Dankensen
Dankensen Flecken Diesdorf
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(48)&title=Dankensen 52° 44′ N, 10° 55′ O
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| Höhe: | 60 m | |||||
| Fläche: | 4,73 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 48 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 10 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 20. Juli 1950 | |||||
| Eingemeindet nach: | Abbendorf | |||||
| Postleitzahl: | 29413 | |||||
| Vorwahl: | 039003 | |||||
Lage von Dankensen in Sachsen-Anhalt
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Dankensen ist ein Ortsteil des Fleckens Diesdorf im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.
Geographie
Dankensen, ein Rundplatzdorf mit Kirche auf dem Platz, liegt südöstlich des Kernbereichs von Diesdorf in der Altmark. Am nördlichen Ortsrand fließt der Molmker Bach und am westlichen Ortsrand fließt der Bornsener Bach. Das Landschaftsschutzgebiet Salzwedel-Diesdorf liegt nördlich.<ref name="HOB-12" /><ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Nachbarorte sind Molmke im Westen, Abbendorf im Norden, Hohenböddenstedt im Nordosten, Wüllmersen im Südosten, sowie Bornsen und Drebenstedt im Süden.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Geschichte
Mittelalter bis Neuzeit
Erstmals erwähnt wurde das Dorf am 12. Juni 1264 als villa Dhankedessen.<ref name="Riedel-22" /> Als Danksen es am 21. Februar 1277 erwähnt, als Otto und Werner, Edle von Hadmersleben, vier Hufen im Dorf dem Kloster Diesdorf schenkten.<ref name="Riedel-16" /> Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Danktzen mit einer Mühle aufgeführt.<ref name="Landbuch" /> Weitere Nennungen sind 1542 Danßem, 1608 Dancxem, 1687 Dancksen,<ref name="HOB-12" /> außerdem 1804 Danksen und Danxden, ein Dorf mit Wassermühle am Molmkebach.<ref name="Bratring-1" /> Die Mühle lag nordwestlich des Dorfes.
Der alte Ortsname Danksen wurde noch im Jahre 1928 parallel verwendet.<ref name="Zahn-1928" />
Herkunft des Ortsnamens
Jürgen Udolph führt den Ortsnamen auf einen Personennamen zurück, dessen Grundform „Thank-hat-es-husen“ gewesen sein könnte.<ref name="Friske 2021" />
Archäologie
Bei der Anlage einer Kiesgrube auf dem Kahnberg östlich von Dankensen wurde im 20. Jahrhundert ein Brandgräberfeld der vorrömischen Eisenzeit entdeckt. 1936 gelangten die ersten Funde in Privatbesitz eines örtlichen Bauern, bei dem 1953 Urnen entdeckt wurden, die im gleichen Jahr in das Danneil-Museum überführt wurden. 1983 entdeckte der örtliche Bodendenkmalpfleger durch Raubgräber zerstörte Gräber. Daraufhin wurde eine Notgrabung unter der Leitung von Rosemarie Leineweber durchgeführt. 1987 wurde die Untersuchung fortgesetzt. Die Masse der Gräber mit Steinschutz und Deckstein sind der älteren und mittleren Jastorf-Kultur zugeordnet worden.<ref name="Bock 2012" /> Als wichtigster Fund gilt der Teil eines eisernen Kettenplattenschmuckes.<ref name="Mittag 2002" />
1956 wurde von einem Halskragenfund in Dankensen berichtet.<ref name="Hoffmann 1956" />
Eingemeindungen
Ursprünglich gehörte das Dorf zum Salzwedelischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Von 1807 bis 1813 lag es im Kanton Diesdorf auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen kam die Gemeinde 1816 zum Kreis Salzwedel, dem späteren Landkreis Salzwedel.<ref name="HOB-12" />
Am 20. Juli 1950 wurde die Gemeinde Dankensen in die Gemeinde Abbendorf im Landkreis Salzwedel eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" /> Seit dem 1. Januar 1991, als Abbendorf in Diesdorf eingemeindet wurde, gehört der Ortsteil Dankensen zur Gemeinde Diesdorf.<ref name="Metzler-Poeschel" />
Einwohnerentwicklung
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946<ref name="HOB-12" />
Religion
Die evangelische Kirchengemeinde Dankensen mit ihrer Filialkirche gehörte früher zur Pfarrei Diesdorf.<ref name="Almanach1903" /> Sie wird heute betreut vom Pfarrbereich Diesdorf des Kirchenkreises Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für die Pfarrei Diesdorf stammen aus dem Jahre 1815.<ref name="Machholz" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die evangelische Dorfkirche Dankensen, ist ein spätromanischer Feldsteinbau, Chor und Schiff stammen vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. Die schmalen Fenster und das abgetreppte Nordportal sind rundbogig, das letztere aus Backstein, mit profilierten Kämpfern. Der schiffsbreite quadratische Westturm ist in unregelmäßigerem Feldsteinmauerwerk des 15. Jahrhunderts ausgeführt und mit stichbogigen Öffnungen in Backstein versehen.
Im Innern ist das Bauwerf flachgedeckt und zeigt einen schmalen runden Triumphbogen. Emporen sind im Westen und Norden eingebaut, die letztere trägt das Datum 1688. Dendrochronologische Untersuchungen datierten Hölzer der Emporeneinbauten auf das Jahr 1431, während die Deckenbalken auf 1733 datiert wurden.<ref name="Friske 2021" />
Im Chor ist eine kleine Sakramentsnische mit beschlagener Tür und rundbogiger Piscina eingelassen. Reste spätgotischer Wandmalereien wurden ab 1965 freigelegt, erhalten ist davon nur die Zeichnung an der Nordwand des Chores, mit Darstellung der Kreuztragung und Kreuzigung Christi, rechts des Triumphbogens der Heilige Christophorus, dahinter die Gregorsmesse.
Ein Schnitzaltarretabel vom Ende des 15. Jahrhunderts zeigt im Schrein die Muttergottes zwischen den Heiligen Katharina und Barbara, in den Flügeln die zwölf Apostel, über dem Schrein ein kleiner spätgotischer Kruzifixus. Mitten im Schiff steht die gemauerte achteckige Taufe, die auf das Jahr 1649 datiert ist.<ref>Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 157.</ref>
- Die Kirche ist vom Ortsfriedhof umgeben.
Söhne und Töchter
- Heinrich Mahlke (1851–1921), Schneidermeister und Mitglied des Deutschen Reichstags (1903–1907)
Weblinks
- Dankensen im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Einzelnachweise
<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 279 (PDF).</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Bock 2012">Hartmut Bock: 40 Jahre Ausgrabungen der Jungen Archäologen der Altmark (= Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Kleine Hefte zur Archäologie in Sachsen-Anhalt. Heft 9). 2012, DNB 1020717920, S. 26–29, Dankensen, ehemaliger Kreis Salzwedel.</ref>
<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 370 (Digitalisat).</ref>
<ref name="EW-2018">Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.</ref>
<ref name="EW-2021">Anke Pelczarski: Nur Wallstawe und Jübar legen zu. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 15. Januar 2022, DNB 1047268213, S. 17.</ref>
<ref name="EW-2022">Anke Pelczarski: Wenn die Männer das Sagen haben. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 14. Januar 2023, DNB 1047268213, S. 17.</ref>
<ref name="EW-2023">Anke Pelczarski: 65 Geburten und 190 Sterbefälle. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 17. Januar 2024, DNB 1047268213, S. 15.</ref>
<ref name="Friske 2021">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783867323796 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Hoffmann 1956">Wilhelm Hoffmann: Der Halskragenfund von Dankensen, Kreis Salzwedel. In: Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte. Band 40, 1956, S. 322–323</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Landbuch">Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 406 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />uni-potsdam.de ( vom 22. März 2019 im Internet Archive)).</ref>
<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>
<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Mittag 2002">Lothar Mittag: Hünengräber – Siedlungen – Gräberfelder. Archäologie in der Altmark. Band 1. Von der Altsteinzeit bis zum Frühmittelalter. Verbrannt und vergraben. Eisenzeitliche Gräberfelder in der Altmark. Hrsg.: Hartmut Bock. Band 7. dr. ziehten verlag, Oschersleben 2002, ISBN 978-3-935358-35-4, S. 135.</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Diesdorf. Abgerufen am 17. Februar 2018.</ref>
<ref name="Riedel-16">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-22">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>
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