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Sebastian Thrun

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Datei:Sebastian Thrun at IAA 2019 IMG 0893.jpg
Thrun auf der IAA 2019

Sebastian Thrun (* 14. Mai 1967 in Solingen) ist ein deutscher Unternehmer, Informatiker und Robotik-Spezialist. Er ist Professor für Künstliche Intelligenz an der Stanford University und war Vizepräsident bei Google.

Leben

Thrun besuchte das Gymnasium Josephinum in Hildesheim und studierte Informatik, Medizin und Ökonomie bis zu seinem Vordiplom im Jahre 1988 an der Universität Hildesheim. Sein Diplom (1993) sowie die Promotion zum Doctor rerum naturalium mit der Auszeichnung summa cum laude im Jahre 1995 erlangte er an der Universität Bonn in den Disziplinen Informatik und Statistik.<ref>Sebastian Thrun. In: Mathematics Genealogy Project. North Dakota State University, abgerufen am 14. Juni 2023.</ref>

1998 wurde er zum Assistenzprofessor (ab 2001 Extraordinarius) für Informatik an der Carnegie Mellon University berufen, 2003 wechselte er als Associate Professor zur Stanford University und wurde Leiter des Artificial Intelligence Lab in Stanford für das Racing Team der Universität, kurz danach begann Thruns Engagement für Google.<ref name="1000 Jahre">Jonas Leppin: „Die Uni nutzt Methoden wie vor tausend Jahren“, Interview mit Sebastian Thrun, Spiegel Online, 19. März 2012</ref> 2007 trat er eine reguläre Professur in Stanford an.<ref name="cv">Curriculum Vitae of Sebastian Thrun, Ph.D. (PDF; 202 kB), abgerufen am 15. Juni 2012</ref>

Thrun interessierte sich, wie Google-Gründer Larry Page, für selbstfahrende Autos. 2005 nahm Thrun mit seinem Modell an der „Grand Challenge 2005“ teil, einem wichtigen Wettbewerb unter der Schirmherrschaft der US-Militärforschungsbehörde Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA). Er entwickelte mit dem Stanford Racing Team den autonom fahrenden VW TouaregStanley“, der 2005 die mit zwei Millionen US-Dollar dotierte DARPA Grand Challenge gewann.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 9. Oktober 2007 im Internet Archive)</ref> Für diesen Erfolg erhielt Thrun den mit 30.000 Euro dotierten Braunschweiger Forschungspreis 2007.<ref name="bsfp">Pressemitteilung zur Preisverleihung</ref> Im Jahr 2007 nahm das Stanford Racing Team unter seiner Leitung mit dem ebenfalls autonom fahrenden VW PassatJunior“ an der DARPA Urban Challenge teil, die das Fahrzeug erfolgreich als Zweitplatzierter beendete.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 24. Dezember 2010 im Internet Archive) DARPA Urban Challenge</ref>

Zum Sommersemester 2011 ließ Thrun sich von seinen Lehrverpflichtungen entbinden, um mehr Zeit für seine Forschung als „Google Fellow“ zu haben. Page beauftragte Thrun damit, die geheime Forschungsabteilung Google X aufzubauen, in der auch Google Glass entstand. Zugleich wurden unter Thruns Führung die „Street-View-Autos“ entworfen. Thrun ist damit für den Erfolg einer Schlüsseltechnologie Googles verantwortlich.

Thrun bot Ende 2011 seine „Einführung in die Künstliche Intelligenz“ als Massive Open Online Course an. 160.000 Studenten meldeten sich an, von denen 23.000 an einem Online-Abschlussexamen teilnahmen – mehr als an der Westküsten-Eliteuniversität Stanford insgesamt eingeschrieben sind. Thrun gab darauf seine Professur auf und gründete zusammen mit weiteren Professoren die Online-Akademie Udacity. Dort werden 25 Kurse in den Fächern Mathematik, Physik und Informatik angeboten.<ref name="1000 Jahre" /><ref>Verändert er die Welt? in FAZ vom 16. August 2012, S. 25.</ref>

Am 25. April 2012 stellte Thrun in der US-amerikanischen Talkshow Charlie Rose einen Prototyp der Google-Project-Glass-Brille vor.<ref>Sebastian Thrun bei Charlie Rose: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Interview (Memento vom 27. April 2012 im Internet Archive)</ref>

Ende 2012 reihte ihn die US-Fachzeitschrift Foreign Policy unter die „100 einflussreichsten Denker der Welt“ ein – auf Platz vier. Im April 2014 holte ihn die Credit Suisse in den Verwaltungsrat.<ref>Der Google-Professor der Credit Suisse, handelszeitung.ch, 4. April 2014.</ref> Im Jahr 2018 leitete er in der Firma Kitty Hawk die Entwicklung des futuristischen Flugmobils Cora.<ref>Kitty Hawk Cora: Google-Mitgründer zeigt seine elektrischen Lufttaxis. In: heise online. 13. März 2018, abgerufen am 6. Januar 2019.</ref>

2023 erschien im Verlag Diplomatic Council Publishing die erste und bislang einzige von Sebastian Thrun autorisierte Biografie über ihn in deutscher Sprache.<ref>Günter Hack: Andreas Dripkes Buch über Sebastian Thrun. In: FAZ.NET. 13. Juni 2023, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 30. Oktober 2023]).</ref>

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

Publikationen

  • Sebastian Thrun, Wolfram Burgard, Dieter Fox: Probabilistic Robotics (Intelligent Robotics and Autonomous Agents). MIT Press, Cambridge/London 2005, ISBN 978-0-262-20162-9.
  • Sebastian Thrun, Michael Montemerlo: FastSLAM : a scalable method for the simultaneous localization and mapping problem in robotics. Springer, 2007, ISBN 978-3-540-46399-3.

Weblinks

Commons: Sebastian Thrun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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