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Mundys

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Mundys S.p.A.

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Mundys.svg
Rechtsform Società per azioni
ISIN IT0003506190
Gründung 1950
Sitz Rom, ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien
Leitung
  • Andrea Mangoni, CEO
Mitarbeiterzahl 22.529<ref name="AR">2024 Integrated Annual Report. (PDF) Mundys S.p.A., abgerufen am 7. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Umsatz 9,28 Mrd. EUR<ref name="AR" />
Branche Infrastruktur
Website www.mundys.com
Stand: 31. Dezember 2024

Die Mundys S.p.A. (bis 2023 Atlantia S.p.A., ursprünglich Autostrade S.p.A.) ist ein italienischer Infrastrukturbetreiber mit Sitz in Rom. Nach dem Verkauf des Tochterunternehmens ASPI betreibt Mundys Straßen außerhalb Italiens (in Argentinien, Brasilien, Chile, Frankreich, Indien, Spanien, Polen und Puerto Rico) und Flughäfen direkt (in Frankreich, u. a. Nizza) und über die Tochter Aeroporti di Roma (die Flughäfen Fiumicino und Ciampino in Rom).

Unternehmensgeschichte

Datei:Palazzo sede Atlantia.jpg
Unternehmenssitz von Mundys in Rom (2016)

Società Concessioni e Costruzioni Autostrade

Das Unternehmen wurde unter dem Namen Società Concessioni e Costruzioni Autostrade p.A. 1950 durch die staatliche Holding Istituto per la Ricostruzione Industriale (IRI) zum Bau der A1 Autostrade del Sole, die 1964 fertiggestellt wurde, gegründet.<ref name="milestones">Atlantia: Meilensteine, geschichtlicher Überblick auf Unternehmenswebsite, abgerufen am 19. August 2018 (englisch)</ref> In den 1960er Jahren erwarb das Unternehmen weitere Konzessionen und hält heute einen Großteil des aktuellen Autobahnnetzes in Italien. 1987 erfolgte der Gang an die Börse von Mailand und es erfolgte eine schrittweise Internationalisierung mit Beteiligungen an internationalen Straßenbauprojekten und der Teilnahme an Privatisierungen. 1999 wurde das Unternehmen vollständig privatisiert; die Benetton Group ist ihr bedeutendster Aktionär. 2003 wurde das italienische Konzessionsgeschäft in ein neues Tochterunternehmen, Autostrade per l’Italia, ausgegliedert.<ref name="milestones" />

Atlantia

Im Mai 2007 beschloss der Vorstand die Umbenennung der „Autostrade S.p.A.“ in „Atlantia“.<ref name="milestones" />

Im März 2013 kündigte Atlantia die Übernahme der Beteiligungsgesellschaft Gemina mittels eines bis Mai 2013 erfolgenden Aktientausches im Wert von 2 Milliarden Euro an. Gemina ist unter anderem in Lateinamerika aktiv und Eigentümer der Gesellschaft Aeroporti di Roma, die die römischen Flughäfen Fiumicino und Ciampino betreibt. Atlantia betrieb zu dieser Zeit bereits unter anderem rund 1800 Kilometer Mautautobahnen in Brasilien und Chile und erhoffte sich von der Übernahme weitere Konzessionen in Lateinamerika.<ref>Presseerklärung von Atlantia am 8. März 2013. Abgerufen am 9. März 2013 (italienisch)</ref><ref>Benetton-Familie kauft Roms Flughafen. In: Spiegel Online, 9. März 2013, abgerufen am 12. Mai 2025.</ref> Bereits 2006 plante Atlantia (damals noch unter dem Namen Autostrade) eine Fusion mit dem spanischen Konkurrenten und Autobahnbetreiber Abertis; diese kam damals aber wegen politischer Opposition in Italien nicht zustande und wurde aufgegeben. 2017 lancierte Atlantia erneut ein Angebot für Abertis; die Übernahmepläne wurden durch ein Gegenangebot des spanischen Baukonzerns ACS und dessen deutscher Tochter Hochtief durchkreuzt. Im März 2018 wurde die gemeinschaftliche Übernahme durch ein Konsortium aus Atlantia, dem spanischen Baukonzern ACS und Hochtief vereinbart, um einen Bieterwettbewerb zu vermeiden. Nach der Übernahme sollte die Atlantia 50 % plus eine Aktie an Abertis halten, 20 % sollten von Hochtief erworben werden, die restlichen knapp 30 % von der ACS; gleichzeitig sollte Atlantia einen 25-%-Anteil an Hochtief erwerben.<ref>Einigung bei Abertis: Hochtief bleibt Bieterrennen erspart. In: Manager Magazin. 14. März 2018, abgerufen am 12. Mai 2025.</ref>

