Gabriela Grillo
Gabriela Dagmar Grillo (* 19. August 1952<ref name="dnb">Datensatz von Gabriela Grillo im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek</ref><ref name="dbo">Gabriela Grillo auf databaseolympics.com, abgerufen am 16. Juni 2011</ref> in Duisburg<ref name="dnb" /><ref name="nrw.de">Porträt von Gabriela Grillo auf mediendatenbank.nrw.de, abgerufen am 31. Mai 2007</ref>; † 25. Februar 2024<ref>Olympiasiegerin tot. In: Junge Welt, 29. Februar 2024, abgerufen am 4. März 2024.</ref>) war eine deutsche Journalistin, Unternehmerin sowie zuvor Dressurreiterin und Olympiateilnehmerin.
Werdegang
Grillo ist die Tochter des Kaufmanns Herbert Grillo und dessen Frau Marita, geborene Withofer. Als Dressurreiterin trainierte Gabriela Grillo von 1960 bis 1966 bei Otto Fuhrmann, von 1967 bis 1973 bei Walter Günther und ab 1974 bei dem Generalmajor a. D. Albert Stecken.<ref>Gabriela Grillo im Munzinger-Archiv, abgerufen am 27. Mai 2014 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> Nach dem Abitur am Frau-Rath-Goethe-Gymnasium in Duisburg 1971 schrieb sich Grillo im selben Jahr für Musikwissenschaft, Germanistik und Theaterwissenschaft an der Universität zu Köln ein.<ref name="KfF">Porträt von Gabriela Grillo auf den Webseiten des 7. Kongresses für Familienunternehmen, abgerufen am 31. Mai 2007</ref> Beim Reit- und Fahrverein am Uhlenhorst in Mülheim war Grillo von 1979 bis 1983 Jugendwart. Ab 1980 war sie ständige Mitarbeiterin der Fachzeitschrift Reiten und Fahren. Im Jahr 1981 wurde sie als Vorstand der Fachgruppe Dressur im Deutschen Reiter- und Fahrerverband (DRFV) tätig. Von 1976 bis 1982 war sie Mitglied der bundesdeutschen Dressur-Nationalmannschaft.<ref name="KfF" /> In diese Zeit fiel ihr größter sportlicher Erfolg, der Gewinn der Mannschaftsgoldmedaille bei den Olympischen Sommerspielen 1976 in Montreal im Dressurreiten; in der Einzelkonkurrenz belegte sie den 4. Platz.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Google-Cache-Version von pferdezeitung.com ( vom 28. September 2007 im Internet Archive), abgerufen am 31. Mai 2007</ref> Beide Erfolge erritt sie auf ihrem Trakehner Ultimo.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Trakehner auf pferdenetz.at ( vom 30. September 2007 im Internet Archive), abgerufen am 31. Mai 2007</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Trakehner auf horsevenue.com (englisch) ( vom 28. März 2007 im Internet Archive), abgerufen am 31. Mai 2007</ref> Seit 1985 war sie Mitglied im Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR). Grillo hat Fachartikel und mehrere Bücher über das Reiten verfasst, so etwa 1979 60 Worte Reiterdeutsch.
Für den Gewinn der Goldmedaille 1976 erhielt sie das Silberne Lorbeerblatt.<ref>Stadt Landshut, Sportchronik 1974-76: ... 1976 Empfang der deutschen Olympiamannschaft im Oktober beim Bundeskanzler Helmut Schmidt in Bonn und Auszeichnung mit dem Silbernen Lorbeerblatt. ...</ref>
Seit 1993 war Gabriela Grillo, eine Ururenkelin von Wilhelm Grillo<ref>NRZ-Interview mit Gabriela Grillo (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive ), abgerufen am 31. Mai 2007</ref> und Ururgroßnichte von Friedrich Grillo, geschäftsführende Gesellschafterin der Wilhelm Grillo Handelsgesellschaft mbH, sie handelt mit Zink, Blei, Kupfer und seltenen Metallen wie Bismut, Antimon und Kobalt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Firmengeschichte der Wilhelm Grillo Handelsgesellschaft ( vom 4. August 2007 im Internet Archive), abgerufen am 16. Juni 2011</ref>
Im März 1995 wurde sie Aufsichtsratsmitglied in der Grillo-Werke AG in Duisburg und dann im Mai 1995 vom Aufsichtsrat der Grillo-Werke AG in den Vorstand delegiert als stellvertretendes Vorstandsmitglied. Im Mai 1996 wurde sie zum ordentlichen Vorstandsmitglied der Grillo-Werke AG bestellt. Seit August 2001 war sie Sprecherin des Vorstandes; seit Oktober 2004 war sie Vorsitzende des Aufsichtsrates der Grillo-Werke AG.<ref name="KfF" /><ref>Unternehmensführung der Grillo-Werke AG, abgerufen am 16. Juni 2011</ref> Ihr Nachfolger im Vorstand wurde ihr Cousin Ulrich Grillo. Der Grillo-Konzern gliedert in die vier Geschäftsbereiche Metall, Chemie, Zinkoxid und Rheinzink mit Tochtergesellschaften und Niederlassungen über ganz Europa verteilt und Brückenköpfen in USA, China und Südafrika. Der Grillo-Konzern gilt als der größte Zink-Verarbeiter der Welt<ref>Mann mit Energie. In: F.A.Z. 26. November 2012, abgerufen am 27. Mai 2014.</ref> und ist seit 1994 wieder vollständig in Familienhand; die 150 Familienaktionäre dürfen ihre vinkulierten Namensaktien nur mit Zustimmung von Vorstand und Aufsichtsrat weitergeben.<ref>Fest am Zügel. In: Manager Magazin. 15. Januar 2013, abgerufen am 27. Mai 2014.</ref> Grillo saß in der Chefetage der Londoner Metallbörse (LME).<ref>LME Holdings Gabriela Grillo (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive ), www.lme.com, abgerufen am 27. Mai 2014.</ref>
Gabriela Grillo war Kuratoriumsmitglied der Universität Duisburg-Essen.<ref name="nrw.de" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kuratorium der Universität Duisburg-Essen ( vom 7. Juni 2007 im Internet Archive), abgerufen am 31. Mai 2007</ref>
Im November 2010 erhielt Grillo in Gladbeck die Luther-Rose für gesellschaftliche Verantwortung und Unternehmercourage der Internationalen Martin Luther Stiftung<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung Verleihung der Luther-Rose ( des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 114 kB), abgerufen am 16. Juni 2011</ref>.
Sportliche Erfolge
- Goldenes Deutsches Reiter-Abzeichen Klasse I, 1971
- Olympiasieg Dressurreiten Mannschaft: 1976<ref name="dbo" /> (auf Ultimo)
- Deutsches Dressurderby
- 1. Platz: 1977 (mit Ultimo), 1980 (mit Ultimo)
- 2. Platz: 1978 (mit Wilhelm Tell)
- Olympia-Ersatzwettbewerbe der boykottierenden Staaten
- Einzel: 5. Platz beim Goodwood International Dressage Festival 1980 (auf Ultimo)
- Europameisterschaften Dressurreiten<ref>EM-Erfolge rheinischer Pferdesportler auf pferdesport-rheinland.de, abgerufen am 31. Mai 2007</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Reitergebnisse auf sportquick.com ( vom 27. September 2007 im Internet Archive), abgerufen am 31. Mai 2007</ref>
- Mannschaft: Europameister 1977 (auf Ultimo), 1979 (auf Ultimo), 1981 (auf Galapagos)
- Einzel: Bronzemedaille 1981 (auf Galapagos)
- Deutsche Meisterschaften Dressurreiten (Damen)<ref>Dressurreiten auf sport-komplett.de, abgerufen am 16. Juni 2011</ref>
- 1. Platz: 1977 und 1979 (mit Ultimo), 1980, 1981 und 1982 (mit Galapagos), 1983 (mit Grandison)
- 2. Platz: 1978, 1985
- 3. Platz: 1978 (mit Ultimo), 1984 (mit Grandison), 1986
- Gewinn Rheinische Meisterschaften Dressurreiten (Damen): 1972, 1974, 1982<ref>Chronik der Rheinischen Meisterschaften, abgerufen am 31. Mai 2007</ref>
Ehrungen
- 1976: Sportehrenplakette der Städte Mülheim und Duisburg
- 1976: Silbernes Lorbeerblatt
- 1976: FN-Ehrenzeichen in Gold mit Olympischen Ringen
- 1976: Goldene Ehrennadel des Trakehnerverbands
- 1976: Goldene Leistungsnadel des Verbands der Reit- und Fahrvereine Rheinland
- 1976: Goldene Nadel des Reitclubs St. Georg Salzburg
- 1980: FN-Ehrenzeichen Sonderst. Gold (Festival der Dressurreiter)
- 1980: Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen
- 1981: Freiherr v.-Schrötter-Wohnsdorf Gedächtnis-Plakette (Trakehnerverband)
- 1983: Ehrenpokal der Westdeutschen Sportpresse
- 2021: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
Schriften
- zusammen mit Erich Oese: Quadrillenreiten: Idee, Gestaltung, Präsentation. FN-Verlag, Warendorf 1992, ISBN 978-3-88542-249-5.
Literatur
- Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. Begründet von Walter Habel. Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 407 f.
Weblinks
Einzelnachweise
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Vorlage:Navigationsleiste Olympiasieger im Dressurreiten (Mannschaft)Vorlage:Navigationsleiste Weltmeister im Dressurreiten (Mannschaft)Vorlage:Navigationsleiste Europameister im Dressurreiten (Mannschaft)Vorlage:Klappleiste/Anfang Damen – 1959: Madeleine Winter | 1960 bis 1963: Rosemarie Springer | 1964: Ines von Badewitz | 1965: Rosemarie Springer | 1966 und 1967: Vroni Meier-Johann | 1969: Ilsebill Becher | 1970: Karin Schlüter | 1971: Liselott Linsenhoff | 1973 bis 1975: Karin Schlüter | 1977: Gabriela Grillo | 1978: Ilsebill Becher | 1979 bis 1983: Gabriela Grillo | 1984: Gabriele Disterer | 1985: Ingeborg Fischer | 1986 und 1987: Gina Capellmann | 1988 und 1989: Nicole Uphoff | 1990: Monica Theodorescu | 1991 und 1992: Isabell Werth | 1993: Nicole Uphoff | 1994: Karin Rehbein | 1995 bis 1998: Isabell Werth | 1999: Nadine Capellmann-Biffar | 2000: Ulla Salzgeber | 2001 und 2002: Nadine Capellmann | 2003 und 2004: Ulla Salzgeber | 2005 und 2006: Heike Kemmer | 2007 und 2008: Isabell Werth
Herren – 1959 bis 1961: Willi Schultheis | 1962: Josef Neckermann | 1963: Walter Günther | 1966: Harry Boldt | 1967: Reiner Klimke | 1969: Josef Neckermann | 1970: Wolfgang Haug | 1971: Josef Neckermann | 1973: Harry Boldt | 1974: Josef Neckermann | 1975: Reiner Klimke | 1977: Harry Boldt | 1978: Reiner Klimke | 1979 und 1980: Uwe Schulten-Baumer jun. | 1981: Reiner Klimke | 1982: Uwe Schulten-Baumer jun. | 1983 bis 1986: Reiner Klimke | 1987: Johann Hinnemann | 1988: Reiner Klimke | 1989 und 1990: Sven Rothenberger | 1991 bis 1993: Klaus Balkenhol | 1994: Martin Schaudt | 1995 und 1996: Klaus Balkenhol | 1997: Martin Schaudt | 1998 und 1999: Jürgen Wirths | 2000: Michael Klimke | 2001: Rudolf Zeilinger | 2002 und 2003: Klaus Husenbeth | 2004: Martin Schaudt | 2005: Hubertus Schmidt | 2006: Klaus Husenbeth | 2007: Hubertus Schmidt | 2008: Matthias A. Rath
Grand Prix Spécial – 2009: Isabell Werth | 2010: Isabell Werth | 2011: Matthias A. Rath | 2012 und 2013: Helen Langehanenberg | 2014 und 2015: Kristina Sprehe | 2016 und 2017: Isabell Werth | 2018: Sönke Rothenberger | 2019: Dorothee Schneider | 2020 und 2021: Jessica von Bredow-Werndl | 2022: Dorothee Schneider | 2023 und 2024: Jessica von Bredow-Werndl
Grand Prix Kür – 2009: Matthias A. Rath | 2010: Isabell Werth | 2011: Matthias A. Rath | 2012 und 2013: Helen Langehanenberg | 2014 und 2015: Kristina Sprehe | 2016: Dorothee Schneider | 2017: Isabell Werth | 2018: Sönke Rothenberger | 2019 und 2020: Isabell Werth | 2021: Jessica von Bredow-Werndl | 2022: Isabell Werth | 2023 und 2024: Jessica von Bredow-Werndl Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Grillo, Gabriela |
| ALTERNATIVNAMEN | Grillo, Gabriela Dagmar (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Unternehmerin und Dressurreiterin |
| GEBURTSDATUM | 19. August 1952 |
| GEBURTSORT | Duisburg |
| STERBEDATUM | 25. Februar 2024 |
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