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen der Schweiz: Tracheenmilben-Krankheit (Acarapis woodi), Letzte Änderung 05.07.2017</ref><ref name="Maeda2016">Taro Maeda, Yoshiko Sakamoto: Tracheal mites, Acarapis woodi, greatly increase overwinter mortality in colonies of the Japanese honeybee, Apis cerana japonica, in: Apidologie Band 47, S. 762–770, 2016, doi:10.1007/s13592-016-0434-x</ref><ref name="Sakamoto2017">Yoshiko Sakamoto, Taro Maeda, Mikio Yoshiyama, Jeffery S. Pettis: Differential susceptibility to the tracheal mite Acarapis woodi between Apis cerana and Apis mellifera, in: Apidologie Band 48, S. 150–158, 2017, doi:10.1007/s13592-016-0460-8</ref>

Erreger

Die parasitierende Tracheenmilbe (Acarapis woodi) aus der Familie Tarsonemidae lebt in dem vorderen Tracheenpaar (Atemöffnung) der erwachsen Biene (Innenmilbe) und behindert die Atemtätigkeit der Biene, sie wird schwach und flugunfähig.<ref name="lwg.bayern.de">Bienenkrankheiten. Abgerufen am 29. Januar 2017.</ref> Die Tracheenmilbe ist ca. 0,1 mm groß und hat starke und lange Schleppborsten an den Hinterbeinen, alle Beine sind mit kräftigen Krallen ausgestattet, die Mundwerkzeuge sind stechend und saugend.<ref name="lwg.bayern.de" />

Acarapis woodi hat ein großes Verbreitungsgebiet und kommt in fast allen Ländern Europas (Ausnahme: nördliche Staaten wie Dänemark, Skandinavien) und der Welt vor. In Australien wurde sie bisher noch nicht nachgewiesen. In den vergangenen Jahren kam es zu einem seuchenhaften Auftreten in Nordamerika.

Die zuerst auf der britischen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) beobachtete Bienenkrankheit {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) galt zunächst als durch diese Milben verursacht. Offenbar waren aber früher durch verschiedene Erreger verursachte Krankheiten vermischt worden. Heute gilt dagegen das „Chronic bee paralysis virus“ (CBPV) als Erreger von IoWD.<ref>Bailey L & Ball BV: Honey Bee Pathology. Academic Press, 1991, ISBN 0-12-073481-8, S. 119.</ref>

Ansteckung

Die Ansteckung erfolgt direkt von Biene zu Biene.<ref name="blv" /> Die Milben können nur wenige Stunden außerhalb einer Biene überleben.<ref name="blvpdf" />

Meldepflicht

In Österreich gehört die Acarapidose selbst nicht zu den anzeigepflichtigen Bienenkrankheiten,<ref name="ages">ages.at</ref> jedoch ist ein erfolgtes oder drohendes Absterben von 30 % der Völker eines Bienenstands anzeigepflichtig.<ref>ris.bka.gv.at</ref><ref name="ages" />

In der Schweiz ist die Tracheenmilbenkrankheit eine zu überwachende und somit meldepflichtige Tierseuche.<ref name="blv">blv.admin.ch</ref>

Die deutsche Bienenseuchen-Verordnung sieht im § 14 eine Behandlungspflicht aller Bienenvölker am betroffenen Stand durch den Imker vor. Das zuständige Veterinäramt kann in einem von ihm bestimmten Gebiet die Behandlung aller Bienenvölker anordnen.

Literatur

  • Wolfgang Ritter: Bienenkrankheiten. Ulmer, Stuttgart 1994, ISBN 3-8001-7289-5.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />