Zum Inhalt springen

Reinhard Pitsch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 17. April 2026 um 17:50 Uhr durch imported>IllCom (Einleitung: [[]]).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Reinhard Pitsch (* 3. September 1954 in Wien; † 20. Februar 2022) war ein Unterstützer der linksextremistischen Terrororganisation Bewegung 2. Juni.<ref name=":0">Irene Bandhauer-Schöffmann: Deutsche Terroristinnen in Österreich. In: Zeitgeschichte Online. 1. Mai 2007, abgerufen am 16. April 2021.</ref><ref name=":1">Erna Lackner: Terrorismus: Österreich - das Hinterland des RAF-Terrors. In: FAZ.NET. 14. Mai 2007, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 16. April 2021]).</ref> Er war an der Entführung des österreichischen Unternehmers Walter Michael Palmers im November 1977 beteiligt.<ref>Thomas Riegler: „Wenn’s aus is, ist’s halt aus“: Zur Palmers-Entführung vor 40 Jahren. In: thomas-riegler.net. 8. November 2017, abgerufen am 16. April 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Pitsch studierte Philosophie an der Universität Wien und war als gewählter Studentenvertreter der Linken Liste in der Universitätspolitik engagiert.<ref name=":0" /> Er war im April 1977 Mitbegründer der Arbeitsgruppe Politische Gefangene/Arbeitskreis Politische Prozesse (APG); diese Gruppe, die nur wenige Personen umfasste, vertrat die Ideologie der terroristischen deutschen Rote Armee Fraktion.<ref name=":0" /> Er wurde am 8. Mai 1977, als er anlässlich des bevorstehenden ersten Todestages von Ulrike Meinhof Flugblätter vor der Wiener Universität verteilte, von den Terroristinnen Inge Viett und Juliane Plambeck, die zum damaligen Zeitpunkt der Bewegung 2. Juni angehörten, angesprochen.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Im weiteren Verlauf unterstützte er die Terrorgruppe bei der Vorbereitung und Ausführung der im November 1977 verübten Entführung des österreichischen Unternehmers Walter Palmers.<ref name=":0" /> Er trat aber der Bewegung 2. Juni nicht bei.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Neben ihm waren mit Thomas Gratt und Othmar Keplinger zwei weitere Österreicher an der Entführung beteiligt. Nach seiner Verhaftung am 28. November 1977 wurde er zu fünfeinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und 1980 vorzeitig nach drei Jahren und acht Monaten entlassen.<ref name=":0" /><ref>Thomas Riegler: Die Entführung des "Strumpfkönigs": Der Fall Palmers und ein Hauch von RAF in Österreich. In: Vice. 3. September 2017, abgerufen am 16. April 2021.</ref> Während seiner Haft und danach studierte er weiter<ref>1988 Dr. phil. auf Basis der Dissertation Studien zum Tragischen und zum Pantragismus – ontologisch-ästhetische Untersuchungen auf der Basis der Methoden von Georg Lukács und Nicolai Hartmann. Wien, Univ., Diss., 1988, Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.</ref> und ging anschließend nach Frankreich, wo er an den Universitäten Chambery und Nantes deutsche Sprachwissenschaft und österreichische Literatur lehrte. Die von ihm 1988 abgeschlossene Dissertation befasste sich mit Pantragismus anhand von Literatur, insbesondere deutscher Literatur, und verwendete philosophische Methoden von Nicolai Hartmann.

Pitsch arbeitete als Deutschlektor und Autor.<ref name=":0" /> Er lebte in Wien und Florenz.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein