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Hoher Steinklee

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Hoher Steinklee
Datei:Melilotus altissima.jpg

Hoher Steinklee (Melilotus altissimus)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Steinklee (Melilotus)
Art: Hoher Steinklee
Wissenschaftlicher Name
Melilotus altissimus
Thuill.

Der Hohe Steinklee (Melilotus altissimus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Steinklee (Melilotus) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae).

Beschreibung

Datei:Melilotus altissimus sl14.jpg
Stängel mit Nebenblättern
Datei:Melilotus altissimus W.jpg
Details eines Ausschnittes des Blütenstands
Datei:Melilotus altissimus sl19.jpg
Gestielte zygomorphe Blüte mit Kelch und Krone: die Flügel sind ungefähr so lang wie das Schiffchen
Datei:Melilotus altissimus sl20.jpg
Die Früchte sind zerstreut behaart

Vegetative Merkmale

Der Hohe Steinklee ist eine zweijährige krautige Pflanze und erreicht meist Wuchshöhen von 60 bis 125 Zentimetern. Er besitzt eine kräftige Pfahlwurzel.<ref name="HegiGams1964" /> Der verzweigte Stängel ist aufrecht oder bogig aufsteigend und meist kahl.

Die Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die Blattspreite ist dreizählig unpaariggefiedert. Die Laubblättchen sind bei einer Länge von meist 2 bis 4 Zentimetern verkehrt-eiförmig bis länglich-keilförmig, am Rande gezähnt und am oberen Ende gestutzt oder gerundet.<ref name="HegiGams1964" /> Die Nebenblätter sind ganzrandig oder – bei den mittleren und unteren – mit einem Zahn versehen; sie sind mit dem Blattstiel verbunden und sind pfriemlich.<ref name="HegiGams1964" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit liegt vorwiegend in den Monaten Juli bis September. Der Blütenstandsschaft ist 2 bis 6 Zentimeter lang und überragt das Tragblatt um das Doppelte oder Dreifache. Die Blüten befinden sich in 2 bis 6 Zentimeter langen traubigen Blütenständen. Die Blütenstiele sind etwa 2 Millimeter lang.<ref name="HegiGams1964" />

Die zwittrige Blüte ist zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchzähne sind etwa so lang wie die glockenförmige Kelchröhre. Die gelbe Krone weist die Form einer Schmetterlingsblüte auf und ist 5 bis 8 Millimeter lang. Der Flügel und das Schiffchen in etwa so lang sind wie die Fahne.<ref name="HegiGams1964" />

Die kurz weich behaarte Hülsenfrucht ist eiförmig, kurz zugespitzt, mehr oder weniger netznervig und enthält in der Regel zwei bis drei Samen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.<ref name="IPCN" /><ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen und Gefährdung

Der Hohe Steinklee ist ein eurasisch-kontinentales Florenelement. Melilotus altissimus ist in gemäßigten Gebieten in Nord-, Mittel-, Ost-, Südost- und Südwesteuropa verbreitet.<ref name="GRIN" /> Es gibt für Melilotus altissimus Fundortangaben aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Polen, der ehemaligen Tschechoslowakei, Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien, Ungarn, dem ehemaligen Jugoslawien, Albanien, Rumänien, Moldawien, der Ukraine, dem europäischen Teil der russischen Föderation und Griechenland.<ref name="GRIN" />

Der Hohe Steinklee kommt in Mitteleuropa zerstreut vor. In Deutschland wächst der Hohe Steinklee zerstreut, kommt aber gebietsweise auch verbreitet vor. In Österreich gilt der Hohe Steinklee als „gefährdet“ und ist zerstreut bis sehr selten aufzufinden, während er in der Schweiz recht verbreitet ist. In den Allgäuer Alpen steigt er im Tiroler Teil am Hahnenkamm bis zu einer Höhenlage von 1800 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" />

Der Hohe Steinklee wächst in Schuttunkrautgesellschaften, auf Salzweiden und in Ufergesellschaften. Sie gedeiht am besten auf kalk- und stickstoffhaltigen, oft auch salzhaltigen, wechselfeuchten Böden. Sie ist bestandskennzeichnend im Cuscuto-Convolvuletum aus dem Verband Senecion fluviatilis, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Onopordion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w+ (mäßig feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1799 als "Melilotus altissima" durch Jean-Louis Thuillier in Flore des Environs de Paris, 2. Auflage, S. 378, 1799. Nach den internationalen Regeln muss der Name in der Form Melilotus altissimus <templatestyles src="Person/styles.css" />Thuill. verwendet werden.<ref name="Tropicos" /><ref name="GRIN" />

Ähnliche Arten

Der Hohe Steinklee kann leicht mit dem Gewöhnlichen Steinklee (Melilotus officinalis) verwechselt werden. Dieser besitzt jedoch kahle Früchte sowie ein Schiffchen, das in der Regel deutlich kürzer als die Flügel ist.

Nutzung

Der Hohe Steinklee kann auch als Heilpflanze verwendet werden. Er ist als Viehfutter sehr minderwertig. Er kann auch zur Vertreibung von Motten und Wanzen dienen.<ref name="HegiGams1964" />

Literatur

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora von Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Bestimmungsbuch für alle in der Republik Österreich, in der Autonomen Provinz Bozen/Südtirol (Italien) wildwachsenden sowie die wichtigsten kultivierten Gefäßpflanzen. 2. Aufl., Land Oberösterreich, Biologiezentrum der OÖ Landesmuseen, Linz 2005, 1392 S. ISBN 3-85474-140-5 (früherer Titel: Exkursionsflora von Österreich).
  • August Binz, Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Mit Berücksichtigung der Grenzgebiete. Schwabe, Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. 6. Aufl. Ulmer, Stuttgart 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
  • Christian August Friedrich Garcke (Begr.), Konrad Weihe (Hrsg.): Illustrierte Flora. Deutschland und angrenzende Gebiete. 23. Aufl. Paul Parey, Berlin 1972, ISBN 3-489-68034-0.
  • F. Sales, I. C. Hedge: Melilotus Miller (Leguminosae): typification and nomenclature. In: Anales Jard. Bot. Madrid, Volume 51, 1993, S. 172.

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Melilotus altissimus bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Melilotus altissimus bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Melilotus altissimus Thuill. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 122. </ref> <ref name="HegiGams1964"> Gustav Hegi, Helmut Gams: Familie Leguminosae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, Band IV, Teil 3, S. 1241–1243. Verlag Carl Hanser, München 1964. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Hoher Steinklee (Melilotus altissimus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien