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Lausbub

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Lausbub. Bronzeplastik von Max Stockenhuber. Linz.
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Der Lausbub von Marianne Bleeke-Ehret in der Bäckerstraße in Herford
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Carl Georg Köster (1812–1893): Der kleine Lausbub

Lausbub (auch Lauser, Lausbube, Lausejunge, Lausebengel) ist, besonders im süddeutschen Raum sowie in der Schweiz und in Österreich, eine scherzhafte Bezeichnung für einen frechen oder zu Streichen aufgelegten Buben. Im Österreichischen gibt es dazu das weibliche Pendant Lausmensch für ein schlimmes Mädchen.<ref>Lausmensch im österreichischen Wörterbuch</ref>

Herkunft

Die Brüder Grimm verstanden unter Lausbube ein Schimpfwort für einen schäbigen, unreifen Menschen und bezogen sich dabei auf eine Bemerkung Goethes, der Lausbub für einen Menschen verwendete, der „kein übles Ingenium hat, aber sich durch einen schäbigen Willen unnütz macht“.<ref>Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref>

Gemäß dem Schweizerischen Idiotikon (Schweizerdeutsches Wörterbuch) stammt die Aussage „Was für ein Spott wäre das für eine christliche Stadt, wenn sie solch einen Lausbuben duldete“ von Huldrich Zwingli aus dem Jahre 1523.<ref>Lausbube In: Schweizerischen Idiotikon. Band 4, Sp. 935.</ref>

Der schweizerische Sender Radio SRF Musikwelle brachte am 31. Juli 2013 die Sendung Als «Lausbub» noch ein Schimpfwort war und schrieb dazu in seiner Mailbox „Was sie scho imma ham wille wisse“:

„Es klingt niedlich, wenn man einen kleinen Schlawiner heute «Lausbub» nennt. Wie unser Sprachexperte Christian Schmid herausfand, galten Lausbuben früher hingegen als Gesindel der übelsten Sorte. Nur schon der Ausdruck «Bub» hatte eine negative Bedeutung. Auch Läuse spielten dabei eine Rolle.“

In der aufgezeichneten Radiosendung erzählt der Schweizer Dialektologe und SRF Redakteur Christian Schmid informativ und ausführlich über den Lausbub.<ref>daue: Als «Lausbub» noch ein Schimpfwort war. SRF, 31. Juli 2013, abgerufen am 6. Januar 2022.</ref>

Im nordbayerischen Raum ist die Form „Lauser“ häufig anzutreffen, die ebenfalls auf die als Parasiten lebenden Läuse zurückgeht, die freche Gassenjungen einst spielend von Haus zu Haus trugen.<ref>Martin Droschke: Franken hat so schöne Wörter. Lauser. In: Franken 2024. Franken-Wissen für das ganze Jahr. Emons Verlag, Köln 2023, ISBN 978-3-7408-1797-8, Blatt 5. Juni.</ref>

Beispiele der künstlerischen Verwendung

Literatur

  • Wilhelm Dolles: Der „Lausbub“ und „Rowdy“ als psycho-biologische Rolle. In: Zeitschrift für pädagogische Psychologie und Jugendkunde. Band 21, 1920, S. 170–180.

Weblinks

Wiktionary: Lausebengel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Lausbube – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />

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