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Rexingen (Horb)

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Rexingen (Horb)
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Höhe: 478 m ü. NHN
Fläche: 7,16 km²
Einwohner: 1332 (31. Dez. 2022)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 72160
Vorwahl: 07451
Datei:Karte Horb am Neckar - Teilort Rexingen markiert.svg
Karte
Lage von Rexingen (Horb) in Horb am Neckar

Rexingen ist ein Ortsteil der Stadt Horb am Neckar im Landkreis Freudenstadt in Baden-Württemberg.

Geographie

Datei:Ansichten von Rexingen 77.jpg
Blick in Richtung Neckartal

Rexingen liegt etwa 60 Kilometer südwestlich von Stuttgart. Es ist eingebettet in einem Seitental des Neckars. Der Ortsteil der Stadt Horb am Neckar in Baden-Württemberg hat (Stand 2011) 1255 Einwohner<ref>Große Kreisstadt Horb am Neckar: Rexingen. In: www.horb.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. August 2012; abgerufen am 27. März 2011.</ref> und eine Fläche von rund 7,16 km².

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Rexingen hat Anschluss an die Bundesstraßen 14 und 28a. Die nächstgelegenen größeren Ortschaften sind Horb, Sulz am Neckar, Nagold und Freudenstadt. Das Dorf ist an das Busnetz der Verkehrs-Gemeinschaft Landkreis Freudenstadt (VGF) gebunden und hat direkte Busverbindungen in Richtung Horb, Freudenstadt und Waldachtal.

Die nächstgelegenen Bahnstationen sind in Horb und Bittelbronn. Früher gab es den Haltepunkt Altheim/Rexingen der Bahnstrecke Eutingen im Gäu–Freudenstadt, der aber nicht mehr bedient wird.

Der nächstgelegene Nachbarort Ihlingen liegt etwa einen Kilometer südöstlich von Rexingen.

Medien

Als lokale Tageszeitungen sind in Rexingen der Schwarzwälder Bote aus Oberndorf und die Südwest-Presse aus Ulm vertreten. Außerdem erscheint einmal wöchentlich das Mitteilungsblatt der Stadtteile Rexingen und Ihlingen.

Geschichte

Datei:Rexingen c1605.jpg
Rexingen (Ansicht um 1605)
Datei:Rexingen-1898.jpg
Ansichtskarte aus Rexingen von 1898

Der Name des Ortes entwickelte sich von dem Personennamen „Raciso“' über „Raggesingen“ zu „Rexingen“.

Der Johanniter- / Malteserorden gründete um 1275 in Rexingen eine Kommende. Die Kommende Rexingen gehörte bis 1806 zum katholischen Großpriorat Deutschland des Johanniter-/Malteserordens, mit Sitz in Heitersheim. Nach 1806 wurde aus Rexingen ein Schlossgut des Königs von Württemberg.

Auf dem Wappen ist das Malteserkreuz zu sehen. Früher war es das Kreuz des Johanniter-/Malteserordens. Damals diente das heutige Wappen als Stempelbild des Ordens. Als Wappen wird es seit etwa 1934 genutzt.

Jüdische Gemeinde

Seit dem Dreißigjährigen Krieg gab es 300 Jahre lang in der Stadt eine jüdische Gemeinde, die zunächst unter dem Schutz der Johanniter/Malteser stand und zeitweilig die Hälfte der Bevölkerung ausmachte. 1932 war die jüdische Einwohnerschaft Rexingens auf wenige Hundert zusammengeschrumpft. Von ihnen wurde ein Drittel Opfer der Vernichtungslager, zehn Familien und mehreren unverheirateten jungen Männern (am 6. Februar 1938 in der Rexinger Synagoge verabschiedet) gelang 1938/39 die Auswanderung, vor allem nach Palästina und den Vereinigten Staaten. Rexinger Juden gründeten den Moschaw Schawei Zion.<ref>Kehrwoche in Shavei Zion in Chrismon 08.2011, Seite 12–19</ref>

Die ehemalige Rexinger Synagoge überstand die Zeit des Nationalsozialismus und ist heute eine Gedenkstätte und zugleich evangelische Kirche. Der jüdische Friedhof ist ebenfalls ein Denkmal.

Eingemeindung

Am 1. Juli 1971 wurde Rexingen in die Stadt Horb am Neckar eingegliedert.<ref></ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Synagoge

