Zum Inhalt springen

Sebastian Haag

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 11. April 2026 um 09:42 Uhr durch imported>Aka (Leben: Tippfehler entfernt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Sebastian „Basti“ Fabian Haag (* 23. Mai 1978 in München; † 24. September 2014 an der Shishapangma in Tibet) war ein deutscher Extremskibergsteiger und -skifahrer.

Leben

Haag wuchs in Grünwald auf und hatte einen älteren Bruder.<ref>Für meinen Bruder Tobias Haag (Widmung in der Promotionsarbeit), 2009.</ref><ref name="Expedition Manaslu"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Expedition Manaslu 8163m - Sebastian Haag (Memento vom 11. Januar 2013 im Internet Archive)</ref> Seine Eltern waren nebenberuflich Skilehrer in Kitzbühel.<ref>Sebastian Haag, Süddeutsche, 17. Mai 2010.</ref> Das Abitur absolvierte er am Albert-Einstein-Gymnasium, den Grundwehrdienst im Feldjägerbataillon 760. Bis 2005 studierte er Veterinärmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und wurde von 2006 bis 2010 in der Forschung im Deutschen Herzzentrum München<ref>About, Persönliche Website.</ref> promoviert.

Gemeinsam mit seinem ehemaligen Schulkameraden Benedikt Böhm war er Rekordhalter im Skitourenrennlauf am Muztagata. Er war Mitglied im Dynafit-Gore-Tex-Team. Gemeinsam mit Böhm und dem Franzosen Nicolas Bonnet plante er 2007 die Speedbegehung des Manaslu in Nepal.<ref name="Manaslu"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Temporausch am Manaslu (Memento vom 21. November 2008 im Internet Archive), Mountain2B, 4. September 2007.</ref> Trotz langen Wartens auf günstige Wetterverhältnisse im Basislager drehte Bonnet zunächst wieder um, auch Böhm und Haag mussten die Expedition letztlich wegen der Lawinengefahr einstellen.<ref name="Manaslu2"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die geplante Speedbegehung erstickte auf 7400 Metern im Schnee … (Memento vom 27. Oktober 2007 im Internet Archive), Bergsteigen.at, 16. Oktober 2007.</ref> 2009 missglückte ihm und Böhm die Speed-Begehung des Broad Peak im pakistanischen Teil des Karakorums.<ref name="tz2009">Er überlebte im Schlafsack einer toten Kameradin, tz, 11. August 2009.</ref> Haag war zunächst zurückgeblieben, wollte Böhm später hinterhereilen und überschätzte dabei in der Höhe seine Kräfte.<ref>Stephanie Geiger: Formel 1 am Berg, Welt Online, 12. Juli 2012.</ref>

Er war auch an den Rettungsaktionen am Manaslu nach dem Lawinenunglück vom 23. September 2012 beteiligt.<ref>Sebastian Haag war am Mount Manaslu – „Ich ließ eine Sterbende zurück, um nach Verschütteten zu graben“, Focus, 23. Dezember 2012.</ref>

Datei:Denkmal für die Gebrüder Haag auf dem Hirschberg.jpg
Denkmal für die Gebrüder Haag auf dem Hirschberg

Sebastian Haag kam am 24. September 2014 gemeinsam mit dem 32-jährigen italienischen Bergsteiger Andrea Zambaldi bei einem Lawinenunglück an der Shishapangma ums Leben.<ref name="Sisha Pangma"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sebastian Haag ist gestern unter einer Lawine auf der Sisha Pangma gestorben. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 23. September 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.askimo.at</ref> Beide gehörten zur Double8-Expedition um Benedikt Böhm, die beim zweiten Versuch durch Ueli Steck unterstützt wurde. Ziel der Expedition war es, innerhalb von nur sieben Tagen die beiden Achttausender Shishapangma und Cho Oyu im Speedski-Stil zu besteigen.<ref> Unglück am Shisha Pangma: Zwei Bergsteiger werden nach Weltrekordversuch im Himalaja vermisst. In: Spiegel Online vom 25. September 2014 (abgerufen am 25. September 2014).</ref> Einen ersten Besteigungsversuch an der Shishapangma eine Woche vor dem Unglück mussten sie wegen Neuschnee und Wind und damit zu großer Lawinengefahr abbrechen.<ref>Stephanie Geiger: Lawinentod an der Shisha Pangma, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. September 2014.</ref> Am 24. September wurden sie gemeinsam mit dem Teamkollegen Martin Maier von einer Lawine erfasst und etwa 600 Höhenmeter nach unten mitgerissen. Lediglich Martin Maier konnte sich aus den Schneemassen befreien. Aufgrund der Wetterbedingungen sowie eines deshalb vom chinesischen Militär verhängten Flugverbots musste die Suche nach den Leichen der beiden verunglückten Bergsteiger eingestellt werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Unglück im Himalaya: Körper können nicht geborgen werden (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive), Südtirol News, 27. September 2014.</ref> Der gerettete Martin Maier erhob später Vorwürfe gegen Böhm und Steck. Böhm hatte immer behauptet, Haag wäre vorangegangen und hätte damit das Unglück ausgelöst. Maier konnte aufgrund der Bilder nachweisen, dass Böhm vorangegangen war.<ref>Fabienne Riklin: Drama in der Todeszone. In: Schweiz am Sonntag vom 9. Juli 2016.</ref>

Haag war Unterstützer der Organisation Tierärzte ohne Grenzen. Unter anderem hisste er im Juli 2013 auf dem Gipfel des Kilimandscharo das Banner des Vereins, um für dessen Arbeit zu werben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ToG-Unterstützer Sebastian Haag verschüttet (Memento vom 28. Oktober 2014 im Internet Archive), Tierärzte ohne Grenzen, 26. September 2014.</ref>

Sein Bruder Tobias stürzte im April 2006 an der Aiguille d’Argentière bei Chamonix ab und kam dabei ums Leben.<ref>Extrembergsteiger Basti Haag im Interview, Powderguide, 10. Januar 2013.</ref><ref>Der Tod eines Extrem-Bergsteigers, Oberbayerisches Volksblatt, 27. September 2014 (kostenloser Zugang bei Google-Suchanfrage "Der Tod eines Extrem-Bergsteigers")</ref>

Sportliche Erfolge

Film

Unter dem Titel Sieben Tage im September<ref>[1]</ref> drehte der Regisseur Karsten Scheuren 2012 einen Dokumentarfilm über die Speedbesteigung des Manaslu, der 2014 herauskam. Dabei wird auch das tragische Lawinenunglück hautnah geschildert, bei dem von Sebastian Haag zusammen mit Benedikt Böhm zwar einige Bergkameraden gerettet werden konnten, aber auch 11 Tote zu beklagen waren, und wie unmittelbar danach der Rekordversuch fortgesetzt wurde, der aber nur teilweise glückte.

Schriften

  • Wirkung von Furosemid auf das pulmonale Gefäßbett von drei Wochen alten Lämmern mit intrauteriner Anlage eines großen aortopulmonalen Shunts. München, Univ., Diss., 2010

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein