Zum Inhalt springen

Erich Wolfsfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 22. Oktober 2025 um 17:32 Uhr durch imported>Hardenacke (+ wikilink).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Erich Wolfsfeld (* 27. April 1884 in Krojanke; † 29. März 1956 in London) war ein aus Nazideutschland emigrierter jüdischer deutsch-englischer Maler, Grafiker und Professor für Radierkunst.

Leben und Werk

In einer jüdischen Familie in Westpreußen geboren, wuchs Erich Wolfsfeld in Berlin auf. Von 1902 bis 1913 studierte er an der Berliner Akademischen Hochschule für die Bildenden Künste, u. a. Malerei bei dem Menzel-Schüler Konrad Böse und Radierung bei Hans Meyer, widmete sich hier speziell der Technik der Radierung und Kaltnadelradierung, die er vor allem mit Arbeiten im Großformat zu hoher künstlerischer Perfektion brachte. Er verbrachte auch Studienaufenthalte in London und Rom, wo er auf Otto Greiner traf. Später lernte er einige Zeit bei Jules Lefebvre an der Académie Julian in Paris.

Bereits um 1915 setzte eine rege Rezeption von Wolfsfelds grafischem Werk ein. Ab 1916 unterrichtete er an der Akademischen Hochschule für die Bildenden Künste, 1917 wurde er dort zum Professor für Malerei und Radierkunst berufen;<ref>Antje Kalcher, Dietmar Schenk: Vor der UdK. 1. Auflage. Universität der Künste Berlin, 2024, S. 36 (kobv.de [PDF]).</ref> 1924 fusionierte seine Hochschule zu den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst unter der Leitung von Bruno Paul. Wolfsfeld leitete als Nachfolger von Max Slevogt mehrere Jahre den Berliner Radierverein. Erich Wolfsfeld war auch Mitglied im Deutschen Künstlerbund.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />kuenstlerbund.de: Ordentliche Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes seit der Gründung 1903 / Wolfsfeld, Erich (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) (abgerufen am 22. November 2016)</ref> Zu seinen Berliner Schülern gehören Ida Köhne, Lotte Laserstein,<ref>Anna-Carola Krausse: Lotte Laserstein – Leben und Werk. Dietrich-Reimer-Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-496-01347-1, S. 49–53.</ref> Herbert Häfner, Alois Kowol, Gottfried Meyer und Arno Mohr.

1928 reiste er in die Türkei, nach Marokko und Ägypten; arabische und orientalische Szenen gehören zu seinen bekanntesten Motiven. 1935 heiratete er die Tänzerin Ilse Fackenheim (Illa Walter). 1936 wurde Erich Wolfsfeld wegen seiner jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten aus dem Lehramt entlassen. 1936 gehörte er mit Lisbeth Cassirer, Franz Landsberger, Max Osborn, Josef Bato (1888–1966) und Rachel Wischnitzer-Bernstein zur Jury der Reichsausstellung Jüdischer Künstler im Berliner Jüdischen Museum.<ref>Geschlossene Vorstellung. Der jüdische Kulturbund in Deutschland 1933 bis 1941. Akademie der Künste Berlin, Edition Hentrich, 1992. S. 147 (mit Abbildung).</ref> 1939 gelang dem Ehepaar die Auswanderung nach England, wo Wolfsfeld zunächst als Enemy Alien auf der Isle of Wight interniert wurde. In England hatte er später weithin beachtete Ausstellungen; schon 1943 stellte er in der Royal Academy aus, 1956 wurde er assoziiertes Mitglied der Royal Society of Painter-Printmakers.

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein