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	<title>Zynismus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T02:37:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Zynismus&amp;diff=24584&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Mistermeyer: Heutige Wortbedeutung an den Anfang gesetzt, griechisch in altgriechisch korrigiert.</title>
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		<updated>2025-08-31T20:44:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Heutige Wortbedeutung an den Anfang gesetzt, griechisch in altgriechisch korrigiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zynismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|κυνισμός}} &amp;#039;&amp;#039;kynismós&amp;#039;&amp;#039;, abgeleitet von κύων &amp;#039;&amp;#039;kýōn&amp;#039;&amp;#039;, „Hund“) bezeichnet heute primär eine Haltung oder rhetorische Strategie, die durch grundsätzliche Skepsis und die spöttische Ablehnung von gesellschaftlichen Werten, Konventionen und Moralvorstellungen gekennzeichnet ist. Im modernen Sprachgebrauch äußert sich Zynismus oft in beißendem Spott, Sarkasmus und einer pessimistischen Grundhaltung, die die Motive und Handlungen anderer durchgängig als egoistisch, heuchlerisch oder naiv bewertet. Damit richtet sich der Zynismus nicht nur gegen eine andere Auffassung, sondern vor allem auch gegen die Person, die die fragliche Auffassung vertritt. In bewusst herabsetzender Weise soll das Wertgefühl dieser anderen Person verletzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie und Begriffsgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;Zyniker&amp;#039;&amp;#039; wurde seit dem 16. Jahrhundert, insbesondere aber im 18. Jahrhundert ein Anhänger der [[Kynismus|kynischen Philosophie]] bezeichnet, vornehmlich aber durch den Gebrauch des Adjektivs ein ‚zynischer, spöttischer, bissiger, ehrfurchtsloser Mensch‘. Herkunft ist das lateinische &amp;#039;&amp;#039;Cynicus&amp;#039;&amp;#039;, abgeleitet aus griech. &amp;#039;&amp;#039;Kynikós (Κυνικός)&amp;#039;&amp;#039; ‚kynischer Philosoph‘. &amp;#039;&amp;#039;Zynismus&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete insbesondere in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine ‚Moral- und Wertvorstellungen missachtende Gesinnung, Unsauberkeit, Schamlosigkeit, Spottsucht‘ und seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine ‚schamlose Redeweise‘. Vor dem 18. Jahrhundert wurde &amp;#039;&amp;#039;zynisch&amp;#039;&amp;#039; nur selten als ‚ärmlich essend, ohne Wein‘ entlehnt aus lat. &amp;#039;&amp;#039;cynicus&amp;#039;&amp;#039;, griech. &amp;#039;&amp;#039;kynikós (κυνικός)&amp;#039;&amp;#039; ‚hündisch, bedürfnislos wie Hunde‘ gebraucht. &amp;#039;&amp;#039;Kyniker&amp;#039;&amp;#039; war dementsprechend eine „Bezeichnung für einen Anhänger der von [[Antisthenes]] gegründeten Philosophenschule, deren Ziel die Rückkehr zum Naturzustand und zu einem bedürfnislosen Leben ohne Ansprüche ist“. Anfang des 19. Jahrhunderts wandelte sich die Bedeutung von &amp;#039;&amp;#039;zynisch&amp;#039;&amp;#039; zu ‚die geltenden Wert- und Moralvorstellungen missachtend und verhöhnend, spöttisch, bissig‘. &amp;lt;!-- Fehler 404: Objekt nicht gefunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Etymologisches Wörterbuch des Deutschen nach Pfeifer, [http://www.dwds.de/?kompakt=1&amp;amp;qu=Zynismus online] auf [[DWDS]], abgerufen am 27. Dezember 2011 &amp;lt;/ref&amp;gt; --&amp;gt; Tinner bezeichnete dessen Verwendung im &amp;#039;&amp;#039;[[Historisches Wörterbuch der Philosophie|Historischen Wörterbuch der Philosophie]]&amp;#039;&amp;#039; als [[Modewort]], das „in Frankreich ebenso beliebt wie unpräzis“ ist und als solches „gegen Ende des 18. Jh. allmählich auch Eingang in die deutsche Literatur“ fand. Zwar stand bereits in der Antike dem positiven Bild des bedürfnislosen Kynikers „die Karikatur des ungepflegt-dreckigen, schamlosen und schmarotzerischen Bettelphilosophen gegenüber, für den religiöse und ethische Werte nichts gelten“, aber erst im 17. und 18. Jahrhundert wurde dieses Negativbild geistiges Allgemeingut. &amp;lt;!-- &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tinner&amp;quot; /&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff entfernte sich seit dem 17. Jahrhundert insbesondere in der deutschen Sprachtradition allmählich von seinem antiken Ursprung, entwickelte sich zunehmend selbständig und „ist in seinen Bedeutungen vielfältig und in seinem Gebrauch diffus“. So waren für [[Friedrich II. (Preußen)|Friedrich&amp;amp;nbsp;II. von Preußen]] die [[Enzyklopädist (Encyclopédie)|Enzyklopädisten]] „eine Sekte sogenannter Philosophen, die sich in unseren Tagen gebildet hat. Mit der Schamlosigkeit der Zyniker verbinden sie die edle Dreistigkeit, alle Paradoxen, die ihnen in den Sinn kommen, zum besten zu geben“. [[Adolph Knigge]] hatte dagegen in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;[[Über den Umgang mit Menschen]]&amp;#039;&amp;#039; „den [[Aufklärung|aufgeklärten]] Zeitgenossen im Blick und nicht den groben Cyniker, der ‚[…]&amp;amp;nbsp;alle Regeln verachtet, welche Uebereinkunft und gegenseitige Gefälligkeit den Menschen im bürgerlichen Leben vorgeschrieben haben.‘“ &amp;lt;!-- &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tinner&amp;quot; /&amp;gt; --&amp;gt; [[Friedrich Kirchner (Philosoph)|Friedrich Kirchner]] definierte Zynismus im &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe&amp;#039;&amp;#039; von 1907 als „eine Auffassung und Führung des Lebens, welche alles, was über den Standpunkt des Bedürfnisses hinausgeht, verachtet. Bequemlichkeit, Luxus, vor allem Anstand, Sitte, Kunst, Wissenschaft und Bildung sind in den Augen eines zynischen Menschen nichts; ja er gefällt sich darin, sie geflissentlich zu verhöhnen.“ Weiter führte er aus, dass „der bessere Kern der zynischen Lehre“ in die Philosophie der [[Stoiker]] übergegangen ist; „doch entwickelte sich daneben aus dem Zynismus ein hochmütiges und schamloses Bettlertum, an dem der Name der Zyniker haftete“.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Kirchner: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe&amp;#039;&amp;#039;. 1907; [http://www.textlog.de/cgi-bin/search/proxy.cgi?terms=Zynismus&amp;amp;url=http%3A%2F%2Fwww.textlog.de%2F1503.html textlog.de] abgerufen am 27. Dezember 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;[[Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon]]&amp;#039;&amp;#039; nannte 1911 den Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Zyniker&amp;#039;&amp;#039; einen „[[Spottname]]n“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. Band 2. Leipzig 1911, S. 1042. [http://www.zeno.org/nid/20001704982 online] auf [[zeno.org]]; abgerufen am 28. Dezember 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung in der Gegenwart ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Standardsprache bezeichnet &amp;#039;&amp;#039;Zynismus&amp;#039;&amp;#039;, sowie das abgeleitete Adjektiv &amp;#039;&amp;#039;zynisch&amp;#039;&amp;#039;, vor allem eine Haltung, Denk- und Handlungsweise, die durch beißenden [[Spott]] geprägt ist und dabei oft bewusst die Gefühle anderer Personen oder gesellschaftliche [[Konvention]]en missachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Brockhaus/Wahrig: &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039;. 1984, S. 918.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Das Große Wörterbuch der deutschen Sprache&amp;#039;&amp;#039; definierte 1999 &amp;#039;&amp;#039;zynisch&amp;#039;&amp;#039; als „eine gefühllose, mitleidlose, menschenverachtende Haltung zum Ausdruck bringend, die besonders in bestimmten Angelegenheiten, Situationen als [[konträr]], [[paradox]] und als jemandes Gefühle missachtend und verletzend empfunden wird“,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Duden: Das große Wörterbuch der deutschen Sprache&amp;#039;&amp;#039;. 1999, S. 4721.&amp;lt;/ref&amp;gt; der [[Duden]] nennt als Erstbedeutung für &amp;#039;&amp;#039;zynisch&amp;#039;&amp;#039; „auf grausame, den Anstand beleidigende Weise spöttisch“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/zynisch &amp;#039;&amp;#039;zynisch&amp;#039;&amp;#039;.] In: [[Duden]].de; abgerufen am 25. Juni 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Analyse &amp;#039;&amp;#039;Antike Kyniker und Zynismus in der Gegenwart&amp;#039;&amp;#039; unterschied [[Klaus Heinrich]] 1964 drei Haupttypen des Zynismus: Als „[[Existentialismus|existentialistischer]] Protest“ sei er der zeitgenössische Versuch, „der Bedrohung durch Sinnlosigkeit erkennend standzuhalten“. Der Zyniker resigniert vor dem „drohenden Sinnverlust“, indem er „um seiner Selbstbehauptung willen die Erkenntnis der Bedrohung als zynisch“ verwerfe. Dieser Zynismus verwirft schließlich diese in der [[Resignation]] „enttäuschenden Formen der Selbstbehauptung“ und ist nunmehr „Ausdruck einer stummen, wissenden Indifferenz“. [[Iring Fetscher]] nannte den zeitgenössischen Zynismus „eine letzte, verzweifelte Weise des Lebens“. Der Zyniker begreife sich „als den Mächtigen, der es nicht nötig hat, Rücksicht zu nehmen“, ist aber in seiner „zynischen Verachtung moralischer Normen“ weder gleichgültig, noch fehle es ihm am „Sinn für moralische Werte“. [[Peter Sloterdijk]] schrieb in seiner Abhandlung &amp;#039;&amp;#039;[[Kritik der zynischen Vernunft]]&amp;#039;&amp;#039; 1983, dass „Interaktionen von nicht entspannbaren [[Subjektivismus|Subjektivismen]]“ die „kommunikative [[Vernunft]]“ durch „Kommunikations&amp;amp;shy;vortäuschungen ihren Privatbedingungen unterwerfen“. Kommunikations&amp;amp;shy;mangel, Kommunikations&amp;amp;shy;vortäuschung und Kommunikations&amp;amp;shy;verweigerung seien „geradezu die Kennzeichen des modernen Machtzynismus, der Werte wie Liebe, Wahrheit, Authentizität“ seinem „Macht- und Profitwillen“ unterordnet.&amp;lt;!-- &amp;lt;ref name=&amp;quot;Tinner&amp;quot; /&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ironie]]&lt;br /&gt;
* [[Sardonismus]]&lt;br /&gt;
* [[Sarkasmus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ambrose Bierce]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Des Teufels Wörterbuch]]&amp;#039;&amp;#039;. Manesse, München 2013, ISBN 978-3-7175-2304-8.&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Niehues-Pröbsting]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Kynismus des Diogenes und der Begriff des Zynismus. (= Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, Band 713).&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-28313-8.&lt;br /&gt;
* Vladimir Safatle: &amp;#039;&amp;#039;Cinismo falência da crítica.&amp;#039;&amp;#039; Boitempo Editorial, São Paulo 2008.&lt;br /&gt;
** Deutsche Ausgabe: Vladimir Safatle: &amp;#039;&amp;#039;Zynismus und das Scheitern der Kritik.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem brasilianischen Portugiesisch übersetzt von Stephan Gregory. Tentare Verlag, Freising 2025, ISBN 978-3-911804-00-4.&lt;br /&gt;
* Fabian Schäfer: &amp;#039;&amp;#039;Konnektiver Zynismus: Politik und Kultur im digitalen Zeitalter. (= Digitale Gesellschaft, Band 55).&amp;#039;&amp;#039; transcript, Bielefeld 2023, ISBN 978-3-8376-6453-9.&lt;br /&gt;
* [[Peter Sloterdijk]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Kritik der zynischen Vernunft]]. (= Edition Suhrkamp, Band 1099).&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-518-11099-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4068333-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethische Haltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Mistermeyer</name></author>
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