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Kettenmorde

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Mit dem Begriff Kettenmorde<ref>Niusha Boghrati: Iran: Information Crackdown. In: Worldpress.org. Stand: 26. Oktober 2006, abgerufen am 10. August 2008</ref><ref>Amil Imani: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />T&A: Iran sets to breed Islamic Terror. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 19. August 2004 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.thinkandask.com In: Think & Ask.com. Stand: Juli 2004, abgerufen am 10. August 2008</ref> (persisch قتل‌های زنجیره‌ای {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) wird eine systematische Serie von Morden und des Verschwindenlassens von Personen in den 1990er Jahren in der Islamischen Republik Iran bezeichnet,<ref> Iran Report 2001. In: Radio Free Europe / Radio Liberty. Stand: 5. Februar 2001, abgerufen am 10. August 2008.</ref><ref>Ardeshir Gholipoor: Write On: Letters to Green Left Weekly – Pirooz Davani. In: Greenleft.org. 1. Oktober 2003, abgerufen am 10. August 2008.</ref> der vor allem oppositionelle Intellektuelle zum Opfer fielen.<ref>Elaine Sciolino: Persian Mirrors. The Elusive Face of Iran. In: Free Press. 2000, S. 241 (englisch)</ref> Mehrere Geheimdienstmitarbeiter wurden 2001 in einem sehr umstrittenen Prozess wegen Mordes verurteilt. Als ihr vorgeblich alleinverantwortlicher Auftraggeber wurde offiziell der stellvertretende Informationsminister Said Emami benannt, der sich im Gefängnis das Leben genommen haben soll. Weithin wird jedoch angenommen, dass die Befehlsgeber aus den höchsten Rängen der iranischen Staatsführung stammten. Da die Morde an den Dissidenten keinesfalls als vom Staat angeordnet wahrgenommen werden sollten, ging der ausführende Geheimdienst verdeckt vor. Zu den verwendeten Mordarten gehörten inszenierte Autounfälle, Raubüberfälle mit Schießereien, Hinrichtungen durch Messerstechereien, Erdrosselungen sowie Giftspritzen mit einer Kalium-Verbindung, mit denen ein Herzinfarkt vorgetäuscht wurde.

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Dariusch Foruhar
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Parvaneh Eskandari Foruhar

Geschichte

Obwohl die systematische Mordserie sich über mehrere Jahre erstreckte und die Liste der Opfer bereits 80 Schriftsteller, Übersetzer, Dichter, politische Aktivisten und einfache Bürger enthielt,<ref>Die Schätzung der Zahl der Opfer ist unterschiedlich. Nach <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Marzeporgohar.org (Memento vom 24. November 2007 im Internet Archive) (englisch): „103 ist die geschätzte Zahl der Opfer der Serienmorde (Kettenmorde). Der Ablauf der Morde und die Zeit des Todes von 57 Opfer ist jedoch bekannt. Zu den anderen 46 Opfern, die einige Zeit verschwunden und deren misshandelten Leichname nach und nach an verschiedenen Stadträndern Teherans gefunden wurden, existieren kaum Informationen. Die tatsächliche Zahl der Opfer ist nach wie vor unbekannt und könnte weitaus mehr sein.“</ref> spitzte sich die Lage erst gegen Ende des Jahres 1998 zu, als drei oppositionelle Schriftsteller (Mohammad Mochtari, Mohammad Dscha’far Puyandeh, Javad Sharif) sowie der ehemalige Arbeitsminister Dariush Forouhar und dessen Ehefrau Parvaneh Eskandari Foruhar innerhalb von zwei Monaten ermordet wurden.<ref>Douglas Jehl: Killing of three rebel writers turns hope into fear in Iran. New York Times, 14. Dezember 1998, abgerufen am 10. August 2008 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nach einem öffentlichen Aufschrei, verbunden mit journalistischen Nachforschungen im Iran und einer Steigerung der internationalen Aufmerksamkeit,<ref>Sima Sahebi: You will answer, one day. In: The Iranian. 12. Dezember 2002, abgerufen am 10. August 2008.</ref> verkündeten die Staatsanwälte Mitte 1999, dass allein Said Emami, der damalige stellvertretende Informationsminister, für diese Aktivitäten des iranischen Informations- und Sicherheitsministeriums VEVAK verantwortlich gewesen sei. Nach seinem Suizid im Gefängnis könne er aber nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ganji identified Fallahian as the Master Key in chain murders. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 28. April 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.iran-press-service.com In: Iran-Press-Service. Dezember 2000, abgerufen am 10. August 2008.</ref><ref>Religionsfreiheit: Iran – Rückkehr zum Terror. In: Allianz Spiegel – Informationsdienst der österreichischen evangelischen Allianz. Nr. 73, 21. Jahrgang. 1. März 2006. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF (Memento des Vorlage:IconExternal vom 28. Januar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.evangelischeallianz.at, abgerufen am 10. August 2008.</ref> In einem Gerichtsverfahren, das „die Familien der Opfer und internationale Menschenrechtsorganisationen als eine Farce bezeichneten“<ref>Middle East | Iranian killers spared death penalty. In: BBC News. Stand: 29. Januar 2003, abgerufen am 10. August 2008.</ref> und dessen Ausgang sie weitgehend ablehnten, wurden vorerst drei Agenten des Informations- und Sicherheitsministeriums im Jahr 2001 zum Tode und 12 weitere Beamte des VEVAK, die am Tod zweier Opfer beteiligt waren, zu Haftstrafen verurteilt. Das oberste Gericht des Iran wandelte im Jahr 2003 zwei Todes- in lebenslange Haftstrafen um.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Iran – 2003 Annual report (Memento vom 21. Januar 2016 im Internet Archive), Reporter ohne Grenzen, 2. Mai 2003.</ref>

