Siedlungskolonie
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Eine Siedlungskolonie oder eine Siedlerkolonie ist ein Gebiet außerhalb des ursprünglichen Siedlungsraums einer Gesellschaft, in dem ein Ableger dieser Gesellschaft die indigene Bevölkerung politisch beherrscht und verdrängt. Laut des britisch-australischen Historikers Patrick Wolfe unterscheidet sich der Siedlerkolonialismus kategorisch von anderen Formen des Kolonialismus durch sein Bestreben, die „Einheimischen zu eliminieren“ anstatt sie auszubeuten.<ref>Sai Englert: Settlers, Workers, and the Logic of Accumulation by Dispossession. In: Antipode. Band 52, Nr. 6, 2020, ISSN 1467-8330, S. 1647–1666, doi:10.1111/anti.12659 (wiley.com [abgerufen am 9. September 2025]).</ref> Raphael Lemkin, der den Begriff Genozid prägte und persönlich vom Genozid des NS-Regimes betroffen war, beschreibt Kolonialismus als eng mit Genozid verbunden.<ref>Michael Bryant: Canaries in the Mineshaft of American Democracy: North American Settler Genocide in the Thought of Raphaël Lemkin. In: Genocide Studies and Prevention. Band 14, Nr. 1, Mai 2020, ISSN 1911-0359, S. 21–39, doi:10.5038/1911-9933.14.1.1632 (usf.edu [abgerufen am 12. September 2025]).</ref>
Typus
Georges Balandier bestimmte die für den Siedlerkolonialismus grundlegende koloniale Situation die von einer „fremden, rassisch (oder ethnisch) und kulturell andersartigen Minderheit im Namen einer dogmatisch behaupteten rassischen (oder ethnischen) und kulturellen Überlegenheit einer materiell unterlegenen eingeborenen Mehrheit aufgezwungene Herrschaft.“ Man unterschied zunehmend zwischen Siedlungskolonien und übrigen Kolonien (zum Beispiel Beherrschungs- und Stützpunktkolonie). Die Typen werden aber heute nicht mehr als ausschließend betrachtet, sondern können sich aus einem Typ in einen anderen entwickeln.<ref name="Grewe/Lange 2015">Bernd-Stefan Grewe und Thomas Lange: Kompaktwissen Geschichte. Kolonialismus. Reclam, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-15-017082-3, S. 12f.</ref>
Geschichte
Der Siedlerkolonialismus ist vor allem ein Phänomen der globalen europäischen Expansion in der Neuzeit. Wie stark die indigene Bevölkerung dabei verdrängt wurde, hängt nicht zuletzt von der Dauer der Kolonialherrschaft und der anschließenden Einwandererstaaten (nicht zu verwechseln mit dem Begriff Einwanderungsland) ab. Verdrängung äußerte sich auch durch neue Siedlungsformen für die einheimische Bevölkerung. So wurden etwa in Afrika staatliche Umsiedlungs- und Konzentrationsmaßnahmen (villagization) zunächst vorrangig in Siedlerkolonien durchgeführt.<ref>Jacob Emmanuel Mabe (Hrsg.): Das kleine Afrika-Lexikon. Politik, Gesellschaft, Wirtschaft. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 2004, ISBN 978-3-89331-538-3, S. 40.</ref> Zahlreiche ehemalige Siedlungskolonien sind heutzutage Staaten mit mehrheitlich europäischstämmigem Staatsvolk außerhalb Europas wie die USA, Kanada, Hawaii, Neuseeland, Australien, Uruguay, Chile und Argentinien. In anderen wie Algerien blieb die indigene Bevölkerung in der Mehrheit und ist heute Staatsvolk. Religiöse und ethnische Minderheiten wanderten ebenfalls in bestehende Siedlerkolonien aus und bildeten dort eine Diaspora wie die Juden, Armenier und Iraner in den Vereinigten Staaten, andere siedelten aufgrund Abkommen zur Sendung ausländischer Arbeitskräfte, wie die chinesischen Kulis oder Inder in Südafrika.
Die übrigen Kolonien wurden aus machtpolitischen Gründen erworben. Ihre Wirtschaft wurde ohne wesentliche oder mit nur geringer Einwanderung nach den Interessen des Mutterlandes ausgerichtet. Im Unterschied zu Siedlungskolonien, die oft in gemäßigtem Klima der Nord- oder Südhalbkugel lagen, waren diese Kolonien oft tropisch bzw. äquatornah (z. B. Plantagenkolonien).<ref name="dtv-Atlas"></ref>
In einigen karibischen Ländern wurde die Vorbevölkerung zahlenmäßig weniger durch die Kolonisatoren selbst, als vielmehr durch die von ihnen aus Afrika importierten Sklaven verdrängt.
Die Entkolonisierung stellte eine existenzielle Bedrohung für die weißen Siedlerminderheiten dar, in Afrika kämpften nationale Befreiungsbewegungen in Guerillakriegen gegen die Kolonialmacht und ihre Siedler. Nach der Unabhängigkeit verließen die meisten europäischen Siedler und ihre Nachkommen die ehemaligen Kolonien, weil sie ihre privilegierte Stellung verloren und zum Teil die Vergeltung der nun herrschenden Mehrheitsbevölkerung fürchteten.<ref name="ieg-ego"/>
Forschung
Das Paradigma des Siedlungskolonialismus ist seit 2010 u. a. mit der Fachzeitschrift Settler Colonial Studies „disziplinär und institutionell fest in der Wissenschaftslandschaft verankert“, schreiben Jürgen Mackert und Ilan Pappe.<ref>Jürgen Mackert, Ilan Pappe: Das Paradigma des Siedlerkolonialismus. Eine Leerstelle in der deutschen Soziologie und Geschichtswissenschaft. In: dies. (Hrsg.): Siedlerkolonialismus. Grundlagentexte des Paradigmas und aktuelle Analysen. 1. Auflage. Nomos, Baden-Baden 2024, S. 11–55, hier S. 11 (pageplace.de [PDF; abgerufen am 28. Februar 2026]).</ref>
Beispiele
- Siedlungskolonien Deutschlands, abgesehen von der mittelalterlichen Ostkolonisation:
- Deutsch-Südwestafrika, das heutige Namibia<ref>Sebastian Conrad: Deutsche Kolonialgeschichte. C.H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-56248-8, S. 29.</ref>
- Siedlungskolonien Frankreichs:
- Québec, später britisch
- Französisch-Nordafrika (besonders Nord-Algerien<ref name="Grewe/Lange 2015" /> und Tunesien) mit Franzosen, Italienern, Spaniern und Polen<ref>Jan C. Jansen, Jürgen Osterhammel: Dekolonisation. Das Ende der Imperien. C.H.Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-65464-0, S. 69 f.</ref>
- Neukaledonien<ref name="ieg-ego">Christoph Marx: Siedlerkolonien. In: Europäische Geschichte Online, Institut für Europäische Geschichte (Mainz), 2015.</ref>
- Siedlungskolonie Italiens:
- Libyen<ref>Konrad Schliephake: Demographie und Arbeitsmarkt im Rentier–Staat, in: Fritz Edlinger (Hrsg.): Libyen. Wien 2011, ISBN 978-3-85371-330-3, S. 33</ref>
- Siedlungskolonie der Niederlande:
- Kapkolonie, später britisch
- Siedlungskolonien Großbritanniens:
- Nordirland,<ref>bbc.co.uk</ref> siehe auch Ulster Plantation
- die späteren USA, zunächst v. a. die 13 Kolonien an der Ostküste (insbesondere Neuengland)<ref name="Grewe/Lange 2015" /><ref>Horst Dippel: Geschichte der USA. 10. Auflage, C.H.Beck, München 2015, ISBN 978-3-406-60166-8, S. 8.</ref>
- Kanada
- Australien
- Neuseeland
- Auch in einigen süd- und ostafrikanischen Kolonien – nicht aber in Westafrika – ließen sich ebenfalls britische Siedler nieder, stellten und stellen dort gegenüber der autochthonen afrikanischen Bevölkerung jedoch stets eine zwar vermögende und einflussreiche, aber zahlenmäßig sehr kleine Minderheit dar, so in Kenia und Rhodesien (heute Simbabwe). Einen Sonderfall stellt die Kapkolonie<ref name="Grewe/Lange 2015" /> bzw. ganz Südafrika dar, wo britische Siedler sich zwar in größerer Zahl niederließen, aber sowohl gegenüber den Afrikanern als auch gegenüber den niederländischstämmigen Siedlern, den Buren, immer in der Minderheit blieben.
- Im Fall von (Süd-)Rhodesien widersetzte sich die Siedlerminderheit der bevorstehenden Entkolonisierung und sagte sich 1965 von der britischen Kolonialmacht los. Sie gründeten eine auf weißer Minderheitsherrschaft beruhende Republik, die ohne internationale Anerkennung bis 1979 bestand.<ref name="ieg-ego"/>
- Siedlungskolonien Spaniens:
- Kanarische Inseln mit Spaniern
- Argentinien mit Spaniern
- Chile mit Spaniern, später auch anderen Europäern
- Uruguay
- Siedlungskolonien Russlands:
- europäisches Gebiet zwischen Wolga und Ural
- Bessarabien mit Deutschen
- Krim und Nachbargebiete
- Südukraine
- Kasachstan
- Süden Sibiriens entlang der Transsibirischen Eisenbahn
- Siedlungskolonien der USA:
- Liberia, für freigelassene Sklaven
- New Mexico und Texas mit US-Amerikanern
- Hawaii mit US-Amerikanern
- Siedlungskolonien Marokkos:
- Westsahara<ref>Padrón Hernández, M. (29 Januar 2025). ‘The Moroccan king wants Western Sahara without its people’: an argument for Western Sahara as a settler colony.Settler Colonial Studies. 15 (1): Seiten 126–143. doi:10.1080/2201473X.2025.2456386.</ref>
Gegen Ende ihrer Herrschaft versuchten die Qing, Xinjiang, Tibet und andere Teile des kaiserlichen Grenzgebiets zu kolonisieren. Um dieses Ziel zu erreichen, begannen sie eine Politik des Siedlerkolonialismus, bei der Han-Chinesen an die Grenze umgesiedelt wurden.<ref>Wang, Ju-Han Zoe; Roche, Gerald (16 März 2021). "Urbanizing Minority Minzu in the PRC: Insights from the Literature on Settler Colonialism". Modern China. 48 (3): Seiten 593–616. doi:10.1177/0097700421995135. ISSN 0097-7004. S2CID 233620981.</ref> Diese Politik wurde von der Volksrepublik China unter der Führung der Kommunistischen Partei Chinas erneuert.<ref>Brooks, Jonathan (2021), Settler Colonialism, Primitive Accumulation, and Biopolitics in Xinjiang, China, doi:10.2139/ssrn.3965577, ISSN 1556-5068, SSRN 39655</ref><ref>Clarke, Michael (16 February 2021). "Settler Colonialism and the Path toward Cultural Genocide in Xinjiang". Global Responsibility to Protect. 13 (1): Seiten 9–19. doi:10.1163/1875-984X-13010002. ISSN 1875-9858. S2CID 23397439</ref>
Kontroverse um Siedlerkolonialismus im Nahostkonflikt
In der Fachwelt und in der Öffentlichkeit wird kontrovers diskutiert, ob der Staat Israel und der Zionismus siedlungskolonialistisch seien. Grundlage des Vorwurfs, es handele sich bei Israel und dem Zionismus um siedlungskoloniale Projekte sind zumeist zwei Prämissen. Erstens: Die zionistische Bewegung versuche seit den ersten Einwanderungen von Juden in die Region Palästina diese unter ihre Kontrolle zu bringen und die arabische Bevölkerung zu verdrängen. Als heutiges Beispiel für diesen Plan werden insbesondere die israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland angeführt.<ref name="Essay">Raz Segal: Israeli Settler Colonial Genocide. In: The Journal of Imperial and Commonwealth History. Band 53, Nr. 1, 2025, S. 182–191, doi:10.1080/03086534.2025.2467876.</ref><ref>Lorenzo Veracini: The other shift: settler colonialism, Israel, and the occupation. In: Journal of Palestine Studies. Band 42, Nr. 2, 2013, S. 26–42, doi:10.1525/jps.2013.42.2.26.</ref> Zweitens: Auf Basis des Glaubens, dass Juden das „erwählte Volk“ Gottes seien, habe Israel eine auf rassistischen Prinzipien fußende Herrschaft über das palästinensische Volk etabliert.<ref>Ronit Lentin: Racial Regimes and White European Jewish Supremacy as Property. In: Journal of Holy Land and Palestine Studies. Band 23, Nr. 2, 2024, S. 221–237, doi:10.3366/hlps.2024.0340.</ref><ref name="Essay" /> Gegner dieser Sichtweise sehen in ihr israelbezogenen Antisemitismus.<ref>Lars Rensmann: Israelbezogener Antisemitismus. Formen, Geschichte, empirische Befunde. Bundeszentrale für politische Bildung, 11. Februar 2021, abgerufen am 27. Februar 2026.</ref><ref>Philipp Lenhard: „Go Back to Poland!“ Der Zionismus, Palästina und das Paradigma des Siedlerkolonialismus. In: Historische Zeitschrift. Band 319, Nr. 3, 2024, S. 585–600, doi:10.1515/hzhz-2024-0035.</ref>
Innerhalb der Forschung besteht weitestgehend Einigkeit darüber, dass der historische Zionismus koloniale Züge aufwies,<ref>Stephan Grigat: Die Einsamkeit Israels. Zionismus, die israelische Linke und die iranische Bedrohung. konkret, Hamburg 2014, ISBN 978-3-930786-73-2, S. 64.</ref><ref>Barnett R. Rubin: Falsche und andere Erlöser. Was die Befreiungsträume des Zionismus mit dem Kolonialismus zu tun haben – ein Essay zur laufenden Debatte. In: Peripherie. Band 44, Nr. 174/175, 2024, S. 260–279.</ref><ref>Mosche Machover, Mario Offenberg: Der Zionismus und sein Popanz. Eine Antwort an die „linken“ Zionisten. In: PROKLA. Band 5, Nr. 19/20/21, 1975, S. 299–327, doi:10.32387/prokla.v5i19/20/21.1746.</ref> was auch daran liegt, dass einige Akteure des Zionismus in den 1920er Jahren den Begriff der Kolonisierung (welcher damals noch nicht negativ konnotiert war) offen nutzten. So beschrieb Wladimir Zeev Jabotinsky die ersten Konflikte zwischen jüdischen Einwanderern und Arabern zur Zeit des Völkerbundmandats für Palästina als Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Kolonisatoren.<ref>Wladimir Zeev Jabotinsky: The Iron Wall. 4. November 1923 (jabotinsky.org [PDF; abgerufen am 27. Februar 2026]).</ref> Der österreichische Schriftsteller Felix Salten schrieb 1925, dass sich das jüdische Volk seine Heimat erst noch erobern müsse.<ref>Felix Salten: Neue Menschen auf alter Erde. Paul Szolnay, Berlin/Wien/Leipzig 1925, S. 271 (uni-frankfurt.de [abgerufen am 27. Februar 2026]).</ref>
Auch wenn der Zionismus in dieser Zeit von einigen seiner Vertreter als Projekt mit dem Ziel der Landnahme verstanden wurde, existierten dennoch einige Unterschiede zum klassischen Siedlerkolonialismus. So genoss das zionistische Projekt nicht durchgängig die Unterstützung eines kolonialen Mutterlandes. Großbritannien hatte sich zwar 1917 mit der Balfour-Deklaration dazu bereiterklärt, eine „nationale Heimstätte“ für das jüdische Volk zu errichten, schränkten aber die jüdische Einwanderung nach Palästina mit dem Weißbuch von 1939 substanziell ein.<ref>Tom Khaled Würdemann: Israel als »siedlerkolonialer« Staat? In: PROKLA. Band 54, Nr. 4, 2024, S. 735–753, hier S. 740, doi:10.32387/prokla.v54i217.2162.</ref> Einzigartig ist der Zionismus auch aufgrund seiner Idee einer „Rückkehr in die Heimat“. Während koloniale Siedler normalerweise keinen Bezug zum kolonisierten Land haben, verstehen sich Juden als Nachfolger bzw. Teil der Israeliten und es gibt eine hohe ethnoreligiöse Identifikation mit Eretz Israel.<ref>Tom Khaled Würdemann: Israel als »siedlerkolonialer« Staat? In: PROKLA. Band 54, Nr. 4, 2024, S. 735–753, hier S. 741, doi:10.32387/prokla.v54i217.2162.</ref><ref>Gudrun Krämer: Geschichte Palästinas. Von der osmanischen Eroberung bis zur Gründung des Staates Israel. 4. Auflage. C.H.Beck, München 2003, ISBN 978-3-406-47601-3, S. 13–15 und 30.</ref>
In Bezug auf die heutige Zeit argumentieren verschiedene Autoren, dass Israel seit der Nakba alle Palästinenser für Feinde halte und diese in dem Glauben unterdrücke, nur so seine eigene Existenz sichern zu können. Die Existenz Israels sei somit zwangsläufig mit der Unterdrückung oder sogar Eliminierung der Palästinenser verknüpft.<ref>Patrick Wolfe: Settler colonialism and the elimination of the native. In: Journal of Genocide Research. Band 8, Nr. 4, 2006, S. 387–409, hier S. 401, doi:10.1080/14623520601056240.</ref><ref></ref><ref>Nahla Abdo, Nira Yuval-Davis: Palestine, Israel and the Zionist Settler Project. In: Daiva Stasiulis, Nira Yuval-Davis (Hrsg.): Unsettling Settler Societies. Articulations of Gender, Race, Ethnicity and Class. SAGE, London 1995, ISBN 978-0-8039-8694-7, S. 291–322.</ref> Der Politikwissenschaftler Johannes Becke kritisiert in diesem Kontext, dass sich der Vorwurf des eliminatorischen Siedlungskolonialismus gegenüber Israel zu sehr an historischen Beispielen europäischer Kolonisierung orientiere. Die Situation in Israel/Palästina sei eher mit dem Westsaharakonflikt als mit den europäischen Kolonialreichen vergleichbar.<ref>Johannes Becke: Towards a de-Occidentalist perspective on Israel: The case of the occupation. In: Journal of Israeli History. Band 33, Nr. 1, 2014, S. 1–23.</ref>
Der Nahostwissenschaftler Tom Khaled Würdemann erkannte im Jahr 2024 eine zunehmende Gleichsetzung von Israelis und Siedlern in arabischen und propalästinensischen Medien nach dem Terrorangriff der Hamas 2023. Er warnte vor dieser Essentialisierung, da sie dazu genutzt werden könne, alle Israelis als Feinde darzustellen und Gewalt gegen sie zu rechtfertigen.<ref>Tom Khaled Würdemann: Israel als »siedlerkolonialer« Staat? In: PROKLA. Band 54, Nr. 4, 2024, S. 735–753, hier S. 749 f., doi:10.32387/prokla.v54i217.2162.</ref>
Literatur
- Adam Kirsch: On Settler Colonialism: Ideology, Violence, and Justice, W. W. Norton & Company, New York 2024.
- Siedlerkolonialismus. Ideologie, Gewalt und Gerechtigkeit, übersetzt aus dem Englischen von Christoph Hesse, mit einem Nachwort von Tim Stosberg, hrsg. v. der Gesellschaft für kritische Bildung, Edition Tiamat, Berlin 2025, ISBN 978-3-89320-325-3.
- Jürgen Mackert, Ilan Pappe (Hg.): Siedlerkolonialismus. Grundlagentexte des Paradigmas und aktuelle Analysen. 1. Auflage. Nomos, Baden-Baden 2024, ISBN 978-3-8487-9011-1 (Leseprobe).
- Manfred Hergt, Hermann Kinder, Werner Hilgemann, Harald Bukor, Ruth Bukor, Werner Wildermuth (Illustrationen): dtv-Atlas zur Weltgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. dtv, 2006, ISBN 978-3-423-08598-4.
- Siegmar Schmidt: Die ehemaligen Siedlerkolonien Namibia, Südafrika und Simbabwe. Ambivalente Fälle demokratischer Konsolidierung in Afrika? In: Aurel Croissant, Sascha Kneip, Alexander Petring (Hrsg.): Demokratie, Diktatur, Gerechtigkeit. Festschrift für Wolfgang Merkel. Springer VS, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-658-16089-0, S. 241–262.
Weblinks
- Christoph Marx: Siedlerkolonien. In: Europäische Geschichte Online. 16. Juli 2015, d-nb.info (PDF; 322 kB).
Einzelnachweise
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