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Hallesche Monolithbauweise

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Datei:Quedlinburg Neuendorf HMBQ.jpg
Typ Quedlinburg in der Quedlinburger Schmalen Straße

Die Hallesche Monolithbauweise (HMB) ist eine vom Wohnungsbaukombinat des Bezirks Halle (DDR) in den 1970er Jahren entwickelte Bauweise, die das Bauen mit industriell vorgefertigten Bauteilen (Plattenbauweise) mit dem Tunnelschalverfahren kombiniert. Sie ist eine Anpassung an DDR-Normen der Lizenz der schwedischen Allbetonbauweise.<ref name=":0">Wolfgang Kil, Tanja Scheffler: Neustädter Passage. In: Bauwelt. 2014, abgerufen am 10. März 2026: „In Schweden werden Lizenzen für die von der Firma Skånska Cementgjuteriet entwickelte Allbeton-Bauweise erworben. Das Betonkombinat Halle entwickelt diese Schotten-Mischbauweise, bei der die tragenden Wände und Decken vor Ort gegossen und die Fassadenelemente lediglich vorgehängt werden, zur Halleschen Monolithbauweise weiter.“</ref> Der Deal wurde auf einer Konferenz in Schweden durch Richard Paulick eingefädelt.<ref>Silvia Zöller: Stadtteil-Führung – Halle-Neustadt in 180 Minuten. In: Mitteldeutsche Zeitung. 18. Mai 2014, abgerufen am 10. März 2026: „,Richard Paulick selbst führte die Verhandlungen, damit die schwedische Technologie auch in Halle angewandt werden konnte‘, sagt Böger. 60 Bauleute aus Halle seien später für sechs Wochen nach Schweden gefahren, um diese Bauweise kennenzulernen – und alle seien wieder nach Halle zurückgekehrt, weiß er zu berichten.“</ref> Die tragende Konstruktion (Wände und Geschossdecken) der Häuser werden dabei vor Ort betoniert (Tunnelschalverfahren) und anschließend nicht tragende Außenwandelemente, Treppen, Loggien als Fertigteile montiert.<ref>Analyse & Konzepte – Beratungsgesellschaft für Wohnen, Immobilien und Tourismus mbh (Hrsg.): Kostengünstige Beseitigung von Leerständen im obersten Geschoss von Plattenbauten. Forschungsbericht. Hamburg 2004 (archive.org [PDF]).</ref> Später wird eine Entwicklung abgeleitet für das Bauen in beengten Innerstädtischen Bereichen mit einem erhöhten denkmalpflegerischen Anspruch, die Hallesche Monolithbauweise Typ Quedlinburg (HMBQ).<ref>Gerd Alpermann: Quedlinburg – Erstes Haus in HMBQ-Bauweise modernisiert. In: Mitteldeutsche Zeitung. 25. Februar 2016, abgerufen am 10. März 2026.</ref> Hier wird wie bei der HMB ein in Lücken von historischen Altstädten eingepasster Ortbetonbau im Tunnelschalverfahren angewandt, während die Fassade in traditioneller Bauweise hergestellt wird, um sie dem Ortsbild flexibler und kostengünstiger anpassen zu können.

Vorkommen

Die HMB wurde vor allem beim Bau von Halle-Neustadt eingesetzt zum Bau der bekannten Scheiben im Zentrum sowie von Hochhäusern.<ref name=":0" />

Bei wenigen innerstädtischen Neubauvorhaben im Bezirk Halle wie die historische Innenstadt von Quedlinburg (Harz) wurde sie zum Typ Quedlinburg (HMBQ) verwendet.<ref>Sandra Keltsch: Stadterneuerung und städtebauliche Denkmalpflege in der DDR zwischen 1970 und 1990. Dargestellt an der Entwicklung von Denkmalstädten in Sachsen-Anhalt. Von der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften der Universität Leipzig angenommene Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doctor Philosophiae (Dr. phil.). Universität Leipzig, Leipzig 12. September 2013, S. 165–167 (qucosa.de): „1977 gelang es dem damaligen Bezirksarchitekten Richard Paulick jedoch, für Quedlinburg die Anwendung der in ihrer Ausführung flexibler an lokale Gegebenheiten anpassbaren Halleschen Monolithbauweise durchzusetzen. […] Die Neubauten waren auf Grundlage der Halleschen Monolithbauweise in einer speziell für Quedlinburg zu entwickelnden Variation geplant.“</ref>

Literatur

  • Analyse & Konzepte – Beratungsgesellschaft für Wohnen, Immobilien und Tourismus mbh (Hrsg.): Kostengünstige Beseitigung von Leerständen im obersten Geschoss von Plattenbauten. Forschungsbericht, Hamburg 2004, S. 22 (PDF; 1,3 MB).

Einzelnachweise

<references />