Vetter Pharma
| Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Vetter Pharma Logo.svg | |
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Gründung | 1950 |
| Sitz | Ravensburg, Datei:Flag of Germany.svg Deutschland |
| Leitung |
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| Mitarbeiterzahl | 6.590 (2024)<ref name="Jahresabschluss Vetter Pharma" /> |
| Umsatz | 1,114 Mrd. Euro (2024)<ref name="Jahresabschluss Vetter Pharma">Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG: Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024, veröffentlicht im Unternehmensregister am 3. Juli 2025, abgerufen am 22. Juli 2025.</ref> |
| Branche | Pharmadienstleister |
| Website | www.vetter-pharma.com |
| Stand: 31. Dezember 2024 | |
Die Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG ist ein deutscher Pharmadienstleister mit Hauptsitz in Ravensburg und Standorten in Deutschland, Österreich, USA und Asien. Das Unternehmen betreibt im Kundenauftrag Entwicklung, Herstellung und Verpackung aseptisch vorgefüllter Spritzen, Karpulen und Vials.<ref name="Jahresabschluss Vetter Pharma" />
Geschichte
Das Unternehmen wurde 1950 von dem Apotheker Helmut Vetter (1920–1999) als Apotheker Vetter & Co. Arzneimittel GmbH Ravensburg gegründet.<ref name=":0">Von Oberschwaben in die Welt. Vetter Pharma. In: Schwäbische Zeitung Leutkirch, 3. Februar 2018.</ref> Zunächst fertigte der Betrieb vorwiegend Oblatenkapseln, vor allem das selbstentwickelte Magenmittel Ullus-Kapseln.<ref name=":0" /> Ein Jahr später folgte der Umzug in ein vierstöckiges Gebäude im Zentrum Ravensburgs. 1958 eröffnete Vetter eine eigene Apotheke (Apotheke Vetter am Marienplatz) samt Parfümerie und Reformhaus. In dieser Zeit begann Vetter sich mit der luft- und wasserdichten Versiegelung der selbst hergestellten Medikamente zu befassen.<ref name=":0" /> Ab 1965 begann die Firma mit der Auftragsfertigung von festen und flüssigen Arzneimitteln inklusive deren Verpackung. Seit 1975 wurden verstärkt aseptisch gefüllte Fertigspritzen produziert und seit Ende der 1980er Jahre betreibt das Unternehmen die keimfreie Abfüllung hauptgeschäftlich.<ref name=":0" />
In den USA gründete Vetter 1983 seine erste ausländische Tochterfirma Vetter Pharma-Turm Inc. in Yardley (Pennsylvania), welche den Vertrieb in den USA und Kanada übernahm. 1984 erfolgte die Umfirmierung in Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG. 1987 übernahm Udo Johannes Vetter Führungspositionen im Unternehmen.<ref>Zur Person. In: Schwäbische Zeitung Leutkirch, 20. April 2020.</ref>
1988 erhielt das Werk in Ravensburg eine Zulassung der amerikanischen FDA, wodurch sich der US-Markt für das Unternehmen öffnete. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte der Pharmadienstleister rund 350 Mitarbeiter. Zwei Jahre später brachte Vetter ein neues Zweikammer-Spritzensystem auf den Markt, das in einer Kammer gefriergetrocknete und damit lange haltbare Arzneimittel und in der zweiten Kammer ein geeignetes Lösungsmittel enthält; bei der Applikation werden die Komponenten gemischt.<ref name=":0" /> In den folgenden Jahren automatisierte Vetter seine Fertigung und eröffnete weitere Produktionsstätten in Deutschland.<ref>Boemelburg: Wachstum an mehreren Standorten. Firma Vetter investiert 500000 Euro in neuen Parkplatz am Standort Langenargen. In: Südkurier, 1. Oktober 2009.</ref>
Das US-Ministerium für Innere Sicherheit führte Vetter 2008 auf der Strategieliste der Critical Foreign Dependencies Initiative. Diese erfasst ausländische Infrastruktur, die, wenn angegriffen oder zerstört, die USA gefährden würde.<ref name=":1">Walther Rosenberger: Für Vetter wird Oberschwaben zu klein. In: Südkurier, 8. Februar 2023.</ref> Enthüllt wurde diese Liste, in der es um neuralgische Punkte für die Sicherheit der Vereinigten Staaten ging, durch WikiLeaks.<ref name=":2">Uwe Marx: 200 Millionen sterile Teile - und keins darf Fehler haben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. April 2016.</ref>
Im Jahr 2020 ging Vetter eine strategische Zusammenarbeit mit dem familiengeführten Biotech-Unternehmen Rentschler ein. Darin übernimmt Rentschler die Bioprozessentwicklung und Wirkstoffproduktion, während Vetter die Abfüllung und Verpackung von Wirkstoffen betreibt.<ref>Oberschwäbische Pharma-Allianz. In: Schwäbische Zeitung Leutkirch, 7. Juli 2020.</ref> Ende 2021 erhielt Vetter nach einer Inspektion durch die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) die Betriebsbewilligung für eine neue klinische Fertigungsstätte im österreichischen Rankweil.<ref>Vetter Expands Fill/Finish Capacity with Acquisition of New Site in Austria. In: Biopharminternational. 8. Juli 2020, abgerufen am 5. Februar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Vetters Hightech-Standort in Rankweil offiziell in Betrieb. In: Weekend. 2. Februar 2022, abgerufen am 2. März 2022.</ref> Seit Herbst 2021 wird zudem für 230 Millionen Euro in Ravensburg ein neues Produktionsgebäude errichtet, das weitere Produktionskapazitäten bieten soll.<ref>Georg Kääb: Vetter Pharma Vetter investiert 230 Mio. Euro in Ravensburg. In: Transkript. 17. Oktober 2023, abgerufen am 2. April 2024.</ref>
2021 gründete Vetter das Programm Vetter goes Social, bei welchem Studierende, Auszubildende und Praktikanten von Vetter soziale Projekte in der Region unterstützen.<ref name=":7">Abendflohmarkt in Ravensburg – Vetter-Nachwuchs engagiert sich für Geflüchtete. In: Wochenblatt. 22. August 2022, abgerufen am 7. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im März 2023 trat Vetter der international größten Unternehmensinitiative für nachhaltiges Wirtschaften bei, dem UN Global Compact Netzwerk (UNGC).<ref>Alivia Leon: Vetter Joins United Nations Global Compact. In: BioPharm International. 9. März 2023, abgerufen am 2. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im November 2023 trat das Unternehmen außerdem der Science Based Targets initiative (SBTi) bei, einer Initiative von Unternehmen, die bis 2050 klimaneutral werden wollen.<ref>Vetter treibt Nachhaltigkeitsstrategie voran und tritt der SBTi bei. In: Pharmaindustrie Online. 14. Dezember 2023, abgerufen am 3. April 2024.</ref> 2023 wurden die Produktionskapazitäten und das Dienstleistungsangebot am Standort Rankweil weiter ausgebaut.<ref>Jona Göbelbecker: Neue Produktionskapazitäten und Services: Lohnhersteller Vetter erweitert österreichischen Standort Rankweil. In: pharma-food.de. 10. Mai 2023, abgerufen am 2. April 2024.</ref>
Am 18. November 2024 eröffnete Vetter ein Bildungszentrum mit naturwissenschaftlichem Ausbildungszentrum in Ravensburg, in dem das Unternehmen Pharmakanten und Laboranten ausbildet. Es ergänzt ein weiteres, seit 2020 bestehendes technisches Bildungszentrum des Unternehmens, das ebenfalls Ravensburg angesiedelt ist.<ref>Stefanie Rebhan: Win-Win-Win-Situation: Vetter weiht riesiges Bildungszentrum ein. In: Schwäbische Zeitung. 19. November 2024, abgerufen am 27. Januar 2025.</ref><ref>Bernd Günther: Pharma Vetter eröffnet zentrales Bildungszentrum. In: Südkurier. 19. November 2024, abgerufen am 24. Juni 2025.</ref>
Wie die Schwäbische Zeitung im August 2025 berichtete, zieht der amerikanische Entwicklungsstandort des Unternehmens von Skokie nach Des Plaines um. Vetter investiere dort rund 250 Mio. Euro in eine neue klinische Produktionsstätte. Die Bauarbeiten begannen Ende Juni 2025.<ref>Annette Vincenz: Zolldeal mit den USA: Für Firmen in der Region ein zweischneidiges Schwert. 13. August 2025, abgerufen am 22. September 2025.</ref>
Unternehmensstruktur
Das Unternehmen erwirtschaftet mehr als die Hälfte seines Umsatzes in den USA (Stand 2023).<ref name=":8">Walther Rosenberger: Vetter knackt 6000-Mitarbeiter-Schwelle in Ravensburg. In: Südkurier, 1. April 2023.</ref><ref name=":2" />
