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Domgymnasium Verden

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Domgymnasium Verden
Datei:Domgymnasium verden.jpg
Portal des Domgymnasiums Verden
Schulform Gymnasium
Gründung vor 1002
Adresse Grüne Straße 32
27283 Verden
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 54′ 53″ N, 9° 13′ 46″ OKoordinaten: 52° 54′ 53″ N, 9° 13′ 46″ O
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Träger Landkreis Verden
Schüler 1319 (Stand Juli 2023)
Lehrkräfte 103 (Stand Juli 2023)
Leitung Dorothea Blume, Michael Spöring (Stellvertreter)<ref>Schulleitung. Domgymnasium Verden, abgerufen am 14. Juni 2020.</ref>
Website www.domgymnasium-verden.de

Das Domgymnasium Verden (kurz Dog oder DoG) ist ein humanistisches Gymnasium in Verden an der Aller. Es ist neben dem Gymnasium am Wall eines der beiden Gymnasien in der Stadt und gilt als eine der ältesten Schulen Deutschlands. Vorläuferin des heutigen Gymnasiums in der Nähe des gotischen Domes zu Verden war eine mutmaßlich bereits vor 1002 gegründete Lateinschule.

Geschichte

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Gründungszeit

Das genaue Gründungsjahr der Schule lässt sich aufgrund lückenhafter Quellenlage nicht sicher belegen. Es kann nur anhand anderer Begebenheiten näherungsweise abgeleitet werden. So war Verden nach der Aachener Synode von 789 als Bischofssitz zur Einrichtung einer Domschule angehalten. In der Chronik von Thietmar von Merseburg finden sich Belege für die Ausbildung eines adligen Skandinaviers zum Geistlichen durch Bischof Erp von Verden vor 994. Ausgehend von der Annahme, dass diese im Rahmen einer Klosterschule erfolgte, wird die Existenz einer Domschule in Verden vor 1002 abgeleitet. Über Umfang und Inhalte der Ausbildung liegen allerdings keine hinreichenden Belege vor.<ref>Jürgen Siemers: Seit über 1000 Jahren rauchen in Verden die Köpfe: Skandinavischer König war einer der ersten Schüler. In: Clemens-August Borgerding (Hrsg.): Domgymnasium zu Verden. Geschichte, Geschichten, Geschichtchen. Verden 2002, S. 5–9.</ref>

Bis 1578 fand der Unterricht vermutlich direkt im Dom statt.

Ab der Reformation

Nach der Reformation wurde die Domschule 1578 durch Bischof Eberhard von Holle neu strukturiert und reformiert. Die Schulräume wurden im ehemaligen Dormitorium eingerichtet. Anfangs wurden hier vier Klassen unterrichtet, eine fünfte Klasse kam 1651 hinzu. Wegen der steigenden Schülerzahl wurden die Räume mehrfach erweitert.

Datei:Siegelmarke Königliche Dom - Gymnasium - Verden W0215532.jpg
Königl. Dom-Gymnasium Verden (Siegelmarke, zwischen 1850 und 1918)

Im November 1872 erfolgte der Umzug an den heutigen Standort, der nur etwa 200 Meter vom Dom entfernt liegt. Die Schule hatte damals 215 Schüler und 13 Lehrkräfte.<ref>Jürgen Siemers: Im Dunkeln waren die roten Wangen nicht zu sehen. In: Clemens-August Borgerding (Hrsg.): Domgymnasium zu Verden. Geschichte, Geschichten, Geschichtchen. Verden 2002, S. 233–235.</ref>

Nachkriegszeit

Das Gebäude ist auch heute noch Teil der Schule, die 1956 und 1979 weitere Anbauten erhielt. 2004 bekam das Gymnasium nach Abschaffung der Orientierungsstufe das Gebäude der ehemaligen Pestalozzischule hinzu, das etwa 200 Meter vom Stammhaus entfernt liegt. Der Anfang November 2005 begonnene Bau einer neuen Turnhalle, welche auch weitere Unterrichtsräume beherbergt, wurde im Januar 2007 abgeschlossen. Die alte Sporthalle wurde zwischenzeitlich vom Gymnasium am Wall benutzt, da deren Sporthallenkapazität nicht ausreichte. Im Sommer 2007 wurde sie dann abgerissen, wodurch Platz für eine Erweiterung des Pausenhofes geschaffen wurde.

Seit dem 18. Juli 2015 ist das Domgymnasium eine anerkannte UNESCO-Projektschule.<ref>Unesco-Projekt-Schule. Domgymnasium Verden, abgerufen am 22. Mai 2020.</ref>

Zwei Vereine unterstützen das Domgymnasium heute finanziell. Der Verein ehemaliger Verdener Domgymnasiasten mit rund 1200 Mitgliedern besteht seit 1928. Die Aufgaben eines Fördervereins übernimmt der Schulverein des Domgymnasiums zu Verden.

Schulleben

Seit einigen Jahren bietet das Domgymnasium auch eine Ganztagsbetreuung an.<ref>Ganztagskonzept. Domgymnasium Verden, abgerufen am 22. Mai 2020.</ref> Neben den Pflichtfächern wird, größtenteils nachmittags, eine teilweise ungewöhnliche Auswahl an freiwilligen Arbeitsgemeinschaften angeboten. Darunter fallen unter anderem mehrere Chöre (Großer Chor, Junger Chor, Kammerchor) und Orchester (Sinfonia Piccola, Kammerorchester, Blasorchester) sowie Bands, Astronomie, Theater, Aquarien und Terrarien, Volieren, Schach oder Weinbau.<ref>Arbeitsgemeinschaften. Domgymnasium Verden, abgerufen am 14. Juni 2020.</ref> Über 30 Jahre lang gab es eine Marionetten-Arbeitsgemeinschaft, die mehrfach auch im bundesweiten Wettbewerb um den Fritz-Wortelmann-Preis der Stadt Bochum erfolgreich war.<ref>Obernoltes Puppen kehren nach Verden zurück. In: Verdener Aller-Zeitung, online seit 1. Dezember 2022</ref> Seit 1934 hat das Domgymnasium außerdem eine eigene Ruderriege.<ref>Ralph Gronki: Seit 68 Jahren rudern Gymnasiasten aus Verden erfolgreich. In: Clemens-August Borgerding (Hrsg.): Domgymnasium zu Verden. Geschichte, Geschichten, Geschichtchen. Verden 2002, S. 574–576.</ref>

Die Schule beherbergt eine große Anzahl an Tieren, wie beispielsweise Ziegen, Aras, Kleinpapageien, Fasane, Schlangen, Schildkröten, Fische und Bienen. Als humanistisches Gymnasium wird neben Latein auch Altgriechisch als Wahlsprache angeboten.

Die historische Bibliothek der Schule und ihre Arbeitsbibliothek haben zusammen rund 85.000 Bände. Dieser Buchbestand gilt als einer der größten an einer öffentlichen Schule in Deutschland. Der historische Buchbestand von etwa 25.000 Bänden beinhaltet insbesondere einen wertvollen Blaeu-Atlas von 1635.<ref>Historische Bibliothek. Domgymnasium Verden, abgerufen am 22. Mai 2020.</ref>

Bekannte Personen

Schulleiter

  • 1578–1580: evtl. Bernhard Textor oder Konrad Hornemann
  • 1580–1613: Detlev Rasch
  • 1613–1649: Glaser
  • 1649–1662: Solter
  • 1662–1676: Johann Vagt gen. Vagetius
  • 1676–1680: vakant
  • 1680–1702: Johann Anton Pagendarm (1642–1702), Pädagoge
  • 1702–1722: Fuhrmann
  • 1723–1743: Justus Diederich Heidmann (1694–1743), Schüler, Philologe
  • 1743–1778: Kolle
  • 1778–1794: Johann Christian Meier (1732–1815), Pädagoge, Pfarrer und Schriftsteller
  • 1794–1816: Schilling
  • 1816–1832: Cammann
  • 1833–1871: Hermann Gottlob Plaß
  • 1871–1875: Bernhardt
  • 1876–1890: Freytag
  • 1890–1912: Dieck
  • 1912–1920: Franke
  • 1920–1935: Paul Menge (Amtsenthebung durch die Nationalsozialisten)<ref>Verein ehemaliger Domgymnasiasten: Weihnachts-Rundschreiben 1966, S. 8 (Digitalisat).</ref>

Lehrer

Schüler

Literatur

  • Paul Menge: Das Verdener Domgymnasium 1578–1928. Verden 1928.
  • Domgymnasium Verden (Hrsg.): Die Bibliothek des Verdener Bürgermeisters Pfannkuche. Rekonstruktion eines kulturellen Erbes. Verden 2019.
  • Clemens-August Borgerding (Hrsg.): Domgymnasium zu Verden. Geschichte, Geschichten, Geschichtchen. Verden 2002.
  • Volkrat Stampa: Domgymnasium Verden. Anekdoten und Erinnerungsfragmente. Bremen 2013.
  • Karl Nerger: 400 Jahre Domgymnasium Verden. In: Robert Kienzle (Hrsg.): Heimatkalender für den Landkreis Verden. Verden 1978, S. 123–129.
  • Eilert Obernolte: Der Aufstand der Puppen: Marionettentheater am Domgymnasium Verden. Tredition, Hamburg 2022, ISBN 978-3-347-45416-3.

Weblinks

Commons: Domgymnasium Verden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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