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Menz (Stechlin)

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Menz
Gemeinde Stechlin
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(542)&title=Menz 53° 6′ N, 13° 3′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(542) 53° 6′ 10″ N, 13° 3′ 2″ O
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Höhe: 73 m
Einwohner: 542 (31. Dez. 2025)<ref>Statistiken – Amt Gransee und Gemeinden. Abgerufen am 8. April 2026.</ref>
Eingemeindung: 27. September 1998
Postleitzahl: 16775
Vorwahl: 033082

Menz ist eine ehemals selbständige Gemeinde im Norden des Landkreises Oberhavel in Brandenburg. Sie ist seit dem 27. September 1998 ein Ortsteil der Gemeinde Stechlin.<ref>StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998</ref>

Menz liegt zwischen Rheinsberg und Fürstenberg/Havel unmittelbar am Roofensee und grenzt an das Waldgebiet der Menzer Heide mit dem Großen Stechlinsee. Das Naturschutzgebiet Stechlin und das Landschaftsschutzgebiet Fürstenberger Wald- und Seengebiet grenzen direkt an die Ortslage. Das märkische Dorf liegt im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land im nördlichen Teil des Landkreises Oberhavel, 80 Kilometer nördlich von Berlin.

Geschichte

Datei:Menz church.jpg
Dorfkirche
Datei:Roofensee Menz.jpg
Roofensee

Überblick

Menz wurde erstmals 1290 urkundlich erwähnt. Archäologische Spuren reichen jedoch weit in die Zeit der slawischen Besiedlung zurück. Auf dem 300 m westlich des Ortes am Roofensee liegenden Wallberg befand sich ein slawischer Burgwall (Turmhügel) mit vorgelagerter Siedlung.

Der Rittersitz ging Anfang des 13. Jahrhunderts in den Besitz von Johannis Mentiz, einem Gefolgsmann der Grafen von Lindow-Ruppin über. Die Grenzlage setzte den Marktflecken wiederholt im Zeitraum von 1420 bis 1438 Raubzügen mecklenburgischer Ritter aus. 1524 kam Menz als Teil der Herrschaft Ruppin an die Mark Brandenburg. Im Jahre 1638 wurde der Ort zusammen mit weiteren 28 Siedlungen von den aus dem Kreis Ruppin abziehenden kaiserlichen Truppen unter General Gallas eingeäschert.

Seit dem 18. Jahrhundert entwickelte sich Menz, begünstigt durch Forst- und Seenbesitz, zu einem der wohlhabendsten Amtsdörfer im Kreis Ruppin. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Menzer Heide fast völlig kahlgeschlagen, nachdem der Bau des Polzowkanals die Voraussetzung zur Verschiffung der Hölzer über die Havel nach Berlin geschaffen hatte.

Das älteste Gebäude von Menz ist die Dorfkirche Menz, eine Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert, die nach dem Dreißigjährigen Krieg wiederholt umgebaut wurde.

Der Wallberg bei Menz

Ein 1290 beurkundeter Ritter Johannes de Mentiz<ref></ref><ref></ref> und die Lage von Menz an der Grenze zwischen den damaligen Ländern Ruppin und Stargardt sind ein plausibler Kontext für eine befestigte Anlage (eine Burg oder ein Burgwall) auf dem heute 14 m hohen Hügel am Südost-Ufer des Roofensees. Eine Reihe von Funden wie z. B. mehrere Messer, Bogen-Pfeilspitzen, viele Tonscherben und Knochen-Abfälle sind dokumentiert.

Auf Bitte des Johannes Schall, Gutsbesitzer von Neu-Roofen, führte das Märkische Provinzial-Museum (das heutige Märkische Museum) Berlin am 23. Oktober 1892 eine Begehung des Wallberges zu Menz durch. Der Exkursionsbericht ist verfasst von Geheimrat E. Friedel (erster Direktor des 1874 gegründeten Museums) und R. Buchholz (Kustos am selbigen Museum). Während der vollständige Bericht im Archiv des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg, derzeit im Kloster St. Pauli in Brandenburg an der Havel (vormals im Schloss Babelsberg, Potsdam) aufbewahrt wird, ist eine Kurzfassung einige Jahre später in der Brandenburgia<ref name="Buchholz1899">R. Buchholz: Der Wallberg bei Menz, Kreis Ruppin (= Monatsblatt der Gesellschaft für Heimatkunde der Provinz Brandenburg zu Berlin [Hrsg.]: Brandenburgia. Band 8). Berlin 1899, S. 219–221 (uni-potsdam.de [PDF; 636 kB]).</ref> publiziert worden.

Danach waren der Grundriss einzelner viereckiger und runder Gebäude klar erkennbar. Ein ebenfalls runder Grundriss an der höchsten Stelle des Hügels deutet auf einen Turm hin. Es ist wahrscheinlich, dass damals der ganze Hügel von Wasser umgeben war. An der schmalsten Stelle, in Richtung der Ortschaft Menz, findet sich eine "besondere, vielleicht torartige Befestigung".<ref name=Buchholz1899/> Insgesamt ergibt sich das Bild einer "durch Steinmauern (wenn auch nur mit Lehm verbunden) geschützte und mit Türmen und Wohngebäuden ausgestattete Befestigung (Burg) ..., und zwar in der letzten Wendenzeit und in der Zeit der ersten Askanier".<ref name=Buchholz1899/> Die Schlussbemerkung: "Ihre Zerstörung muss nach dem Befunde gegen Ende des 12. oder Anfang des 13. Jh. erfolgt sein."<ref name=Buchholz1899/> kollidiert allerdings mit der auf 1290 datierten Nennung des Ritters de Mentiz, der, wenn er denn überhaupt in Menz gelebt hat, demnach wohl nicht mehr auf dem Wallberg gewohnt haben dürfte.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1875 718
1890 796
1925 636
1933 646
1939 643
Jahr Einwohner
1946 924
1950 979
1964 794
1971 781
1981 670
Jahr Einwohner
1985 664
1989 660
1990 661
1991 647
1992 630
Jahr Einwohner
1993 624
1994 622
1995 606
1996 606
1997 612
2025 542

Gebietsstand des jeweiligen Jahres<ref>Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel. S. 22–25</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Datei:NaturParkHaus Stechlin in Menz.jpg
NaturParkHaus Stechlin in Menz
Datei:Regionalwerkstatt Stechlin in Menz.jpg
Regionalwerkstatt Stechlin

Das NaturParkHaus Stechlin ist das Besucherzentrum des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land. Es befindet sich in der Dorfmitte im Gebäude der alten Oberförsterei. Es gibt eine Dauerausstellung, wechselnde Veranstaltungen und Tourismusinformationen. In der Regionalwerkstatt Stechlin auf einem benachbarten Grundstück werden wechselnde Ausstellungen zu regionalen Themen gezeigt.

Denkmal

Ein viereckiger Feldsteinbau ist 1926 als Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Gemeinde erbaut worden. An drei Seiten ist jeweils eine an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnernde Gedenktafel angebracht. An der vierten Seite befindet sich eine Gedenktafel für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. 1987 wurden sie von Herrn J. Braun aus Menz restauriert.

Kirche

Datei:IKAl 20100530 Kirche Menz.jpg
Kirche von Menz

Mitten im Dorf steht eine Feldsteinkirche, die 1585 vollendet wurde. Im Jahre 1772 erhielt der Kirchturm seine heutige Form. Aus dem 17. Jahrhundert stammen die historischen Hofanlagen.

Im Inneren der Kirche sieht man das Holztonnengewölbe und eine Wendetür aus dem 13. Jahrhundert. Die Rundfenster zeigen Christus als Weltherrscher.

2002 wurde eine einmanualige Orgel eingeweiht.

Rundweg um den Roofensee

Um den Roofensee herum führt ein Fuß- und Laufweg, an dem es auch mehrere Badestellen gibt. Informationsmaterial und einen Rucksack für den Wasser- und Walderlebnispfad und den Moorlehrpfad gibt es im NaturParkHaus Stechlin in Menz.

Waldfest

Kulturelles und gesellschaftliches Highlight ist das jährlich stattfindende Waldfest (30-jähriges Jubiläum 2026).<ref>Waldfest 2026 – Der große Waldmarkt auf dem Friedensplatz. Dorfverein Menz, abgerufen am 2. April 2026.</ref> Beim Waldfest feiern die Menzer Eingeborenen den Wald sowie den Roofensee und messen sich seit 2002 beim IronMenz, einem Triathlon, der aus den Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Crosslauf besteht. Auch Reden, Gottesdienste sowie Wanderungen und Radtouren zählen zum Programm. Veranstaltet wird das Waldfest von der Gemeinde Stechlin-Ortsteil Menz, dem Landesbetrieb Forst Brandenburg und dem Naturpark Stechlin–Ruppiner Land gemeinsam mit der Menzer Feuerwehr und den im Dorf ansässigen Vereinen sowie weiteren ehrenamtlichen Helfern.<ref>Waldfest. In: MenzErleben. Abgerufen am 9. Mai 2023.</ref>

Weblinks

Commons: Menz bei Rheinsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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