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Nodicia de Kesos

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Die Nodicia de Kesos (auch Documento de Kesos, „Käsebotschaft“, neuleonesisch documentu de queisos, neukastilisch documento de quesos) ist das älteste bekannte spanische Schriftstück, das nicht auf Lateinisch, sondern in einem iberoromanischen Dialekt verfasst wurde. Es stammt aus der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts und wird teilweise genauer auf die Jahre zwischen 974 und 980 datiert.

<poem style="margin-left:2em; float:left; font-style:italic;"> No di cia de kesos que espisit f(rate)r se meno Inlab[ore] def(rat)r(e)s Inilo ba cela re decir ke scelus te kesos.U.Inilo alio de apa te Il kesos en que pu seron ogano kesos: IIII Inilo... </poem> <poem style="margin-left:2em; float:left; font-style:italic;"> „Notiz über Käse, die ausgeteilt hat Bruder Semeno: für die Arbeit der Brüder In dem Weinberg um San Justo herum: 5 Käse. In dem anderen des Abtes: 2 Käse. In dem, den sie dieses Jahr anlegten: 4 Käse. In dem ...“ </poem>

<ref>Thomas Krefeld: Einführung in die romanische Sprachwissenschaft (Faksimile mit Übersetzung auf S. 9). Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im 26. März 9.@1@2Vorlage:Toter Link/www.lrz-muenchen.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>

Der Text ist eine Inventarliste der Käselaibe, die von einem Mönch im Monasterio de los santos Justo y Pastor in Rozuela bei León verfasst wurde. Stilistisch ist die verwendete Sprache weit entfernt vom juristischen Latein, das für die meisten Schriftstücke jener Zeit verwendet wurde, es wiederholen sich viele Wortgruppen und die Nodicia wirkt sehr spontan und frei aufgeschrieben.

Das Dokument wurde auf der Rückseite eines anderen Dokuments geschrieben, einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 956, die ihre Bedeutung verloren hatte. Während die Sprache der Schenkungsurkunde das reguläre Latein ist, wurde die Nodicia im damals üblichen Vulgärlatein verfasst. Sie ist damit die älteste bekannte schriftliche Anwendung des Vulgärlatein der Iberischen Halbinsel, aus dem sich in diesem Bereich das Leonesische entwickelte.

Das Dokument gilt als Abbild der damals verwendeten Sprache, wie sie auch gesprochen wurde. Alle anderen Quellen aus jener Zeit geben die verwendete Literatursprache wieder, das Lateinische. Die Sprache des Dokuments entspricht dem damaligen sich entwickelnden Dialekt im Königreich León und darf somit weder dem heutigen Kastilisch noch dem Asturischen zugeschrieben werden.<ref>Fernández M.: La «Nodicia de kesos» y los problemas de la documentación del siglo X sobre el origen de los monasterios independientes de Rozuela y Cillanueva. In: Catálogo del Archivo Histórico Diocesano de León</ref>

Das Original ist im Archiv der Kathedrale von León als Manuscrito 852v aufbewahrt.

Weblink

Quellen

<references />