Mit der Präsidentschaft Mohammed Chatamis war seit 1997 die Bewegung 2. Khordad entstanden (die Bewegung um Chatami), die sich für mehr kulturelle und politische Freiheiten einsetzte. Viele Iraner und Nicht-Iraner betrachten die Kettenmorde als einen Versuch der Staatsgewalt, diese Reformbewegung zum Erliegen zu bringen<ref>Douglas Jehl: Killing of three rebel writers turns hope into fear in Iran. In: New York Times. 14. Dezember 1998, abgerufen am 10. August 2008.</ref> und dass „die Sündenböcke der systematischen Ermordung von Dissidenten und Intellektuellen auf Befehl von oben handelten“,<ref>Middle East – Iranian killers spared death penalty. In: BBC News. Stand: 29. Januar 2003, abgerufen am 10. August 2008.</ref> wobei mit „oben“ die Haupttäter gemeint waren, denen „einige bekannte Kleriker angehörten“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ganji identified Fallahian as the Master Key in chain murders. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 28. April 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.iran-press-service.com In: Iran-Press-Service. Dezember 2000, abgerufen am 10. August 2008.</ref> Die Hardliner bzw. der Klerus, der hauptsächlich mit diesen Morden in Verbindung gebracht wird, behaupteten, dass „ausländische Mächte“, insbesondere Israel, diese Verbrechen begangen hätten.<ref>Middle East | Iranian killers spared death penalty. In: BBC News. Stand: 29. Januar 2003, abgerufen am 10. August 2008.</ref>

Ein Zeichen dafür, dass die Obrigkeit die Serienmorde nicht lückenlos aufdeckte, war das Attentat auf Said Hajjarian, einen Zeitungsverleger und ehemaligen ranghohen Beamten des iranischen Informations- und Sicherheitsministeriums, der eine Schlüsselrolle in der Aufarbeitung der Kettenmorde spielte. Am 12. März 2000 wurde in der Teheraner Innenstadt von einem vorbeifahrenden Motorrad aus kürzester Distanz zweimal auf Hajjarian geschossen. Er überlebte das Attentat, ist aber seither gelähmt.<ref>Middle East – Who wanted Hajjarian dead? In: BBC News. Stand: 12. März 2000, abgerufen am 10. August 2008</ref>

Der Begriff Kettenmord hat sich innerhalb der iranischen Bevölkerung eingeprägt, da die ersten Opfer erdrosselt aufgefunden wurden.

Prozess

Der Prozess, der durch Akbar Gandschis sowie Said Hajjarians Veröffentlichungen in die Wege geleitet wurde, führte zur Verurteilung von 13 der 18 Angeklagten (alle Geheimdienstmitarbeiter), drei davon zum Tode. Das Revisionsgericht wandelte die Todesstrafe in zehn Jahre Haft und die anderen Strafen in kurze Haftstrafen um. Die Auftraggeber bzw. Hintermänner, die Gandschi beschrieb, konnten insbesondere durch die Streichung der Aussagen Said Emamis, des führenden Geheimdienstmitarbeiters in den Prozessakten sowie dessen Suizid in der Untersuchungshaft mittels Enthaarungsmittels – wie die offizielle Version lautet – nie ermittelt werden.

Siehe auch

Literatur

  • Akbar Gandji: Die rote Eminenz und die grauen Eminenzen. (Alijenab-e sorkhpoush va alijenaban-e khakestari). 26. Auflage. Tarh-e No, Teheran 2000.
  • Akbar Gandji: Das Verlies der Gespenster (Tarik-khaneh-ye ashbah). Tarh-e No, Teheran 2000.
  • Schirin Ebadi und Azadeh Moaveni (Bearb.): Mein Iran. Ein Leben zwischen Revolution und Hoffnung. Pendo, München 2006, ISBN 3-86612-080-X.
  • Ali M. Ansari: Iran, Islam And Democracy: The Politics Of Managing Change. Royal Institute of International Affairs, London 2001, ISBN 1-86203-117-7.
  • Navid Kermani: Iran, die Revolution der Kinder. 2. Aufl. C. H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-47625-2.
  • Birgit Cehra: Dann sind wir alle verloren … – Nach der Mordserie befinden sich die unabhängigen Schriftsteller Irans in Todesgefahr. In: Die Zeit. Nr. 52/1998.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />