Berner Jura
Der Berner Jura ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), seit November 2022 auch Grand Chasseral genannt,<ref>Le Jura bernois veut modifier son image avec la marque Grand Chasseral. Radio Télévision Suisse (RTS), 19. November 2022, abgerufen am 14. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> ist ein mehrheitlich französischsprachiger Teil des Kantons Bern mit 53'628 Einwohnern. Traditioneller Hauptort war Moutier, der Sitz des Regierungsstatthalters befindet sich in Courtelary.<ref>Homepage des Kantons Bern: Regierungsstatthalteramt Berner Jura Abgerufen am 30. November 2013</ref> Geologisch gehört der Berner Jura zum Faltenjura. Anhänger einer Vereinigung des Berner Juras mit dem Kanton Jura (z. B. der Parti socialiste autonome du Sud du Jura) bezeichnen den Berner Jura als Südjura.
Geschichte
Nach der Loslösung des Kantons Jura vom Kanton Bern im Jahr 1979 bestand der Berner Jura noch aus den Amtsbezirken Courtelary, Moutier und La Neuveville. Im Zuge der kantonalen Reform der dezentralen Verwaltung wurden die drei Bezirke per 1. Januar 2010 zum Verwaltungskreis Berner Jura zusammengefasst. Dieser ist deckungsgleich mit der gleichnamigen Verwaltungsregion.
Es besteht eine Bewegung für den Anschluss an den Kanton Jura, die in den Juraplebisziten unterlag. Die kleine Gemeinde Vellerat, die nach der Abspaltung des Kantons Jura zur Grenzgemeinde geworden war, wechselte nach einer gesamtschweizerischen Volksabstimmung 1996 zum Kanton Jura. Auch in einer weiteren regionalen Abstimmung am 24. November 2013 entschied sich der Berner Jura mit 71,8 Prozent gegen den Zusammenschluss mit dem Kanton Jura.<ref>Staatskanzlei Kanton Bern – Abstimmungsergebnisse 2013</ref><ref>Der Bund: Berner Kantonsregierung freut sich über Nein im Berner Jura</ref>
Seit 2006 verfügt der Berner Jura über ein regionales Parlament, den Conseil du Jura bernois. Am 28. März 2021 sprach sich eine Mehrheit von 55 Prozent der Bewohner der Gemeinde Moutier für einen Wechsel in den Kanton Jura aus.<ref>Neunte Abstimmung über die Kantonszugehörigkeit: Moutier wechselt vom Kanton Bern zum Kanton Jura. In: tagblatt.ch. St. Galler Tagblatt, 28. März 2021, abgerufen am 28. Mai 2021.</ref>
Im November 2022 benannte die 2019 gegründete Fondation pour le rayonnement du Jura bernois den Berner Jura in Grand Chasseral um mit der Begründung, dass «die Marke ‹Grand Chasseral› als erstes Kommunikationsinstrument im Dienste der Ausstrahlung des Berner Jura und seiner verschiedenen Akteure transversal» sei und «der regionalen Attraktivität durch einen integrativen Ansatz» diene.<ref>Grand Chasseral — une marque d’ensemble. In: Grand Chasseral. Fondation pour le rayonnement du Jura bernois, November 2022, abgerufen am 14. Januar 2023.</ref> Die Umbenennung sollte dazu dienen, dass das Wort «Jura» in der Bezeichnung der Region im Volksmund nicht mehr vorkommt, um den Jurakonflikt zu entschärfen, um auf die Abstimmung der Gemeinde Moutier zu reagieren und um die Region wirtschaftlich neu zu positionieren.
Regierungsrat des Kantons Bern
Der Berner Jura hatte ab 1950 zwei Sitze und hat seit 1978 einen garantierten Sitz im Regierungsrat des Kantons Bern. Sie wurden bisher eingenommen von:<ref>Emma Chatelain, Philippe Hebeisen: Regierungsrat des Kantons Bern. In: Lexikon des Jura. 16. März 2006 / 25. November 2011, abgerufen am 30. März 2014.</ref>
- 1938–1954: Georges Moeckli (SP)
- 1948–1966: Virgile Moine (FDP)
- 1954–1978: Henri Huber (SP)
- 1966–1978: Simon Kohler (FDP)
- 1978–1986: Henri-Louis Favre (FDP)
- 1978–1984: Henri Sommer (SP)
- 1986–1990: Benjamin Hofstetter (Freie Liste)
- 1990–2006: Mario Annoni (FDP)
- 2006–2016: Philippe Perrenoud (SP)
- seit 2016: Pierre Alain Schnegg (SVP)
Sprachen
Der Berner Jura umfasst ausnahmslos alle Gemeinden des Kantons Bern, die mehrheitlich französischsprachig sind, daneben auch einige mehrheitlich deutschsprachige Gemeinden. In den drei kleinen Gemeinden Seehof, Schelten und Mont-Tramelan (Bergtramlingen) überwiegt die deutsche Sprache mit einem Sprecheranteil von über 70 Prozent gegenüber dem Französischen klar. Eine Zweidrittelmehrheit der Deutschsprachigen gibt es in der ehemaligen Gemeinde Châtelat (seit 2015 Teil der Gemeinde Petit-Val) und der Gemeinde Rebévelier. Grössere deutschsprachige Minderheiten gibt es auch in Romont (Rothmund) und Prêles (Prägelz). In diesen beiden Gemeinden existieren sprachliche Minderheiten von 30 bis über 40 Prozent.<ref Name="BFS"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bundesamt für Statistik – Interaktive Statistikdatenbank. ( vom 9. April 2014 im Internet Archive) Abgerufen am 30. November 2013</ref>
Siehe auch
- Geschichte des Kantons Jura
- Verwaltungsregion Berner Jura
- Verwaltungskreis Berner Jura
- Sangliers
- Béliers
- Jurafrage
Literatur
- Alain Charpilloz: Irrland Jura. Südjurassier im Konflikt. Zytglogge, Gümligen 1977, ISBN 3-7296-0064-8.
- Marcel Schwander: Jura – Ärgernis der Schweiz. Pharos-Verlag, Basel 1971.
Weblinks
- François Kohler, Bernard Voutat, Peter Gilg: Berner Jura. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Literatur von und über Berner Jura im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Projekt «Avenir Berne romande» des Kantons Bern zur Aufwertung des Berner Juras
- Touristische Webpräsenz Jura & Drei-Seen-Land
- mémreg/Regionales Gedächtnis: Internetportal für historische Dokumente aus der Region Biel, Seeland und Berner Jura
Einzelnachweise
<references />