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Comparis

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Comparis.ch AG

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Logo Comparis.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft<ref>comparis.ch AG. Handelsregisteramt des Kantons Zürich, abgerufen am 24. Februar 2021.</ref>
Gründung 1996 als GmbH
2000 Umwandlung in AG
Sitz Zürich, Schweiz
Leitung Ingo Kopido
(Group CEO)
Mitarbeiterzahl ca. 175 (2022)
Umsatz nicht veröffentlicht
Branche Konsumenteninformation
Website www.comparis.ch

Die Comparis.ch AG ist der Betreiber des grössten Schweizer Preisvergleichsportals comparis.ch. Seit Juni 2000 ist comparis.ch eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich und zählt heute mehr als 175 Mitarbeitende.<ref>Unabhängig entscheiden seit 1996. Abgerufen am 28. Februar 2023.</ref>

Geschichte

Im Mai 1996 gründete der Ökonom Richard Eisler zusammen mit dem Informatiker Marc Pilloud in Ettingen/BL die Comparis GmbH. Im August 1996 war auf einer Internetseite der erste Vergleich von Schweizer Krankenkassenprämien abrufbar. Heute vergleicht comparis.ch neben Krankenkassenprämien auch Auto-, Motorrad-, Hausrat-, Privathaftpflicht-, Tier- und Rechtsschutzversicherungen. Im Bereich Telekommunikation werden die Gebühren von Mobilfunk, Internetprovider und TV-Anbieter verglichen. Im Bereich Banken sind es Kreditkarten, Hypotheken und Steuern, die miteinander verglichen werden können. Comparis betreibt auch einen Suchdienst für Immobilien-, Fahrzeug- und Detailhandels-Angebote. Zudem bietet Comparis auch spezifische Informationsservices an. Hierzu zählt der Zuzugsassistent für Personen, die aus dem Ausland in die Schweiz ziehen möchten. Comparis ist auch in den Social Media aktiv und kommuniziert auf Facebook, Twitter, Instagram, YouTube, LinkedIn und TikTok.

Anfang 2013 gab Firmengründer und CEO Richard Eisler bekannt, dass er auf Mitte 2013 von seinem Amt zurücktreten und in den Verwaltungsrat wechseln wird. Als neuer CEO von comparis.ch wurde der Schweizer Manager Benno Burkhardt bekannt gegeben. Der bisherige Verwaltungsratspräsident Johann Burkhard übernahm ad interim das Amt des zweiten CEO.<ref>Neue Doppelspitze bei comparis.ch. Abgerufen am 28. Februar 2023.</ref> Im Februar 2014 schied Johann Burkhard aus der Geschäftsleitung wie auch aus dem Verwaltungsrat aus, Paul Kummer wurde Delegierter des Verwaltungsrates.<ref>comparis.ch mit neuem Bankenexperten an der Spitze. Abgerufen am 28. Februar 2023.</ref> Per 1. Oktober 2019 löste Paul Kummer Comparis-Gründer Richard Eisler als Verwaltungsratspräsidenten ab. Steven Neubauer rückte darauffolgend als Group CEO nach<ref>Comparis: Steven Neubauer rückt als Gruppen-CEO nach. Abgerufen am 19. November 2019.</ref> und führte die Comparis-Gruppe bis Ende August 2022.<ref>Steven Neubauer verlässt die Comparis-Gruppe. Abgerufen am 11. November 2022.</ref> Im Herbst 2022 übernahm Paul Kummer als Delegierter des Verwaltungsrates interimistisch die Leitung.<ref>Medienmitteilung: Wechsel in der Comparis-Geschäftsleitung. Abgerufen am 11. November 2022.</ref> Seit Januar 2023 führt Ingo Kopido als Group CEO die Comparis-Gruppe.<ref>Ingo Kopido wird CEO der Comparis-Gruppe. Abgerufen am 11. November 2022.</ref><ref>Comparis bekommt neuen CEO. Abgerufen am 11. November 2022.</ref>

Seit Juli 2021 amtet Richard Eisler erneut als Verwaltungsratspräsident und hat damit Paul Kummer abgelöst.<ref>Medienmitteilung: Richard Eisler und Paul Kummer tauschen ihre Sitze im Verwaltungsrat. Abgerufen am 11. November 2022.</ref>

comparis.ch konnte im Jahr 2020 knapp 80 Millionen Besuche registrieren und zählt damit zu den meistgenutzten Schweizer Websites.<ref>Unabhängig entscheiden seit 1996. Abgerufen am 28. Februar 2023.</ref> Die Partner-Services von Comparis sind BeneCasa<ref>Ihr Partner beim Immobilienverkauf. Abgerufen am 24. Juni 2022.</ref>, topmovers<ref>Umzugsofferten von Zügelfirmen und Umzugsunternehmen anfordern | topmovers.ch. Abgerufen am 24. Juni 2022.</ref>, HypoPlus und Optimatis<ref>Optimatis. Abgerufen am 24. Juni 2022.</ref>.