Datei:Synagoge Rexingen.jpg
Die Synagoge

Die erste Synagoge in Rexingen wurde 1712 erbaut. Die heutige Synagoge wurde 1837 errichtet. In der Pogromnacht des 9. zum 10. November 1938 wurde sie von NS-Anhängern in Brand gesetzt. Das Gebäude konnte zwar von der Feuerwehr gerettet werden, aber das Gotteshaus war im Innern völlig ausgebrannt.<ref>Die Synagoge in Rexingen (Stadt Horb am Neckar, Landkreis Freudenstadt). In: www.alemannia-judaica.de. 8. März 2009, abgerufen am 19. April 2009: „Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge von SA-Leuten demoliert und angezündet. Victor Neckarsulmer, der zur Synagoge eilte, berichtete: „die Synagoge brannte an verschiedenen Stellen. SA-Leute rissen Lampen, Gedenktafeln für Verstorbene von Wänden und Becken. Mit Beilen und Äxten wurde auf Vorbeterpult, auf Bänke und Torarollen eingeschlagen. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch der Ansicht, es würde sich um eine Einzelaktion handeln… Daraufhin ging ich zu Bürgermeister Gunkel. Mit allen möglichen Ausreden suchte er die wahren Gründe zu vertuschen… Als ich zur Synagoge zurückkam, stand das Gebäude noch, aber das Gotteshaus war vollkommen ausgebrannt. Was übrig war, wurde in einer Ecke im Synagogenhof aufgehäuft und erneut angezündet. Zum Beispiel die Torarollen, Gebetbücher… Auf dem Weg nach meinem Haus wurde ich verhaftet und in das Gefängnis in Rexingen eingeliefert…“ Neckarsulmer wurde nach Dachau verbracht. Nach seiner Entlassung und Rückkehr nach Rexingen übergab ihm der örtliche Landjäger eine Torarolle, die er aus dem Aschenhaufen vor der Synagoge gerettet hatte: „Heute ist diese Torarolle, etwas angebrannt, etwas mit Messern zerstochen, aber sonst gut erhalten, im Gedenkraum der Rexinger in Shavei Zion aufgestellt“.“</ref>

In den darauffolgenden Kriegsjahren diente die Synagoge als Lagerraum der Waffenfabrik Mauser. Heute ist sie auch unter dem Namen „evangelische Kirche“ bekannt und wird als solche genutzt. Ein Gedenkraum im Kircheninneren informiert über diese Geschichte.<ref name="Gedenk">Ulrike Puvogel: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus: eine Dokumentation. Hrsg.: Bundeszentrale für Politische Bildung. Band 1. Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 49.</ref>

Jüdischer Friedhof

Datei:Jüdischer Friedhof Rexingen 09.jpg
Grabsteine des Rexinger Judenfriedhofes

Der jüdische Friedhof Rexingen repräsentiert fast 300 Jahre Geschichte einer ehemaligen jüdischen Gemeinde. 931 Grabsteine aus der Zeit von 1765 bis 1942 (letzte Beisetzung im israelitischen Ritus) erzählen von der Blütezeit jüdischer Kultur in Württemberg. Der Friedhof wurde 1760 angelegt und bis 1914 erweitert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er renoviert und wird seither regelmäßig gepflegt.<ref>Renate Karoline Adler, Nina Michielin (Red.): Lebensspuren auf dem jüdischen Friedhof in Rexingen, in Stein gehauen. In: Stadtarchiv Horb (Hrsg.): Jüdische Friedhöfe der Stadt Horb. Band 1. Theiss, Stuttgart 1997, ISBN 3-8062-1296-1.</ref> Seit 1947 erinnert ein Gedenkstein an mindestens 70 jüdische Opfer der Shoa aus Rexingen.

Ein Großteil derer, die rechtzeitig auswandern konnten, siedelten sich im israelischen Schawei Zion an. Dort erinnert seit 1968 eine Gedenkhalle an die ermordeten Rexinger Juden.<ref name="Gedenk" />

Denkmal

Datei:Ansichten von Rexingen 66.jpg
Denkmal in Rexingen

Das Denkmal wurde 1933 gebaut und 1937 eingeweiht. Es erinnerte an die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Form eines Hakenkreuzes. Kurz vor Kriegsende (1945) stürzte man das Hakenkreuz und brach die Steintafeln mit nationalsozialistischen Symbolen heraus. 1952 wurde ein christliches Kreuz von der Ortschaft Rexingen auf den Pfeiler gesetzt und die Lücken der herausgerissenen Steintafeln mit Zementflächen geschlossen. 2003 renovierten Freiwillige das Denkmal erneut.

Datei:Ansichten von Rexingen 58.jpg
Blick auf das Denkmal

Persönlichkeiten

Literatur

  • Vorlage:OberamtWürtt
  • Günther und Leslie Petzold: Shavei Zion. Blüte in Israel aus schwäbischer Wurzel. 2. A. 1985, ISBN 3-88350-305-3
  • Heinz Högerle, Carsten Kohlmann, Barbara Staudacher (Hrsg.): Ort der Zuflucht und Verheißung. Shavei Zion 1938–2008. Theiss, Stuttgart 2008, 280 Seiten. ISBN 978-3-8062-2141-1 (Katalog zu den Ausstellungen in Rexingen von 10. Februar 2008 bis 9. März 2008 über die einzigartige Gruppenauswanderung Rexinger Juden und die Gründung von Shavei Zion im Jahr 1938), darin:
    • Barbara Staudacher: Rexingen, S. 8–20 (Volltext)

Weblinks

Commons: Rexingen (Horb am Neckar) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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