Hnutie Republika
Vorlage:Infobox Politische Partei Hnutie Republika (wörtlich Bewegung Republik, eingedeutscht auch Republika-Bewegung) ist eine als ultranationalistisch, rechtsextrem und neofaschistisch eingestufte Partei in der Slowakei. Sie entstand im März 2021 als Abspaltung von der neonazistischen Kotleba-Partei und tritt etwas gemäßigter als diese auf.<ref>Peter Učeň: The Russia–Ukraine War and the Radicalization of Political Discourse in Slovakia. In: Gilles Ivaldi, Emilia Zankina (Hrsg.): The Impacts of the Russian Invasion of Ukraine on Right-wing Populism in Europe. European Center for Populism Studies, Brüssel 2023, S. 279–287, hier S. 283.</ref>
Geschichte
Der EU-Abgeordnete Milan Uhrík und fünf Nationalratsabgeordnete verließen im März 2021 die rechtsextreme Partei Kotlebovci – Ľudová strana Naše Slovensko (ĽSNS) nach einer Statutenänderung zugunsten des Parteichefs Marian Kotleba. Um die Hürde für die Registrierung einer neuen Partei in der Slowakei (mindestens zehntausend Unterstützerunterschriften) zu umgehen, übernahmen sie die bestehende Kleinstpartei Hlas ľudu („Stimme des Volkes“) von Peter Marček.<ref>Uhríkova nová strana sa volá Republika. Odmieta byť klonom ĽSNS, aktuality.sk vom 9. März 2021 (slowakisch), abgerufen am 10. September 2021</ref> Diese hatte bei der Parlamentswahl in der Slowakei 2020 nur 0,06 % der Stimmen erhalten. Hlas ľudu war wiederum aus der Hnutie za demokraciu hervorgegangen.
Bei der Nationalratswahl 2023 scheiterte die Partei mit 4,75 % knapp an der Sperrklausel.<ref>Valid Votes Cast for Political Parties - NRSR 2023. Abgerufen am 8. Oktober 2023.</ref>
Bei der Europawahl in der Slowakei 2024 erhielt die Partei 12,53 % der Stimmen und zog mit zwei Mandaten in das Europäische Parlament ein.<ref>M. Uhrík: Výsledky sú pre nás príjemným prekvapením a záväzkom. Abgerufen am 25. Juli 2024.</ref>
Ideologische Ausrichtung
Parteichef Uhrík bezeichnete die Republika als konservativ und präsentierte sie als „eine Bewegung für alle Bürger, die unzufrieden mit der Liquidationspolitik der gegenwärtigen Regierungskoalition [Anm.: gemeint ist die Regierung Matovič] und zugleich von den Skandalen der bloßgestellten und korrupten Opposition frustriert sind“.<ref>Odídenec z ĽSNS Uhrík založil hnutie Republika, prebral ho od exposlanca Marčeka, trend.sk vom 9. März 2021 (slowakisch), abgerufen am 10. September 2021</ref> Des Weiteren grenzte er sich von der ĽSNS ab. Henning Aubel, Renate Ell und Philip Engler (2024) bezeichnen die Partei als „rechtsextrem“.<ref>Henning Aubel, Renate Ell, Philip Engler: Der neue Kosmos. Welt-Almanach & Atlas 2025. Daten – Fakten – Karten. Topthema: Flucht & Migration. Das Nachschlagewerk zum Zeitgeschehen. Franckh-Kosmos Verlag, 2024, S. 380.</ref> Laut dem slowakischen Historiker und Faschismusforscher Jakub Drábik (2025) grenze sich die Republika zwar einerseits von ihrer Vergangenheit als ehemaliger Teil der Kotleba-Partei ab. Gleichzeitig bleibe sie jedoch weiterhin „verankert im neofaschistischen Paradigma“.<ref>Jakub Drábik: Fašizmus [= Faschismus]. 2., erweiterte Auflage, Bratislava 2025, S. 579 (slowakisch).</ref> Drábik konstatiert:
- „Obwohl die Mitglieder der Republika-Bewegung keine faschistische Symbolik verwenden und versuchen, sich als konservative und patriotische Partei zu präsentieren, sind ihre Rhetorik und ihre politischen Positionen Träger ideologischer Fragmente, die tief in der faschistischen Tradition verwurzelt sind: die Vorstellung vom Niedergang, die Präsenz eines ‚inneren Feindes‘, die Notwendigkeit einer Säuberung und die Rückkehr zu ‚traditionellen Werten‘.“<ref>Jakub Drábik: Fašizmus [= Faschismus]. 2., erweiterte Auflage, Bratislava 2025, S. 580 f. (slowakisch).</ref>
Es bestehen starke personelle Überschneidungen zwischen der Republika-Bewegung und der von jungen Mitgliedern der Kotleba-Partei 2018 gegründeten Internetplattform KulturBlog, die sich inhaltlich an US-amerikanischen Alt-Right-Strömungen um Brittany Pettibone und Lauren Southern orientiert.<ref>Marta N. Lukacovic: Slovakia as Convenient „Laboratory“ to Extend the Theory of Securitized Framing: The Case of Far Right’s Frame Shifting between Euroskepticism and Europhilia. In: Maureen C. Minielli et al.: Communication Theory and Application in Post-Socialist Context. London 2022, S. 117–144, hier S. 130.</ref> Der KulturBlog wirbt auf seiner Website unter anderem mit dem slowakischen Dichter Andrej Žarnov,<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Umelecká stránka Františka Šubíka – Andrej Žarnov [= Die künstlerische Seite von František Šubík – Andrej Žarnov]. In: kulturblog.sk, 3. November 2021, abgerufen am 22. Januar 2023 (slowakisch).] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> der in den 1920er Jahren einer der Redakteure der faschistischen Zeitschrift Rodobrana war.<ref>Marta N. Lukacovic: Slovakia as Convenient „Laboratory“ to Extend the Theory of Securitized Framing: The Case of Far Right’s Frame Shifting between Euroskepticism and Europhilia. In: Maureen C. Minielli et al.: Communication Theory and Application in Post-Socialist Context. London 2022, S. 117–144, hier S. 130; Martin Hodás: „Alternatívny“ Kulturblog dostal 7-dňovú stopku na YouTube [= „Alternativer“ Kulturblog bekam eine 7-tägige Sperre auf Youtube]. In: aktuality.sk, 28. Juli 2022, abgerufen am 26. Januar 2023 (slowakisch).</ref>
Weblinks
- Offizielle Seite der Partei (slowakisch)
Einzelnachweise
<references />
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