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Hans Grischkat

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Hans Grischkat (* 29. August 1903 in Hamburg<ref>Biographische Daten von Hans Grischkat in: Who’s Who in Germany - The German Who’s Who. 5. Auflage. Who’s Who Book & Publishing, Ottobrunn 1974, ISBN 3-921220-05-X, S. 534.</ref>; † 10. Januar 1977 in Kemnat bei Esslingen am Neckar) war ein deutscher Dirigent, Chorleiter, Kirchenmusiker und Stuttgarter Hochschullehrer.<ref>Biographische Daten von Hans Grischkat in: Die Deutsche Jugendmusikbewegung in Dokumenten ihrer Zeit von den Anfängen bis 1933 von Wilhelm Scholz, Archiv der Jugendmusikbewegung, Archiv der Jugendmusikbewegung e. V. Hamburg, Möseler, 1980, Seite 1011</ref>

Leben und Wirken

Hans Grischkat studierte an der Universität Tübingen zunächst Naturwissenschaften, später Musikwissenschaft. An der Musikhochschule Stuttgart erhielt er Unterricht bei Hermann Keller.

Grischkat war früh schon in der Singbewegung engagiert. Er gründete 1924 den Reutlinger Singkreis, 1931 den Schwäbischen Singkreis und 1936 den Grischkat-Singkreis in Stuttgart. Nach 1945 rief er das Schwäbische Symphonie-Orchester Reutlingen ins Leben, ein Orchester, das heute als Württembergische Philharmonie Reutlingen bekannt ist. Er war bis 1950 erster Dirigent dieses Klangkörpers.

Hans Grischkat führte 1926 erstmals in Württemberg die Johannespassion von Johann Sebastian Bach ohne Kürzungen und mit alten Instrumenten auf. Es folgte 1935 eine an der Historischen Aufführungspraxis orientierte Wiedergabe der Matthäuspassion von Bach, die Einfluss auf folgende Bachinterpretationen im süddeutschen Raum hatte.

Anlässlich des 200. Todesjahres Bachs im Jahr 1950 erstellte Grischkat eine Kompilation einzelner Kantatensätze des Komponisten unter Verwendung von neuem Text als eine abendfüllende „Groß-Kantate“ mit dem Titel Vom Reiche Gottes.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gesamtaufführung der Bachkantaten (Memento vom 11. Dezember 2010 im Internet Archive) (gesehen am 9. Juli 2010).</ref> Die Idee zu dieser Anthologie ging auf eine Anregung von Albert Schweitzer zurück.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />K.P. Leitner über Grischkat (Memento vom 11. Dezember 2010 im Internet Archive) (gesehen am 9. Juli 2010).</ref>

Grischkat wirkte als Musiker sowohl an der Christuskirche in Reutlingen als auch an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Er war unter anderem Lehrer von Helmuth Rilling, Wolfgang Gönnenwein, Frieder Bernius und Hanns-Friedrich Kunz.

Als Musikwissenschaftler und Herausgeber betreute er die Reihe Die Kantate, die im Stuttgarter Hänssler-Verlag in vielen Einzelbänden erschien und vorwiegend kirchenmusikalisches Aufführungs- und Notenmaterial darbot.

Sein umfangreiches Notenmaterial und weitere Musikalien befinden sich in der Stadtbibliothek Reutlingen ("Hans Grischkat-Bibliothek").

Publikationen

  • Hans Grischkat (Herausgeber): Johann Sebastian Bach: „Der Friede sei mit dir“. Kantate Nr. 158. Kantate zum 3. Ostertag aus der Reihe: Die Kantate. Eine Sammlung geistlicher Musik für Chor und Instrumente. Band 28, Hänssler-Verlag Stuttgart 1959, mit vier Faksimile-Seiten

Einspielungen (Auswahl)

Literatur

  • Klaus Peter Leitner: Grischkat, Hans (Adolf Karl Wilhelm). In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite Ausgabe, Personenteil, Band 8 (Gribenski – Hilverding). Bärenreiter/Metzler, Kassel u. a. 2002, ISBN 3-7618-1118-7 (Online-Ausgabe, für Vollzugriff Abonnement erforderlich)
  • Klaus Peter Leitner: Hans Grischkat (1903–1977). Ein Bachinterpret der Jugendmusikbewegung in Württemberg – eine Biographie. Dissertation. Hamburg 2000, ISBN 978-3-8300-0122-5, ISBN 3-8300-0122-3
  • Otto Paul Burkhardt: Hans Grischkat und das Musikleben der Stadt Reutlingen. Hrsg. vom Stadtarchiv Reutlingen. Reutlingen 2003, ISBN 3-933820-56-1.
  • Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 2698. online

Weblinks

Einzelnachweise

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