Zum Inhalt springen

Birgitta Trommler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 14. April 2026 um 17:25 Uhr durch imported>At40mha (typografische Anführungszeichen korrigiert).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Birgitta Trommler (* 29. Januar 1944 in München; † 9. März 2026<ref>Thomas Betz: Machen, einfach machen. Zum Tod der Münchener Tanzpionierin Birgitta Trommler. In: tanznetz.de. 24. März 2026, abgerufen am 25. März 2026.</ref>) war eine deutsche Tänzerin, Choreografin und Regisseurin.

Leben

An der Deutschen Sporthochschule Köln begann sie 1960 das Studium von Sport und Psychologie, ergänzte dieses aber alsbald durch Tanzunterricht bei Maja Lex. 1965 ging sie mit einem DAAD-Stipendium nach New York und erhielt dort entscheidende Impulse von Tänzern und Choreographen wie Martha Graham, José Limón, Merce Cunningham, James Truitte, Eleo Pomare und Katherine Dunham. In diesem Kontext tanzte Trommler in verschiedenen amerikanischen Ensembles, so in Dunhams Ensemble und beim Philadelphia Theater. Sie choreographierte von 1967 an und arbeitete fortan als Choreographin und Tanzpädagogin in den USA, Lateinamerika und Europa. Zurück in München, übernahm sie das Studio von William Miliè im ehemaligen Trambahndepot in der Wilhelmstraße und gründete dort, zusammen mit Angela Dauber, 1976 das bis heute bestehende Tanzprojekt München (TPM) als Tanzschule mit eigener Kompanie. Bereits 1974 hatte sie das Bewegungscoaching für den Film Der Räuber Hotzenplotz ihres späteren Lebensgefährten Gustav Ehmck übernommen.<ref>Thomas Betz: Machen, einfach machen. Zum Tod der Münchener Tanzpionierin Birgitta Trommler. In: Tanzportal Bayern "Access to Dance". 21. März 2026, abgerufen am 9. April 2026.</ref>

1987 war sie zusammen mit Angela Dauber, Jessica Iwanson, Micha Purucker, Bonger Voges und Angelika Meindl Mit-Initiatorin der Choreographenvereinigung Tanztendenz München. 1989 wurde Birgitta Trommler Direktorin des Tanztheaters Münster, welches zu den Städtischen Bühnen Münster gehörte. 1996 übernahm sie die Leitung der Sparte Tanz am Staatstheater Darmstadt, die sie bis 2004 innehatte. 2016 rief sie zusammen mit Johanna Richter in München die Plattform HIER=JETZT ins Leben.

Auch als Opernregisseurin war Birgitta Trommler tätig, einen besonderen Stellenwert nahmen dabei die Werke von Philip Glass ein, mit dem Trommler auch persönlich bekannt war. 1988 inszenierte sie The Juniper Tree am Stadttheater Würzburg<ref>(ohne Autorenangabe): Premieren der Woche. In: Süddeutsche Zeitung. 16. Mai 1988, S. 34.</ref>, 1991 als Europäische Erstaufführung The Fall of the House of Usher an den Städtischen Bühnen Münster<ref>Joachim Mischke: Tödliche Familienbande. Philip Glass’ Kammeroper „Der Fall des Hauses Usher“ in Münster. In: Süddeutsche Zeitung. 21. Dezember 1991, S. 15.</ref>, 1993 Orphée an der Jungen Oper Schloss Weikersheim (ebenfalls als Europäische Erstaufführung)<ref>Manuel Brug: Zeichen aus dem Totenreich. "Orphée" von Philip Glass in Weikersheim. In: Süddeutsche Zeitung. 6. August 1993, S. 12.</ref>, im Mai 1997 die Uraufführung von The Marriages Between Zones Three, Four, and Five am Theater der Stadt Heidelberg<ref>Matthias Roth: Keine glückliche Ehe : "Die Ehen zwischen den Zonen Drei, Vier und Fünf" von Philip Glass in Heidelberg uraufgeführt. In: Das Orchester: Magazin für Musiker und Management. Band 45 (1997), Nr. 7/8, S. 32 f.</ref> und 2002 am Staatstheater Darmstadt schließlich In the Penal Colony. 1985 führte sie Regie bei der „Kommunal-Oper“ Robert der Teufel, die auf Anregung von Hans Werner Henze auf ein Libretto von Elfriede Jelinek für das Jugendmusikfest Deutschlandsberg beim steirischen herbst entstand und deren Musik von sieben Jugendlichen (darunter Olga Neuwirth) komponiert worden war.<ref>Wolfgang Schreiber: Kultur der Menschennähe. Steirischer Herbst: Grazer Musikprotokoll und Henzes Jugendmusikfest. In: Süddeutsche Zeitung. 13. November 1985, S. 13.</ref> 1990 inszenierte sie für einen Doppelabend an den Städtischen Bühnen Münster William Waltons Kammeroper The Bear, 1994 am gleichen Haus Bruno Madernas Oper Satyricon. 2004 zeigte das Staatstheater Darmstadt eine erneute Auseinandersetzung mit dem letztgenannten Werk.<ref>Heinz Zietsch: Blähungen und Katerstimmung. Premiere: Birgitta Trommler inszeniert Bruno Madernas „Satyricon“ im Kleinen Haus des Staatstheaters Darmstadt. In: Darmstädter Echo. 19. April 2004, S. 6.</ref>

Tanzstücke

  • Night Passage (1973, zusammen mit Judith Vassallo und Diane Thome), Moore College of Art & Design Philadelphia
  • Makrokosmos (1976), Philadelphia
  • Im Grunde ist nichts geschehen (1980), Theater in der Leopoldstraße 17 München
  • Deutsche Suite (1981), Aufnahmehalle der ARRI-Studios München
  • …und erlöse uns von unseren Leidenschaften (1981), Aufnahmehalle der ARRI-Studios München
  • Riesen raus (1982), New Dance '82 München
  • Die weiße Erkrankung (1983), Münchner Theaterfestival 83
  • Trau, schau wem (1984), Tanz '84 Wien
  • Stella apropos Goethe (1986), Freiburger Theater
  • Jeder ist eine kleine Gesellschaft (1989, zusammen mit Anne Rose Katz), Städtische Bühnen Münster
  • Im Sandkasten (1990, zusammen mit Anne Rose Katz), Städtische Bühnen Münster
  • Ich möchte meinen Schatten fressen: Annäherungen an Djuna Barnes (1990, zusammen mit Anne Rose Katz), Städtische Bühnen Münster
  • Willkommen in der Wirklichkeit (1991), Städtische Bühnen Münster
  • Wie Lulu (1992), Städtische Bühnen Münster
  • Kinder der Nacht (1996), Staatstheater Darmstadt
  • Teorema (1997), Staatstheater Darmstadt
  • Alice…(1997), Staatstheater Darmstadt
  • Gegenwart. Ich brauche Gegenwart (1997), Staatstheater Darmstadt
  • The Photographer: (e)motion/picturing time (1999), Staatstheater Darmstadt
  • Gesucht: Lulu (1998), Staatstheater Darmstadt
  • Scream factory (1999), Staatstheater Darmstadt
  • Bizarre Tode (2000), Staatstheater Darmstadt
  • Stranger than fiction: M.M. (2000), Staatstheater Darmstadt,
  • Mein Kopf… schwindlig und voller Schreie (2002), Staatstheater Darmstadt
  • Wenn der Körper eine Stummheit ist (2003), Staatstheater Darmstadt

Filme

  • Out of the Mother naked/Aus der Mutter nackt (1978)
  • Getrennt von Tisch und Bett (1981)
  • Bomarzo (1983)
  • Stadtfahrt (1984)
  • Wenn ich die Antwort wüßte (1987)

Literatur

  • Horst Koegler, Helmut Günther: Reclams Ballett Lexikon. Reclam, Stuttgart 1984, ISBN 3-15-010328-2, S. 459.
  • Eva Meschede: Porträt: Birgitta Trommler, Choreographin, in: Süddeutsche Zeitung 14. März 1989, S. 17.
  • "Tanztheater muß angreifen, muß provokativ sein" – Birgitta Trommler, Leiterin des Tanz/Theater am Staatstheater Darmstadt, sucht nicht den Weg der Harmonie, in: Die deutsche Bühne 70 (1999), Heft 6, S. 45–47.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein