Zum Inhalt springen

Schweinebrucellose

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. April 2026 um 14:49 Uhr durch imported>Uwe Gille (Tierseuchenbekämpfung: update).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Brucella suis culture.jpg
Zellkultur von Brucella suis
Klassifikation nach ICD-10
A23.2 Brucellose durch Brucella suis
{{{02-BEZEICHNUNG}}}
{{{03-BEZEICHNUNG}}}
{{{04-BEZEICHNUNG}}}
{{{05-BEZEICHNUNG}}}
{{{06-BEZEICHNUNG}}}
{{{07-BEZEICHNUNG}}}
{{{08-BEZEICHNUNG}}}
{{{09-BEZEICHNUNG}}}
{{{10-BEZEICHNUNG}}}
{{{11-BEZEICHNUNG}}}
{{{12-BEZEICHNUNG}}}
{{{13-BEZEICHNUNG}}}
{{{14-BEZEICHNUNG}}}
{{{15-BEZEICHNUNG}}}
{{{16-BEZEICHNUNG}}}
{{{17-BEZEICHNUNG}}}
{{{18-BEZEICHNUNG}}}
{{{19-BEZEICHNUNG}}}
{{{20-BEZEICHNUNG}}}
{{{21-BEZEICHNUNG}}}
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Die Schweinebrucellose ist eine Deckseuche von Schweinen, die vom Bakterium Brucella suis aus der Gattung Brucella verursacht wird. Auch für Brucella abortus (Rinderbrucellose) und Brucella melitensis (Schaf- und Ziegenbrucellose) ist das Schwein als Nebenwirt empfänglich, zeigt aber kaum klinische Symptome.

Epidemiologie

Die Biovare von B. suis unterscheiden sich deutlich in ihrer Virulenz für den Menschen. Biovar 2 verfügt über die geringste Virulenz für Menschen. Biovar 1 kommt weltweit vor, Biovar 2 nur in Europa und Biovar 3 in Amerika und Südostasien. Biovar 2 hat als Hauptwirt neben dem Schwein den Feldhasen (Hasenbrucellose), der eine bedeutende Naturherdinfektionsquelle darstellt. Auch Wildschweine stellen eine wichtige Infektionsquelle für Schweinebestände dar.<ref>X. J. Meng, D. S. Lindsay, N. Sriranganathan: Wild boars as sources for infectious diseases in livestock and humans. In: Philosophical Transactions of the Royal Society of London. Series B, Biological Sciences. Band 364, Nr. 1530, 27. September 2009, ISSN 1471-2970, S. 2697–2707, doi:10.1098/rstb.2009.0086, PMID 19687039, PMC 2865094 (freier Volltext) – (nih.gov [abgerufen am 8. Januar 2026]).</ref>

Klinik

Auffällig wird der Befall eines Bestandes durch gehäuftes Umrauschen der Sauen, Aborte und Geburt lebensschwacher Ferkel. Infizierte Eber übertragen den Erreger während des Deckakts. Oft entwickeln sie eine einseitige Hodenentzündung. Durch die Manifestation des Erregers in Knochen, Gelenken und Sehnenscheiden kommt es zu Lahmheiten. Die meisten Veränderungen konzentrieren sich auf den Geschlechtsapparat: Abszesse und jauchige Veränderungen in der Gebärmutter von Sauen. Aber auch in anderen Organen und an den Zwischenwirbelscheiben finden sich Veränderungen.

Diagnose

Die Erreger lassen sich per Serumlangsamagglutination (SLA) und Komplementbindungsreaktion (KBR) im Serum nachweisen. Die Nachweissicherheit von B. suis in vitro ist geringer als bei den anderen Brucella-Arten, weshalb sich häufiger Tierversuche mit Meerschweinchen empfehlen. Bei Schweinen ist der Brucellintest, ein allergischer Intrakutantest, weit verbreitet.

Tierseuchenbekämpfung

In Deutschland ist die Tierseuche in der Anlage 1 der Tierseuchenmeldeverordnung (TierSeuchMeldV) vom 10. März 2026 gelistet und es besteht eine allgemeine Meldepflicht nach § 3.<ref>Verordnung über die Meldung von Seuchen bei Tieren (Tierseuchenmeldeverordnung – TierSeuchMeldV)</ref> Die Bekämpfung ist in Deutschland in der Brucellose-Verordnung<ref>Brucellose-Verordnung</ref> geregelt. Behandlungen und Impfungen sind verboten. Naturherde von Feldhasen und Wildschweinen müssen in Betracht gezogen werden.

Literatur

  • Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre von Rolle/Mayr, Enke Verlag Stuttgart (2007)

Einzelnachweise

<references/>

Vorlage:Hinweisbaustein