New Model Army (Band)
| New Model Army | |
|---|---|
New Model Army (2023) | |
| Allgemeine Informationen | |
| Herkunft | Bradford, England |
| Genre(s) | Independent |
| Aktive Jahre | seit 1980 |
| Website | www.newmodelarmy.org |
| Aktuelle Besetzung | |
| Justin Sullivan | |
| Ceri Monger | |
Keyboard, Gitarre |
Dean White |
| Michael Dean | |
| Ehemalige Mitglieder | |
Gitarre |
Dave Blomberg (1993–2005) |
Bass |
Stuart Morrow (1980–1985) |
Bass |
Moose Harris (1985–1989) |
Bass |
Peter Nice / Nelson (1989–2011) |
| Ed Alleyne-Johnson (1989–1994) | |
Schlagzeug |
Phil Tompkins (1980) |
Schlagzeug |
Rob Waddington (1980–1982) |
Schlagzeug |
Robert Heaton (1982–1998, † 2004) |
Gitarre |
Marshall Gill (2005–2021) |
New Model Army ist eine britische Independent-Band, deren Musik durch Rock-, Folk- und Punkelemente beeinflusst ist und deren Ursprünge im Punk liegen. Die Band wurde 1980 in Bradford, Yorkshire, gegründet;<ref name=":0">New Model Army - Biography. In: New Model Army. Abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":1">Ox Fanzine, Solingen Deutschland: 40 Jahre NEW MODEL ARMY. In: Ox Fanzine. 18. Dezember 2020, abgerufen am 15. Juni 2021.</ref> seitdem gab es viele Umbesetzungen.<ref name=":11">Jan Rombout: Justin Sullivan (New Model Army) - Interviews. In: CDstarts.de. 1. Dezember 2010, abgerufen am 15. Juni 2021.</ref><ref name=":4" /> Die Band, die als Trio begann, besteht heute aus vier Mitgliedern.<ref name=":0" /> Justin Sullivan (Gesang und Gitarre) ist der Kopf der Band und in der aktuellen Besetzung das letzte Gründungsmitglied.<ref name=":1" /><ref name=":4" />
Geschichte
Gründung und erste Veröffentlichungen (1980–1984)
Die Band wurde im Herbst 1980 von Justin Sullivan, Stuart Morrow (Bass) und Phil Tompkins (Schlagzeug) gegründet.<ref name=":0" /> Sie spielten zuvor in der vierköpfigen Hustler Street Band.<ref name=":2">Biography. In: Skeletal Family. 18. März 2017, abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nachdem die Sängerin dieser Band im Laufe des Jahres 1980 zu einer anderen Gruppe gewechselt war, benannten sie sich in New Model Army um.<ref name=":2" /> Der Name geht zurück auf die gleichnamige Parlamentsarmee, die im englischen Bürgerkrieg im 17. Jahrhundert unter Führung von Oliver Cromwell gegen die royalistischen Truppen kämpfte.<ref name=":3">New Model Army. In: Motor Entertainment. 10. Juli 2013, abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Band gründete sich zu Beginn der ersten Regierung von Margaret Thatcher. „Wir fanden es eine gute Idee, uns nach einer Armee zu benennen, die eine Revolution gegen die Regierung gewagt hat“ (Sullivan).<ref name=":11" />
Die erste Managerin der Band war Joolz Denby.<ref name=":14" /><ref name=":15" /> Sullivan und Denby kannten sich bereits seit 1979.<ref name=":4" /> Die Künstlerin und Dichterin Denby entwarf auch fast alle Albumcover der Band und prägte damit deren optisches Erscheinungsbild.<ref name=":4" /> Das erste Konzert von New Model Army fand am 23. Oktober 1980 in Scamps Disco in Bradford statt.<ref name=":0" /><ref name=":14">Sebastian Oake: Justin Sullivan on 40 years of the New Model Army. In: Yorkshire Post. 29. Januar 2020, abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sullivan trug zu dieser Zeit noch den Künstlernamen Slade the Leveller.<ref name=":15" /><ref name=":7">Stefan Glas: NEW MODEL ARMY-Interview @ UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE. In: Underground Empire. Abgerufen am 15. Juni 2021.</ref> Einige Monate nach der Gründung verließ Tompkins die Band, Rob Waddington ersetzte ihn.<ref name=":0" /> 1982 wurde dann Robert Heaton der dritte Schlagzeuger der Band.<ref name=":0" /><ref name=":14" />
Die Debütsingle Bittersweet erschien 1983.<ref>New Model Army - Bittersweet (1983). In: New Model Army. Abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Januar 1984 traten sie in der britischen Musiksendung The Tube auf und spielten dort die Titel Christian Militia und Smalltown England.<ref name=":0" /><ref>New Model Army Live The Tube 20/01/84. Abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Debütalbum Vengeance wurde 1984 bei dem Independent-Label Abstrakt Records veröffentlicht.<ref>New Model Army - Vengeance (1984). In: New Model Army. Abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Während der anschließenden Tournee absolvierten sie am 23. September 1984 in Hamburg ihr erstes Konzert in Deutschland, zu dem nur ein Dutzend Zuschauer erschienen.<ref name=":3" /><ref>New Model Army's Concert & Tour History | Concert Archives. In: Concert Archives. Abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Thomas Kerpen: Interview: New Model Army. In: Ox Fanzine - Ausgabe #86. Oktober 2009, abgerufen am 19. Juni 2021.</ref>
Verträge mit Major-Labeln (1985–1997)
Ende 1984 unterzeichnete die Band einen Plattenvertrag bei dem Major-Label EMI.<ref name=":0" /> Im Frühjahr 1985 erschienen die Single No Rest und das zweite Studioalbum No Rest For The Wicked. Beide Veröffentlichungen erreichten in den britischen Musikcharts die Top 40.<ref name=":0" /> Allerdings kehrten viele Fans aus der Anfangszeit wegen des Wechsels von dem Independent- zu dem Major-Label der Band den Rücken.<ref name=":15" /><ref name=":8">Ox Fanzine, Solingen Deutschland: Interview: New Model Army. In: Ox Fanzine - Ausgabe #39. Juni 2020, abgerufen am 15. Juni 2021.</ref> Während der No Rest-Tournee verließ Bassist Stuart Morrow die Band und wurde im Sommer 1985 durch den damals erst 17-jährigen Jason „Moose“ Harris ersetzt.<ref name=":0" />
1986 erschien das dritte Studioalbum The Ghost of Cain, produziert von Glyn Johns.<ref>New Model Army - The Ghost Of Cain (1986). In: New Model Army. Abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Mit dem auf diesem Album enthaltenen Song 51st State gelang der Band der Durchbruch.<ref name=":4">Thomas Elbern: Britische Band New Model Army - Die Unzerstörbaren. In: Deutschlandfunk. 20. November 2016, abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Hierbei handelt es sich um eine Coverversion des bereits 1979 von Ashley Cartwright verfassten Titels, der ein klares Statement gegen die pro-amerikanische Politik von Margaret Thatcher beinhaltet.<ref name=":4" /><ref name=":5">The Ghost Of Cain. In: BD7.NET. 21. Januar 1998, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. August 1999; abgerufen am 26. November 2017 (Ashley Cartwright Urheber von 51st State).</ref><ref>Martin Conrads: New Model Army: 51st State. In: fluter. 24. Oktober 2008, abgerufen am 15. Juni 2021.</ref><ref>The Shakes - 51st State of America. 1982. Abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Originalversion wurde von New Model Army um eine dritte Strophe ergänzt.<ref name=":5" /> Cartwright (1959–2016) war Sänger der britischen New-Wave-Band The Shakes, die Anfang der 1980er Jahre zusammen mit New Model Army bei Konzerten auftrat.<ref>Justin Sullivan: New Model Army - Ashley Cartwright (1959–2016). In: New Model Army. Abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Dezember 1986 gab die Band ihre ersten Konzerte in den USA.<ref name=":3" /> Schon 1985 hatten sie sich um Künstlervisa für die Einreise in die USA bemüht, aber erst 1986 wurde ihnen die Einreise genehmigt.<ref name=":3" />
Das Album Thunder and Consolation, produziert von Tom Dowd, wurde Anfang 1989 veröffentlicht.<ref name=":6">New Model Army - Thunder And Consolation (1989). In: New Model Army. Abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Während des Produktionsprozesses wurde der Violinist Ed Alleyne-Johnson weiteres Bandmitglied.<ref name=":6" /><ref name=":13">Thomas Kröll: „Ich hasse die Vergangenheit“. In: musicheadquarter.de. 28. Dezember 2013, abgerufen am 15. Juni 2012.</ref> Im Sommer 1989 verließ Bassist Harris die Band, Peter Nice, genannt Nelson, ersetzte ihn.<ref name=":0" /> Außerdem ergänzte Adrian Portas die Band als weiterer Gitarrist.<ref name=":0" />
Das fünfte Studioalbum Impurity erschien im September 1990.<ref>New Model Army - Impurity (1990). In: New Model Army. Abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es folgte eine Tour durch kleinere Clubs unter dem Pseudonym Raw Melody Men (ein Anagramm des Bandnamens).<ref name=":3" /> Das gleichnamige Live-Album wurde 1991 veröffentlicht.<ref name=":3" /> Bei einem Konzert der Band 1991 in der Schweiz erlitt Sullivan auf der Bühne einen elektrischen Schlag durch einen defekten Verstärker und musste wiederbelebt werden.<ref name=":14" /><ref name=":7" /> Diese Nahtod-Erfahrung verarbeitete Sullivan in dem Song White Light, der auf dem Album The Love of Hopeless Causes enthalten ist (s. u.).<ref name=":7" />
1992 wechselte die Band von dem Plattenlabel EMI zu Epic Records.<ref name=":3" /> Anfang 1993 erschien dort das Album The Love of Hopeless Causes, produziert von Niko Bolas.<ref>New Model Army - The Love Of Hopeless Causes (1993). In: New Model Army. Abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Studioalben war dieses weniger durch Folk als vielmehr durch Hardrock beeinflusst.<ref>Volker Probst: New Model Army feuern zurück. In: n-tv. 26. August 2019, abgerufen am 15. Juni 2021.</ref> Violinist Alleyne-Johnson gehörte der Band nicht mehr an.<ref name=":0" /><ref name=":13" /> Gitarrist Portas wurde 1993 durch Dave Blomberg ersetzt.<ref name=":0" /> Im Dezember 1994 wurde Keyboarder Dean White neues Bandmitglied.<ref name=":0" />
Schicksalsschläge (1998–2011)
Das siebte Studioalbum Strange Brotherhood erschien 1998 auf dem im Vorjahr gegründeten bandeigenen Label Attack Attack Records.<ref name=":4" /><ref name=":8" /> Die Produktion des Albums dauerte dreieinhalb Jahre<ref name=":7" /> und war geprägt durch persönliche Probleme und musikalische Differenzen zwischen Sänger Sullivan und Schlagzeuger Heaton.<ref name=":4" /><ref name=":8" /><ref>Thomas Kerpen: Interview: New Model Army. In: Ox Fanzine - Ausgabe #62. Oktober 2005, abgerufen am 15. Juni 2021.</ref> Zudem erkrankte Heaton 1997 schwer an einem Hirntumor.<ref name=":9">Christoph Lampert: Interview: Michael Dean (New Model Army). In: Ox Fanzine - Ausgabe #130. Februar 2017, abgerufen am 15. Juni 2021.</ref> 1998 musste er daher aus der Band aussteigen, auf seinen Wunsch übernahm Michael Dean seine Position.<ref name=":9" /><ref name=":15">Pierre Perrone: Robert Heaton. In: Independent. 9. Oktober 2011, abgerufen am 16. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dean war bereits seit 1993 als Schlagzeug-Roadie mit der Band unterwegs.<ref name=":9" />
1999 wurde das Live-Album & Nobody Else veröffentlicht; die Aufnahmen entstanden während der Strange Brotherhood-Tour.<ref>New Model Army - ... And Nobody Else (1999). In: New Model Army. Abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Während dieser Tour spielte die Band zunächst unter dem Namen Nobody Else einige ihrer Lieder in einer Akustikversion und anschließend weitere Titel in der üblichen Instrumentierung.<ref>NEW MODEL ARMY - ...& Nobody Else - Live. In: Rock Hard - Ausgabe 151. Abgerufen am 15. Juni 2021.</ref>
Im Jahr 2000 erschien mit Eight das achte Studioalbum.<ref name=":10">New Model Army - Eight (2000). In: New Model Army. Abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Produktion wurde in wenigen Monaten im bandeigenen Studio abgewickelt und nach der langwierigeren Herstellung des vorherigen Albums Strange Brotherhood einfach gehalten.<ref name=":8" /><ref name=":10" /> Anlässlich des 20-jährigen Bandbestehens fanden drei Doppelkonzerte statt; am 22./23. Oktober 2000 in Nottingham sowie im Dezember 2000 in London und Köln.<ref name=":0" /> Dabei spielte die Band über zwei Abende verteilt jeweils 57 Songs aus ihrer bisherigen Schaffenszeit.<ref name=":0" />
In den Jahren 2002 und 2003 ging Justin Sullivan auf eine Akustik-Tour durch verschiedene europäische Länder und Nordamerika, unterstützt wurde er hierbei zunächst nur von Dean White an der Gitarre und am Keyboard, später wirkte auch Michael Dean an der Percussion mit.<ref name=":0" /> Sullivan veröffentlichte im Februar 2003 sein erstes Solo-Studioalbum Navigating by the Stars.<ref>New Model Army - Navigating By The Stars (2003). In: New Model Army. Abgerufen am 20. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Jahr 2004 gab es zwei Todesfälle im Umfeld der Band. Mit Darryl Kempster starb im Juni ein langjähriger Wegbegleiter und Mitarbeiter des Merchandising-Standes. Er wurde bei einem Überfall vor einem Hotel in Südafrika im Alter von 37 Jahren erschossen. Am 4. November starb Robert Heaton, langjähriger Schlagzeuger der Band, im Alter von 43 Jahren, mit hoher Wahrscheinlichkeit an den Folgen eines Pankreastumors.<ref>New Model Army - Robert Heaton (1961–2004). In: New Model Army. Abgerufen am 16. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Das neunte Studioalbum Carnival erschien im September 2005.<ref name=":0" /> Der auf diesem Album enthaltene Titel Fireworks Night ist dem verstorbenen Heaton gewidmet.<ref name=":0" /> Die Band setzte den bereits auf Eight zu erkennenden Trend fort. Die Bedeutung der Gitarre (z. B. Another Imperial Day, Red Earth) und des Schlagzeuges (z. B. Carlisle Road, Water) trat stärker in den Vordergrund, zudem bekam das Keyboard aufgrund von Dean White einen größeren Platz in den Liedern. Vor Beginn der Tour von Oktober bis Dezember 2005 verließ Gitarrist Blomberg aus familiären Gründen die Band, an seine Stelle trat Marshall Gill.<ref name=":0" />
Im Frühjahr 2006 fand im Glaselefanten des Maximilianparks in Hamm, der Partnerstadt von Bradford, die Ausstellung One Family, One Tribe – Art and Artefacts statt.<ref>Köpfe.Kreativ: Justin Sullivan von NEW MODEL ARMY - Musik ist die Waffe seiner Wahl. labkultur.tv, 16. Juli 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. August 2012; abgerufen am 4. Juli 2013.</ref><ref name=":16">Donata Wisniowski: NEW MODEL ARMY Ausstellung in Hamm vom 18.03. - 07.05.2006 - Musik an sich. In: musikalisch.de. Abgerufen am 16. Juni 2021.</ref> In dieser Ausstellung wurden Erinnerungsstücke aus der 25-jährigen Bandgeschichte gezeigt.<ref name=":16" /> Die Ausstellung war zuvor bereits in einigen englischen Städten präsentiert worden.<ref name=":0" />
Keine zwei Jahre nach der Veröffentlichung von Carnival erschien am 20. August 2007 mit High das zehnte Studioalbum der Band. Eine ausgedehnte Tour durch Nordamerika und Europa folgte im Herbst und Winter. Der Titel des im November 2008 veröffentlichten Live-Albums Fuck Texas, Sing For Us zitiert die Sprechchöre des Publikums während des Konzertes in New Orleans, nachdem Sullivan vor dem Spielen der Zugaben am Ende des Konzertes anmerkte, seine Stimme sei rau und die Band müsse am nächsten Tag nach Austin in Texas reisen.<ref>New Model Army - Fuck Texas, Sing For Us (2008). In: New Model Army. Abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Dezember 2008 verstarb plötzlich und unerwartet der langjährige Bandmanager Tommy Tee.<ref name=":11" /> Das elfte Studioalbum Today is a good day, aufgenommen im bandeigenen Studio in Bradford, erschien am 18. September 2009.<ref>New Model Army - Today Is A Good Day (2009). In: New Model Army. Abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der auf diesem Album enthaltene Titel North Star ist dem verstorbenen Tommy Tee gewidmet.<ref>Thomas Kerpen: Review: New Model Army - Today is a good day. In: Ox Fanzine - Ausgabe #86. November 2009, abgerufen am 15. Juni 2021.</ref>
Zu ihrem 30-jährigen Bühnenjubiläum spielte die Band von September bis Dezember 2010 zahlreiche Doppelkonzerte in verschiedenen Städten auf vier Kontinenten.<ref name=":0" /> An zwei aufeinanderfolgenden Abenden wurden jeweils unterschiedliche Setlists präsentiert. Zeitgleich wurde Anthology veröffentlicht, eine Sammlung von Live-DVDs und Best-Of-CD, die auch als limitierte Sammler-Box mit zusätzlichem Bonusmaterial (u. a. einem Buch über die Bandgeschichte) erschien.
Bassist Nelson verließ 2011 die Band aus familiären und persönlichen Gründen nach 22 Jahren.<ref name=":0" /><ref name=":13" /> An Weihnachten 2011 brannte das bandeigene Studio in Bradford aus, nachdem ein Feuer in einem angrenzenden Möbelhaus ausgebrochen war.<ref name=":12">New Model Army studio destroyed by fire. In: Music-news.com. 28. Dezember 2011, abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Viele Instrumente und das Archiv der Konzertmitschnitte wurden vernichtet.<ref name=":12" />
Wirken der aktuellen Bandbesetzung (2012–heute)
Als Nachfolger am Bass trat Ceri Monger im April 2012 der Band bei.<ref>Laura Quinn: playdeadnation: Interview: Justin Sullivan & Ceri Monger (NEW MODEL ARMY). In: playdeadnation. 13. September 2012, abgerufen am 16. Juni 2021.</ref> Am Tag seines Konzertdebüts wurden fast alle Gitarren sowie anderes Equipment der Band aus dem Tourbus gestohlen.<ref>New Model Army – laut.de – Band. In: laut.de. Abgerufen am 16. Juni 2021.</ref>
Im September 2013 erschien das zwölfte Studioalbum der Band: Between Dog and Wolf. Ein Jahr später, im September 2014, wurde das dreizehnte Album Between Wine and Blood veröffentlicht. Es enthält sechs neue Studioaufnahmen und elf Liveaufnahmen von Titeln des vorherigen Studioalbums Between Dog and Wolf.<ref>Andreas Schiffmann: New Model Army: Between Wine And Blood (Review/Kritik) - Album-Rezension (Ikonen, Mann!). In: Musikreviews.de. 16. September 2014, abgerufen am 16. Juni 2021.</ref> Der Dokumentarfilm von Matt Reid Between Dog and Wolf–The New Model Army Story wurde im Herbst 2014 uraufgeführt.<ref name=":0" />
Am 26. August 2016 veröffentlichte die Band das Album Winter. Es erschien eine gleichnamige Graphic Novel, die der Künstler Matt Huynh auf der Basis von drei auf diesem Album enthaltenen Songs schuf.<ref>Michael Bohli: Interview mit New Model Army – Kunst und Geist. In: ARTNOIR. 31. August 2017, abgerufen am 16. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Das fünfzehnte Studioalbum From Here erschien am 23. August 2019.<ref>Andreas Schiffmann: New Model Army: From Here (Review/Kritik) - Album-Rezension (Post Punk). In: musikreviews.de. 21. August 2019, abgerufen am 2. Februar 2024.</ref> Von Oktober bis Dezember 2019 tourte die Band durch Europa. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Band wurde am 21. Dezember 2020 die vom Westdeutschen Rundfunk produzierte Dokumentation von Oliver Schwabe From Here – 40 Jahre New Model Army veröffentlicht.<ref>Oliver Schwabe: FROM HERE – 40 Jahre NEW MODEL ARMY. In: WDR - Rockpalast. 21. Dezember 2020, abgerufen am 20. Juni 2021.</ref> Seit Herbst 2021 spielt Gitarrist Marshall Gill nicht mehr auf öffentlichen Auftritten. Seinen Part übernimmt seitdem Dean White.
Am 15. September 2023 erschien das Live-Album Sinfonia, auf dem ein Mitschnitt eines Konzerts vom 15. Juli 2022 im Tempodrom in Berlin zu hören ist.<ref name=":17">NDR: Orchestral Manoeuvres in the Dark: New Model Army "Sinfonia". In: ndr.de. Abgerufen am 2. Februar 2024.</ref><ref name=":18">Stefan Johannesberg: Mehr als die Aneinanderreihung alter Hits: eine eigene kleine Oper. In: laut.de. Abgerufen am 2. Februar 2024.</ref> New Model Army spielte zusammen mit dem Orchester Sinfonia Leipzig Songs aus allen Perioden ihrer Bandgeschichte ein.<ref name=":18" /><ref name=":19">Andreas Schiffmann: New Model Army: Sinfonia (Review/Kritik) - Album-Rezension (Alternative Rock / New Wave / Post Punk). In: musikreviews.de. 8. September 2023, abgerufen am 2. Februar 2024.</ref> Die Violinistin und Komponistin Shir-Ran Yinon, die seit Jahren zur Live-Besetzung der Band gehört, arrangierte die Lieder für das Orchester.<ref name=":17" /><ref name=":19" />
Das sechzehnte Studioalbum Unbroken wurde am 26. Januar 2024 veröffentlicht.<ref>Torsten Sarfert: New Model Army – Unbroken. In: artnoir.ch. 23. Januar 2024, abgerufen am 2. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Stil, Liedtexte und Wirken
Der Gruppe gelang Anfang der 1980er Jahre der Aufstieg zu einer erst überregional, später auch international bekannten und erfolgreichen Band, ohne dabei ihren Independent-Status zu verlieren.<ref name=":4" /> New Model Army ist nach eigenem Verständnis keine politische Band.<ref name=":11" /><ref name=":4" /> Sullivan, der die Liedtexte schreibt, verarbeitet zwar in seinen Texten viele politische Themen und mit dem Protestsong 51st State gelang der Band der Durchbruch.<ref name=":4" /> Aber die Band will nach eigener Darstellung mit der Musik nicht primär bestimmte politische Werte oder Einstellungen transportieren.<ref name=":11" /><ref name=":4" />
Die ersten Platten waren sehr vom Post-Punk beeinflusst und dabei gleichzeitig auch von Melancholie geprägt. Markant für die Songs der Band ist gerade auch die kraft- und gefühlvolle Stimme des Sängers Justin Sullivan. Die Liedtexte enthalten poetische Bilder, aber auch eigene Erfahrungen der Bandmitglieder oder anderer Menschen. Als Beispiel hierfür kann man etwa den Song Aimless Desire anführen, dessen Entstehungsgeschichte Justin Sullivan bereits in mehreren Interviews beschrieben hat. Er sei demnach eines Abends in einem Pub in England gewesen, und ein fremder Mann habe ihm am Tresen seine ganze Lebensgeschichte erzählt. Sullivan war davon so beeindruckt, dass er die Erzählungen des Mannes in diesem Song verarbeitete. Des Weiteren geht es in den Liedern immer wieder um Gerechtigkeit, die Frage nach dem Sinn des Lebens, die Natur und gesellschaftliche Missstände.<ref>New Model Army - Die ewige Opposition. Intro Nr. 53, 10. März 1998, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. November 2017; abgerufen am 26. November 2017.</ref><ref>Ulf Kubanke: Today Is A Good Day - Mit Wut und Romantik gegen Börsenfuzzis und Terrorschergen. laut.de, 25. September 2009, abgerufen am 26. November 2017.</ref> Dabei vermittelt die Musik und vor allem der Gesang Sullivans bestimmte Gefühle wie Zorn, Traurigkeit oder Liebe zum Leben.
Im Laufe der Zeit entwickelte die Band ihren Stil weiter. Waren die früheren Lieder oftmals durch Bass-Linien geprägt, so treten in den späteren Produktionen die Gitarre und das Schlagzeug mehr in den Vordergrund. Insgesamt sind die Kompositionen vielfältiger und komplexer geworden. Zwei der wichtigsten Alben im Werk von New Model Army sind die aufeinander folgenden Ghost of Cain (1986) und Thunder and Consolation (1989). Vor allem bei letzterem Album begannen Folk-Einflüsse, eine größere Rolle zu spielen, wie man z. B. an dem Einsatz einer Violine erkennen kann. Den Part des Violinisten übernahm Ed Alleyne-Johnson, der ab 1989 für fünf Jahre und über 500 Konzerte mit der Band zusammenarbeitete.
Auf dem Album Eight beschritt die Band, auch dank der Mitarbeit von Michael Dean als Co-Songschreiber, neue klangliche Wege. Songs wie Orange Tree Roads und Paekakariki Beach zeugen von der Liebe der Band zur Natur und zum Leben, ohne dass sie jedoch ihre kritische Haltung aufgeben (You weren’t there, Snelsmore Wood).
Diskografie
Studioalben
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Livealben
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Weitere Livealben
- 1993: BBC Radio One – Live in Concert
- 1999: All of This – The Live Rarities
- 1999: … & Nobody Else (Doppelalbum)
- 2008: Fuck Texas, Sing for Us
- 2015: Between Wine and Blood (3 CDs, 1 DVD)
Kompilationen
- 1987: Vengeance - The Independent Story
- 1988: Radio Sessions 83–84
- 1991: Collection (nur Brasilien)
- 1992: History – The Singles 85–91 (Best-of-Album)
- 1994: B-Sides and abandoned tracks (B-Seiten)
- 1997: Small Town England (Doppelalbum bestehend aus „Vengeance“ und „Radio Sessions“)
- 2000: New Model Army3x CD
- 2001: History – The Best Of New Model Army (Best-of-Album)
- 2001: The Best
- 2002: Lost Songs (Doppelalbum mit B-Seiten)
- 2003: Great Expectations – The Singles Collection (US-Import)
- 2004: Original 20 (südafrikanisches Best-of-Album)
- 2004: The Collection
- 2006: New Model Army (Doppelalbum aus „Thunder and Consolation“ und „Impurity“)
- 2010: Anthology (3 DVDs und 2 CDs)
- 2012: Vengeance – The Whole Story 1980–1984
EPs
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Weitere EPs
- 1984: The Price
- 1986: Adrenalin EP: Brave New World (7" Mix) / No Sense / R.I.P. (12″ Mix) / Trust / Adrenalin / Heroin (12″ Mix) / Brave New World (Piano Mix)
- 1987: New Model Army EP: White Coats / The Charge / Chinese Whispers / My Country (live at Rock City Nottingham) / Waiting (live) / 51st State (live) / The Hunt (live) / Friday Morn (traditional)
- 1989: I Love the World EP: I Love The World / My Country (live) / Betcha (live) / 51st State (live) / White Coats (live)
- 2006: BD3 EP (US Import) / Rumour & Rapture (1650) / To Fall In Love With / One Bullet / Caslen / Over The Wire (Live) / Another Imperial Day (Live) / Here Comes The War (Live)
Singles
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Weitere Singles
- 1983: Bittersweet / Betcha / Tension
- 1983: Great Expectations / Waiting
- 1987: Lights Go Out / Poison Street
- 1993: Understand U (Promo)
- 1993: Gimme Shelter (feat. Tom Jones)
- 1994: Vengeance (Right to Silence. Zion Train) / Vengeance (Rough Justice. Zion Train) / Vengeance (Right to Protest. Pressure of Speech) / Vengeance (Justice for All. Headman) / Vengeance (Original Mix)
- 1998: Wonderful Way to Go / F#NY (live) / BD7 (live)
- 1998: Queen of My Heart / Brother / Rainy Night ’65
- 2000: You Weren’t There (Promo)
- 2000: Orange Tree Roads (Promo)
- 2005: Island (iTunes)
- 2006: BD3 / Rumour & Rapture (1650)
- 2006: BD3 / To Fall in Love With / One Bullet
- 2007: Wired (Download Homepage)
- 2007: Bloodsports (Promo)
- 2009: Autumn (Promo)
- 2013: March in September (Promo + Video)
- 2013: Seven Times (Promo + Video)
- 2014: The Beautiful Game (Download + Video)
- 2016: Winter / Devil
- 2019: End of Days
- 2019: Never Arriving
- 2023: First Summer After
- 2024: I Did Nothing Wrong
Videoalben
- 1985: Live 21.4.85 (VHS)
- 1989: Videos 86 – 89 (VHS)
- 1992: History – The Videos 85 – 90 (VHS)
- 1993: Here Comes the War (VHS)
- 1997: Bizarre Festival (VHS)
- 2001: Rock City (VHS)
- 2003: 161203 – Live at the Astoria (DVD mit Bonus-Audio-CD)
- 2010: Anthology (3 DVDs und 2 CDs)
- 2011: 30th Anniversary Concerts Live (DVD/CD)
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Filme
- 2014: Matt Reid, Between Dog and Wolf: The New Model Army Story<ref>Thoralf Koß: New Model Army: Between Dog And Wolf – The New Model Army Story. Review / Kritik Dokumentar- und Konzert-Film. In: musikreviews.de. 31. März 2017, abgerufen am 2. Dezember 2021.</ref>
- 2020: Oliver Schwabe: From Here – 40 Jahre New Model Army<ref>Oliver Schwabe: From Here – 40 Jahre New Model Army. WDR, 21. Dezember 2020, abgerufen am 2. Dezember 2021.</ref>
Solo-Projekte
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Weblinks
- Offizielle Website (englisch)
- Britische Band New Model Army Die Unzerstörbaren Deutschlandfunk 20. November 2016
- New Model Army bei AllMusic (englisch)Vorlage:Abrufdatum
- New Model Army bei Discogs
- New Model Army bei laut.de
- Video-Interview with Justin Sullivan, rock-interviews.com, 2007 (englisch, französisch).
Quellen
<references />