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Alpen-Leinblatt

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Alpen-Leinblatt
Datei:Thesium alpinum01.jpg

Alpen-Leinblatt (Thesium alpinum)

Systematik
Ordnung: Sandelholzartige (Santalales)
Familie: Sandelholzgewächse (Santalaceae)
Tribus: Thesieae
Untertribus: Thesiinae
Gattung: Leinblatt (Thesium)
Art: Alpen-Leinblatt
Wissenschaftlicher Name
Thesium alpinum
L.

Das Alpen-Leinblatt (Thesium alpinum), auch Alpen-Bergflachs oder Alpen-Vermeinkraut<ref name="FloraWeb" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Leinblatt (Thesium) innerhalb der Familie der Sandelholzgewächse (Santalaceae).

Beschreibung

Datei:Thesium alpinum Sturm44.jpg
Illustration aus Sturm
Datei:Pflanze Liuthalas 020709-6.JPG
Blütenstand
Datei:Thesium alpinum sl14.jpg
Vierzählige Blüte mit rekauleszent mit dem Blütenstiel verwachsenem Deckblatt sowie zwei Vorblättern am Grund.
Datei:Thesium alpinum sl17.jpg
Frucht mit Elaiosom. Die Perigonblätter sind nur an der Spitze eingerollt.

Vegetative Merkmale

Das Alpen-Leinblatt ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 20, selten bis 50 Zentimetern erreicht. Am bogig aufsteigenden,<ref name="FloraWeb" /> kantigen Stängel sind die Laubblätter wechselständig angeordnet. Die Knospe des Seitentriebes scheint auf die Blattfläche hinaus verschoben zu sein, das nennt man Rekauleszenz. Die ungestielten, einnervigen Laubblätter sind bei einer Länge von bis zu 4 Zentimetern schmal linealisch und spitz.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. In einem schmalen, einseitswendigen, traubigen Blütenstand sind die Blüten angeordnet. Die Blüten stehen über je drei Hochblättern.<ref name="FloraWeb" />

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist vierzählig.<ref name="FloraWeb" /> Das innen weiße, außen grüne Perigon ist meist vierzipflig, es kann aber auch drei- oder fünfzipflig sein. Ein Perigonzipfel wird hierbei zwischen 2 und 4 Millimeter lang. Es ist nur ein Kreis mit vier oder selten fünf Staubblättern vorhanden. Der Fruchtknoten ist unterständig. Die Narbe ist kopfig.

Es werden kleine Nüsse gebildet. Die Blütenhülle ist zur Fruchtzeit nur an der Spitze eingerollt und ist daher mindestens so lang wie die Frucht.<ref name="FloraWeb" />

Chromosomen

Das Alpen-Leinblatt hat Polytänchromosomen.<ref name="Sengbusch" /> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Das Alpen-Leinblatt ist ein mesomorpher Hemikryptophyt. Es handelt sich um einen Halbschmarotzer.

Neben der Bestäubung durch Insekten spielt wahrscheinlich die Selbstbestäubung eine gleichwertige Rolle, vor allem, wenn zur Blütezeit das Wetter überwiegend schlecht ist.<ref name="Aichele-Schwegler" />

Die Früchte des Alpen-Leinblatts werden durch Ameisen ausgebreitet.<ref name="Aichele-Schwegler" />

Örtlich wird das Alpen-Leinblatt – meist mäßig häufig – von dem Rostpilz Puccinia mougeotii befallen, der nur auf dieser Art anzutreffen ist.<ref name="Aichele-Schwegler" />

Vorkommen

Das Alpen-Leinblatt kommt in den Gebirgen Mittel- und Südeuropas vor, sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich auch nördlich bis ins südliche Schweden und westliche Russland und östlich bis Kleinasien und zum Kaukasusraum.<ref name="FloraBW" />

Insgesamt ist das Alpen-Leinblatt in Mitteleuropa sehr selten; es kommt dort an ihren Standorten meist in kleinen, lockeren und eher in individuenarmen Beständen vor.<ref name="Aichele-Schwegler" />

Es besiedelt sowohl Blaugras-Rasen als auch Borstgras-Rasen in Höhenlagen von 1000 bis 2000 Metern; seltener geht es tiefer (z. B. im Alpenvorland im Bereich der Flusstäler, wo es mit Hochwässern herabgeschwemmt wird). Vereinzelt kommt es auch in Mittelgebirgen vor (z. B. im Schwarzwald im Feldberggebiet und am Belchen, sowie im Harz).<ref name="Aichele-Schwegler" />

Das Alpen-Leinblatt benötigt einigermaßen basenreiche, eher stickstoffarme, humose und lockere, steinige Lehmböden. Es gedeiht in alpinem Klima.<ref name="Aichele-Schwegler" /> Es ist eine Charakterart der Ordnung Seslerietalia, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Verbände Calamagrostion, Mesobromion, Erico-Pinion oder der Ordnungen Origanetalia oder Nardetalia vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt es bis zu einer Höhenlage von über 2000 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w (mäßig feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Der wissenschaftliche Name Thesium alpinum wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.<ref name="SpPl" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Thesium alpinum L., Alpen-Vermeinkraut. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Aichele-Schwegler"> </ref> <ref name="FloraBW"> </ref> <ref name="Sengbusch">Peter von Sengbusch: Botanik online - die Internetlehre. Endosperm; frühe Embryonalstadien; Samenbildung. Hamburg 2003, (online), Zugriff am 20. November 2011.</ref> <ref name="SpPl">Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 205 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D1%26issue%3D%26spage%3D205%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 433.</ref> <ref name="InfoFlora"> Thesium alpinum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Alpen-Leinblatt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien