Giraffatitan
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| Giraffatitan | ||||||||||||
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| Datei:Giraffatitan brancai Naturkundemuseum Berlin.jpg
Skelettrekonstruktion von Giraffatitan brancai im Naturkundemuseum Berlin nach dem Umbau von 2007: Die Beine stehen unter dem Körper, der Schwanz ist vom Boden abgehoben. Das Exponat ist Fossil des Jahres 2012. | ||||||||||||
| Zeitliches Auftreten | ||||||||||||
| Oberjura (? Callovium, Oxfordium bis Tithonium)<ref name="Bussert_et_al_2009"/> | ||||||||||||
| Erdzeitalter-Vorlage: Unbekannter Parameterwert! bis Erdzeitalter−Vorlage: Unbekannter Parameterwert! Mio. Jahre | ||||||||||||
| Fundorte | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Giraffatitan | ||||||||||||
| Paul, 1988 | ||||||||||||
| Art | ||||||||||||
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Giraffatitan ist eine Gattung sauropoder Dinosaurier aus dem Oberjura von Afrika.<ref name="taylor2009" /> Mit einer Gesamtlänge von bis zu 26 Metern zählt dieser Dinosaurier zu den größten Landtieren der Erdgeschichte. Die ersten Fossilien stammen von der Fundstelle Tendaguru im früheren Deutsch-Ostafrika (heute Tansania), wo sie im Rahmen einer deutschen Expedition, die in den Jahren 1909 bis 1913 stattfand, ausgegraben und nach Berlin gebracht wurden.<ref>Mareike Vennen: Vom Fort-Schreiten der Tendaguru-Fundstücke. In: Merten Lagatz, Bénédicte Savoy, Philippa Sissis (Hrsg.): Beute. Ein Bildatlas zu Kunstraub und Kulturerbe. Matthes & Seitz, Berlin 2021, ISBN 978-3-7518-0311-3, S. 74–77.</ref> Ursprünglich wurde die Typus-Art Giraffatitan brancai von Werner Janensch als afrikanische Art von Brachiosaurus, Brachiosaurus brancai, beschrieben,<ref name="janensch1914" /><ref name="janensch1929" /> wurde inzwischen jedoch in eine eigene Gattung verschoben.
Mit weiteren Gattungen bildet Giraffatitan aufgrund gemeinsamer anatomischer Merkmale (Synapomorphien) wie den langen Vorderbeinen und den hoch liegenden Nasenöffnungen das Taxon Brachiosauridae. Giraffatitan ist die Schwestergattung von Brachiosaurus.
Systematik
Janensch beschrieb zwei Arten, Brachiosaurus brancai und Brachiosaurus fraasi, stellte aber bald fest, dass B. fraasi ein jüngeres Synonym von B. brancai ist.<ref name="janensch1929" /> Gregory S. Paul wies im Jahr 1988 auf eine Reihe von Unterschieden zwischen der nordamerikanischen Typus-Art von Brachiosaurus (B. altithorax) und dem afrikanischen Material hin und stellte B. brancai in eine eigene Untergattung Giraffatitan.<ref name="paul1988" /> George Olshevsky hielt diese Unterschiede für bedeutsam genug, um Giraffatitan zu einer Gattung zu erheben.<ref name="glut" /> Eine genaue Untersuchung von Michael Taylor zeigte, dass diese Unterscheidung gerechtfertigt ist, da die Differenzen zwischen den beiden Arten deutlich größer sind als die zwischen anderen gut bekannten Sauropodengattungen, wie etwa Diplodocus und Barosaurus.<ref name="taylor2009" />
Skelett in Berlin
Im Berliner Museum für Naturkunde ist ein Skelett von Giraffatitan ausgestellt, das von der paläontologischen Gesellschaft zum Fossil des Jahres 2012 gewählt wurde. Es besteht aus Skelettmaterial von mehreren Individuen und enthält auch das Material des Holotypus (HMN SII)<ref name="paul1988" />. Das beistehende Zertifikat von Guinness World Records über den Rekord des weltgrößten Dinosaurierskeletts bezeichnet ihn weiterhin als Brachiosaurus brancai.<ref>Annika Butz: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Das größte Dinosaurierskelett der Welt. ( des Vorlage:IconExternal vom 19. August 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. 2014. Auf: Museum für Naturkunde - Berlin-postkolonial.de</ref>
Schwanz
Eine 3D-Analyse an 18 sehr gut erhaltenen Schwanzwirbeln des Ausstellungsstücks durch eine Gruppe um Verónica Díez Díaz vom Berliner Museum für Naturkunde legt nahe, dass der Schwanz von Giraffatitan viel beweglicher war als bislang angenommen. Demnach konnte der Schwanz um 82 bis 108 Grad aufwärts und 44 bis 53 Grad abwärts gebogen werden. Abwärts war die Bewegung durch die Hämalbögen begrenzt. Des Weiteren legen Ausrichtung und Form der Gelenkflächen zwischen den Wirbeln seitliche Bewegungen zwischen 42 und 79 Grad nahe. Der Schwanz konnte um bis zu 26 Grad verdreht werden. Ein solchermaßen beweglicher Schwanz hätte dem Gleichgewicht und der Fortbewegung, aber auch der Verteidigung und der Kommunikation mit Artgenossen dienen können.<ref>Anna Manz: Sauropoden konnten mit dem Schwanz wedeln. In: Scinexx. 18. August 2025, abgerufen am 18. August 2025.</ref><ref>doi:10.1098/rsos.250851</ref>
Einzelnachweise
<references> <ref name="Bussert_et_al_2009">Robert Bussert, Wolf-Dieter Heinrich, Martin Aberhan: The Tendaguru Formation (Late Jurassic to Early Cretaceous, southern Tanzania): definition, palaeoenvironments, and sequence stratigraphy. In: Fossil Record. Bd. 12, Nr. 2, 2009, ISSN 2193-0066, S. 141–174, doi:10.1002/mmng.200900004.</ref> <ref name="janensch1914">Werner Janensch: Übersicht über der Wirbeltierfauna der Tendaguru-Schichten nebst einer kurzen Charakterisierung der neu aufgeführten Arten von Sauropoden. In: Archiv für Biontologie. Bd. 3, Nr. 1, 1914, ZDB-ID 500155-9, S. 81–110. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Digitalisat ( des Vorlage:IconExternal vom 9. April 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 2,5 MB)</ref> <ref name="janensch1929">Werner Janensch: Material und Formengehalt der Sauropoden in der Ausbeute der Tendaguru-Expedition. In: Wissenschaftliche Ergebnisse der Tendaguru-Expedition 1909–1912. NF Reihe 1, Teil 2, Lfg. 1 = Palaeontographica. Supplement. 7, 1, 2, 1, 1929, ISSN 0085-4611, S. 1–34.</ref> <ref name="paul1988">Gregory S. Paul: The brachiosaur giants of the Morrison and Tendaguru with a description of a new subgenus, Giraffatitan, and a comparison of the world's largest dinosaurs. Proceedings of the North American Paleontological Conference IV: The Golden Age of Dinosaurs – The Mid Mesozoic Terrestrial Ecosystem of North America Field Trip and Colloqium (= Hunteria. Bd. 2, Nr. 3, ZDB-ID 1251702-1). University of Colorado Museum, Boulder CO 1988, Digitalisat (PDF; 12,32 MB).</ref> <ref name="taylor2009">Michael P. Taylor: A Re-Evaluation of Brachiosaurus altithorax Riggs 1903 (Dinosauria, Sauropoda) and Its Generic Separation from Giraffatitan brancai (Janensch 1914). In: Journal of Vertebrate Paleontology. Bd. 29, Nr. 3, 2009, ISSN 0272-4634, S. 787–806, doi:10.1671/039.029.0309.</ref> <ref name="glut">Donald F. Glut: Brachiosaurus. In: Donald F. Glut: Dinosaurs. The Encyclopedia. McFarland, Jefferson NC u. a. 1997, ISBN 0-89950-917-7, S. 218.</ref> </references>