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Karminroter Zylinderputzer

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Karminroter Zylinderputzer
Datei:Callistemon citrinus JPG1t.jpg

Karminroter Zylinderputzer (Callistemon citrinus)

Systematik
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Myrtengewächse (Myrtaceae)
Unterfamilie: Myrtoideae
Tribus: Melaleuceae
Gattung: Zylinderputzer (Callistemon)
Art: Karminroter Zylinderputzer
Wissenschaftlicher Name
Callistemon citrinus
(Curtis) Skeels

Der Karminrote Zylinderputzer (Callistemon citrinus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Zylinderputzer (Callistemon) innerhalb der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Sie stammt aus Australien und wird wegen ihrer auffälligen zylinderförmigen Blütenstände als Zierpflanze verwendet.

Beschreibung

Datei:Callistemon citrinus-Minchen.jpg
Illustration
Datei:Callistemon citrinus 28zz.jpg
Jüngerer Blütenstand mit frischem Laubaustrieb darüber
Datei:Callistemon citrinus JPG2F.jpg
Älterer Blütenstand
Datei:Callistemon citrinus capsules (8737436439).jpg
Fruchtstand mit verholzten Kapselfrüchten

Der Karminrote Zylinderputzer wächst als immergrüner, selbständig aufrechter Strauch mit Wuchshöhen von meist 1 bis 3 Metern<ref name="NSWFo" />, seltener auch als kleiner Baum mit Wuchshöhen von 2 bis 7 Metern. Die Krone erreicht Durchmesser von etwa 3 Meter. Die Rinde ist hellbraun und rau.

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind mehr oder weniger sitzend.<ref name="NSWFo" /> Die einfache, ledrige Blattspreite ist bei einer Länge von 3 bis 7 Zentimetern und einer Breite von 5 bis 8 Millimetern verkehrt-eilanzettlich bis schmal-elliptisch, mit sich verjüngendem Spreitengrund und meist stachelspitzigem, spitzem oberen Ende.<ref name="NSWFo" /> Auf beiden Blattflächen sind die Blattadern kaum erkennbar und die Drüsen manchmal deutlich sichtbar.<ref name="NSWFo" /> Die zerriebenen Blätter duften leicht nach Zitronen, daher das Artepitheton citrinus. Die frisch austreibenden Blätter sind silbrig behaart und oft zunächst gold- bis kupferfarben.

Die Blütezeit reicht von Frühling bis Sommer, oft auch bis in den Herbst hinein. Die ährigen, vielblütigen Blütenstände weisen eine Länge von 6 bis 10 cm sowie einen Durchmesser von 4 bis 7 cm auf und erinnern im Aussehen an Flaschenbürsten. Die fünfzähligen und grünlichen Blüten sind zwittrig. Es ist ein mehr oder weniger behaarter Blütenbecher vorhanden. Die Kelch- und Kronblätter sind behaart. Optisch auffällig sind von den einzelnen Blütenteilen die je nach Population oder Sorte die langen leuchtend-roten, karminroten, purpurfarbenen oder violetten<ref name="NSWFo" /> Staubfäden, die dem ganzen Blütenstand die auffällige Färbung geben. Die Staubbeutel sind dunkel-purpur.<ref name="NSWFo" /> Der dreikammerige Fruchtknoten ist unterständig mit langem, schlankem Griffel. Es ist ein Diskus vorhanden.

Die Blütenstandsachse setzt über dem Blütenstand ihre Entwicklung mit einer Reihe normaler Laubblätter fort. Nach einiger Zeit erscheint dann der nächste Blütenstand, oft noch, bevor die Früchte des alten Blütenstandes ausgereift sind. Die Bestäubung wird hauptsächlich von Vogelarten übernommen, die den Schwebflug nicht beherrschen und die zum Ausbeuten der Blüten auf den Zweigen in den blütenfreien Sprossabschnitten sitzen.

Die relativ stark verholzenden, harten Kapselfrüchte besitzen einen Durchmesser von 4 bis 7 mm<ref name="NSWFo" /> und enthalten viele winzige Samen. Die Kapselfrüchte verbleiben oft mehrere Jahre lang geschlossen an der Pflanze. Erst nach einem Buschbrand öffnen sich die Kapselfrüchte und entlassen die Samen; der Karminrote Zylinderputzer ist also ein Pyrophyt.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="IPCN" />

Vorkommen

Die natürliche Verbreitungsgebiet des Karminroten Zylinderputzers liegt in den südöstlichen australischen Bundesstaaten dem östlichen New South Wales, dem östlichen Queensland und dem östlichen Zipfel von Victoria.<ref name="NSWFo" />

Er ist weitverbreitet und stellenweise häufig in Sümpfen nahe der Küste und entlang von felsigen Wasserläufen.<ref name="NSWFo" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1794 durch den englischen Botaniker William Curtis unter dem Namen (Basionym) Metrosideros citrina in Botanical Magazine, Volume 8, Tafel 260. Die Neukombination zu Callistemon citrinus wurde 1913 durch den US-amerikanischen Botaniker Homer Collar Skeels in U.S. Department of Agriculture Bureau of Plant Industry Bulletin, Volume 282, S. 49 veröffentlicht.<ref name="APNI" /><ref name="tropicos" /><ref name="WCSP" /><ref name="GRIN" /> Das Artepitheton citrina, citrinus bezieht sich auf die leicht nach Zitronen duftenden Laubblätter. Weitere Synonyme für Callistemon citrinus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Curtis) Skeels sind: Metrosideros lanceolata <templatestyles src="Person/styles.css" />Sm. nom. illeg., Callistemon lanceolatum var. sparsum <templatestyles src="Person/styles.css" />Regel orth. var., Callistemon lanceolatus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sm.) DC., Callistemon lanceolatus <templatestyles src="Person/styles.css" />Colvill ex Sweet var. lanceolatus, Callistemon lanceolatus <templatestyles src="Person/styles.css" />Colvill ex Sweet f. lanceolatus, Callistemon lanceolatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Colvill orth. var., Melaleuca citrina <templatestyles src="Person/styles.css" />(Curtis) Dum.Cours., Callistemon citrinus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Curtis) Skeels var. citrinus, Callistemon citrinus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Curtis) Stapf, Callistemon lanceolatus var. sparsus <templatestyles src="Person/styles.css" />Regel nom. inval., Callistemon lanceolatus <templatestyles src="Person/styles.css" />Colvill ex Sweet nom. illeg., Callistemon laevis <templatestyles src="Person/styles.css" />Anon. nom. inval., Callistemon marginatus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Cav.) DC., Callistemon lophanthum <templatestyles src="Person/styles.css" />Sweet orth. var., Metrosideros rugulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Sieber ex Benth. nom. illeg., Callistemon lanceolatum var. pendulum<templatestyles src="Person/styles.css" />Regel orth. var., Callistemon lanceolatus f. semperflorens <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lodd., G.Lodd. & W.Lodd.) Siebert & Voss, Metrosideros semperflorens <templatestyles src="Person/styles.css" />Lodd., G.Lodd. & W.Lodd., Callistemon citrinus var. splendens <templatestyles src="Person/styles.css" />Stapf, Callistemon lanceolatus var. pendulus <templatestyles src="Person/styles.css" />Regel, Callistemon lanceolatus var. lophanthus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vent.) Heynh., Callistemon lophanthus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vent.) Sweet, Metrosideros lophantha <templatestyles src="Person/styles.css" />Vent., Callistemon marginatus <<templatestyles src="Person/styles.css" />(Cav.) Sweet, Metrosideros marginata <templatestyles src="Person/styles.css" />Cav., Metrosideros latifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Dum.Cours. nom. inval., Callistemon lanceolatus var. semperflorens <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lodd., G.Lodd. & W.Lodd.) Heynh., Callistemon marginatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Sweet orth. var., Callistemon semperflorens <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lodd., G.Lodd. & W.Lodd.) Heynh., Callistemon citrina <templatestyles src="Person/styles.css" />Skeels orth. var.<ref name="APNI" />

Nutzung

Der Karminroter Zylinderputzer wird vielseitig als Zierpflanze verwendet, beispielsweise in subtropischen Parkanlagen und Gärten, oder als Kübelpflanze in den Gemäßigten Breiten.<ref name="Botanica2003" />

Es ist eine Vielzahl von Sorten, die nicht durch Kreuzungen, sondern durch vegetative Auslesen entstanden sind. Hier eine Auswahl<ref name="ASGAP" /><ref name="APNI" />:

  • 'Burgundy': Mit purpurroten Blüten.
  • 'Endeavour': Mit roten Blüten.
  • 'Mauve Mist': Mit mauve­farbenen Blüten.
  • 'Reeves Pink': Mit rosafarbenen Blüten.
  • 'White Anzac': Mit weißen Blüten.

Die Blätter können Teemischungen hinzugefügt werden und besitzen einen genussvollen erfrischenden Geschmack.<ref name="PFAF" />

Ein lohfarbener Farbstoff wird aus den Blüten gewonnen und es wird kein Beizmittel benötigt. Aus den Laubblättern wird ein zimtfarbener Farbstoff gewonnen.<ref name="PFAF" />

Das harte, schwere Holz ist zu klein für eine wirtschaftliche Verwendung. Aber es werden daraus Werkzeugstiele hergestellt. Als Feuerholz wird es auch verwendet.<ref name="PFAF" />

Schädlinge und Krankheiten

Der Pilz Sphaeropsis tumefacens kann Gallbildung am jungen Austrieb verursachen.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="NSWFo"> R. D. Spencer & P. F. Lumley: Callistemon citrinus bei New South Wales Flora Online. letzter Zugriff am 5. März 2013 </ref> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="GRIN"> Eintrag bei GRIN. Abgerufen am 5. März 2013. </ref> <ref name="tropicos"> Eintrag bei Tropicos. Abgerufen am 5. März 2013. </ref> <ref name="IPCN"> Callistemon citrinus bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="APNI"> Eintrag bei Australian Plant Name Index = APNI. Abgerufen am 5. März 2013 </ref> <ref name="Botanica2003"> Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5, S. 169. </ref> <ref name="ASGAP"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kurzbeschreibung bei der Association of Societies for Growing Australian Plants (ASGAP) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 16. Juli 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/farrer.riv.csu.edu.au. Abgerufen am 5. März 2013. </ref> <ref name="PFAF"> Eintrag bei Plants for A Future. Abgerufen am 5. März 2013. </ref> </references>