Vetter besitzt national und international mehrere Standorte. In Ravensburg und Langenargen<ref name=":4">Sabine Wienrich: Wie Corona das Geschäft des Pharmadienstleisters Vetter verändert. In: Südkurier, 29. September 2020.</ref> betreibt das Unternehmen insgesamt drei Fertigungsstätten für die Herstellung und Endverpackung. Weiterhin besitzt Vetter Entwicklungsstandorte in Österreich und den USA.<ref name=":6">Vetter kompensiert unvermeidbaren CO2-Ausstoß. Commerzbank, Juli 2022, abgerufen am 5. April 2023.</ref> In den USA und Österreich werden kleine Mengen Wirkstoff für klinische Testreihen abgefüllt.<ref name=":0" /> Weitere Vertriebsstandorte befinden sich in der Asien-Pazifik-Region mit Niederlassungen in China, Singapur, Japan und Südkorea.<ref name=":3">Vetter eröffnet Büro in China. In: Schwäbische Zeitung, 12. März 2021.</ref><ref name=":6" /> Seit September 2020 sind alle deutschen, und seit dem Jahr 2021 alle österreichischen, amerikanischen und asiatischen Produktions- und Vertriebsstandorte des Unternehmens CO2-neutral.<ref>Thorsten Schüller: Die Umweltaktivitäten der Pharma- und Biotechindustrie. In: CheManager. 19. Oktober 2022, abgerufen am 5. April 2023.</ref>
Vetter Pharma ist seit 2024 Mitglied im Verband Forschender Arzneimittelhersteller.<ref>Vetter wird Mitglied im Verband forschender Arzneimittelhersteller. In: Wochenblatt Verlagsgruppe. 21. Januar 2024, abgerufen am 27. Januar 2025.</ref><ref>Außerordentliche Mitgliedschaft: Vetter im vfa aufgenommen. In: Pharmaindustrie online. 18. Januar 2024, abgerufen am 13. Februar 2025.</ref>
Gesellschafterstruktur
Anteilseigner der Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG sind die A-DWK GmbH (7,25 %), A-JJK GmbH (7,25 %), A-CVK GmbH (24,5 %), A-UJV I Holding GmbH (25,5 %), A-UJV II Beteiligungs GmbH (25,5 %), A-ANV GmbH (5 %) und A-BMV GmbH (5 %), die alle ihren Sitz in Graz (Österreich) haben (Stand: Januar 2025). Gesellschafter dieser vermögensverwaltenden GmbHs sind jeweils mit 99,6 % die Vetter Holding GmbH & Co. KG und Vetter Kerkhoff Holding GmbH & Co. KG mit Sitz in Ravensburg, die verschiedenen Mitgliedern der Familie Vetter zuzurechnen sind und ebenfalls der Vermögensverwaltung dienen.<ref>Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG auf northdata.de, abgerufen am 7. März 2025.</ref>
Produkte
Vetter betreibt im Auftrag seiner Kunden die Entwicklung, Herstellung und Verpackung von injizierbaren Medikamenten.<ref name=":1" /> Das Unternehmen füllt die Wirkstoffe steril in Spritzen und andere Injektionssysteme ab.<ref name=":5">Vetter Pharma trotzt allen Stürmen. In: Schwäbische Zeitung Leutkirch, 18. November 2022.</ref> An den Standorten in Ravensburg und Langenargen werden beispielsweise Wirkstoffe gegen Autoimmunerkrankungen wie Rheuma und Morbus Crohn abgefüllt. Auch Wirkstoffe für seltene Krankheiten wie Kinderalzheimer werden hier steril in verschiedene Injektionssysteme abgefüllt und verpackt.<ref name=":4" />
Vetter beliefert rund 200 Kunden, zu denen sowohl große Pharmakonzerne als auch zahlreiche Biotech-Startups gehören.<ref name=":5" />
Auszeichnungen (Auswahl)
2022 gewann Vetter den Sustainable Impact Award in der Kategorie „Social Impact on Employees“, welche sich unter anderem auf die Mitarbeiterzufriedenheit bezieht. Verliehen wird die Auszeichnung durch die Zeitschrift Wirtschaftswoche, dem Bundesverband Mittelständische Wirtschaft sowie Generali Deutschland.<ref>Sustainable Impact Award: „Es ist eine Illusion, dass wir so weitermachen können“. In: Wirtschaftswoche. 24. September 2022, abgerufen am 6. Mai 2023.</ref> 2023 wurde der Preis zum zweiten Mal in Folge gewonnen, nunmehr in der Kategorie „Impact of Social Engagement“.<ref>Vetter gewinnt Sustainable Impact Award zum zweiten Mal in Folge. In: wochenblatt-online.de. 16. Oktober 2023, abgerufen am 2. April 2024.</ref>
2023 wurde Vetter als eines von zehn Unternehmen mit dem Umweltmanagement-Preis 2023 des deutschen Bundesumweltministeriums ausgezeichnet.<ref>Umweltmanagement-Preis 2023 zeichnet zehn Unternehmen für hervorragende Umweltleistungen aus. In: bmuv.de. 8. November 2023, abgerufen am 2. April 2024.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 47° 47′ 40″ N, 9° 37′ 14,7″ O
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