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	<title>Zwinger - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Randolph33: Änderungen von Holzofenstarkbelasster (Diskussion) auf die letzte Version von Aka zurückgesetzt</title>
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		<updated>2026-04-13T13:22:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Holzofenstarkbelasster&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/Holzofenstarkbelasster&quot;&gt;Holzofenstarkbelasster&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Holzofenstarkbelasster&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:Holzofenstarkbelasster (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Aka&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Aka (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Aka&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Zwingerturm Rostock.jpg|mini|Zwingerturm [[Rostocker Stadtbefestigung]]]]&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zwinger&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (früher auch &amp;#039;&amp;#039;Zwenger&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Zwingel&amp;#039;&amp;#039;, mittelhochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;twingære&amp;#039;&amp;#039; für Bedränger, Zwingherr; von &amp;#039;&amp;#039;zwingen&amp;#039;&amp;#039;) wird in mehreren Bedeutungen gebraucht, denen gemein ist, dass es sich dabei um einen meist durch Mauern umschlossenen Raum handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute oft mit der Bedeutung &amp;#039;&amp;#039;[[Gehege|Tiergehege]]&amp;#039;&amp;#039; verbunden, bezeichnete es in der historischen [[Architektur]] ein zwischen zwei [[Wehrmauer]]n gelegenes offenes Areal, das der Verteidigung diente.&amp;lt;ref&amp;gt;Piper, Otto: Burgenkunde. Bauwesen und Geschichte der Burgen. Würzburg 1995, S. 684.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwingeranlagen wurden im Mittelalter und in der frühen Neuzeit als Verstärkung von [[Burg]]en und [[Stadtmauer]]n errichtet. Im Gebiet des [[Deutscher Orden|Deutschen Ordens]] wurde statt Zwinger der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Parkam&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Parcham&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; gebraucht, sinnverwandt mit &amp;#039;&amp;#039;[[Park]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Pferch]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Piper2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Otto Piper (Burgenforscher)|Piper, Otto]] |Titel=Burgenkunde |Auflage=1 |Verlag=[[Theodor Ackermann (Verleger)|Theodor Ackermann]] |Ort=München |Datum=1895 |Sprache=de |Seiten=11 |Fundstelle=Fußnote 2 |Online=https://books.google.com/books?hl=pt-PT&amp;amp;id=lZ0MAwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA11 |Abruf=2021-09-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hundezwinger KZ Buchenwald.jpg|mini|Hundezwinger]]&lt;br /&gt;
Ursprünglich bedeutete Zwinger der Raum zwischen Stadtmauer und Graben, heute ist meist ein Hundezwinger oder Raubtierkäfig gemeint.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.duden.de/rechtschreibung/Zwinger |titel=Duden {{!}} Zwinger {{!}} Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft |sprache=de |abruf=2022-06-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit dem 15. Jahrhundert ist die Bedeutung des Begriffes als umzäumter Auslauf für Hunde und wilde Tiere belegt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor= |Titel=Duden – Das Herkunftswörterbuch: Etymologie der deutschen Sprache |Hrsg=Dudenredaktion |Verlag=Bibliographisches Institut GmbH |Datum=2020 |ISBN=978-3-411-91291-9 |Seiten=959}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im 15. bis 17. Jahrhundert bezeichnete man mit &amp;#039;&amp;#039;Zwinger&amp;#039;&amp;#039; jemanden, der andere zu etwas zwingen konnte oder gewalttätig behandelte, meist herren- und heimatlose Menschen, besonders aber abgedankte Kriegsknechte, die im Land herumzogen und allerlei Gewalttätigkeiten verübten (gewöhnlich verwendete man das Wort zusammengesetzt, wie etwa &amp;#039;&amp;#039;Landzwinger&amp;#039;&amp;#039;); &amp;#039;&amp;#039;Zwinger&amp;#039;&amp;#039; war auch die ehemalige Bezeichnung für [[Zwangsvollstreckungsrecht|Zwangsvollstrecker]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Johann Christian August Heyse]] |Titel=Handwörterbuch der deutschen Sprache: stehen bis Z |Verlag=Wilhelm Heinrichshofen |Ort=Magdeburg |Datum=1849 |Seiten=2189}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei alten [[Stadtmauer|Stadtbefestigungen]] hieß der Raum zwischen zwei Umfassungsmauern so, sowie die Erweiterung dieses sogenannten [[Rondengang]]s an den Toren zu einem Vorplatz und vor allem der häufig hier stehende, zu [[Geschütz]] eingerichtete dicke [[Turm]] – ein Beispiel ist in [[Nürnberg]] der [[Spittlertor#Spittlertorzwinger|Spittlertorzwinger]]. Später wurde die Bezeichnung auch auf andere Türme ausgedehnt, und da diese Türme oft als [[Gefängnis]]se dienten, verwendete man sie auch für Gefängnisse allgemein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren spricht man zum Beispiel heute noch von einem Bärenzwinger. Zwinger heißt auch der Graben, der eine Burg ganz oder zum Teil umschließt und besonders in späterer Zeit als [[Gehege|Tiergehege]] benutzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter wurde auch das Frauengemach der &amp;#039;&amp;#039;Frauenzwinger&amp;#039;&amp;#039; genannt (auch mit den Bedeutungen [[Harem]] und [[Gynaikonitis|Gynaeceum]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Joachim Heinrich Campe]] |Titel=Wörterbuch der deutschen Sprache, F – K |Band=2 |Verlag=Schulbuchhandlung |Ort=Braunschweig |Datum=1808 |Seiten=155}}&amp;lt;/ref&amp;gt;), wohl ohne dabei auf den Aspekt der Einsperrung besonderes Gewicht zu legen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Otto Piper (Burgenforscher)|Otto Piper]] |Titel=Burgenkunde: Forschungen über gesammtes Bauwesen und Geschichte der Burgen innerhalb des deutschen Sprachgebietes |Verlag=Ackermann |Datum=1895 |Seiten=11 – 12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Jungfernzwinger&amp;#039;&amp;#039; war ein neugeschaffene Wort der [[Sprachgesellschaft#Einfluss und Wirkung|Sprachpfleger]] für ein Nonnenkloster, worüber ihre Zeitgenossen sich lustig machten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Dudenredaktion |Titel=Duden – Das Herkunftswörterbuch: Etymologie der deutschen Sprache |Verlag=Bibliographisches Institut GmbH |Datum=2020 |ISBN=978-3-411-91291-9 |Seiten=58}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten von Zwingern ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Minneburg-grundriss.gif|mini|Beispiel einer Zwinger-Anlage: die Minneburg im Odenwald]]&lt;br /&gt;
=== Zwinger einer Burg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Fortezza di Carcassonne - interno-1.jpg|mini|Durch den Zwinger hindurchführender Torweg in [[Carcassonne]]. Rechts die niedrigere Zwingermauer.]]&lt;br /&gt;
Der Zwinger einer Burg ist der [[Ringmauer]] vorgelagert und wird zur Feldseite hin von einer zweiten, niedrigeren Mauer abgeschlossen, die als &amp;#039;&amp;#039;Zwingermauer&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Parchammauer&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Tuulse, Armin: [https://core.ac.uk/download/pdf/14489425.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die Burgen in Estland Und Lettland&amp;#039;&amp;#039;], in &amp;#039;&amp;#039;Verhandlungen der gelehrten Estnischen Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039; Band XXXIII, Dorpater Estnischer Verlag, [[Tartu|Dorpat (Tartu)]] 1942, S. 47, 204, 273 (abgerufen am 10. September 2021).&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet wird. Wenn es Angreifern gelang, die Zwingermauer zu überwinden, waren sie im Zwinger eingekesselt und ein leichtes Ziel für die Verteidiger auf der Hauptmauer. Das weitere Eindringen wurde dadurch wesentlich erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wurden die meisten Zwingeranlagen älteren Burgmauern nachträglich als Verstärkung vorgebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwinger vor einem Stadttor ===&lt;br /&gt;
Der Zwinger vor einem [[Stadttor]] ist ein befestigter Raum zwischen Haupttor und Vortor einer mittelalterlichen Stadttoranlage. Die Stadttore waren oft in Form eines [[Torturm]]s gestaltet, wobei dem Haupttor ein zweites (sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Doppeltoranlagen&amp;#039;&amp;#039;), manchmal auch ein drittes Tor vorgelagert war. Vor den Stadtmauern wurde im Bereich der Stadttore in der Regel dabei ein zweiter Mauerzug vorgebaut, in dem sich das Vortor befand. Ein Feind, der das Vortor erobert hatte und in den Zwinger vorstieß, fand im beengten Raum kaum Entfaltungsmöglichkeiten vor. Dagegen konnten die zurückweichenden Verteidiger nach unten den eingedrungenen Feind im Zwinger leicht bekämpfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf einem ähnlichen Konzept wie der Torzwinger basiert die [[Barbakane]], die von der Hauptmauer jedoch durch einen weiteren Graben getrennt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Hussiten]]zeit (um 1420/30) entstanden eindrucksvolle Beispiele, die meist zum Schutz gegen frühe [[Feuerwaffe]]n geplant wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kam auch zur Kombination beider Konzepte:&lt;br /&gt;
So betrat man z.&amp;amp;nbsp;B. – von Westen kommend – am [[München|Münchner]] [[Karlstor (München)|Neuhauser Tor]] zunächst durch einen seitlich nach Süden platzierten, vergleichsweise engen Durchlass eine halbkreisförmige Barbakane, gelegen noch auf dem diesseitigen Ufer des Wassergrabens, hatte innerhalb der Teilanlage rechtwinklig nach rechts (ergo wieder Richtung Osten) abzubiegen, passierte das Tor in der Rückwand, überquerte die Brücke und gelangte dann am jenseitigen Ufer durch ein zwischen zwei Vortürmen gelegenes, weiteres Tor in den eigentlichen Torzwinger. Verlassen konnte man ihn dann letztlich via den zurückgesetzten Haupt-Torturm. Zudem waren die fünf nach diesem Muster errichteten Haupttore in eine die Stadt vollständig umgebende Zwingersalage eingebettet ([[Münchner Stadtbefestigung]]|Doppelter Mauerring).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nicht überdachte Raum wurde in friedlichen Zeiten häufig zur Haltung von [[Tier]]en oder als [[Garten]] genutzt. In vielen Fällen wurden Zwinger mit [[Scheune]]n, [[Stall|Ställen]] und Lagerhäusern bebaut, als ihre Wehrfunktion entbehrlich wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Zwinger (Dresden)|Dresdner Zwinger]] hat seinen Namen von der ehemaligen Zwingeranlage vor dem [[Kronentor]] an der äußeren Festungsmauer geerbt. Er war jedoch nicht als Wehranlage geplant, sondern als Vorhof eines neuen Schlosses konzipiert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Aerial image of the Coburg Fortress.jpg|mini|Der durch [[Frühe Neuzeit|frühneuzeitliche]] Bastionen verstärkte Zwinger um die [[Veste Coburg]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Theodosianische Landmauer in Istanbul.jpg|mini|Teilansicht der &amp;#039;&amp;#039;Theodosianischen Landmauer&amp;#039;&amp;#039; des ehemaligen Konstantinopel. Im Vordergrund die doppelte Zwingeranlage.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Zwingers ist bislang nur unzureichend erforscht. Bereits im fünften Jahrhundert n. Chr. war der byzantinischen [[Theodosianische Mauer|Landmauer]] von [[Konstantinopel]] ein voll entwickelter Zwinger vorgelegt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im [[frühmittelalter]]lichen Wehrbau lässt sich die Tiefenstaffelung von Wallzügen nachweisen. Besonders [[Ungarneinfälle|ungarnzeitliche]] Schutzburgen wurden zum Schutz vor den Reiterattacken der [[Magyaren]] mit [[Berme]]n und vorgelagerten Wällen gesichert. Hier handelt es sich jedoch um keine Zwingeranlagen im eigentlichen Sinn, oft trennt ein Zwischengraben die Befestigungslinien. Ein solcher Graben ist allerdings manchmal auch bei spätmittelalterlichen Zwingern vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich werden die schmalen Vorbefestigungen der [[Habsburg (Burg)|Habsburg]] (Aargau) oder der Burg &amp;#039;&amp;#039;Alt-Bolanden&amp;#039;&amp;#039; (Rheinland-Pfalz) als frühe Zwingeranlagen des späten 10. und frühen 11. Jahrhunderts angesehen. Diese Befestigungskonzepte blieben jedoch ohne direkte Nachfolger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wurden Zwinger erst wieder in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts den Ringmauern einzelner Wehranlagen vorgelegt. Gegen Ende dieses Jahrhunderts erhöhte man bereits deutlich häufiger die Wehrtauglichkeit in dieser Weise ([[Burg Gnandstein]], Sachsen; [[Burg Landsberg (Elsass)|Burg Landsberg]] und [[Burg Hoh-Andlau]], beide Elsass). In Südfrankreich hat sich aus dieser Epoche zudem – stark restauriert – der Zwinger der Stadtbefestigung von [[Carcassonne]] anschaulich erhalten. Anfangs lagen die Zwingermauern in sehr geringem Abstand vor der Hauptmauer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 14. Jahrhundert erzwang die Entwicklung der ersten Feuerwaffen eine Weiterentwicklung des Zwingers. Besonders im 15. und 16. Jahrhundert entstanden zahllose Beispiele. In [[Franken (Region)|Franken]] ist sogar die Befestigung einer spätmittelalterlichen Großstadt weitgehend erhalten geblieben. In [[Nürnberg]] wurde der älteren Ringmauer eine niedrigere Zwingeranlage vorgelegt. Im frühen 15. Jahrhundert erhält [[München]] eine komplett neue [[Münchner Stadtbefestigung|Stadtbefestigung]] aus einem doppelten Mauerring. Durch die Verbindung der Wachtürme der inneren (= höheren) und äußeren (= niedrigeren) Mauer mit Zwischenwänden entstand eine Abfolge zahlreicher Zwinger, die den Ort bald komplett einrahmten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ersten Zwingermauern des Hochmittelalters wurden meist noch nicht durch Turmbauten gesichert. Die [[Artillerie]]befestigungen des Spätmittelalters waren hingegen durch zahlreiche Flankierungs-, manchmal auch Geschütztürme bewehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der [[Hussiten]]zeit stammen die Zwingeranlagen einer kleinen Burgengruppe in den fränkischen [[Haßberge]]n. Wie andernorts reagierten hier die Landesherren auf die akute Bedrohung durch die Aufständischen aus dem nahen [[Böhmen]]. Gut erhalten blieben hier etwa die Zwinger der Burgen [[Burg Altenstein (Unterfranken)|Altenstein]], [[Burg Rauheneck (Ebern)|Rauheneck]] und [[Burg Schmachtenberg|Schmachtenberg]]. Auf der &amp;#039;&amp;#039;Burg Rauheneck&amp;#039;&amp;#039; verstärkten ehemals zwei Schießerker die Wehrkraft zusätzlich. Derartige Erker und Kampfhäuser sind auch bei anderen Zwingeranlagen nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hussitenzeitlichen Ausbauten zahlreicher Burganlagen in den gefährdeten Landstrichen gehen letztlich oftmals auf Innovationen zurück, die von den Hussiten selbst entwickelt wurden. Hier ist vor allem die Stadtbefestigung der südböhmischen Hussitenstadt [[Tábor]] zu erwähnen. Die Zwingeranlage vor der Hauptmauer ist dort noch teilweise bis in die heutige Zeit erhalten geblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel waren die Zwingermauern deutlich niedriger und schwächer als die eigentlichen Ringmauern. Oft erhob sich nur eine Brüstungsmauer über das aufplanierte Zwingergelände. Gelegentlich wurde ein gedeckter oder offener [[Wehrgang]] aufgesetzt ([[Burg Trausnitz]], [[Landshut]]). Auch unterirdische Wehrgänge mit Schartenöffnungen für Handfeuerwaffen sind nachweisbar ([[Burg Hochhaus]] bei [[Nördlingen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwingermauern können eine Wehranlage vollständig umlaufen oder nur einen besonders gefährdeten Abschnitt schützen. Oft ist ein Graben vorgelagert, die Zwingermauer ist hier gleichzeitig die [[Futtermauer]] des Grabens. Bei Hangburgen wurde die Zwingermauer oft als Stützmauer sehr hoch aufgemauert und dient so zugleich der statischen Sicherung der Gesamtanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig ermöglichten kleine, versteckte [[Ausfallpforte]]n ([[Poterne]]n) die aktive Bekämpfung eines in den Grabenbereich eingedrungenen Feindes. Auch der eigentliche Zwingerbereich war oft durch solche Schlupfpforten zugänglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühe hochmittelalterliche Zwingeranlagen im Heiligen Land ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krak des chevaliers - artist rendering.jpg|mini|Der &amp;#039;&amp;#039;Krak des Chevaliers&amp;#039;&amp;#039; mit den ausgedehnten Zwingeranlagen um die Kernburg (Rekonstruktionszeichnung von 1871)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Krak des Chevaliers]] des [[Johanniterorden]]s gilt allgemein als Inbegriff einer Kreuzritterburg. Hier entstand bereits kurz nach 1170 ein erster schmaler Zwinger um die Kernburg. Diese erstaunlich früh zu datierende Zwingeranlage wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts durch die erhaltene Außenbewehrung ersetzt. Auch dieser Zwinger gehört somit zu den ältesten Beispielen dieses Typs. Eine Bauinschrift berichtet von einer „Barbacane“ (dies bezeichnet sicherlich den Zwinger), die der Burgverwalter [[Nicolas Lorgne]] anlegen ließ. Durch diese Quelle lässt sich der zweite Zwinger des Krak (Crak) gut auf die Zeit um 1250 datieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zwinger des Krak wurde bis etwa 1270 ausgebaut. Trotz dieser Verstärkung gelang es den Muslimen unter ihrem Sultan [[Baibars I.]], die [[Veste]] 1271 nach nur vierwöchiger Belagerung einzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch andere große Kreuzfahrerburgen werden von ausgedehnten Zwingeranlagen umgeben. Der äußere Mauerring der Burg von [[Tartus]] (Syrien) könnte etwa zeitgleich mit dem Zwinger des Krak entstanden sein, also in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Bereits kurz nach 1168 begannen die Johanniter mit dem Umbau der [[Burg Belvoir]] im heutigen Israel. Die äußere Befestigung mit ihren eckigen Türmen wirkt wie „ein zum Bauwerk erweiterter Zwinger“ (U. Großmann).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Doppelte Ringmauern im Wales des 13. Jahrhunderts ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Beaumaris aerial.jpg|mini|Burganlage in Beaumaris]]&lt;br /&gt;
Die walisischen Burgen [[Harlech Castle]] und [[Beaumaris Castle]] (1295 begonnen, aber unvollendet) haben doppelte Wehrmauern, wobei die äußere Mauer die innere in geringem Abstand konzentrisch umschließt. Die äußere Befestigung in Beaumaris mit ihren runden Mauertürmen ist besonders aufwendig, vergleichbar mit der des Krak des Chevaliers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele erhaltener Zwingeranlagen ==&lt;br /&gt;
Bekannte Zwinger, die auch so heißen, sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Zwinger (Goslar)]], Batterieturm der Befestigungsanlage von Goslar&lt;br /&gt;
* [[Zwinger (Dresden)]], Gebäudekomplex mit Gartenanlagen in Dresden&lt;br /&gt;
* [[Zwinger (Münster)]], Teil der Stadtbefestigung von Münster&lt;br /&gt;
* [[Zwinger (Bad Neustadt an der Saale)]], Teil der Stadtbefestigung von Bad Neustadt an der Saale&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zwinger&amp;#039;&amp;#039;, Turm der [[Rostocker Stadtbefestigung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben sind folgende mittelalterliche Zwinger erhalten:&lt;br /&gt;
{| style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot;&lt;br /&gt;
!Stadtbefestigungen&lt;br /&gt;
!Burgen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top&amp;quot; |&lt;br /&gt;
* [[Amberg]]&lt;br /&gt;
* [[Aschersleben]]&lt;br /&gt;
* [[Carcassonne]]&lt;br /&gt;
* [[Delitzsch]]&lt;br /&gt;
* [[Dinkelsbühl]]&lt;br /&gt;
* [[Freistadt]]&lt;br /&gt;
* [[Görlitz]]&lt;br /&gt;
* [[Ingelheim am Rhein]]&lt;br /&gt;
* [[Jüterbog]]&lt;br /&gt;
* [[Neubrandenburg]]&lt;br /&gt;
* [[Nördlingen]]&lt;br /&gt;
* [[Nürnberg]]&lt;br /&gt;
* [[Templin]]&lt;br /&gt;
* [[Wolframs-Eschenbach]]&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;vertical-align:top&amp;quot; |&lt;br /&gt;
* [[Burg Altenstein (Unterfranken)|Burg Altenstein]] (Hassberge)&lt;br /&gt;
* [[Burg zu Burghausen]] (Burghausen/Salzach, Oberbayern)&lt;br /&gt;
* [[Giechburg]] (Oberfranken)&lt;br /&gt;
* [[Burg Guttenberg (Haßmersheim)|Burg Guttenberg]] am [[Neckar]] (Neckar-Odenwald-Kreis)&lt;br /&gt;
* [[Burg Hohenurach]] (Schwäbische Alb)&lt;br /&gt;
* [[Burg Hornberg (Neckarzimmern)|Burg Hornberg]] am [[Neckar]] (Neckar-Odenwald-Kreis)&lt;br /&gt;
* [[Burg Löwenstein (Württemberg)|Burg Löwenstein]] (Schwäbisch-Fränkische Waldberge)&lt;br /&gt;
* [[Minneburg]] (Odenwald)&lt;br /&gt;
* [[Burg Nürburg]] (Eifel)&lt;br /&gt;
* [[Veste Otzberg]] ([[Otzberg]])&lt;br /&gt;
* [[Burg Rauheneck (Ebern)]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Zingel (Befestigung)|Zingel]]&lt;br /&gt;
* [[Bermenzwinger]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Deutsche Burgenvereinigung]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zwinger und Vorbefestigungen.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Beier &amp;amp; Beran, Langenweißbach 2007, ISBN 978-3-937517-68-1.&lt;br /&gt;
* Deutsche Burgenvereinigung (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Burgen in Mitteleuropa. Ein Handbuch.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Bauformen und Entwicklung.&amp;#039;&amp;#039; Konrad Theiss, Stuttgart 1999, ISBN 3-8062-1355-0, S.&amp;amp;nbsp;234–235.&lt;br /&gt;
* [[G. Ulrich Großmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Welt der Burgen. Geschichte, Architektur, Kultur.&amp;#039;&amp;#039; C. H. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-64510-5, S.&amp;amp;nbsp;60–62.&lt;br /&gt;
* Christof Krauskopf: &amp;#039;&amp;#039;Der Zwinger. Definition, Etymologie und Funktion.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Burgen und Schlösser]]. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege.&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang&amp;amp;nbsp;67, Nr.&amp;amp;nbsp;1, 2026, {{ISSN|0007-6201}}, S.&amp;amp;nbsp;59–62.&lt;br /&gt;
* [[Michael Losse]]: &amp;#039;&amp;#039;Kleine Burgenkunde.&amp;#039;&amp;#039; Regionalia, Euskirchen 2011, ISBN 978-3-939722-39-7, S.&amp;amp;nbsp;72, 74.&lt;br /&gt;
* Michael Losse: &amp;#039;&amp;#039;Zwinger, -anlage.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Horst Wolfgang Böhme]], Reinhard Friedrich, [[Barbara Schock-Werner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Burgen, Schlösser und Festungen.&amp;#039;&amp;#039; Reclam, Stuttgart 2004, ISBN 3-15-010547-1, S.&amp;amp;nbsp;273, [[doi:10.11588/arthistoricum.535]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Befestigungstyp]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Teil einer Burg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadtbefestigung|!Zwinger]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Randolph33</name></author>
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