Halina Wawzyniak
Halina Wawzyniak (* 17. Juli 1973 in Königs Wusterhausen) ist eine deutsche Politikerin. Bis Juni 2012 war sie stellvertretende Vorsitzende der Partei Die Linke. Seit dem 3. Bundesparteitag fungierte sie bis Mai 2016 als Beisitzerin im Vorstand. Sie war von 2009 bis 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Beruf
Halina Wawzyniak erwarb 1992 das Abitur und studierte anschließend Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen 2002 war sie bis 2005 als selbständige Rechtsanwältin tätig. Von 2005 bis 2009 arbeitete sie als Justiziarin für die Linksfraktion im Bundestag. Von 2018 bis 2024 arbeitete sie als Fraktionsgeschäftsführerin für DIE LINKE im Berliner Abgeordnetenhaus.<ref>Mitarbeiter:innen: Fraktion Die Linke im Abgeordnetenhaus von Berlin. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Mai 2024; abgerufen am 3. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Partei
Wawzyniak trat im August 1990 als 17-Jährige in die PDS ein.<ref>Einfach nur dagegen. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Oktober 2015; abgerufen am 22. Oktober 2025. Erinnerungen von Halina Wawzyniak zum 25. Jubiläum der Vereinigung.</ref><ref>Lothar Nicht: Alles von innen her besser machen. (PDF; 387 kB) In: Von der SED zur PDS (Januar bis März 1990). Dokumente und Zeitzeugenberichte. Heft 1/2. AG Geschichte beim Landesvorstand der PDS, Mai 2005, S. 27, abgerufen am 28. März 2012.</ref> Sie war in der Folge Mitbegründerin der Arbeitsgemeinschaft Junge GenossInnen (AGJG), an deren Stelle 1999 der parteinahe Jugendverband ['solid] trat.
Ende der 1990er Jahre war sie Mitglied des Parteivorstands der PDS. 2001 kandidierte sie in Kreuzberg als Direktkandidatin der PDS für das Berliner Abgeordnetenhaus, wurde aber nicht gewählt. Zur Bundestagswahl 2002 war sie Leiterin des PDS-Wahlkampfbüros in Anlehnung an die Kampa der SPD.<ref>Jörg Michel: Die Kampa der Genossen. In: Berliner Zeitung, 16. April 2002</ref> Sie war Mitglied der ProgrammKommission, die das Chemnitzer Programm ausarbeitete. Zusammen mit André Brie war sie auch Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Bürgerrechte und Demokratie. Bei den Bundesparteitagen der PDS war sie Sprecherin der Antragskommission und damit an der Durchführung der PDS-Parteitage beteiligt. Lange Zeit war sie Mitglied der Bundesschiedskommission der PDS, bis sie mit ihrer Wahl zur stellvertretenden Landesvorsitzenden der PDS Berlin im Dezember 2005 dort ausschied.
Wawzyniak war an der Seite von Bodo Ramelow, Dietmar Bartsch und anderen mit der Organisation zur Vereinigung der Linkspartei.PDS mit der WASG zur Partei Die Linke betraut, Wawzyniak insbesondere für die juristischen Aspekte.<ref>Gregor Gysi: Wir sind jetzt Mitglieder der Partei DIE LINKE! In: Webseite Die Linke. 16. Juni 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref><ref>Lothar Bisky: Eine neue Linke - wir haben es in der Hand! In: Archivseite Die Linke.PDS. 26. November 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 28. März 2012.</ref>
Nachdem sie am 16. Juni 2007 in den Bundesvorstand der Partei Die Linke gewählt worden war, verzichtete sie auf eine erneute Kandidatur für den Berliner Landesvorstand. Am 24. Mai 2008 wurde sie auf dem 1. Parteitag in Cottbus zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Zudem war sie zwischen 2007 und 2011 Vorsitzende des Bezirksverbandes Friedrichshain-Kreuzberg der Linken in Berlin.
Mittlerweile ist Wawzyniak parteilos.<ref>Halina Wawzyniak auf Verfassungsblog. In: Verfassungsblog. Abgerufen am 3. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Bundestag
Zur Bundestagswahl 2009 trat Halina Wawzyniak als Direktkandidatin im Wahlkreis 84 (Friedrichshain-Kreuzberg, Prenzlauer Berg Ost) an. Während des Wahlkampfs erhielt ihr Plakat mit dem Slogan Mit Arsch in der Hose in den Bundestag Medienaufmerksamkeit.<ref>K. Litschko, G. Repinski: Busen-Wahlkampf in Berlin. die tageszeitung, 11. August 2009, abgerufen am 28. März 2012.</ref> Den Wahlkreis gewann Hans-Christian Ströbele, über die Landesliste gelangte sie dennoch in den Bundestag.<ref>Der Bundeswahlleiter: Gewählte Landeslistenbewerber: Berlin. Endgültiges Ergebnis der Bundestagswahl 2009. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. November 2013; abgerufen am 5. Januar 2016.</ref>
Halina Wawzyniak war in der 17. Wahlperiode netzpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, Obfrau der Enquête-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Bundestages<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mitglieder der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft. ( vom 20. Mai 2010 im Internet Archive) beim Deutschen Bundestag</ref> und stellvertretende Vorsitzende des Rechtsausschusses. Im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie im Unterausschuss Neue Medien war sie stellvertretendes Mitglied.
Im Januar 2012 wurde bekannt, dass Halina Wawzyniak als eine von 27 Bundestagsabgeordneten der Linken unter Beobachtung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz steht,<ref>Geheimdienst: Verfassungsschutz beobachtet 27 Linken-Abgeordnete. In: Spiegel online. 22. Januar 2012, abgerufen am 26. Oktober 2013.</ref> was von Politikern aller Fraktionen kritisiert wurde.<ref>Überwachung von Abgeordneten "unerträglich". In: tagesschau.de. 22. Januar 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. Januar 2013; abgerufen am 26. Oktober 2013.</ref> Siehe auch: Beobachtung der Partei Die Linke durch den Verfassungsschutz.
Bei der Bundestagswahl 2013 wurde sie auf Platz 5 der Landesliste erneut in den Bundestag gewählt.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gewählte Landeslistenbewerber: Berlin ( vom 26. September 2013 im Internet Archive), abgerufen am 26. September 2013</ref>
Wawzyniak war eine von sieben Parlamentarischen Geschäftsführern der Linksfraktion im Deutschen Bundestag.
Zur Bundestagswahl 2017 kandidierte sie nicht mehr für den Bundestag.<ref>Ein Ende und ein Anfang. In: blog.wawzyniak.de. 17. Februar 2017, abgerufen am 19. August 2017.</ref>
Öffentliche Ämter
In der 18. Wahlperiode des Deutschen Bundestages (2013–2017) war Wawzyniak stellvertretendes Mitglied der G 10-Kommission.
Weblinks
- Website von Halina Wawzyniak
- Biografie beim Deutschen Bundestag
- Halina Wawzyniak bei der Fraktion Die Linke. im Deutschen Bundestag
- Halina Wawzyniak auf abgeordnetenwatch.de
Einzelnachweise
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wawzyniak, Halina |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Politikerin (Die Linke), MdB |
| GEBURTSDATUM | 17. Juli 1973 |
| GEBURTSORT | Königs Wusterhausen |