Im Juli 2021 wurde Comparis Opfer einer Ransomware-Attacke. Zunächst kommunizierte Comparis, dass ein kleiner Schaden eingetreten sei und dass keine Kundendaten betroffen gewesen sind und auch kein Lösegeld gezahlt worden sei. Später korrigierte sich Comparis und zahlte doch ein Lösegeld und gestand ein, dass man nicht ausschliessen konnte, dass die Angreifer Zugang zu Kundendaten hatten. Zunächst wurde vermutet, dass REvil hinter dem Angriff steckte, es zeigte sich jedoch, dass stattdessen Grief das Portal angegriffen hatte.<ref>Gabriela Jordan: Nach Hackerangriff: Comparis knickt ein und zahlt Lösegeld. In: Luzerne Zeitung. 30. Juli 2021, abgerufen am 5. August 2021.</ref><ref>Iwan Städler: «Zahle oder leide» – Wie die Hacker bei Comparis Lösegeld erpressten. In: Tages-Anzeiger, 22. April 2023.</ref>

Im Jahr 2023 hat Comparis den Benzinpreis-Radar vom Touring Club Schweiz übernommen, womit sich die günstigste Tankstelle ausfindig machen lässt. Die Preise der verschiedenen Treibstoffe werden dabei von den Nutzenden selbst gemeldet.<ref>Comparis übernimmt TCS-Benzinpreis-Radar. In: pctipp.ch. 27. Februar 2023, abgerufen am 27. Februar 2023.</ref>

Im Juli 2024 wurde bekannt, dass Comparis laut Bundesverwaltungsgericht als Versicherungsvermittlerin gilt und somit der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht untersteht.<ref>Sibilla Bondolfi: Bundesverwaltungsgericht - Comparis gilt jetzt offiziell als Versicherungsvermittlerin. In: srf.ch. 12. Juli 2024, abgerufen am 12. Juli 2024.</ref>

Mobile Apps

Comparis bietet verschiedene Dienstleistungen auch auf mobilen Endgeräten an. Für den Immobilienmarkt besteht eine Applikation für iOS und Android, die Miet- und Kaufobjekte mit dazugehörendem Bild und Zusatzinformationen direkt auf Google Maps anzeigt. Mit der Automarkt-App für iOS und Android lassen sich aktuelle Angebote auf dem Fahrzeugmarkt durchsuchen.

Finanzierung

Für die Nutzer ist das Comparis-Angebot weitgehend kostenlos. Eine Schutzgebühr wird in der Hypotheken-Börse erhoben, um die Seriosität der Gesuche sicherzustellen. Laut eigenen Angaben wird das Angebot finanziert durch Werbung, durch die Weiterleitung von Klicks sowie durch die Erfassung und Aufbereitung von Offertanfragen für die Anbieter, die diese Dienstleistungen in Anspruch nehmen wollen. Die Aufnahme und die Reihenfolge der Anbieter im Comparis-Vergleich erfolge aber unabhängig davon, ob sie die Dienstleistungen von comparis.ch in Anspruch nehmen oder nicht.<ref>Wir über uns. In: comparis.ch.</ref>

Die letztgenannte Finanzierungsform wird allerdings verschiedentlich kritisiert, weil diese nicht mit einem unabhängigen und neutralen Vergleichsdienst vereinbar sei. So wird Comparis von den Versicherungen selbst als guter Absatzkanal bezeichnet.

Im Bereich des Krankenversicherungsgeschäfts stösst das Geschäftsmodell von Comparis teilweise auf Kritik. Laut Branchenangaben erhält Comparis von den Krankenkassen zwischen 40 und 50 Franken pro Offerten­anfrage. Ein Vorstoss des Parlaments zum Verbot von Provisionen und Telefonwerbung in der Grundversicherung der Krankenkassen scheiterte am 1. Oktober 2010 in der Schlussabstimmung des Nationalrats.<ref>Von Couchepins Vorschlägen bleibt nichts übrig. In: NZZ. 1. Oktober 2010.</ref> comparis.ch stellte per Medienmitteilung allerdings klar, dass man vom Provisionsverbot nicht betroffen sei: „comparis.ch erhält, anders als Makler, keine Provisionen, sondern unterhält für die Krankenkassen automatisierte Offertprozesse und wird für die Nutzung dieser Dienstleistung sowie unabhängig vom Vertragsabschluss entschädigt.“<ref>Zwiespältige Bilanz für Konsumenten. (Medienmitteilung) In: comparis.ch. 30. September 2010 (PDF; 57 kB).</ref> Zudem argumentiert Comparis, dass der Betrieb dieser automatisierten IT-Prozesse zu einer deutlichen Steigerung der Kosteneffizienz beim Krankenkassenwechsel beitrage. Berechnungen zeigen, dass die Krankenkassen allein aufgrund der Comparis-Prozesse bis zu 500 Millionen Franken Verwaltungskosten sparen können. Denn eine telefonische Anfrage und deren Bearbeitung verursache bei den Krankenkassen Kosten von rund 100 Franken. In der Tat lag der Anteil der Verwaltungskosten bei den Krankenkassen gemäss dem Bundesamt für Gesundheit 1996 mit 8,6 Prozent des Prämienvolumens um über 50 Prozent höher als aktuell mit 5,6 Prozent.<ref>Bundesamt für Gesundheit, Bern: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Statistiken (Memento vom 15. März 2016 im Internet Archive)</ref><ref>helmuth.fuchs: Krankenkassen mit hohen Verwaltungskosten hatten 2020 die höchsten Prämien. 26. Oktober 2021, abgerufen am 24. Juni 2022.</ref><ref>Bundesamt für Gesundheit BAG: Statistik der obligatorischen Krankenversicherung. Abgerufen am 24. Juni 2022.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

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