Ebenfalls im März 2018 erwarb Atlantia 15,49 % der Aktien der Getlink, die den Eurotunnel unter dem Ärmelkanal betreibt, für eine Milliarde Euro.<ref>Atlantia entra nel tunnel della Manica: 1 miliardo per il 15,5% di Getlink. 2. März 2018, abgerufen am 21. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 14. August 2018 stürzte in Genua ein Teilstück des Polcevera-Viadukts ein, wodurch 43 Menschen starben. Matteo Salvini, damals Innenminister Italiens (Kabinett Conte I), fragte öffentlich, wie viel Prozent seiner Einnahmen Autostrade für die Instandhaltung oder Instandsetzung seines Straßennetzes investiere.<ref>35 vittime tra cui tre bambini di 8, 12 e 13 anni, ma si scava ancora. In: repubblica.it</ref> Der Aktienkurs von Atlantia fiel am Tag nach dem Einsturz der Brücke um 22 Prozent und wurde zeitweise vom Börsenhandel ausgesetzt, nachdem Politiker einen Konzessionsentzug wegen mangelnder Instandhaltung befürwortet oder gefordert hatten. Atlantia erklärte kurz nach dem Unglück, alle Wartungen seien vertragsgemäß durchgeführt worden; es kündigte an, man werde Entlastungsstraßen bauen, weitere Hilfsmaßnahmen in Höhe von 500 Mio. Euro leisten und binnen acht Monaten eine neue Stahlbrücke errichten, sobald die nötigen Zulassungen vorlägen. Kurz darauf kündigte Innenminister Salvini an, Autostrade die Konzession für ihr gesamtes italienisches Netz entziehen zu wollen.<ref>Bloomberg: Italy to Revoke Autostrade Concession Despite Company Aid Offer, 19. August 2018, abgerufen am selben Tag (englisch)</ref> Im November 2019 wurde bekannt, dass Atlantia seit 2014 wusste, dass die Brücke einsturzgefährdet war.<ref>Matthias Rüb: Einsturz des Ponte Morandi: Firma wusste von Gefahr bei Genua-Brücke. In: FAZ. ISSN 0174-4909 (Online [abgerufen am 21. November 2019]).</ref>

Zum Abbau eigener Schulden trennte sich Atlantia 2019 von einem Drittel seiner Hochtief-Aktien.<ref>Dow Jones News: Atlantia verkauft 8 Prozent Hochtief-Aktien zum Schuldenabbau. In: finanznachrichten.de. 28. März 2019, abgerufen am 16. März 2024.</ref> Atlantia versuchte seit längerem, der italienischen Staatsbank Cassa Depositi e Prestiti Anteile am Autobahnbetreiber Autostrade per l’Italia (Aspi) zu verkaufen.<ref>https://www.reuters.com/article/italien-autostrade-atlantia-idDEKBN26Z0IW Oktober 2020</ref> Im Juni 2021 begann die Übernahme der Aspi durch die neu formierte Holding Reti Autostradali (HRA).

Mundys

Am 14. März 2023 erfolgte eine weitere Umbenennung, diesmal von „Atlantia“ in „Mundys“.<ref>La nostra storia, abgerufen am 18. August 2023.</ref> Denn der Name „Atlantia“ war zu sehr mit dem Einsturz des Polcevera-Viadukts verbunden. Die Umbenennung in „Mundys“ sollte dazu dienen, „ein neues Kapitel aufzuschlagen“.<ref>Christian Schubert: Der Brückeneinsturz von Genua bleibt eine offene Wunde. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. August 2023, S. 18.</ref>

Anteilseigener

(Stand: Juni 2025)<ref>Shareholders. Mundys S.p.A., abgerufen am 7. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Anteil Anteilseigner
57,00 % Edizione S.p.A. (Familie Benetton)
37,80 % Blackstone Group
5,20 % Fondazione Cassa di Risparmio di Torino

Siehe auch

Weblinks

Commons: Mundys – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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