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Norbornen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Struktur von Norbornen
Allgemeines
Name Norbornen
Andere Namen
  • Bicyclo[2.2.1]hept-2-en
  • 8,9,10-Trinor-2-bornen
Summenformel C7H10
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff mit säuerlichem Geruch<ref name="merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 207-866-0
ECHA-InfoCard 100.007.152
PubChem 10352
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 94,15 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

0,87 g·cm−3 (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

44–47 °C<ref name="merck" />

Siedepunkt

95–96 °C<ref name="merck" />

Dampfdruck

32 hPa (65 °C)<ref name="merck" />

Löslichkeit

sehr schwer in Wasser (0,13 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 228​‐​319​‐​411
P: 210​‐​240​‐​241​‐​280​‐​305+351+338​‐​501<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten

11300 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="merck" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Norbornen, auch Norbornylen oder Norcamphen, sind Trivialnamen für einen verbrückten, bicyclischen Kohlenwasserstoff. Bei Raumtemperatur liegt Norbornen als weißer, stechend riechender Feststoff vor. Das Molekül besteht aus einem Cyclohexen-Ring, der mit einer Methylengruppe 1,4-verbrückt ist. Die Doppelbindung führt zu einer Ringspannung und ist für die erhöhte Reaktivität des Moleküls mitverantwortlich.

Mit Wasser reagiert Norbornen in einer säurekatalysierten Reaktion zu Norborneol. Diese Reaktion ist für Chemiker von Interesse, die sich mit nichtklassischen Ionen beschäftigen.<ref name="DOI10.1126/science.1238849">F. Scholz, D. Himmel, F. W. Heinemann, P. v. R. Schleyer, K. Meyer, I. Krossing: Crystal Structure Determination of the Nonclassical 2-Norbornyl Cation. In: Science. 341, 2013, S. 62–64, doi:10.1126/science.1238849.</ref>

Herstellung

Norbornen wird aus Cyclopentadien und Ethen in einer Diels-Alder-Reaktion hergestellt, ähnlich wie auch viele seiner Derivate.<ref>Paul Binger, Petra Wedemann, Udo H. Brinker: Vorlage:Linktext-Check In: Organic Syntheses. 77, 2000, S. 254, doi:10.15227/orgsyn.077.0254; Coll. Vol. 10, 2004, S. 231 (PDF).</ref><ref>Masaji Oda, Takeshi Kawase, Tomoaki Okada, Tetsuya Enomoto: Vorlage:Linktext-Check In: Organic Syntheses. 73, 1996, S. 253, doi:10.15227/orgsyn.073.0253; Coll. Vol. 9, 1998, S. 186 (PDF).</ref>

Synthese von Norbornen
Synthese von Norbornen

Verwandte bicyclische Verbindungen mit demselben Kohlenstoffgerüst sind Norbornadien, das eine weitere Doppelbindung besitzt, und Norbornan ohne Doppelbindungen (gesättigt).

Polynorbornene

Norbornene sind wichtige Monomere, die unter Einwirkung von Grubbs-Katalysatoren (zumeist Carbenkomplexe des Rutheniums) in ROMP-Reaktionen (ring-opening metathesis polymerization, also Ringöffnungsmetathesepolymerisation; siehe auch Metathese) polymerisieren. Unter anderen Bedingungen sind abweichende Polymerisationsreaktionen möglich.

Polymerisation von Norbornen
Polymerisation von Norbornen

Polynorbornene sind Polymere, die sich durch hohe Glasübergangstemperaturen und hohe optische Klarheit auszeichnen.

Außer in ROMP-Reaktionen können Norbornen-Monomere auch durch Vinyladdition-Polymerisationen polymerisieren.

Ethyliden-Norbornen ist ein verwandtes Monomer, das sich von Cyclopentadien und Butadien ableitet.

Anwendungen

Norbornen dient als Ausgangsmaterial für pharmazeutische Zwischenprodukte, Pestizide, künstliche Duftstoffe und der allgemeinen organischen Synthese. In Kombination mit Ethen kann Norbornen zu einem Cyclo-Olefin-Copolymer umgesetzt werden.

Literatur

  • IUPAC – Nomenclature of Organic Chemistry, Sections A-H, Pergamon Press, 1979, S. 49, 498

Weblinks

Commons: Norbornen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />