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	<title>Zyklon B - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Zyklon_B&amp;diff=32993&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hozro: Die 2 letzten Textänderungen von ~2026-23814-03 wurden verworfen und die Version 265963140 von Invisigoth67 wiederhergestellt.</title>
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		<updated>2026-04-17T19:27:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die 2 letzten Textänderungen von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-23814-03&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-23814-03&quot;&gt;~2026-23814-03&lt;/a&gt; wurden verworfen und die Version &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Permanenter_Link/265963140&quot; title=&quot;Spezial:Permanenter Link/265963140&quot;&gt;265963140&lt;/a&gt; von Invisigoth67 wiederhergestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt das von den Nationalsozialisten zum Massenmord eingesetzte Biozid. Zu anderen Bedeutungen siehe [[Zyklon B (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Cyklonb.JPG|mini|Substrat: „Erco-Würfel“ &amp;#039;&amp;#039;Zyklon B&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Zyklon B Container.jpg|mini|Blechdose: Zyklon B]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zyklon B&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist der [[Handelsname]] eines 1922 bei der Firma [[Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung|Degesch]] unter der Leitung von [[Walter Heerdt]] entwickelten [[Biozid]]s zur [[Entwesung]] von Schiffen, Mühlen, Kühlhäusern und Massenunterkünften sowie zur Entlausung von Bekleidung. Sein Wirkstoff Blausäure (chemisch &amp;#039;&amp;#039;[[Cyanwasserstoff]]&amp;#039;&amp;#039;, Summenformel HCN) tritt als [[Gas]] aus [[Pellet]]s aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen wird dieses Gas vorwiegend durch [[Inhalation]] wirksam, indem es nach wenigen Atemzügen die [[Zellatmung]] der Körperzellen zum Stillstand bringt ([[Erstickung#Innere Erstickung|innere Erstickung]]). Zwischen 1942 und 1944 wurde es im [[Vernichtungslager]] [[Auschwitz-Birkenau]] in großem Umfang zu industriell organisiertem [[Gaskammer (Massenmord)|Massenmord]] benutzt; auch in mehreren anderen Konzentrationslagern wurden Lagerinsassen damit getötet. Die Bezeichnung für das Gift ist zu einem der [[Synonym]]e für die Technik und Systematik des [[Holocaust]] geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Produkt ==&lt;br /&gt;
Zyklon B bestand aus flüssiger Blausäure, die in der Produktion auf saugfähige Trägermaterialien aufgetropft wurde. Es fand zunächst [[Kieselgur]] Verwendung, dieser Träger wurde später durch ein hochporöses Gipsprodukt („Erco“) ersetzt. Ein dritter Träger waren [[Zellstoff]]scheiben, sogenannte Discoids. Außerdem wurde ein chemischer Stabilisator hinzugefügt, der dadurch, dass er schneller als die Blausäure ausgaste und Augen und Schleimhäute reizte, zugleich als Warnstoff fungierte und Unfälle verhindern sollte. Zusätzlich wurde ein weiterer, langsamer ausgasender Warnstoff hinzugefügt. Das Granulat wurde in Blechdosen ausgeliefert, die mit einem speziellen Schlageisen zu öffnen waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Achim Trunk: &amp;#039;&amp;#039;Die todbringenden Gase&amp;#039;&amp;#039;. In: Günter Morsch u. Bertrand Persch: &amp;#039;&amp;#039;Neue Studien zu Nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 2011, S. 37f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Stabilisatoren dienten [[Oxalsäure]] und [[Methylchlorformiat]]; die Haltbarkeit wurde für die Dauer von drei Monaten nach Auslieferung garantiert. In der Praxis konnte Zyklon B wesentlich länger gelagert werden, wenn die Dosen vor Feuchtigkeit und Durchrosten geschützt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Kalthoff, Martin Werner: &amp;#039;&amp;#039;Die Händler des Zyklon B. Tesch &amp;amp; Stabenow. Eine Firmengeschichte zwischen Hamburg und Auschwitz.&amp;#039;&amp;#039; Hamburg 1998, ISBN 3-87975-713-5, S. 127.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um dem Überdruck von 0,25 bis 1&amp;amp;nbsp;[[Bar (Einheit)|Bar]] innerhalb der Dosen widerstehen zu können, waren diese aus 0,4&amp;amp;nbsp;mm starkem Blech gefertigt und druckfest bis mindestens 6 Bar. Die verschlossenen Dosen wurden im Werk geprüft und dazu auf 60&amp;amp;nbsp;°C erhitzt. Ausgeliefert wurde Zyklon&amp;amp;nbsp;B in Dosen mit 200&amp;amp;nbsp;g, 500&amp;amp;nbsp;g, 1000&amp;amp;nbsp;g, 1200&amp;amp;nbsp;g und 1500&amp;amp;nbsp;g.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Produkt wurde als Verkaufsmarke &amp;#039;&amp;#039;Zyklon&amp;#039;&amp;#039; – oft ohne zusätzlichen Buchstaben &amp;#039;&amp;#039;B&amp;#039;&amp;#039; auf dem Etikett – durch zwei Händler vertrieben. Die Zusatzbezeichnungen A, B und C dienten fabrikintern als Kennzeichnung für unterschiedliche Verfahren, Reizstoffzusätze und Zusammensetzungen. Zyklon A wurde 1920 eingeführt. Dieses Gemisch aus [[Cyankohlensäuremethylester]] und [[Chlorkohlensäuremethylester]] wurde aus großen Druckbehältern versprüht, galt aber als unsicher und unwirtschaftlich.&amp;lt;ref&amp;gt;Kalthoff, Werner: &amp;#039;&amp;#039;Die Händler des Zyklon B.&amp;#039;&amp;#039;, S. 29/30.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Zyklon C&amp;#039;&amp;#039; enthielt den Zusatzstoff [[Chlorpikrin]], der Uniformknöpfe, Metallschnallen usw. angriff und daher zur [[Entwesung]] von Kleidern ungeeignet war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formulare und Rechnungen, die die von der Vertriebsfirma &amp;#039;&amp;#039;Testa&amp;#039;&amp;#039; beauftragten Fachleute für von ihnen ausgeführte Begasungen ausstellten, enthielten zeitweilig Spalten mit fortlaufenden Buchstaben C, D, E und F, durch die offiziell eine bestimmte Konzentrationsangabe im Begasungsbericht dokumentiert wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;So bei Kalthoff, Werner: &amp;#039;&amp;#039;Die Händler des Zyklon B.&amp;#039;&amp;#039; Abb. S. 59 / S. 241. Irrtümlich bei Raul Hilberg: &amp;#039;&amp;#039;Die Vernichtung der europäischen Juden&amp;#039;&amp;#039;. Band 2. Fischer Verlag, Frankfurt 1994, S. 952.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zyklon B wurde entwickelt, um den Umgang mit Blausäure sicher zu machen. Das Zellgift Blausäure ist wegen seines niedrigen [[Siedepunkt]]es von 25,7&amp;amp;nbsp;°C insbesondere in flüssiger Form gefährlich zu handhaben. Auch bei Raumtemperatur hat Blausäure einen hohen [[Dampfdruck]] und ist dementsprechend leicht [[Verdampfen|flüchtig]]. Des Weiteren bildet Blausäure mit Luft in Konzentrationen über 5,6 % explosionsfähige Gemische. Durch die langsamere Ausgasung wird beim Einsatz von Zyklon&amp;amp;nbsp;B der schlagartige Aufbau hoher (explosionsgefährlicher) Konzentrationen weitgehend verhindert. Für die Schädlingsbekämpfung in Schiffen und Silos sind deutlich geringere Konzentrationen ausreichend, in der Praxis verwendet man Konzentrationen von ca. 0,03 %.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/holocaust/deportations-und-vernichtungspraxis/55.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Ergebnisse der Forschungsgruppe Zyklon&amp;amp;nbsp;B&amp;amp;nbsp;/ Dessau&amp;#039;&amp;#039;. |wayback=20090624020320}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Problemlos transportierbar ist Zyklon&amp;amp;nbsp;B durch die Bindung an ein Substrat (Erco-Würfel, Discoids), die Stabilisierung durch chemische Zusätze und durch die Verpackung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei sachgerechtem Einsatz von Zyklon&amp;amp;nbsp;B als Schädlingsbekämpfungsmittel sind Unfälle extrem selten. Unfälle wie Explosionen und Vergiftungen mit [[Cyanidvergiftung|Blausäure]] gehen oft auf andere Produkte wie [[Cyankali]], flüssige Blausäure oder andere Chemieunfälle zurück. Beim Einsatz von Zyklon&amp;amp;nbsp;B bei der Wehrmacht und bei der bestimmungsgemäßen Verwendung zur [[Entwesung|Sachentwesung]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Kleidung) in den Konzentrationslagern ist nur ein Unfall bekannt, obwohl in dieser Zeit mehrere hundert Tonnen Zyklon&amp;amp;nbsp;B verwendet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hersteller ==&lt;br /&gt;
[[Datei:1941Anzeige Zyklon Blausaeuregas crop.jpg|mini|Alleinvertretungsrecht der Fa. Breymesser und Co. für „Zyklon Blausäuregas“ in der [[Alpen- und Donau-Reichsgaue|Ostmark]], [[Salzburger Volksblatt]] vom 10. Juli 1941]]&lt;br /&gt;
Die Erfindung des Verfahrens zur Absorption von Blausäure in Kieselgur durch [[Walter Heerdt]] ermöglichte es, ein effizientes und handhabungssicheres Schädlingsbekämpfungsmittel herzustellen. Dieses Verfahren wurde am 20. Juni 1922 von der [[Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung|Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung mbH]] (kurz Degesch) unter der Nummer DE 438818 zum Patent angemeldet, das am 27. Dezember 1926 vom Reichspatentamt erteilt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Patent&lt;br /&gt;
 | Land =DE&lt;br /&gt;
 | V-Nr =438818&lt;br /&gt;
 | Titel =Verfahren zur Schädlingsbekämpfung&lt;br /&gt;
 | A-Datum =1922-06-20&lt;br /&gt;
 | V-Datum =1926-12-27&lt;br /&gt;
 | Erfinder =Walter Heerdt&lt;br /&gt;
 | Anmelder =Degesch&lt;br /&gt;
}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wirkstoff wurde von den [[Dessauer Zuckerraffinerie|Dessauer Werken für Zucker-Raffinerie GmbH]] und ab 1935 auch bei der Kaliwerke AG im tschechischen [[Kolín]] im Auftrag der Degesch hergestellt, einer [[Tochtergesellschaft]] der [[Degussa]], des [[I.G. Farben|I.G. Farben-Konzerns]] und von [[Th. Goldschmidt]]. Zyklon&amp;amp;nbsp;B wurde über die Handelsunternehmen [[Tesch &amp;amp; Stabenow]] (Testa) und [[Heerdt-Lingler]] (HeLi) vertrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschäftsberichte der Degesch weisen für den Zeitraum von 1938 bis 1943 jährliche Produktionsmengen zwischen 160 Tonnen und 411 Tonnen aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Kalthoff, Werner: &amp;#039;&amp;#039;Die Händler des Zyklon B.&amp;#039;&amp;#039;, S.&amp;amp;nbsp;120, 126, 151, 218.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für Rüstungsaufträge wurde 1943 der Preis auf 4,55 [[Reichsmark]] je kg gesenkt.&amp;lt;ref&amp;gt;Kalthoff, Werner: &amp;#039;&amp;#039;Die Händler des Zyklon B.&amp;#039;&amp;#039;, S. 124.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dessau wurde Ende Mai 1944 bombardiert und das Werk dabei so schwer beschädigt, dass die Jahresproduktion auf 231 Tonnen sank. Bei dem schweren britischen [[Luftangriffe auf Dessau|Luftangriff auf Dessau]] vom 7.&amp;amp;nbsp;März 1945 wurden die Fabrikanlagen und Lager völlig zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] wurde von 1952 bis 1969 Zyklon B als Entwesungsmittel durch den VEB Gärungschemie Dessau, den Nachfolgebetrieb der Dessauer Werke für Zucker-Raffinerie GmbH, weiter hergestellt und unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Cyanol&amp;#039;&amp;#039; vertrieben. Neben dem Standort der ehemaligen Produktionsanlage wurde an der Brauereibrücke in Dessau-Roßlau am 27. Januar 2005 anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung des [[KZ Auschwitz-Birkenau|Vernichtungslagers Auschwitz]] ein Informations- und Mahnpunkt eröffnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Holger Beisitzer: {{Webarchiv |url=http://www.zyklon-b.info/dessau/mahnmal.htm |text=Zyklon-B.info |wayback=20100117061045}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach 1969 wurde Zyklon B in [[Schwedt/Oder|Schwedt]] hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bundesrepublik wurde es nach 1945 unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Cyanosil&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Zedesa Blausäure&amp;#039;&amp;#039; im Inland und unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Zyklon&amp;#039;&amp;#039; im Ausland vertrieben. Hersteller waren die Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung mbH, die Detia Freyberg GmbH und die Desinsekta GmbH.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.bfr.bund.de/cm/217/bekanntmachung_der_geprueften_und_anerkannten_mittel_und_verfahren_zur_bekaempfung_von_tierischen_schaedlingen.pdf &amp;#039;&amp;#039;Bekanntmachung der geprüften und anerkannten Mittel und Verfahren zur Bekämpfung von tierischen Schädlingen&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF; 269&amp;amp;nbsp;kB) Bundesinstitut BgVV, 2000; abgerufen am 7. März 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Zulassung für dieses Produkt lief 2001 ab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.proplanta.de/Pflanzenschutzmittel/Cyanosil_psm_abgelaufene_Mittel_030774-00.html |titel=Pflanzenschutzmittel Cyanosil |werk=proplanta.de |abruf=2018-06-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Produktion von &amp;#039;&amp;#039;Zyklon B&amp;#039;&amp;#039; wurde unter geändertem Markennamen als &amp;#039;&amp;#039;Uragan D2&amp;#039;&amp;#039; auch in [[Tschechien]] (Lučební závody Draslovka, [[Aktiengesellschaft|a.&amp;amp;nbsp;s.]],&amp;lt;ref&amp;gt;Website des Herstellers {{Webarchiv |url=http://www.draslovka.cz/CMSPage.jsp?id=212e4f52-8fc5-47dd-83e3-c77863814001&amp;amp;context=79844cbe-01d9-49fd-9bb4-dc5ea0aa6453.6582a8ab-123c-4ba7-b341-6c0cfe628dc6.da0ed5d9-0d7b-47d6-99de-d0c5ea68b04b.212e4f52-8fc5-47dd-83e3-c77863814001&amp;amp;ditemid=8de9774a-b584-4078-953c-4fc2af39fcbb&amp;amp;dblockid=b17d7b3c-b24c-4302-9a87-cd2de4268057 |text=Lučební závody Draslovka a. s. |wayback=20131209231227}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kolín]]) fortgeführt. Das Produkt besteht zu mind. 97,6 % aus wasserfreiem Cyanwasserstoff, welches durch einen Zusatz von 0,1 % [[Phosphorsäure]] und 1,0 % [[Schwefeldioxid]] stabilisiert ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.vurv.cz/sites/File/Publications/ISBN978-80-7427-150-2.pdf |titel=Dlouhý M., Aulický R., Lišková J., Šimbera J., Stejskal V.: Metodika bezpečné aplikace pomocí nové komory a formulace HCN ochrany osiv a rostlinných materiálů proti skladištním broukům a zavíječům. S. 75 (Tschechisch) |werk=Stejskal V., Frýdová B. (eds.): Sborník ze semináře a workshopu VVFaŽP: Nové metody a přístupy k řízení rizik regulovaných škůdců v ČR a legislativní problémy použití biocidů a pesticidů ve skladech rostlinných produktů a ve mlýnech. Výzkumný ústav rostlinné výroby |format=PDF |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160305000906/http://www.vurv.cz/sites/File/Publications/ISBN978-80-7427-150-2.pdf |archiv-datum=2016-03-05  |abruf=2019-11-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird sowohl rein als Flüssigkeit in Druckgasflaschen aus Edelstahl zu 27,5 kg abgefüllt, wie auch, analog dem Produkt &amp;#039;&amp;#039;Zyklon-Discoids&amp;#039;&amp;#039;, zu 1500 Gramm in hermetisch verschlossenen Edelstahldosen, adsorbiert auf Zellstoffscheiben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://echa.europa.eu/documents/10162/d2d711a2-0e91-44d9-08af-d3a52f8133c7 |titel=DE-0010212-0000 BLUEFUME. Zusammenfassung der Eigenschaften eines Biozidprodukts. S. 6 |werk=European Chemicals Agency |abruf=2019-11-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Mittel ist unter den Handelsnamen &amp;#039;&amp;#039;Uragan D2&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Bluefume&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Cyanopur&amp;#039;&amp;#039; in mehreren Ländern der EU als Begasungsmittel zur Bekämpfung holzzerstörender Insekten in Holz sowie Hygieneschädlingen (Insekten und Schadnagern) in leerstehenden Objekten und Verkehrsmitteln zugelassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://echa.europa.eu/information-on-chemicals/biocidal-products/-/disbp/factsheet/CZ-0008969-0000/authorisationid |titel=Biocidal product factsheet. Authorisation details. |werk=European Chemicals Agency |abruf=2019-11-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bestimmungsgemäße Verwendung in der Industrie ==&lt;br /&gt;
Zyklon B wurde hauptsächlich als Ungeziefer-Vernichtungsmittel für die Durchgasung von Schiffen, Kühlhäusern und Getreidemühlen sowie die Entwesung von Massenunterkünften und die Entlausung von Bekleidung eingesetzt. Nach 1939 stieg der Bedarf durch den Einsatz bei der [[Wehrmacht]] und in Lagerunterkünften von [[Zwangsarbeiter|Zwangs-]] und [[Fremdarbeiter]]n steil an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Angaben der Detia-Degesch wurde Blausäure noch 2010 in Südkorea zur Begasung von Obst unter dem Handelsnamen &amp;#039;&amp;#039;Cyanosil&amp;#039;&amp;#039; eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Joachim Jeltsch |url=http://detia-degesch.de/downloads/5/Marketing_News_1-2010_dt.pdf |titel=Marketing-News |titelerg=Obstbegasung mit Cyanosil |hrsg=DETIA DEGESCH GMBH |seiten=6 |datum=2010 |format=PDF |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160328072740/http://detia-degesch.de/downloads/5/Marketing_News_1-2010_dt.pdf |archiv-datum=2016-03-28 |abruf=2016-03-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland wird Cyanosil und das verwandte [[Pflanzenschutzmittel]] Zedesa-Blausäure nicht mehr eingesetzt. Die Zulassung durch das [[Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit]] lief am 31. Dezember 2001 aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04_Pflanzenschutzmittel/Abgelaufene_PSM.html |titel=Risiken managen – Verbraucher schützen |titelerg=Abgelaufene Pflanzenschutzmittel |hrsg=Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit |datum=2017 |format=XLS |abruf=2017-06-16 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20161107192055/http://bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04_Pflanzenschutzmittel/Abgelaufene_PSM.html/ |archiv-datum=2016-11-07 |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung und Missbrauch in Konzentrationslagern ==&lt;br /&gt;
=== Beschaffung und Einsatz ===&lt;br /&gt;
Die Schädlingsbekämpfung mit hochgiftigen Stoffen war seit 1919 gesetzlich geregelt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Verordnung über die Schädlingsbekämpfung mit hochgiftigen Stoffen&amp;#039;&amp;#039; vom 29. Januar 1919, [https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=1919&amp;amp;page=367&amp;amp;size=45 RGBl. S. 165].&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gebrauch von Blausäure zur Schädlingsbekämpfung war danach grundsätzlich verboten. Der [[Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft|Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft]] konnte jedoch in besonderen Fällen Ausnahmen von dem Verwendungsverbot zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Bekanntmachung, betreffend Ausführung der Verordnung über die Schädlingsbekämpfung mit hochgiftigen Stoffen vom 29. Januar 1919 (RGBl. S. 165)&amp;#039;&amp;#039; vom 10. Juli 1920, [https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=1920&amp;amp;page=1675&amp;amp;size=45 RGBl. S. 1441].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Zyklon B labels.jpg|mini|Zyklon-B-Etikett aus Dachau]]&lt;br /&gt;
1941 gab er in Zusammenarbeit mit dem [[Reichsministerium des Innern|Reichsminister des Innern]] einen Erlass heraus, der der [[Waffen-SS]] „die Anwendung der Giftgase Blausäure, Äthylenoxid und Tritox zur Schädlingsbekämpfung“ gestattete. Besondere Vorschriften, z.&amp;amp;nbsp;B. zur Ausbildung der Desinfektoren oder Überwachung von Durchgasungen durch staatliche Stellen, die für alle anderen Schädlingsbekämpfer galten, hatten für die Waffen-SS nach diesem Erlass keine Gültigkeit mehr. Die Waffen-SS war seitdem bei der Nutzung von Zyklon B nicht mehr auf Mitarbeiter der Vertriebsfirma [[Tesch &amp;amp; Stabenow]] angewiesen und konnte über die Verwendung selbständig entscheiden.&amp;lt;ref&amp;gt;Kalthoff, Werner: Die Händler des Zyklon B., S. 112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der kritischen Versorgungslage gab es 1943 für die Waffen-SS wesentliche Veränderung beim Einsatz der Schädlingsbekämpfungsmittel. In einem Rundschreiben teilte der Leiter des [[Hygiene-Institut der Waffen-SS|Hygiene-Instituts der Waffen-SS]] [[Joachim Mrugowsky]] am 24. August 1943 gegenüber SS-Dienststellen und dem &amp;#039;&amp;#039;Arbeitsausschuss für Raumentwesungs- und Seuchenabwehrmittel&amp;#039;&amp;#039; mit, in Zukunft könne Blausäure nur noch zur Begasung von Unterkünften bereitgestellt werden, falls eine erhebliche [[Fleckfieber]]gefahr vorliege. Nach bisherigen Erfahrungen sei eine solche Lage nur in Konzentrationslagern gegeben. In Zukunft dürfe daher Blausäure nur noch zur Vergasung von Baracken in Konzentrationslagern verwendet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Kalthoff, Werner: Die Händler des Zyklon B., S. 124.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[KZ Auschwitz-Birkenau]] wurde Zyklon B vom Frühjahr 1942 an auf Initiative des [[SS-Hauptsturmführer]]s [[Karl Fritzsch]] jedoch auch verwendet, um [[Konzentrationslager|Lagerinsassen]] und Neuankömmlinge aus den [[Ghetto in der Zeit des Nationalsozialismus|Ghettos]] in als Duschräume getarnten [[Gaskammer (Massenmord)|Gaskammern]] [[Gaskammern und Krematorien der Konzentrationslager Auschwitz|massenhaft und in industriellem Umfang]] zu [[Massenmord|ermorden]].&amp;lt;ref&amp;gt;Herbert Bode: [https://www.gdch.de/fileadmin/downloads/Netzwerk_und_Strukturen/Fachgruppen/Geschichte_der_Chemie/Mitteilungen_Band_18/2005-18-12.pdf &amp;#039;&amp;#039;Von einer Innovation und ihrem Missbrauch: Zyklon B.&amp;#039;&amp;#039;] Mitteilungen der [[Gesellschaft Deutscher Chemiker]], Fachgruppe Geschichte der Chemie, Frankfurt/Main, 2005, S. 157–175, S. 166 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.wollheim-memorial.de/de/zyklon_b_ein_produkt_des_ig_farbenkonzerns_wird_zum_mordwerkzeug &amp;#039;&amp;#039;Zyklon B – ein Schädlingsbekämpfungsmittel wird zum Mordwerkzeug.&amp;#039;&amp;#039;] [[Wollheim-Memorial]], abgerufen am 19. Februar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird „nicht ausgeschlossen“, dass unabhängig davon schon Ende 1939 im [[Fort VII in Posen]] Zyklon B zur Tötung psychisch Kranker verwendet worden war, um an ihnen die Wirkung des Giftgases zu erproben (siehe auch [[Gaskammer (Massenmord)#Gaskammer in Posen|Erste Gaskammer in Posen]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Alberti: &amp;#039;&amp;#039;Die Verfolgung und Vernichtung der Juden im Reichsgau Wartheland 1939-1945.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 2006, ISBN 3-447-05167-1, S. 326.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Herbst 1941 ließ Fritzsch im Keller von [[Block 11 (KZ Auschwitz)|Block 11]] des [[KZ Auschwitz I (Stammlager)|Stammlagers Auschwitz I]] 600 sowjetische [[Kriegsgefangene]] sowie 250 kranke [[KZ-Häftling|Häftlinge]] mit Zyklon B vergasen.&amp;lt;ref&amp;gt;Das genaue Datum ist umstritten. Meist wird ein Tag im Zeitraum vom 31. August bis 5. September 1941 genannt; Pressac nimmt sogar Anfang Dezember an. Siehe Robert Jan van Pelt: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz.&amp;#039;&amp;#039; In: Günter Morsch, Bertrand Perz: &amp;#039;&amp;#039;Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2011, ISBN 978-3-940938-99-2, S. 201–203 mit Anm. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[KZ-Kommandant|Lagerkommandant]] [[Rudolf Höß]] entschied sich daraufhin, ausschließlich dieses Giftgas zu verwenden, weil er es gegenüber Motorabgasen und [[Kohlenstoffmonoxid]] aus Gasflaschen für „effektiver“ hielt.&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander Ruoff: &amp;#039;&amp;#039;Zyklon B&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Wolfgang Benz]], Hermann Graml, Hermann Weiß (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie des Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;. Klett-Cotta, Stuttgart 1998, S. 815; Zitat: »„effektiver“ ist historisch zeitgenössisch und stammt von Rudolf Höß«.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zyklon B wurde –&amp;amp;nbsp;in weitaus geringerem Maße&amp;amp;nbsp;– auch in den Lagern [[KZ Majdanek]], [[KZ Mauthausen]], [[KZ Sachsenhausen]], [[KZ Ravensbrück]], [[KZ Stutthof]] und [[KZ Neuengamme]] benutzt, um Menschen zu töten. In den meisten [[Vernichtungslager]]n wurden hierzu Motorabgase, manchmal auch reines Kohlenstoffmonoxid verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei [[Menschenversuche in nationalsozialistischen Konzentrationslagern|Experimenten]] mit Giftgasen, die im kroatischen [[KZ Stara Gradiška]] durchgeführt wurden, kam auch Zyklon B zum Einsatz.&amp;lt;ref&amp;gt;Michele Frucht Levy: &amp;#039;&amp;#039;„The Last Bullet for the Last Serb“ - The Ustasa Genocide against Serbs 1941–1945.&amp;#039;&amp;#039; In: David M. Crowe (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Crimes of State Past and Present.&amp;#039;&amp;#039; Routledge 2011, ISBN 978-0-415-57788-5, S. 71 ({{Google Buch |BuchID=GRTdAAAAQBAJ |Seite=71}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Jean-Claude Pressac]] recherchierte von 1979 bis 1985 detailliert die Verwendung von Zyklon B im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Dabei stellte er fest:&lt;br /&gt;
* Zyklon B wurde von der Wehrmacht und in den [[Konzentrationslager]]n in erheblichen Mengen zur Entwesung benötigt.&lt;br /&gt;
* Der weitaus größte Teil des Zyklon B, das nach Auschwitz gelangte, wurde tatsächlich auch dort bestimmungsgemäß zur Ungeziefer-Entwesung eingesetzt, um Läuse als Überträger von Seuchen abzutöten.&lt;br /&gt;
* Eine prozentual geringe Menge des gelieferten Zyklon B reichte jedoch aus, um den Massenmord an Menschen durchzuführen: Auf [[Homoiothermie|warmblütige Lebewesen]] [[Cyanidvergiftung#Chemie und Toxikologie der Blausäure|wirkt Blausäure]] schon in geringer Dosis [[Cyanidvergiftung#Symptome der Vergiftung|tödlich]] (1/22 der Dosis für [[Wirbellose]]). Im Prozess gegen den Geschäftsführer der Degesch, [[Gerhard Peters]], wurde festgestellt, dass vier Kilogramm Zyklon B zur Vergasung von 1000 Menschen ausreichten.&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Bauer (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;Justiz und NS-Verbrechen - Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen&amp;#039;&amp;#039;. Amsterdam 1975, Band XIII, ISBN 90-6042-013-6, Fall Nr. 415, S. 167: „6&amp;amp;nbsp;kg für 1500 Menschen“. [[Jörg Friedrich]]: &amp;#039;&amp;#039;Die kalte Amnestie.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-596-24308-4, S. 207.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch kriegsbedingten Mangel wurde der Anteil des Warn- und Reizstoffes im Zyklon B herabgesetzt; ab Juni 1944 entfiel der Zusatz gänzlich.&amp;lt;ref&amp;gt;Kalthoff, Werner: &amp;#039;&amp;#039;Die Händler des Zyklon B.&amp;#039;&amp;#039;, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits ab Juni 1943 gab es Lieferungen von Zyklon B ohne Warnstoff nach Auschwitz. Laut Urteilsbegründung im Prozess gegen den Geschäftsführer der Firma Degesch/HeLi ([[Walter Heerdt|Heerdt]]-Lingler) gilt es als erwiesen, dass diese Sonderform dort zur Tötung von Menschen Verwendung fand.&amp;lt;ref&amp;gt;Christiaan F. Rüter (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Justiz und NS-Verbrechen - Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945–2012.&amp;#039;&amp;#039; Amsterdam 1975, Band XIII, S.&amp;amp;nbsp;130–225, hier S.&amp;amp;nbsp;162 {{Webarchiv |url=http://www1.jur.uva.nl/junsv/brd/files/brd415.htm |text=Verfahren Nr. 415. |wayback=20140526011123}} Die Urteile gegen die Lieferanten des Zyklon&amp;amp;nbsp;B.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== NS-Prozesse ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Dessau, Informations- und Mahnpunkt Zyklon B.jpg|mini|Informations- und Mahnpunkt Zyklon B an der ehemaligen Zucker-Raffinerie in Dessau]]&lt;br /&gt;
Die Verantwortlichen der Lieferfirma [[Tesch &amp;amp; Stabenow]] (&amp;#039;&amp;#039;Testa&amp;#039;&amp;#039;) standen 1946 im ersten der sog. [[Curiohaus-Prozesse]] in Hamburg vor einem britischen Militärgericht.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Rath: [https://www.lto.de/recht/feuilleton/f/prozesse-hamburg-1946-kriegsverbrechen-curiohaus-todesstrafe-militaerrecht-ns &amp;#039;&amp;#039;Kriegsverbrecherprozesse in Hamburg 1946: Die Curiohaus-Verfahren.&amp;#039;&amp;#039;] [[Legal Tribune Online]], 20. März 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Bruno Tesch (Chemiker)|Bruno Tesch]] und sein Geschäftsführer [[Karl Weinbacher]] wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet. Joachim Hans Drosihn, technischer Mitarbeiter der Testa, wurde freigesprochen, weil er keinen Einblick in die Geschäftspolitik gehabt habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wollheim&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gerhard Peters]] von der [[Degesch]] wurde 1948 vom Landgericht Frankfurt am Main zunächst zu sechs Jahren [[Freiheitsstrafe]] verurteilt, nach teilweise erfolgter Verbüßung jedoch im Wiederaufnahmeverfahren 1955, acht Jahre vor Beginn der [[Auschwitzprozesse]], freigesprochen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wollheim&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Nürnberger [[I.G.-Farben-Prozess|Prozess gegen I.G. Farben]] 1947/48 wurden die dem Verwaltungsrat der Degesch angehörenden Vorstandsmitglieder der I.G. Farben [[Heinrich Hörlein]], [[Carl Wurster]] und [[Wilhelm Rudolf Mann]] wegen der Lieferungen von Zyklon B durch die Degesch an die Konzentrations- und Vernichtungslager zur Massenvernichtung in den Gaskammern angeklagt, aber freigesprochen. Die Angeklagten hätten „keinen bestimmenden Einfluß auf die Geschäftspolitik der DEGESCH oder strafrechtlich erhebliche Kenntnis von dem Verwendungszweck ihrer Erzeugnisse“ gehabt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wollheim&amp;quot; &amp;gt;[http://www.wollheim-memorial.de/de/prozesse_wegen_der_lieferung_von_zyklon_b_an_die_ss_19461955 &amp;#039;&amp;#039;Prozesse wegen der Lieferung von Zyklon B an die SS (1946–1955).&amp;#039;&amp;#039;] [[Wollheim-Memorial]], abgerufen am 21. Februar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Beschaffung für das [[KZ Auschwitz-Birkenau|Konzentrationslager Auschwitz]] war [[SS-Hauptsturmführer]] [[Robert Mulka]] tätig. [[Victor Capesius]] verwaltete als Lagerapotheker den Bestand an Zyklon B. Beide wurden unter anderem auch deswegen beim Frankfurter [[Auschwitzprozesse|Auschwitz-Prozess]] 1965 zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Jürgen Kalthoff, Martin Werner: &amp;#039;&amp;#039;Die Händler des Zyklon&amp;amp;nbsp;B. Tesch &amp;amp; Stabenow. Eine Firmengeschichte zwischen Hamburg und Auschwitz. Mit einem Vorwort von [[Peggy Parnass]].&amp;#039;&amp;#039; VSA-Verlag, Hamburg 1998, ISBN 3-87975-713-5 ([https://media.offenes-archiv.de/Kalthoff_Werner_Tesch_und_Stabenow.pdf PDF; 8,1&amp;amp;nbsp;MB]).&lt;br /&gt;
* [[Günter Morsch]], [[Bertrand Perz]]: &amp;#039;&amp;#039;Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas.&amp;#039;&amp;#039; Metropol, Berlin 2011, ISBN 978-3-940938-99-2.&lt;br /&gt;
* Gerhard Peters: &amp;#039;&amp;#039;Blausäure zur Schädlingsbekämpfung.&amp;#039;&amp;#039; Enke-Verlag, Frankfurt am Main 1933, {{DNB|362024898}}.&lt;br /&gt;
* [[Jean-Claude Pressac]]: &amp;#039;&amp;#039;Auschwitz. Technique and operation of the Gas Chambers.&amp;#039;&amp;#039; Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989 ([https://archive.org/details/JCPAuschwitzTechniqueAndOperationOfTheGasChambers Digitalisat] im [[Internet Archive]]).&lt;br /&gt;
* Jean-Claude Pressac: &amp;#039;&amp;#039;Die Krematorien von Auschwitz. Die Technik des Massenmordes.&amp;#039;&amp;#039; Neuauflage. Piper Verlag, München 1995, ISBN 3-492-12193-4.&lt;br /&gt;
* [[Angelika Ebbinghaus]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Prozeß gegen Tesch &amp;amp; Stabenow. Von der Schädlingsbekämpfung zum Holocaust.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts|1999 Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts]] 1998, S. 16–71.&lt;br /&gt;
* [[Paul Weindling]]: &amp;#039;&amp;#039;The Uses and Abuses of biological Technologies: Zyklon B and Gas Disinfestations between the First World War and the Holocaust.&amp;#039;&amp;#039; In: History and Technology, 1994, Vol. 11, S. 291–298 (englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |url=https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/zyklon-b/&lt;br /&gt;
   |titel=Zyklon B als Mordinstrument der Nationalsozialisten&lt;br /&gt;
   |werk=zukunft-braucht-erinnerung.de&lt;br /&gt;
   |datum=2004-09-15&lt;br /&gt;
   |abruf=2018-04-20&lt;br /&gt;
   |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* G. Peters, W. Rasch: {{Webarchiv |url=http://www.holocaust-history.org/works/peters-rasch-1941/htm/p133.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;Die Einsatzfähigkeit der Blausäure-Durchgasung bei tiefen Temperaturen&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20131010073835}}. Degesch, 1941.&lt;br /&gt;
* R. Irmscher: {{Webarchiv |url=http://www.holocaust-history.org/works/irmscher-1942/htm/p035.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;Die Einsatzfähigkeit der Blausäure bei tiefen Temperaturen&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20131010072808}}. Degesch, 1941.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4559559-8}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Begasungsmittel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Giftiger Stoff bei Einatmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Völkermord an den Sinti und Roma]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:1940er]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hozro</name></author>
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