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Zinkacetat

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Strukturformel
Datei:Zn2+.svg Datei:2.svgDatei:Acetate-anion-resonance-hybrid-2D-skeletal.png
Allgemeines
Name Zinkacetat
Andere Namen
Summenformel C4H6O4Zn (wasserfrei)
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff mit schwachem Geruch nach Essigsäure<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 209-170-2
ECHA-InfoCard 100.008.338
PubChem 11192
ChemSpider 10719
DrugBank DB14487
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

A16AX05

Eigenschaften
Molare Masse
  • 183,48 g·mol−1 (wasserfrei)
  • 219,50 g·mol−1 (Dihydrat)
Aggregatzustand

fest

Dichte
  • 1,74 g·cm−3 (Dihydrat)<ref name="GESTIS" />
  • 1,84 g·cm−3 (wasserfrei, 25 °C)<ref name="GESTIS" />
Schmelzpunkt

237 °C<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​318​‐​411
P: 264​‐​270​‐​273​‐​280​‐​301+312​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Zinkacetat ist das Zinksalz der Essigsäure mit der Konstitutionsformel Zn(CH3COO)2, welches in Kaugummi als Geschmacksverstärker eingesetzt und dort mit der E-Nummer E 650 gekennzeichnet wird. Bei Zinkacetat handelt es sich um eine Zinkverbindung, die gut vom Darm in die Blutbahn resorbiert wird. Somit dient diese unter anderem als Zinklieferant für den Organismus.

Gewinnung und Darstellung

Zink(II)-acetat kann durch Reaktion von Zinkoxid oder Zinkcarbonat mit Essigsäure hergestellt werden.

<math>\mathrm{ZnO + 2 \ CH_3COOH \longrightarrow Zn(CH_3COO)_2 + H_2O }</math>
<math>\mathrm{ZnCO_3 + 2 \ CH_3COOH \longrightarrow Zn(CH_3COO)_2 + H_2O + CO_2 \uparrow}</math>

Die direkte Synthese des wasserfreien Salzes erfolgt im Labor über die Umsetzung von Zinknitrat mit einem Überschuss an Essigsäureanhydrid zur Entfernung des entstehenden Wassers nach:<ref name="Brauer">Georg Brauer: Zinkacetat. In: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1954, S. 806.</ref>

<chem>Zn(NO3)2 * 6 H2O + (CH3CO)2O -> Zn(CH3COO)2 + 2 HNO3 + 5 H2O</chem>

Eigenschaften

Datei:BasicZnAcetate.png
Basisches Zinkacetat

Beim Erhitzen von Zn(CH3COO)2 im Vakuum wird Acetanhydrid abgespalten und es entsteht ein „basisches Zinkacetat“ der Formel Zn4O(CH3COO)6. Es wird die unten abgebildete Clusterverbindung mit einer tetraedrischen Struktur gebildet, die dem analogen Berylliumsalz ähnelt.<ref>Hirozo Koyama, Yoshihiko Saito: The Crystal Structure of Zinc Oxyacetate, Zn4O(CH3COO)6. In: Bulletin of the Chemical Society of Japan. Band 27, Nr. 2, Januar 1954, S. 112–114, doi:10.1246/bcsj.27.112.</ref>

Verwendung

Zinkacetat ist zur Verwendung in sonstigen Süßwaren, einschließlich der Atemerfrischung dienenden Kleinstsüßwaren zugelassen. Die Menge an Zinkacetat ist auf 1000 mg/kg beschränkt.<ref>Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Lebensmittelzusatzstoffe in der konsolidierten Fassung vom 14. April 2014Vorlage:Abrufdatum.</ref>

Zinkacetat soll, ähnlich wie Zinkgluconat, in Hustenbonbons verabreicht durch eine lokale Wirkung im Hals die Dauer von Erkältungen verkürzen.<ref>G. Eby: Zinc Lozenges: Cold Cure or Candy? Solution Chemistry Determinations, Bioscience Reports, 2004, Volume 24, No.1, February 2004. Deutscher Bericht über die Veröffentlichung.</ref>

Eine Suspension von 5 g Zinkacetat in 100 ml 90 %igem Ethanol (Schlesinger-Reagenz) dient u. a. in der Dünnschichtchromatographie zum Nachweis von Urobilinen und Stercobilin. Die bei einer positiven Reaktion auftretende Fluoreszenz kann im UV-Licht betrachtet werden.<ref>E. Merck AG (Hrsg.): Anfärbereagenzien für Dünnschicht- und Papierchromatographie. Darmstadt 1965, S. 57.</ref>

Auch wird Zinkacetat in der Medizin im Kontext des Kupferkreislaufs eingesetzt. Zum Beispiel kann Zinkacetat bei der Behandlung von Morbus Wilson helfen.<ref>GJ. Brewer: Zinc acetate for the treatment of Wilson’s disease. In: Expert Opin Pharmacother., September 2001, 2(9), S. 1473–1477. doi:10.1517/14656566.2.9.1473 PMID 11585025</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />