Pieterburen
| Staat | Datei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande
| |||||
| Provinz | Datei:Flag of Groningen.svg Groningen | |||||
| Gemeinde | Flagge der Gemeinde Het Hogeland Het Hogeland | |||||
| Fläche – Land – Wasser |
33,43 km² 33,26 km² 0,17 km² | |||||
| Einwohner | 550 (1. Jan. 2024<ref name="cbs">Kerncijfers wijken en buurten 2024. In: StatLine. CBS, 14. Oktober 2024, abgerufen am 17. Oktober 2024.</ref>) | |||||
| Koordinaten | 53° 24′ N, 6° 27′ O
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| Vorwahl | 0595 | |||||
| Postleitzahlen | 9723, 9967–9969, 9977 | |||||
Pieterburen (in der Groninger Mundart Paiderboeren) ist ein Ort in der Gemeinde Het Hogeland in der Provinz Groningen im Nordosten der Niederlande. Der Ort hat 550 Einwohner (Stand: 1. Januar 2024).<ref name="cbs" />
Geologie
Der Ort liegt auf dem sogenannten Hogeland, einer küstennahen Region, welche über die Jahrtausende durch Verlandung, Sedimentation, Sturmfluten und Schorrenbildung einige Meter über die Regionen des Umlandes wuchs. Das Mündungsgebiet der Hunze befand sich vor langer Zeit bei Pieterburen. Heute mündet die (heute kanalisierte) Hunze aus den erwähnten geologischen Veränderungen unter dem Namen Reitdiep in das Lauwersmeer. Pieterburen liegt genau über einem mächtigen pyramidenförmigen Salzstock, der in 218 m Tiefe beginnt. Er wurde in den Jahren 1976 und 2011 durch Bohrungen und seismische Erkundung vermessen und sollte möglicherweise als Erdgasspeicher genutzt werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mogelijke alternatieven voor ondergrondse opslag van gas in de zoutkoepel Pieterburen. ( vom 9. September 2017 im Internet Archive) PDF 1,52 MB (niederländisch)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pieterburen zoutpijler (Salzstock Pieterburen) ( vom 9. September 2017 im Internet Archive) PDF 1,86 MB (niederländisch)</ref> Auch als Lagerstätte für radioaktiven Abfall kam er ins Gespräch.<ref>Atommüll in Bewegung, S. 14, vom 17. April 2010</ref>
Durch die Gasförderung im Raum Groningen kommt es immer wieder zu Erdstößen, welche auch Häuser beschädigen.<ref>Gasförderung in Groningen löst Erdbeben aus, in "Die Welt" vom 13. November 2015</ref>
Das umgebende fruchtbare Agrarland (Lehmböden) wird von fünf landwirtschaftlichen Betrieben bewirtschaftet.
Geschichte
Pieterburen wurde erstmals im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt. So lautet eine Stelle in einem Schriftstück von 1371 „de parochianen van Sint Pieter in het nieuwe land“. Die erste Erwähnung einer Kirche in Pieterburen datiert von 1448. Im Jahr 1990 gelangte der Ort zur Großgemeinde De Marne und wurde bis 2019 vom Sitz der Gemeinde in Leens aus verwaltet. Seither ist es Teil der Gemeinde Het Hogeland.
Kultur
Ungefähr nördlich des Dorfes befand sich die Borg Dijksterhuis, ein burgähnlicher Villenbau („Borg“), der 1903 abgerissen wurde. Das Abbruchmaterial wurde unter anderem für den Hausbau Pieterburens verwandt.
Sehenswürdigkeiten
- von 1971 bis 2025 gab es die Seehunde-Auffangstation Pieterburen mit Besucherzugang. Sie befindet sich nun im 15 Kilometer entfernten Lauwersoog.<ref>Website der Stichting Zeehondencentrum Pieterburen im Werelderfgoedcentrum Waddenzee (WEC), Lauwersoog. (deutsch und niederländisch, mit Livebildern)</ref>
- Die gotische Petruskirche ehemals mit einer Schnitgerorgel und Schnitzereien von Allert Meijer und Jan de Rijk
- Der botanische Garten Domies Toen (zu deutsch etwa „Pfarrgarten“) mit einem Fething (Regenwassersammelbecken) von 1300.
- Die Getreide- und Schälmühle De Vier Winden von 1846. Die Mühle ist heute als Ausbildungsmühle für freiwillige Müller in Verwendung.
- 2007 gab es eine Dorferneuerung. Die Hauptstraße, die durch das Dorf führt (siehe auch Straßendorf), wurde erneuert und ein Mehrzweckplatz angelegt. Der Martenspad wurde asphaltiert und ist nun ein Radwanderweg von Pieterburen zum nahen Wattenmeer.
Galerie
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Vormalige Burg Dijksterhuis bei Pieterburen
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Die Petruskirche von Pieterburen
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Die ehemalige Reformierte Kirche
Sport und Freizeit
- Das Dorf ist ein Start- und Zielpunkt für Wattwanderer.
- Der Ort ist auch der Anfangspunkt des „Pieterpad“, des bekanntesten niederländischen Fernwanderweges, der von dort auf einer etwa 490 km langen Route bis zum Pietersberg bei Maastricht verläuft.<ref>Pieterpad – Doorkruis Nederland te voet, abgerufen am 28. Mai 2025.</ref>
- Durch den Ort führt der Europäische Fernwanderweg E9, der auf der Strecke von Lauwersoog bis Bad Nieuweschans auch „Watten- und Warftenpfad“ (niederländisch: „Wad- en Wierdenpad“) genannt wird.
Persönlichkeiten
- Cornelis Simon Meijer (1904–1974), Mathematiker und Hochschullehrer
Literatur
- Art. Pieterburen. In: Wiebe Jannes Formsma, Riektje Annie Luitjens-Dijkveld Stol, Adolf Pathuis: De Ommelander borgen en steenhuizen. Van Gorcum, Assen 1973, ISBN 90-232-1047-6, S. 330–337.
Weblinks
- Website der Seehunde-Auffangstation (niederländisch, deutsch)
Einzelnachweise
<references />